Libanon bis März 2007: Meldungen
März 2007
28.03.07// www.thenews.com.pk/ Aus dem Libanon nehmen zwei Delegationen am Arabischen Gipfel in Riyad teil: Einmal die Delegation von Präsident Emile Lahood und einmal die Delegation von Ministerpräsident Siniora. Anfänglich war nur der Staatspräsident mit Delegation eingeladen, dann auf Druck von Saudi-Arabien und Ägypten, erhielt auch Siniora eine Einladung.
25.03.07// Telegraph.co.uk. Sunnitische Militante kommen zunehmend vom Irak in den Libanon, weil sie das Land als ein weiches Ziel für terroristische Angriffe betrachten; d.h. daß es sich im Libanon leichter operieren lasse, so Kim Howells, Außenminister Großbritanniens. Verschiedene Zellen in der Größe von 12 Mitgliedern würden operieren in der Nähe des Flüchtlingslagers Ein el-Hilweh (Südlibanon, Sidon) operieren. Kim Howell hatte mit einem Kommandeur der UNIFIL gesprochen, der die sunnitischen Jihadisten als Gefahr bezeichnete. In 12 palästinensischen Flüchtlingslager leben ungefähr 400 000 sunnitische Flüchtlinge. Für die libanesische Armee sind das „no-go areas“, die Sicherheit wird von den verschiedenen palästinensischen Fraktionen ausgeübt. Die sunnitischen Jihadisten würden jetzt die politische Krise im Libanon ausnutzen und sich in den Lagern zu etablieren versuchen. In Nahr al-Barid (30 000 Menschen) im Nordlibanon operiert jetzt eine noch unbekannte Gruppe (Fath al-Islam) unter Shakir al-Abssi. Sie hat ein erhebliches Waffenarsenal. „Man braucht nur ein Gewehr und erschießt jemand, dann hat man ein großes Problem“, so der ehemalige UN-Berater Timur Göksel. Letztes Jahr schon haben 200 ihrer Mitglieder die Lager Badawi und Nahr al-Barid infiltriert. Die sunnitischen Gruppen sollen von einigen Saudis finanziert werden, um den Einfluß von Hizbullah zurückzudrängen, nach ihrem Erfolg gegenüber Israel. Jawad Adra von der in Beirut ansässigen unabhängigen Forschungsgruppe Information International, meinte, daß die zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft eine hervorragende Brutstätte wäre für antiwestlichen Extremismus unter sunnitischen Communities um Tripoli und Sidon. „Westliche Länder müssen sich in Acht nehmen, daß ihre politische Unterstützung von Libanons sunnitischen Führern, nur um die „vermutlich“ schiitische Gefahr von Hizbullah (und Iran) zurückzudrängen, nicht in die Hände der sunnitischen Extremisten spielt…Das Anwachsen des sunnitischen Extremismus, nicht nur in den Palästinenserlagern sondern auch in den ärmeren Gebieten des Libanon, ist eine Zeitbombe, die darauf wartet zu explodieren. Sie könnte alle moderaten Kräfte hinwegfegen.“
23.03.07// UN-Generalsekretär Ban Ki-moon will kein Treffen mit dem palästinensischen Premierminister Ismail Haniya. Mit Abbas oder anderen Kabinettsmitgliedern ja. Laut der libanesische Tageszeitung al-Akhbar ist Israel von dem neuen Generalsekretär begeistert. In einem Interview mit Yediot Aharonot hieße es, daß Ban Ki-moon seit Gründung der UNO der sympathischste Generalsekretär sei. Yediot soll auch enthüllt haben, daß er dem israelischen UN-Botschafter Dan Gillerman, seine persönliche Handynummer gegeben habe, daß er ihn auch „abends oder an Wochenenden anrufen kann“.
23.03.07// electronicintifada.net - Das American-Arab Anti-Discrimination Committee (ADC) fordert den Kongreß auf, eine Untersuchung einzuleiten, wegen der Bemerkungen des UN-Botschafters der USA, John Bolton. Bolton hatte gesagt, daß die USA den Rufen nach einem sofortigen Waffenstillstand (33 Tage Krieg Israel gegen Libanon) widerstanden hätte. Bolton wurde in einem Interview das er mit der BBC führte, zitiert: Ich war „verdammt stolz auf das was wir getan haben“ um einen Waffenstillstand zu verhindern. Das ADC verwies auch auf die 130000 Clusterbomben, die 1,2 Mio. Bomblets enthalten, die Israel an 498 Stellen abgeworfen hat. Im Januar hatte das US Department of State dem Kongreß einen BEricht vorgelegt, der die Verletzung des bilateralen Waffenabkommens durch Israel (Abwerfen von CLusterbombeni auf die Zivilbevölkerung). Selbst lange nach Beendigung der Auseinandersetzung sterben an diesen Bomben immer noch Menschen.
23.03.07// JungenWelt (Sophia Deeg) Am Mittwoch wurde die Klage des Deutschen Friedensrates gegen polizeiliche Demonstrationsauflagen positiv beschieden, die erstmals am 12. August 2006 bei einer Kundgebung gegen den israelischen Angriff auf den Libanon erlassen worden waren. Bei der Demonstration, zu der neben dem Friedensrat auch andere Gruppen und Vereine aufgerufen hatten, waren Fahnen der Hisbollah und Bildnisse ihres Generalsekretärs Hassan Nasrallah von der Polizei konfisziert worden. Nun stellte die Erste Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts fest, daß die Mitführung dieser Gegenstände nicht hätte verboten werden dürfen. Die Auflagen waren damit begründet worden, daß die libanesische Gruppierung und ihr Vorsitzender für die »Vernichtung Israels und die Vertreibung der israelischen Bevölkerung durch Selbstmordattentate und Raketen stehe«. Der Anwalt des Klägers hielt dem entgegen, daß im Kontext der Demonstration, die unter dem Motto »Stoppt den Krieg gegen den Libanon« stand und sich gegen jede Gewalt an Zivilisten wandte, die inkriminierten Symbole und Bilder für die Teilnehmer den legitimen Widerstand gegen die Aggression Israels repräsentierten. Der Polizeipräsident gemacht sich mit seiner einseitigen Deutung jener Symbole zum Büttel einer bestimmten politischen Auffassung habe.
20.03.07// Hatte sich der französische Präsident Jaques Chirac verstärkt nach der Ermordung Rafiq Hariris in die libanesische Politik eingemischt (auch in den Krieg Israels gegen den Libanon, indem er Israel mehrere Male aufforderte Syrien anzugreifen, siehe Nachrichten/Ticker Syrien) setzt er seine Einmischung in die libanesische Krise fort. In Paris empfing er Samir Geagea von den FL. Hätte ihn Chirac gern als Präsidentschaftskandidat gesehen? Geagea wurde 1994 zu lebenslänglich verurteilt wegen Verbrechen während des Bürgerkriegs, 2005 amnestiert. Er wird beschuldigt verantwortlich zu sein für das Attentate auf den früheren Ministerpräsidenten Rashid Karami, auf Dani Chamoun und seine Familie, sowie Elias Al Zayeck. Angeklagt wurde er auch wegen versuchter Tötung des Ministers Michel Murr.
14.03.07// NSNW. Der libanesische Innenminister Hassan As-Sabaa machte Syrien für das Bus-Attentat verantwortlich (drei Menschen wurden getötet). Wörtlich: “Es ist kein Geheimnis, daß Fath al-Islam verbunden ist mit Fath al-Intifada. Diese Organisation ist Teil der syrischen Staatssicherheit und des Geheimdienstes, sie kooperieren sehr eng miteinander.” Nun muß man sagen, daß der Innenminister nicht mehr auf dem Laufenden ist, weil eine Spaltung der Gruppen stattgefunden hat. Die Deklaration von Fath al-Islam, die sie sofort nach der Abspaltung von Fath al-Intifada herausgegeben wurde, kritisiert die Korruption und Verbindung von Fath al-Intifada mit dem syrischen Geheimdienst, somit die Kontrolle durch Syrien. Als die Syrer Abu Khalid al-Amlah (Fath al-Islam) verhafteten, machten sie Hariri und Co. verantwortlich, Fath al-Islam gegründet zu haben. Und diese Gruppe wird für das Bus-Attentat verantwortlich gemacht. Sie hat in der Tat Verbindungen zu Hariri jn. INzwischen wurde auch bekannt, daß einer der Anführer der Gruppe, Shaker al-Absi verhaftet wurde. Dies bestätigte der syrische Innenminister Bassam Abdel Majid. Al-Absi hätte zugegeben, daß die Gruppe Anschläge in Syrien vorbereitet. Er wurde dann freigelassen, jetzt aber wieder, nach dem Busattentat, gesucht. Shaker al-Absi, ein Palästinenser aus Jordanian soll auch im Irak Kontakt mit Abu Musa al-Zarqawi gehabt haben.
14.03.07// tayyar.org (Bewegung von Gen. Awn) Einen Monat nach dem Sprengstoffanschlag auf zwei Busse nahe der Ortschaft Bikfaya im Libanon sind mindestens vier Tatverdächtige von libanesischen Behörden festgenommen worden. Das bestätigte am gestrigen Dienstag der libanesische Innenminister Hassan Sabaa. In einem Interview mit dpa teilte er mit, die Tatverdächtigen gehörten einer, in Syrien ansässigen Terrorgruppe an. Die "El-Qaida" wurde nicht explizit genannt. Bei dem Anschlag am 13. Februar 2007 waren drei Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden. Die Täter hatten - einen Tag vor der Demonstration zum 2. Jahrestag des Mordes an dem früheren Premierminister Rafiq Hariri, in der vorwiegend von Christen bewohnten Ortschaft Ain Alak, nordöstlich von Beirut, im Abstand von wenigen Minuten in zwei Bussen Sprengsätze zur Explosion gebracht. In libanesischen Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, sechs von acht Tatverdächtigen seien bereits festgenommen worden. Die Männer - Syrer, Saudis und Palästinenser gehörten wohl zur "Fateh el Islam", einer Sunnitischen, El-Qaida nahen Gruppierung, die nach dem Bericht des renommierten US-Journalisten Seymour Hersh, von der Regierung des libanesischen Premierministers Siniora und der USA unterstützt wird. Hershs Artikel "Redirection" zeigt auf, wie die USA mit Hilfe Saudi-Arabiens einen "Kalten Krieg" zwischen Sunniten und Schiiten schürt, welcher eigentlich in Richtung Iran zielt, und auch die Hisbollah im Libanon schwächen soll.
Februar 2007
27.02.07// The Daily Star. Premierminister Fouad Sinioras Büro hat zu Seymour Hershs Artikel im New Yorker die Stellungnahme abgegeben: Diese BEhauptungen, daß seine Regierung extremistische sunnitische Gruppen im Libanon mit Hilfe der USA unterstützte, seien vollkommen unbegründet. Hershs Artikel „Redirection“ zeigt auf, wie die USA mit Hilfe Saudi-Arabiens einen Kalten Krieg zwischen Sunniten und Schiiten schürt, das ganze zielt in Richtung Iran und damit soll auch Hizbullah geschwächt werden. Siniora räumt jedoch ein, daß „Einige Organisationen im Norden und Süden haben Hilfe von Parteien erhalten, die allerdings Repräsentanten der libanesischen Regierung waren oder der Inneren Sicherheitskräfte.“ Die Aussagen Hersh beruhen auf unzähligen Interviews mit hohen US-Regierungsvertretern oder der Dienste. Auch ein sich nicht outender Regierungsvertreter Libanons hatte HErsh bestätigt, daß Sunni-Jihadisten im Libanon operieren, hauptsächlich in Nordlibanon, Bekaa und den palästinensischen Flüchtlingslagern. Hariri Junior gab keinen Kommentar gegenüber dem Daily Star. Alister Cooke, 30 Jahre im britischen MI6, jetzt arbeitet er für das Beirut Office of Conflicts Forum, bestätigte Hersh Aussagen. Sunni Extremisten, Fatah al-Islam, die sich abgespalten hätten von Fatah al-Intifada (sie operieren im Norden und kommen vom palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared) hätten innerhalb von 24 Stunden Waffen angeboten bekommen, von Leuten, die sich selbst als Repräsentanten der libanesischen Regierung vorgestellt hätten. Damit solle Hizbullah bekämpft werden. Verteidigungsminister Elias Murr hatte letztes Jahr schon gewarnt, daß al-Qaida plane, die UNIFIL-Truppen anzugreifen.
26.02.07// JungeWelt – In einem Bericht im US-Magazin The New Yorker spricht Seymour Hersh. „über eine »strategische Umorientierung« der US-Regierung in der Region. Ziel sei die Einbeziehung der mehrheitlich sunnitischen Staaten in eine Einheitsfront gegen den schiitischen Iran. Neokonservative Strategen schwärmten bereits von einem »kalten Krieg zwischen Sunniten und Schiiten«, aus dem– wie in Irak – schnell auch ein heißer Konflikt werden könnte. Zur neuen US-Strategie gehört nach Hershs Informationen auch die verdeckte Förderung extremistischer, militanter sunnitischer Gruppen im Libanon und im Iran. Die US-Regierung bediene sich dabei, wie schon in den achtziger Jahren in Afghanistan, der Hilfe Saudi-Arabiens.“
25.02.07// AP Der prominente Kolumnist Joseph Samaha ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Er war Chefredakteur und Herausgeber der neu gegründeten linken Tageszeitung al-Akhbar. Er ist in der Arabischen Welt bekannt durch seine säkulare Schreibweise und für die Unterstützung der palästinensischen Sache. Seine Kariere begann er in den frühen 70er Jahren, er war Mitbegründer der Tageszeitung as-Safir. Er arbeitete für viele Zeitungen, für al-Hayat und von 2001 bis 2005 in as-Safir. Informationsminister Ghazi Aridi sagte, Libanon hat ein Symbol des Journalismus verloren, er hätte immer für die Meinungsfreiheit und die libanesische nationale Einheit gekämpft. Ironie des Schicksals: Joseph starb in London wo er der Familie der kurz vorher gestorbenen May Ghassub (Gründerin von Saqi-Books) das Beileid aussprach. Asaad Abu Khalil: Samaha war ein Pol in der korrupten libanesischen Medienwelt. Er schrieb niemals ein Loblied auf einen Ölprinz, niemals dienerte er vor der könglichen Familie Saudi-Arabiens oder lobte irgendein arabisches Regime. Als Hariri Ministerpräsident wurde wollte er, daß Samaha ein Team anführt das ökonomische Recherchen betreibt. Es sollte Untersuchungsberichte herausgeben. Das Bugdet wäre kein Problem. Er bot viel Geld an. Joseph Samaha ignorierte das ANgebot. Hariri versuchte es noch ein paar Mal, bis er bemerkte, daß Samaha nicht käuflich ist. Auf Hariris Payrole standen viele libanesische Journalisten.
13.02.07// The Independent (Robert Fisk) “In ganz Libanon fragt man sich dieselbe Frage: Dieses Attentat, war es dazu gedacht, daß die heutigen Proteste in Beirut in Gewalt umschlagen sollen?” Heute ist der Jahrestag, an dem Ex-Premier Hariri zusammen mit anderen 21 Menschen durch ein Attentat getötet wurde. Letzten November wurde Pierre Gemayel getötet, sein Vater ist zur Zeit Gast der US-Regierung. „War dies ein Anschlag der ins Herz der Gemayel-Phalangisten zielen sollte? "Alien hands", so beschrieb Amin Gemayel die Mörder. Aber es sind im Libanon immer “alien hands”, immer jemand der von außen kommt. Deshalb nennen die Libanesen ihren Bürgerkrieg immer noch „der Krieg der Anderen“. Und wer ist der „Andere“? Die Syrer… oder Hizbullah, oder rivalisierende Christengruppen wie diejenige von General Awn, der Hizbullahs Forderung nach Rücktritt der US-unterstützten Sinioraregierung fordert, die Gemayel, Hariris Sohn Saad und den Exmilizionär Samir GEagea einschließt? Oder jemand, der will, daß die Libanesen glauben sollen, daß es General Awn war oder Hizbullah oder die Syrer? Amin Gemayel von Washington aus: „Libanesen töten keine Libanesen“ , die gleiche alte Illusion die verhindert hat, daß seine gequälte Nation den Bürgerkrieg diskutiert, der 150000 Menschen zwischen 1975 und 1990 das Leben kostete…“
05.02.07// al-Akhbar. Im Flughafen Beirut liegen ungefähr 700 Pakete, die für die amerikanische Botschaft bestimmt sind. Was sich in den Paketen befinden ist nicht bekannt. Elektrogeräte oder Schilder und Helme für die Polizei. Die Verschiffung wurde von der Schweizer Gesellschaft PANALPINA vorgenommen. Die US-Botschaft hatte ein Schreiben an den Zoll geschickt, mit der Bitte daß die Waren vom Zollgebühren befreit werden. Die Zollverwaltung kam dem nach, der ausgestellte Frachtbrief war ausgestellt mit dem Inhalt Elektrogeräte. Während der Prüfung der Waren in einem der Lager des internationalen Flughafens Rafiq al-Hariri, stellte einer der Beamten fest, daß der Inhalt der Pakete Helme, Schilder, elektrische Schlagstöcke und andere Geräte, deren Funktion man nicht kannte, waren. Folglich stimme der Inhalt der Pakete nicht mit dem auf dem Frachtbrief erwähnten Waren überein. Der herbeigerufene Zolldirektor General Asaad Ghanem ließ die Waren in einen speziellen Hangar bringen. Es gab eine Anfrage an die US-Botschaft wegen der Diskrepanz zwischen den auf dem Frachtbrief deklarierten Waren und den tatsächlichen. Gleichzeitig passierte folgendes: die Behörde der Inneren Sicherheit (al-mudiriya al-´ama liqawa al-amn ad-dakhili) lud Journalisten ein, um die Schenkung der US-Botschaft an die libanesische Regierung zu feiern. Das Geschenk umfaßte: 60 Fahrzeuge vom Typ Ford Explorer, Spezialkleidung für die Bekämpfung von Unruhen und 20 gepanzerte Wagen.
03.02.07// www.heise.de Seit Wochen mehren sich im Libanon die Berichte über die Wiederbewaffnung der Forces Libanaises (FL), deren Name für die Mörder von Sabra und Schatila steht. Eines der größten Schreckgespenster aus Libanons blutiger und kaum aufgearbeiteter Vergangenheit betritt somit wieder die Szene. Als Miliz 1977 von Baschir Gemayel gegründet, agierte die extrem rechtsgerichtete christliche Gruppierung nach Ende des Bürgerkrieges nur mehr auf der politischen Bühne, wenngleich ohne allzu viel Spielraum. Erst mit dem Abzug der syrischen Besatzer in 2005 schlug wieder ihre Stunde. Bei den Parlamentswahlen, die der "Zedernrevolution" folgten, traten sie im Rahmen der "Rafik-Hariri-Märtyrer-Liste" an, einer von Saad al-Hariri angeführten Koalition, die die Wahl gewann. Ende Juli 2005 triumphierten die FL vollends: ihr Führer, Samir Geagea, der 1994 zu einer lebenslänglichen Haftstrafe für Verbrechen während des Bürgerkrieges verurteilt worden war, kam frei. Geagea, dem die Morde an dem früheren Ministerpräsidenten Omar Karamé, Dany Schamoun (Sohn des früheren Staatspräsidenten Camille Schamoun) und Tony Frangieh (Sohn des früheren Staatspräsidenten Suleiman Frangieh) mitsamt deren Familien zur Last gelegt wurden, hatte von einem Amnestieerlass profitiert…
Als potentiell aktive Miliz fanden die FL Ende November vergangenen Jahres in die Schlagzeilen zurück. Die Medien, die zu den Verfechtern von Libanons Opposition gehören – Hizbollah-Sender "Al-Manar", der TV-Sender "New TV" sowie die drei Tageszeitungen "Al-Akhbar", "As-Safir" und "Ad-Diyar" – berichteten über die Verhaftung von mehreren Personen, die im Besitz von unlizenzierten Waffen und von Autos mit identischen amtlichen Kennzeichen gewesen sein sollen, in denen unter anderem Pläne von der Region gefunden worden seien, in der General Michel Aoun, der Führer der maronitischen Christen wohnt. Sogar ein Foto des Generals sei gefunden worden. Bei den Autos soll es sich um amerikanische Jeeps, bei den Waffen um amerikanische und israelische Fabrikate handeln (unter anderem Maschinengewehre vom israelischen Typ Uzi und amerikanische Pistolen vom Typ M15, M4 und MP5 laut Al-Akhbar. Die 22 Verhafteten, so ihre Anzahl laut "Ad-Diyar" vom 30. November, sollen den FL angehören. Einige von ihnen sollen zu Bürgerkriegszeiten bei "Schock" mitgewirkt haben.
Die regierungsfreundliche Tageszeitung "An-Nahar" veröffentlichte die zunächst von Hisbollah-Fernsehsender "Al-Manar" verbreitete und von der libanesischen Armee bestätigte Nachricht von den Verhaftungen zwar auch, betonte auf ihrem Portal "AnNaharnet" jedoch, dass die Verhafteten angaben, nicht Mitglieder der "Forces Libanaises", sondern die bewaffneten Leibwächter des Vorstandsvorsitzenden des TV-Senders LBC, Pierre Daher, zu sein. LBC gilt als den FL nahe stehend.
Dafür daß sich die FL wieder bewaffnen (oder ihr ohnedies vorhandenes Arsenal wieder einsetzen), sprechen auch die Berichte zu den jüngsten gewalttätigen Ausschreitungen im Libanon. So schreibt "Al-Akhbar" (gegen die die FL mittlerweile ebenso Klage einreichten wie gegen "Al-Manar" und "New TV" wegen "Verbreitung falscher Informationen") , daß die libanesische Armee infolge der Eskalationen, die der Generalstreik vom 23. Januar ausgelöst hatte, 132 Personen verhaftet habe, die mit den FL, der "Zukunftsbewegung" von Saad al-Hariri, und der Partei Jumbladts in Verbindung stünden.
Die FL hätten anlässlich des Generalstreiks 800 teils schwer bewaffnete Mitglieder ausgesandt. Sie seien von "Personen aus Regierungskreisen" in deren Autos "von Ort zu Ort" transportiert worden. Auch seien in diversen Autos, die dem ehemaligen Parlamentsabgeordneten und Christen Fares Soueid gehören, große Waffenmengen gefunden worden. Soueid zählt zu den schärfsten Kontrahenten der Opposition, mit der das Regierungslager, dem Bericht zufolge, an diesem Tag gezielt die Konfrontation gesucht habe. Allein sieben Anhänger von Aouns "Freier Patriotischer Bewegung" hätten Schußwunden in Auseinandersetzungen mit Mitgliedern der FL erlitten – zu denen, so Aoun in einer Pressekonferenz vom 24. Januar, auch die angeblichen Leibwächter des (christlichen) LBC-Chefs zählen würden. Obgleich weder die schiitischen noch die christlichen Oppositionsanhänger im Gegensatz zu den FL während des Generalstreiks Waffen eingesetzt hätten, würden letztere versuchen, das "Gesetz der Miliz" im Land zu reetablieren. Anschuldigungen, denen der maronitische General zusätzliches Gewicht durch die Aussage verlieh, er habe "persönlich" ein Ende des Generalstreiks angeordnet, um einer Gewalteskalation zwischen den christlichen Fraktionen vorzubeugen. Bereits im Bürgerkrieg hatten Christen gegen Christen gekämpft... von Mona Sarkis. Artikel-URL: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24549/1.html
Januar 2007
27.01.07// newsyahoo.com (AFP) – Die Fraktionen im Libanon versuchen aus der politischen Krise herauszukommen. Nabih Berri der Sprecher für die Schiiten, soll mit Jumblat und MP Siniora telefoniert haben. Ein Vertreter Berris: “Wenn diejenigen an der Macht weiterhin alle Lösungen, die beide Seiten zufriedenstellen, ablehnen, wird es seine dritte Runde der Gewalt geben und keiner wird den Bürgerkrieg mehr aufhalten können.“ Inzwischen hat Saad Hariri gesagt, daß er bereit wäre Hassan Nasrallah zu treffen. „Es gibt keine andere Möglichkeit, als zum Dialog zurückzukehren, so Hariri.
27.01.07// Beirut. Für Hizbullah wird es jetzt schwierig. Wenn sie weiter Druck machen gegen die von den USA unterstützte Regierung, könnte sie verantwortlich gemacht werden, das Land in den Bürgerkrieg zu führen. „Die Straßenoption ist gefährlich geworden“, so Mahmud Komati, der die Regierungsmilizen für die Gewalt verantwortlich macht, weil sie mit Waffen gegen die Demonstranten vorgehen. Hizbullah wird der Regierung einige Tage Bedenkzeit geben für ihre Forderungen, dann werden weitere Schritte beraten. Alle Optionen sind möglich, aber Hizbullah wird die nächsten Schritte gut planen und friedvoll planen. Bisher sind sechs Menschen getötet worden.
26.01.07// Haaretz.com Die israelische Armee bombardiert zwei Bunker von Hizbullah innerhalb der israelisch-libanesischen Grenze. Im Katamontal wurden von der Armee zwei Bunder entdeckt. Sie befanden sich innerhalb israelischem Gebiet, zwischen der internationalen Grenze und dem Grenzzaun. In den Bunkern befanden sich Lebensmittel und anderes Material, mit dem man längere Zeit im Untergrund überleben kann.
26.01.07// Thenews.com - Hizbullah chief Hassan Nasrallah fordert seine ANhänger auf, die von der Armee verhängten Ausgangssperre zu respektieren. Nasrallah: „Jeder soll sich der Straße fernhalten, ruhig blieben und die Lage der israelischen Armee und den Sicherheitskräften überlassen. …Wir rufen für eine vollständige Kooperation mit der Armee auf.“ Regierungsanhänger und die von Hizbullah hatten sich auf dem Uni-Campus mit Stöcken, Steinen und Möbelstücken geprügelt. Eine Person wurde getötet.
25.01.07// Washtimes.com – Die USA kritisierten die Verhandlungen zwischen Saudi-Arabien und Iran, zur Lösung der politischen Krise zwischen der Regierung Siniora und der Opposition. Teheran hatte beim Besuch von Ali Larijani in Riyad einen Vorschlag vorgebracht. Der Sprecher des State Department, Sean McCormack: Wir unterstützen sicherlich keine Bemühungen die über dem Kopf von Siniora hinweg verhandeln….Wir wollen nicht mit einzelnen Ministern von Hizbullah zusammenarbeiten und wir wollen sie auch nicht treffen.“
25.01.07// Syria News Wire. Militante von der sunnitischen Organisation Jund Ash-Sham schossen mit Raketen und Mörsern auf libanesische Soldaten, was mehrere Hundert Palästinenser aus dem Flüchtlingslager Ain al-Hilwa (bei Sidon) veranlaßte zu fliehen. Sie sollen Saad Hariri nahestehen. Sie waren auch angeblich verantwortlich für den Angriff auf die amerikanische Botschaft in Damaskus (September).
23.01.07// BBC. Der Generalstreik beginnt mit Straßenkämpfen. Drei Menschen wurden getötet. Mehr als 100 verletzt. Die Protestierenden kämpften gegen die Unterstützer der Regierung Siniora in Beirut und anderen Städten. Straßen wurden blockiert, Reifen angezündet, Geschäfte geschlossen, die Flüge gestoppt. Die Regierung würde sich dem Westen unterwerfen und den Libanon in den Ruin treiben. Siniora: Der Generalstreik wäre in Aktionen übergegangen, die alle Grenzen überschritten hätten. Die Protestierenden gegenüber BBC: „Nur die USA und GB“ würden Sinoria im Amt haben wollen. BBC Jim Muir, meinte, daß die Sicherheitskräfte nicht den Eindruck einer geschlossen agierenden Kraft gemacht hätten, als sie von der Regierung aufgefordert wurden, die Barrikaden zu räumen; was zu Gerüchten führte, daß Armee und Polizei mit den Opposition sympathisieren oder gar kollaborieren.
18.01.07// al-Akhbar. (Libanon) Die Diskriminierung der Palästinenser dauert auch im Libanon an. Das ist eigentlich gegen die Grundrechte, die in der libanesischen Verfassung festgelegt sind. Viele leiden unter Armut, Erniedrigungen und Unterdrückung, ohne daß sich von staatlicher (libanesischer) Seite oder von Seiten der Arabischen Liga oder von internationaler Seite etwas bewegt. "Die palästinensischen Flüchtlinge haben keine Arbeit, keinen Besitz, Bewegungsfreiheit bzw. Reisefreiheit und stehen unter ständiger Beobachtung der Geheimdienste...Der palästinensische Flüchtling im Libanon leidet unter Rassismus, durch einen großer Teil der Libanesen, durch das Gesetz und durch den Staat.“…Dies wird oft damit gerechtfertigt, daß man sagt: zuerst müssen die Libanesen ihre Rechte erhalten.“
17.01.07// AFP - Premierminister Fuad Siniora bereist vor der Pariser Sponsoren Konferenz die arabischen Emirate. Präsident Sheikh Khalifa bin Zayed al-Nahayan meinte gegenüber Siniora, daß sie Initiativen, die die Stabilität des Libnaon zum Ziel hätten, unterstützen würden. Die VAE wollen eine Reihe von Schulen und Krankenhäusern im Südlibanon wieder aufbauen. Bereits jetzt sind sie beim Minenräumen beteiligt. Siniora hat bereits Ägypten, Saudi-Arabien, Oman, Kuwait und Bahrain besucht. Jetzt wird er Qatar besuchen.
15.01.07// The Daily Star. Haaretz berichtet, daß der italienische General Claudio Graziano das Kommando der UNIFIL übernehmen wird. Ere würde seinen Job Ernst nehmen, “wir erwarten, daß unter seinem Kommando Hizbullah weiter bekämpft wird. Auf jeden Fall scheint die israelische Armee mit der Ernennung von Graziano sehr zufrieden.
15.01.07// The Korea Times. Ein Battalion von 350 südkoreanischen Soldaten, werden im Südlibanon stationiert. Sie sollen „peacekeeping operations“ (was ist das?) in der südlichen Hafenstadt Tyros, 83 km von Beirut, durchführen.
15.01.07// AFP - Hizbullah Chef Hassan Nasrallah beschuldigt die USA, weil sie die BEmühungen eine neue Regierung der nationalen Einheit zu bilden, blockiert. „Das Ziel der USA ist es die Regierung Siniora zu stärken, weil sie in Wirklichkeit ihre Regierung ist. Es ist die Regierung des US-Botschafters in Beirut“, so Nasrallah. „Die gegenwärtige Regierung…akzeptiert alle Forderungen der USA ohne Diskussion… Deshalb nenne ich diese Regierung (nach dem US-Botschafter Jeffrey) Feltman. Nach was er auch fragen sollte, er bekommt es. Alle Libanesen wissen, daß Feltman jeden Tag oder fast jeden Tag, das Hauptquartier der Regierung besucht.“
10.01.07// The Daily Telegraph – Der CIA wurde damit beauftragt gegen Hizbullah in covert action vorzugehen. Dies ist Teil eines geheimen Plans von Georg Bush, um die „libanesischen Regierung vom iranischen Einfluß zu befreien….Mr. Bush unterzeichnete den Plan vor Weihnachten nach Diskussionen mit Beratern und Vertretern aus Saudi-Arabien. Details des Plans kennt nur ein kleiner Kreis aus der Intelligence community, aus dem Weißen Haus und Mitglieder des Kongresses.“ Dies autorisiert die CIA Gruppen gegen Hizbullah aufzubauen und zu finanzieren.
09.01.07// FAZ. „Die libanesische Opposition will in den kommenden Tagen ihre Proteste ausweiten, um die Regierung Siniora zu stürzen. Bei einem Treffen im Haus des christlichen Politikers Michel Aoun einigte sich das Oppositionsbündnis, von diesem Dienstag an im ganzen Land vor Einrichtungen der Regierung zu demonstrieren. Vor 37 Tagen hatte sie unter Führung der Hizbullah mit einem Sitzstreik um den Regierungssitz im Zentrum von Beirut begonnen. Die Regierung Siniora ist nach wie vor weder zum Rücktritt bereit noch zur Gewährung einer Sperrminorität an die Opposition. Von diesem Dienstag an ruft auch der Dachverband der Gewerkschaften zu Sitzstreiks vor Büros der Ministerien für Finanzen und Justiz auf. Das Oppositionsbündnis stelle sich hinter diese Aktionen und weite sie auf alle Ministerien und staatlichen Einrichtungen aus, sagte der Drusenpolitiker Talal Arslan nach dem Treffen. Die Gewerkschaften sind überkonfessionell. Die Schiiten, die traditionell unterste Schicht im Libanon, sind darin jedoch überproportional vertreten. Offiziell protestieren die Gewerkschaften gegen das Reformpaket der Regierung Siniora, dem diese vor der dritten Geberkonferenz für den Libanon zugestimmt hat, die am 25. Januar in Paris stattfinden soll. Die Sparmaßnahmen sollen 2008 in Kraft treten…An dem Treffen bei Aoun, dem Vorsitzenden der "Freien Patriotischen Bewegung", nahmen jeweils zwei Vertreter der Hizbullah und der Amal teil, der Druse Arslan, der Christ Suleiman Frandschieh sowie erstmals der frühere Ministerpräsident Omar Karame, der zu den wenigen sunnitischen Kritikern von Hariri gezählt hatte. Sie wiederholten ihre Forderung nach vorgezogenen Wahlen auf der Grundlage eines neuen Wahlgesetzes.“
09.01.07// Zitat aus AngryArab (As´ad Abu Khalil). Zwischen Michel Awn und Hizbullah gibt es verschiedene politische Auffassungen. „Kein Zweifel, daß Awn die politische Situation im Libanon intelligenter einschätzt, als Hizbullah (besonders die letzte Rede des Stellvertreters des Generalsekretärs, Na´im Qasim). Dieser bezeichnet naiverweise Hariri Inc. als “neutral” und daß man Mini-Hariri von Ja´ja´ und Jumblat abspalten kann. `Awn weiß natürlich, daß die Hariri-Dynastie (und was sie repräsentiert in Hinsicht auf die finanziellen und externen politischen Verbindungen) das Zentrum der herrschenden Gruppe ist. Was ich schätze ist, daß Awn – anders als Hizbullah – nicht davor zurückschreckt auch Rafiq Hariri zu kritisieren.“
Dezember 2006
22.12.06// SyriaComment. Ein Artikel in theswoop.net vermutet, daß der Neokonservative Elliot Abrams und seine Verbündeten im NSC zusammen mit Bandar bin Sultan an einer covert action Operation im Libanon arbeiten. Das heißt, es werden rivale sunnitische Gruppen (gegenüber Hizbullah) aufgebaut, mit israelischer Unterstützung. Die Vermutung besteht schon lange, nun wurde dies zum ersten Mal in einem Artikel behandelt. Die Spekulation sieht folgendermaßen aus: Die Hardliner des NSC und Bandar (mit israelischer Unterstützung) arbeiten an einem undercover action program, mit dem Ziel gegen den Iran vorzugehen. Die Saudis spielen die Rolle des Zahlmeisters. Auszüge aus dem Artikel „Iraq and the Wider Middle East: THe Administration´s Counter Attack“. “ Während der letzten Konsultationen über eine neue Strategie im Irak, sagte Präsident Bush seinen Beratern, daß er nicht an einem Vorschlag interessiert sei, wenn er nicht das Wörtchen Erfolg beinhalte…Die NSC Officials beschreiben die Iraq Study Group als „diskreditiert“ und „tot und begraben“. Stattdessen gewinnt eine neue Politik an Konturen. Basierend auf den jüngsten Diskussionen zwischen dem ehemaligen Saudischen Botschafter in Washington Prinz Bandar Bin Sultan und den NSC Middle East Director Elliot Abrams, sieht der Vorschlag für Saudi-Arabien eine zentrale Rolle vor, als Geldgeber und Waffenlieferant für lokale Konflikte in denen proiranische Kräfte involviert sind. Dies passiert bereits im Libanon, wo anti-Hizbullah Gruppen saudische Hilfe bekommen. Der israelische Geheimdienst unterstützt solche Bewegungen…Es ist zu früh um Voraussagen zu machen, aber dies könnte ein weiteres Iran Contra geben… Eine weitere Kuriosität gab Anlaß für Gerüchte: das Treffen zwischen Bandar und einigen nicht genannten Israelis. Über Zeit und Ort wurde nichts bekannt…“ Was man wissen sollte: Ein europäischer Experte berichtete, daß die Israelis Samir Geagea´s Force Libanaise wieder bewaffnet hätten. Während der Kämpfe im Sommer seien Waffen und Material über die Küste angeliefert worden. Kürzlich sagte Condoleeza Rice, daß die USA ihre Libanonhilfe auf 1 Mrd. Dollar erhöhen würden, um die libanesische Armee gegen Hizbullah zu stärken. Ihr Briefing mit EU-Offiziellen zeigt, daß die Kontakte einiger EU-Minister zu Syrien konterkariert werden sollen. Der Baker-Hamilton Bericht wurde von ihr nicht erwähnt.
22.12.06// Der maronitische Patriarch in Libanon, Nasrullah Sfayr, traf sich mit einer Frauendelegation der christlichen Organisation al-Maradah. Er wiederholte seine Auffassung, daß es nicht richtig sei, wenn Männer und Frauen sich „gemischt“ an den täglichen Demonstrationen beteiligten.
21.12.06// Bethlehem - Ma'an News Agency hat enthüllt, daß es vor zwei Monaten während des Ramadanfestes in Sharm el-Scheikh ein geheimes Treffen gab zwischen den Ministerpräsidenten Ehud Olmer und Fuad Siniora, dem politischen Berater von Präsident Mubarak, Osama El Baz und dem Chef der saudischen nationalen Sicherheit, Prinz Bandar. Als Quelle wurde ein Spezialist für israelische Angelegenheiten genannt. Das Treffen soll in der Residenz des ägpytischen Präsidenten abgehalten worden sein und dauerte 5 Stunden. Themen des Treffens: Koordination und Kooperation zwischen Ägypten, Saudi-Arabien, Israel sowie die Koalition von militanten Gruppen wie Hamas, Hizbullah und Islamischer Jihad. MP Siniora soll betont haben, daß seine Regierung für law and order eintrete und jede Miliz, auch Hizbullah entwaffnen werde und die Präsenz von iranischen oder syrischen Gruppen beenden werde. Israels Olmert versicherte Siniora, daß die internationale Präsenz im Südlibanon (gemeint ist UNIFIL) und die Unterstützung die die „USA ihren Freunden gibt“ der richtige Weg wäre, der die einmalige Möglichkeit einschließé, die Anwesenheit von iranischen und syrischen Verbündeten loszuwerden. Weiter bei AngryArab: Fuad Siniora hat, so an-Nahar (22.12.06) verneint, daß es in Ägypten solch ein Treffen gegeben hätte. An diesem Tag hätte er Termine in Beirut gehabt. Aber, die Hariri-Zeitung al-Mustaqbal brachte am 23.12.06 einen Artikel darüber. Im letzten Satz heißt es: „Danach ging Siniora mit seiner Familie nach Hurdaqa in Ägypten, um dort einige Tage Ferien zu machen.“
07.12.06// Haaretz.com. Scheich Hassan Nasrallah beschuldigt Premierminister Siniora, daß er während des Krieges mit Israel gemeinsame Sache gemacht hätte und der libanesischen Armee den Befehl gegeben hätte, Hizbullahs Waffen zu konfiszieren."
06.12.06// Angus Reid Global Monitor. Viele Erwachsene in Libanon halten, gemäß einer Umfrage von Gallup, zwei Länder für den Krieg verantwortlich. 40% Israel, 24% die USA. 18% machten Hizbullah verantwortlich, 8% Iran, und 5% Syrien.
04.12.06// Einer der Slogans bei den Demonstrationen “Für eine saubere Regierung“, war: „Ya Fatfat, Ya Qabaday, wahad qahwa wa itnain Shay!“ Dies bezieht sich auf Innenminister Ahmed Fatfat, der während des Libanonkrieges General Adnan Daoud deckte, der israelischen Offizieren in Marjayun Tee servierte. Siehe Tickermeldung vom 16.8. und 24.8., www.inamo.de.
03.12.06// FR-Aktuell. Die 33 Tage Krieg haben vergangenen Sommer im Libanon "verheerende Schäden" hinterlassen. Das hat die Untersuchungskommission des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen (UN) festgestellt. Während dieses Konflikts habe "jeglicher Respekt für die Grundsätze der Menschlichkeit und humanitäre Überlegungen" gefehlt , heißt es in dem Untersuchungsbericht, den die Experten am Freitag in Genf vorstellten. Israel arbeitete nicht mit der Kommission zusammen. Die Untersuchung beschränkt sich daher auf die Kriegsfolgen im Libanon. Dort wurden 1191 Personen getötet und 4409 verwundet. 974 184 Menschen - fast ein Viertel der libanesischen Bevölkerung - mussten aus ihren Häusern fliehen. Die Hälfte der Flüchtlinge waren Kinder . Dem Bericht zufolge zerstörten oder beschädigten die israelischen Streitkräfte 109 Brücken, 137 Überlandstrassen und 127 Fabriken . Neben Häusern wurden Wasserreservoirs, Schulen, Spitäler, Fabriken, Moscheen und christliche Kirchen, Fernseh- und Radiostationen angegriffen und damit ausgeschaltet. Sie hätten außerdem mit der Bombardierung der Öltanks in Jiyyeh einen Ölteppich von 170 Kilometern länge verursacht. Die Kommission monierte, Israel habe einige Waffen so eingesetzt, dass sie damit in einigen Fällen das Völkerrecht gebrochen habe. Die Experten verweisen auf die enorme Menge von Streumunition . Mit diesen faktischen Anti-Personen-Minen seien große Gebiete fruchtbaren Agrarlands unbetretbar gemacht worden. Die Kommission wirft der Hisbollah vor, Stellungen der UN-Truppen im Südlibanon als Schutzschilder missbraucht zu haben. Die Bevölkerung war zu diesem Zeitpunkt geflohen.
02.12.06// AFP. Der saudische König Abdallah sprach mit Premierminister Siniora und forderte ihn auf, nachdem Demonstranten sein Büro umstellt hatten und ihn aufforderten zurückzutreten, die Sicherheitsverstöße nicht hinzunehmen. Er versicherte ihm, daß er die volle Unterstützung für seine Position durch die saudische Regierung hätte. Der König telefonierte und sprach dann mit allen anwesenden Ministern persönlich. Der Regierungssprecher gab anschließend vor AFP nicht bekannt, welche Minister überhaupt da waren.
01.12.06// http://fairuse.100webcustomers.com/IRUT -Mit westlicher Hilfe und Unterstützung durch die Golfstaaten hat die libanesische Regierung still und heimlich eine loyale Kraft bestehend aus Sunniten und maronitischen Christen aufgebaut, um gegen Hizbullah und andere pro-syrische Kräfte kämpfen zu können. Ein Minister in Sinioras Kabinett soll The Globe und Mail gesagt haben, daß sie in den letzten Tagen 8000 Soldaten nach Beirut hätten bringen müssen. Der Aufbau hätte aber schon vor 17 Monaten begonnen. Unterstützt wird das Vorhaben von den USA, Frankreich und einigen sunnitischen Ländern, um eine Gegenkraft zu Hizbullah aufzubauen. Kritiker meinen, daß dies eine Staatsschutztruppe werden soll, die Siniora und seine Clique an der Macht halten soll.
01.12.06// MSNBC News Services. www.msnbc.msn.com. Hundert Tausende Demonstranten der Opposition forderten in Beirut den Rücktritt von Premierminister Siniora, der in seinem Büro quasi umzingelt geschützt war von Polizei und Kampftruppen. Hizbullah und Verbündete hatten den Protest organisiert, aus dem ganzen Land kamen Busse. Für diejenigen, die vom Land kamen wurden Benzincoupons ausgegeben. Polizeischätzungen zu Folge waren es 800 000 Menschen. Hizbullah hatte 1 Mio. geschätzt, das wären ein Viertel der libanesischen Bevölkerung. Meist wurde die libanesische Flagge geschwenkt. Es gab nur wenig gelbe Hizbullahfahnen.
November 2006
29.11.06// angryarab.blogspot.com Laut dem Sender New TV wurde Sami Gemayyel (Pierre Gemayyel's Burder) verhört, wegen Verwicklung in die Ermordung seines Bruders. Grundlage sollen Handyaufnahmen sein. Gestern soll er von dem die Untersuchung führenden Richter, Said Mirza, verhört worden sein.
28.11.06// (Reuters) – Die UN gab bekannt, daß Israel im Libanonkrieg “anti-personnel landmines” und Clusterbomben, die von den meisten Ländern geächtet sind, eingesetzt hat. Vier Mienenexperten, zwei Briten, ein Bosnier wären schwer verletzt worden, ein libanesischer Experte wurde leicht verletzt, als sie auf Minen traten. Israel ist unter den 152 Ländern, die 1997 den Ottawa-Pakt, der den Einsatz, Produktion und Transfer von anti-personnel Minen ächtet, unterzeichnet. Außerdem ist Israel gebunden an die Convention über konventionelle Waffen (1980). Dort steht, daß wenn sie eingesetzt werden, dies nur in einem markiertem Gebiet, wo keine Zivilisten betroffen sind. Der Vorfall im Dorf Deir Mimas ist „der erste Beweis, daß Israels Militär im Südlibanon 2006 neue Minen gelegt hat,“ so das United Nations Mine Action Co-ordination Centre (MACCSL).
27.11.06// Washtimes.com. Der Schaden den die israelische Zerstörung im Südlibanon verursacht hat, (Fischerei, Landwirtschaft, Wald) wird auf 280 Mio. Dollar veranschlagt, so ein Bericht von UN Food and Agriculture Organization. Ungefähr 70% leben im Südlibanon von der Landwirtschaft. Viele Felder und landwirtschaftliche Nutzflächen sind unbrauchbar, wegen der nichtexplodierten Bomben, die überall herumliegen. Die Infrastruktur und die Ausstattung im Hafen von Quzaii, der Verlust von 328 Booten, beträgt ungefähr 3 Mio. Dollar. Wegen der Waldbrände durch die Bombardierung ist ein Schaden von 16 Mio. Dollar entstanden.
27.11.06// New York Times. www.nytimes.com/ Walid Eido, Richter und Mitglied des libanesischen Parlaments, in der NYT, gehört zur Koalition von Hariri und Jumblat, über Hizbullah: „Die Armee wird uns beschützen, aber wenn wir es für notwendig halten, werden wir auf die Straße gehen und eine friedliche Konfrontation wird auch friedlich beantwortet, und handgreifliche Auseinandersetzungen werden ebenso beantwortet….wir werden unser Blut verkaufen um Waffen zu kaufen und werden sie konfrontieren. Wir werden sie niemals das Land kontrollieren lassen.[so weit die NYT, dazu Angryarab (Asaad Abu Khalil): er meint, daß dieser Hariri-Abgeordnete oft Spezialdiners in Beirut für syrische Mukhabaratmänner gab. Während des Bürgerkriegs wäre er in der Führung der Miliz der Murabitun gewesen. Sein Deckname war: Rudwan Saadah, weil er als Richter keine offizielle politische Rolle in der Miliz ausüben konnte.
25.11.06// AP. Die israelische Armee ist skeptisch, ob die Minen, die im Libanon entdeckt wurden, von Israel gelegt wurden. Ein UN-Büro berichtete, daß die IDF während des Libanonkrieges Minen im LIbnaon gelegt hat. Ein Militär, der nicht genannt werden wollte, meinte es könnten syrische oder Hizbullah-Landminen gewesen sein und müßten nicht von diesem Konflikt sein. Der Militär antwortete auf die Frage, ob Israel neu Minen in diesem Konflikt gelegt hat, ausweichend. Dalya Farran, Sprecherin der UNO, meinte, daß die Experten, die die Minen gefunden hätten hätten feststellen können, daß es neue israelische anti-personnel mines gewesen seien.
25.11.06// AP. Zwei Männer der europäischen Experten für Minenräumung und ein libanesischer ärztlicher Helfer, die versuchten einen Schäfer von einem unmarkierten Minenfeld zu retten, wurden bei der Explosion selbst verletzt. Sie wurden sofort ins Hospital von Marjayoun gebracht.
25.11.06// aljazeera.net. Vermutlich wird Syrien nicht kooperieren bezüglich des internationalen Tribunals zu Verurteilung der Mörder Rafiq Hariris. Man ist der Meinung, daß das Tribunal erst nach Beendigung der Untersuchung eingerichtet werden soll. Am 13. 11. hat der libanesische Ministerrat dem Tribunalvorschlag zugestimmt, aber der pro-syrische Präsident Emile Lahoud hat dies abgelehnt, mit der Begründung, daß es konstitutionell nicht zu Rechtfertigen ist in Abwesenheit der zurückgetretenen Minister von Hizbullah und Amal. Ministerpräsident Siniora hat für heute eine Kabinettsitzung einberufen, um eine endgültige Entscheidung bezüglich des Tribunals zu treffen. Das Tribunal soll außerhalb Libanons stattfinden, die Mehrheit der Richter und der Staatsanwalt sollen von anderen Nationen sein.
24.11.06// Robert Fisk in The Independent. “Die Drachen, die sich in der dunklen Unterwelt der libanesischen POlitik bewegen, leben noch. Einer von ihnen ist der ausgemergelte und mörderische Milizführer Samir Jaja, der 14 Jahre in einem Untergrundgefängnis verbrachte, weil er eine Kirche in die Luft gejagt hat, sprach ominös von Libanons Feinden, internationalen und lokalen. „Sie wollen die Konfrontation – die können sie haben…Wir werden nicht akzeptieren, daß diese Regierung ausgewechselt wird durch eine Regierung von Mörder und Kriminellen“, schrie er. Und da es Sayed Hassan Nasrallah von der schiitischen Hizbullah ist, der Sinioras Kabinett als Regierung des US-Botschafters bezeichnet hat, und da es schiitische Minister sind, die sich aus dem Kabinett zurückgezogen haben, konnte man leicht schließen, daß Dr. Jajas mit „Mörder und Kriminelle“, die Schiiten meinte. Wenn man bei den blutigen Bürgerkriegssünden verweilt, die meisten von ihnen sind amnestiert, muß man reflektieren, warum Jajas Männer die Kirche der Gemeinde von Our Lady of Deliverance 1994 in die Luft jagten. Das Gericht sagte, daß er die Christen überzeugen wollte; dieses Verbrechen hätte Hizbullah begangen. Komisch, wie diese Dinge wieder zu uns zurückkommen. Pierre Gemayels Ermordung hatte exakt den gleichen Effekt auf Christen und sunnitische Muslime, viele hat es überzeugt, daß Hizbullah, auf Syriens Befehl, das Verbrechen begangen hat.“
23.11.06// Saroujah.blogspot.com. Syria News Wire. “Vereint in der Opposition gegen Syrien, aber ansonsten in jeder Hinsicht Rivale, wächst die Vermutung, daß Samir Jaja hinter der Ermordung Pierre GEmayels steckt. Jaja, Führer der rechten Miliz „Libanese Forces“, (er trat 1986 an Stelle Elie Hubeikas) hat sowohl gegen seine christlichen Rivalen gekämpft, als auch gegen andere libanesische Milizen. Er wurde 1994 ins Gefängnis gesteckt, wegen Ermordung des libanesischen Ministerpräsidenten Minister Rashid Karameh. Gemayels Phalange Partei ist zur Zeit zusammen mit General Auns Free Patriotic Movement, sein Hauptrivale… Heute, während der Beerdigung suchte er die Unterstützung von Mitgliedern der Phalange Partei."
23.11.06// al-Akhbar.com. Al-Hajj Husain al-Khalil, einer der führenden Kräfte von Hizbullah beschrieb Walid Jumblat als Blutsauger, als Natter und Unruhestifter des Libanon. Das Land befinde sich in Trauer nach der Tragödie der Ermordung Pierre Gemayels und Jumblatt hätte nichts anderes im Sinn als Unruhe zu stiften. Wörtlich sagte er: „Seit der Ermordung Rafiq al-Hariris sehen wir, daß Jumblat das Blut zwischen Sunniten und Schiiten im Lande fließen sehen will. Er arbeitet an der Spaltung, aber sein Vorhaben wird scheitern.“
23.11.06// al-Akhbar.com. „Oh Hoss, du Verräter, Oh Hoss wach auf.“ Mit diesen Rufen demonstrierten Anhänger von Hariris, Sinioras, Jumblats etc. 14. Märzbewegung vor dem Haus Salim al-Hoss. Um 9,30 Uhr fuhren sie mit 5 Autos und 6 Motorrädern an Salims Hoss Haus vorbei. Sie trugen Fahnen der sozialistischen Fortschrittspartei (Jumblat), der Richtung der Zukunft (Hariri) und Kataib Lubnaniya, Bilder von Rafiq al-Hariri und Saad al-Hariri.
20.11.06// The Syria News Wire. Die Schweizer Regierung sagte, daß über einen prominenten libanesischen Politiker und einen reichen syrischen Geschäftsmann (possibly Khaddam) mit sehr engen Verbindungen zum saudischen Regime von den Schweizer und britischen Behörden Untersuchungen angestellt werden. Hariri (oder ein ihm nahestehender) und der Syrier werden verdächtigt als Verbindungsmänner zwischen der größten britischen Waffenfirma BAE Systems und den Saudis fungiert zu haben. Es geht u.a. um einen 200 Mio. Dollar deal: Saudi-Arabien wollte Kriegsflugzeuge kaufen. Es wird vermutet, daß der deal in den letzten drei Jahren mit enormen BEstechungsgeldern getätigt wurde. Das britische Serious Fraud Office verlangt Zugang zu den Konten der beiden auf einer Schweizer Bank, um das Geld einfrieren zu lassen. Vor zwei Tagen hat Saudi-Arabien damit gedroht, die diplomatischen Beziehungen zu GB abzubrechen, bis die Untersuchung eingestellt ist. Der Zeitpunkt ist für Bewegung des 14. März und ihre saudischen Unterstützer recht ungelegen. Die REgierung ist nahe am kollabieren und die Opposition beginnt mit Demonstrationen.
16.11.06// Nach dem Rücktritt der schiitischen Minister der Regierung Siniora am Samstag ist nun ein sechster Minister zurückgetreten: Umweltminister Yacoub Sarraf. Wenn acht Minister zurücktreten, so die Konstitution, ist die Regierung nicht mehr handlungsfähig. Hizbullah und seine Verbündeten Amal und Michel Auns Free Patriotic Movement wollen Neuwahlen, damit die Kräfteverhältnisse nach dem Krieg sich auch im Parlament und Regierung widerspiegeln.
Oktober 2006
31.10.06// Mideast Monitor. (Gary Gambill) "Hizbullahs militärischer Erfolg hat viel zu tun mit der Übernahme der Führung (Generalsekretär) durch Hassan Nasrallah 1992. Er machte aus der militärischen Organisation eine Truppe mit exemplarischer Disziplin, Gehorsam und korporatistischem Spirit. Selbst in dem Fußballteam von Hizbullah, al-Ahd, herrscht dieser Geist, denn in der letzten Saison bekamen sie weder rote noch gelbe Karten. Mit Hilfe der Kommandeure der iranischen revolutionären Garden wurden sie auf hohem Niveau trainiert und lernten ausgesuchte neue Taktiken, die den Israelis Verluste zufügten....Nasrallah sagte nichts über den unregulierten Zuwachs von syrischen Hilfsarbeitern die die schiitische Unterschicht aus der Arbeiterklasse drückte und auch nichts über die Syrer die Waren schmuggelten und damit schiitische Bauern in den Ruin trieben. Hezbullah durfte die üblen Auswirkungen der Korruption und Hariris Wirtschaftspolitik kritisieren, aber keine Proteste mobilisieren die die Stabilität Syriens gefährden könnte...Die konventionelle "Wahrheit", daß Iran verantwortlich ist für Hizbullahs Feindlichkeiten muß erst bewiesen werden (heavily qualified). Den die Beziehungen zum Iran sind sehr vertraut und intim, aber gerade deshalb hat Nasrallah...die Freiheit zu tun wie er beliebt. Als der Reformflügel in Teheran an der Macht war hatte er neue Verbündete die jeden Schritt den er tat enthusiatisch unterstützten. Mehr noch, in der Zeit hatte Hizbullah eine große Popularität und den libanesischen Schiiten...so daß er die finanzielle Abhängigkeit vom Iran signifikant reduzieren konnte (relativ, nicht absolut) und beginnen konnte mit eigenem fundraising in Libanon und außerhalb....Bis 2003 sagte Nasrallah in öffentlichen Reden wenig zur syrischen BEsatzung (im Gegensatz zu Hariri und Lahoud). Er begann erst über die Unterstützung Syriens zu reden (auch pro syrische Demonstrationen zu organisieren) als der Westen (und auf ruhigem Weg, die Saudis) Asad begannen unter Druck zu setzen sich aus dem Libanon zurückzuziehen. Die meisten Schiiten vermuteten, daß dieser Druck dazu dienen sollte den Hariristen und der traditionellen christlichen Elite mehr Macht zu geben, um Hizbullah entwaffnen zu können...Die meisten SChiiten sehen in Saad Hariri nur den Abkömmling der saudischen königlichen Familie, ausgesucht, um die Mission seines Vaters fortzusetzen: den Libanon in eine elitistische korrupte Republik umzuwandeln, mit einer "open for business" prowestlichen Politik...Libanons wichtigster schiitischer Kleriker, Sayyed Muhammad Fadlallah, sprach für viele (Schiiten und Nicht-Schiiten)als er in einer 24 stündigen Predigt von den "Dieben, die ihr Glück suchen in running the country" sprach....(Hassan Nasrallah in seiner öffentlichen Rede am 22. September) 'Wenn wir einen starken, fähigen und gerechten Staat aufbauen, der Libanon und die libanesen schützt, wird man auch eine ehrenhafte Lösung für die Frage des Widerstandes und der BEwaffnung finden.' ..."
30.10.06// Robert Fisk in Independent. “Wissenschaftliche Beweise aus mindestens zwei Bombenkratern – in Khiyam und in at-Tiri – wo sich die Hizbullah-Guerilla und israelische Truppen im Juli und August wilde Gefechte lieferten, lassen vermuten, daß israelische Waffen Uranmunition enthileten: Munition auf derBasis von Uran, eingesetzt gegen Ziele im LIbanon. Laut Dr. Chris Busby vom British Scientific Secretary of the European Committeee on Radiation Risk´ fanden sich in zwei Bodenproben – aus Erdaufwerfungen durch schwere israelische Bomben bzw Lenkbomben – erhöhte Signaturen von Radioaktivität. Beide Proben wurden zur weitern Untersuchung an das Harwell-Labor in Oxfordshire weitergeleitet. Die dort vom britischen Verteidigungsministerium verwendete Methode heißt Massenspektronomie. Das VM bestätigt inzwischen, daß die Proben hohe Konzentration von Uranisotopen aufwiesen. Dr. Busbys Report nennt zwei mögliche Gründe für die Kontamination: „Erstens, es könnte sich bei dieser Waffe um eine neue Erfindung aus dem Bereich der Kernspaltung handeln, um eine kleine, neuartige, experimentelle Waffe oder um andere experimentelle Waffen (z.B. um eine thermobarische, deren Wirkung auf den hohen Temperaturen beruht, die der Blitz der Uranoxidation erzeugt)….Zweite Möglichkeit, es handelt sich um eine konventionelle, bunkerbrechende Penetrationswaffe mit Uran, nur, daß statt abgereichertem Uran, angereichertes verwendet wurde. …Generell genießt die israelische Wahrheitsliebe keinen sehr guten Ruf, wenn es um Waffeneinsätze im Libanon geht. Schon 1982 leugnete Israel den Einsatz von Phosphormunition auf zivile Regionen – bis einige Journalisten auf tote und sterbende Zivilisten trafen, deren Wunden zu brennen anfingen, sobald sie mit Luft in Berührung kamen. …Diesen Sonntag plötzlich die Wende: Israel gibt zu, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Jacob Edery, israelischer Minister für Beziehungen zwischen Regierung und Parlament, bestätigt, daß bei Direktangriffen gegen die Hizbullah Phosphorgranaten zum Einsatz kamen ….Mark Regev, Sprecher des israelischen Außenministeriums: „Israel verwendet keine irgendwie geartete Waffe, die nicht durch internationales Recht oder internationale Konventionen autorisiert wäre.“ (Übers. Andrea Noll)
19.10.06// The Guardian. GB, China und Rußland blockieren den Vorschlag zum Verbot von Clusterwaffen. Eine Reihe von Schweden geführter Länder wollten bei den Gesprächen über Waffen in Genf, das Verbot durchsetzen. Der Vorschlag wurde eingebracht, nachdem Israel in den letzten drei Tagen des Krieges gegen den Libanon eine extensive Bombardierung mit diesen Bomben durchführte. Richard Moyes, Manager für Politik und Research der Aktion Landminen, meinte, daß GBs Weigerung das Verbot mitzutragen “unglaublich” ware. "Es würde allerdings nicht überraschen, denn GB hätte im Kosovo und im Irak die meisten dieser Waffen eingesetzt.”
18.10.06// Kuwait News Agency. PM Fuad Siniora bedankt sich bei Kuwaits Herrscher, Amir Sheikh Sabah Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, und der Regierung für die finanzielle (300 Dollar), politische und moralische Unterstützung die Libanon erhalten hat.
17.10.06// The Syria News Wire. saroujah.blogspot.com/Der französische Kommandeur der UNIFIL in Libanon sagte, daß sie das Feuer auf israelische Jets eröffnen würden, wenn sie weiterhin illegal libanesisches Territorium überfliegen. Israel hätte den Waffenstillstand mehr als Tausendmal durchbrochen (Hizbullah zwei Mal).
16.10.06// today.reuters.com/news – Das geistige Oberhaupt der libanesischen SChiiten, Großayatollah Mohammad Husain Fadlallah, sagte, daß die UNIFIL wenig dazu beiträgt Libanons Souveränität zu schützen. UNIFIL sei nur dazu da, Israel zu schützen. Stellungnahmen wie die von Kanzerlin Angela Merkel lassen vermuten, daß die Verhinderung der Wiederbewaffnung von Hizbullah in Verbindung steht mit der deutschen Verantwortlichkeit „für Israels Existenzrecht“.Merkels Äußerung hat viele Libanesen, Persönlichkeiten wie Politiker, geärgert.
15.10.06// al-Watan, Qatar. Nach al-Watan kritisierte Scheich Baha´ al-Hariri, der älteste Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri, seinen Bruder Saad al-Hariri mit großer Schärfe. Er bezichtigte Saad und Walid Jumblatt eine Verschwörung gegen Libanon durchzuführen, mit dem Ziel die Einheit und Souveränität Libanons zu untergraben, indem sie Israel und den USA erlauben einen Fuß ins Land zu setzen. Weiterhin kritisierte er Ministerpräsident Siniora, der unter seinem Vater, Rafiq al-Hariri, Milliarden Dollar von dessen Geld und seinen Firmen „geklaut“ hätte. Dazu hätte er Dokumente. Bei bestimmten finanziellen Transaktionen außerhalb und innerhalb Libanons hätte auch Innenminister Ahmad Fatfat ein Rolle gespielt. Scheich Baha´ bezichtigte Fatfat direkte Verbindung zu Tel Aviv zu haben.
13.10.06 aljazeera.net. Menschenrechtsgruppen in England kritisieren den Bericht des Auswärtigen Amtes, der die Hizbullahangriffe auf Israel verurteilt, aber die brutalen Zerstörungen Israels nicht einmal erwähnt.
13.10.06// aljazeera.net. In Hizbullahs Baufirma, Jihad al-Bina´, arbeiten ungefähr 6000 Menschen. 1000 von ihnen sind Ingenieure, die ehrenamtlich arbeiten. Hizbullah sagt, daß 86000 Häuser total oder teilweise zerstört sind.
12.10.06// AFP. Tausende Armenier demonstrierten in Beirut dagegen, daß türkische Truppen bei der UNIFIL teilnehmen, weil die Türken sich weigern den Genozid an den Armeniern zuzugeben. Die Demonstration fand auf dem Platz der Märtyrer statt. Die Osmanen hängten dort libanesische Nationalisten während des 1. Weltkrieges. Die armenische Gemeinde in Libanon umfaßt ungefähr 140000 Menschen.
10.10.06// „Was die Deutsche Marine derzeit vor der libanesischen Küste macht, dürfte sie nach den Worten Rüdiger Wolfrums (unser Bild) im eigenen Land nicht tun. Wolfrum ist Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg und zugleich Präsident des Internationalen Seegerichtshofes in Hamburg. Das internationale Seerechtsabkommen sieht vor, daß jedes Land, das an einem Meer liegt, zwölf Seemeilen Küstengebiet für sich beanspruchen darf. In den deutschen Hoheitsgewässern darf die Marine keine polizeilichen Aufgaben wahrnehmen - wie die Bundeswehr insgesamt nicht. Schiffe anzuhalten und zu kontrollieren - das ist nicht erlaubt. "Wir haben überhaupt keine Möglichkeit, ein Schiff zu kontrollieren, das durch unsere Hoheitsgewässer fährt, wenn es nicht gerade einen deutschen Hafen anläuft", sagt Wolfrum dieser Zeitung. Da schon das Flugsicherungsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gescheitert ist, dürfte dies auch einem Seesicherungsgesetz geschehen. Allerdings, regt Wolfrum an, müsse rechtlich geklärt werden, ob zum "Innern der Bundesrepublik" zwangsläufig auch die Küstengewässer gehören müssen.“
04.10.06// Haaretz.com. Nach Aussagen des Militärs ist es israelischen Soldaten erlaubt („wenn ihr Leben gefährdet ist oder ein Terrorist eine Attacke plant“) , entlang der israelisch-libanesischen Grenze, das Feuer auf Bewaffnete zu eröffnen. Sollte es zu einer Zusammenrottung auf libanesischer Seite kommen, und die Soldaten glauben, „daß es das Leben von israelischen Zivilisten gefährden könnte oder ihr eigenes“ dann dürfen sie alles unternehmen, um das zu verhindern.
04.10.06// haaretz.com. Die UNO gibt die für die UNIFIL-Truppen geltenden „rules of engagement“ bekannt. UIFIL sagte, daß sie über die Regeln der Selbstverteidigung hinausgehen könnten. Details wurden aber nicht genannt. In dem UN-Statement heißt es: „UNIFIL Kommandeure haben genügend Autorität, um mit Gewalt vorzugehen, wenn sie mit feindlichen Aktivitäten jeder Art konfrontiert werden.“ Gemäß dem Statement soll das UN-Mandat „UN-Personal, Ausrüstungen und Installationen schützen, Sicherheit und die Bewegungsfreiheit des UN-Personals und des Personals im humanitären Bereich sichern. Und Zivilisten schützen die unter permanenter Gefahr stehen physisch angegriffen zu werden.” Die UNIFIL Regeln erlauben zurückzuschlagen wie sie es für angemessen halten. Dies sei im Mandat, das durch die Resolution 1701 gegeben sei, enthalten. „In Fällen in denen es spezielle Informationen darüber gibt, daß nichtgenehmigte Waffen oder Ausrüstung transportiert wird, wird die libanesische Armee in Aktion treten. Jedoch in Situationen, denen die LAF nicht gewachsen ist, wird die UNIFIl das nötigste tun, das Mandat gemäß der Resolution 1701 zu erfüllen.”(Sind das noch friedenserhaltende Maßnahmen oder hat das schon den Charakter eines Besatzerstatus?)
04.10.06// www.dailystar.com.lb. Israels Infrastrukturminister Ben Eliezer, sagte gestern, daß der Krieg mit Hizbullah wieder in ein paar Monaten beginnen würde. Er forderte eine Verbesserung der Kapazitäten der Armee.
03.10.06// haaretz.com Laut Zeev Schiff bekam Hizbullah während des Kampfes gegen Israel Unterstützung vom syrischen Geheimdienst. Wichtige Daten seien von Horchposten, die gemeinsam von russischen und syrischen Teams geführt würden, gesammelt und an Hizbullah weitergegeben worden. Auf dem Golan sollen neue Abhörposten errichtet worden sein. Dazu gäbe es Abmachungen zwischen Syrien, Iran und Rußland. (jetzt warten wir noch auf Schiffs Artikel über Israels Unterstützung durch die Geheimdienste der USA, Saudi-Arabiens, Jordaniens, Deutschlands. Etc…)
02.10.06// News.yahoo.com. Israels Bombardement im Libanon wäre ganz deutlich sichtbar gewesen, sagte ein russischer Kosmonaut, der sich derzeit in der International Space Station befindet. "Wir konnten das Feuer in großen Städten mit dem bloßen Auge sehen."
September 2006
30.09.06// dnaindia.com/report Israel soll Hizbullahführer Hassan Nasrallah bei der nächst besten Gelegenheit “liquidieren”, so der Infrastrakturminister Binyamin Ben Eliezer im Armeeradio. Eliezer gilt als Mitte-Links von der Arbeitspartei, die Koalitionspartner von Olmerts Kadima ist.
30.09.06// haaretz.com und thestar.com. Das Investigationsteam der UNO machte Israel auf die Unvollständigkeit ihres Berichtes zum Tod der vier UN-SOldaten aufmerksam. Im Bericht heißt es, daß eine 500 kg Bombe (lasergeleitet) den UN-Posten am 26. Juli nahe des südlibanesischen Dorfes al-Khaiam traf. Israel sagte, daß es ein Fehler auf dem "operational level"war. Aber das UNO-Team bekam nicht die Erlaubnis, den Kommandeur zu befragen. Deshalb ist nicht festzustellen, warum Israel trotz mehrfacher Aufforderung der UN-Soldaten sowohl an das Hauptquartier als auch an die Kompanie das Bomben einzustellen, trotzdem weiterbombte. In Israels Bericht an die UNO ist die Rede davon, daß der Anschlag das Resultat fehlerhafter Markierungen im Kartenmaterial gewesen seien.
28.09.06// haaretz.com. DPA. Israels Militär verneint, daß es eine Konfrontation mit UN-Truppen im Südlibanon gegeben habe. Nach libanesischen Berichten, bewegten sich vier französische Leclerc-Panzer zum Eingang des Grenzdorfes Marwaheen wo in den letzten zwei Tagen fünf Merkava-Panzer operierten, die Zivilisten und Journalisten davon abhielten ins Dorf zu gehen. Die Panzer standen sich in einem Abstand von 50 Meter gegenüber. Nach 20 Minuten zogen sich die französischen Panzer zurück und überließen der UN Truce Supervision Organisation den Platz. Ein Sprecher der israelischen Armee: „Unsere Kräfte taten nichts um sie aufzuhalten und sie hielten uns nicht davon ab irgend etwas zu tun.“
28.09.06// AP. Libanons Präsident Emile Lahoud fordert Präsident Chirac auf, sich nicht in libanesische Angelegenheiten einzumischen. In einem Interview mit Radio France International (RFI) kritisierte er, daß Chirac verantwortlich sei für seinen Ausschluß aus dem Treffen der Organisation International de la Francophonie, ein Treffen französisch-sprechender Nationen, das in Bukarest, Rumänien, stattfand.
26.09.06// haaretz.com. Israel stimmt nicht mit dem Verhalten der UNIFIL und des libanesischen Militärs überein. Es geht darum, wie sich die libanesische Armee und die UNIFIL gegenüber bewaffneten Hizbullahkämpfern verhalten soll, die sich südlich des Litani bewegen. Nach der Resolution 1701 des UN- Sicherheitsrats, erwartet Israel, daß UNIFIL und die libanesische Armee Hizbullahkämpfer entwaffnet und lokale Waffendepots aushebt. Sollten israelische Soldaten entlang dem Grenzzaun sich bedroht fühlen und es kommt keine Reaktion von UNIFIL, dann sollen sie sich verteidigen dürfen. Allerdings aus Sicht der UNO sieht das anders aus: Die Rolle der UNIFIL ist die einer Polizei, die nur schießt, wenn auf sie geschossen wird. Israel erwartet von der UNO eine klare Aussage.
26.09.06// www.finalcall.com – Ein Monat nach dem Waffenstillstand sieht es so aus, als ob Hizbullah das Rennen mit der Regierung bezüglich der Hilfe für die geschädigten Bewohner, gewinnt. Auf der einen Seite des „delikaten politischen Spiels“ haben wir Jihad al-Bina´, die Rekonstruktionsfirma Hizbullahs, auf der anderen Seite libanesische Regierungs- und Quasiregierungsorganisationen wie Lebanese Civil Defense, Development and Reconstruction Council und den Higher Relief Council. Judith Swain Harik, Professorin an der AUB, meint, daß Jihad al-Bina´ den Kampf um die Herzen und Köpfe zum größten Teil gewonnen hätte: „Sie ist eine interessante Organisation, weil in ihr eine Menge professioneller Unternehmer, Ingenieure, Architekten, Demographieexperten – alles was mit Wiederaufbau zu tun hat – arbeiten…Und weil viele außerhalb Libanons ausgebildet wurden, zurückkamen auf einen beschränkten Arbeitsmarkt, hatte Hizbullah die Möglichkeit auf professionelle Kräfte für die Rekonstruktionsarbeit zurückzugreifen.“
25.09.06// israelnn.com. Israel plante, laut Channel 2 News, nach der Inkraftsetzung des Waffenstillstandes, Scheich Hassan Nassrallah zu ermorden. Es gab dazu verschiedene Meinungen innerhalb des Kabinetts. Avigdor Liebermann (Yisrael Beitenu) war der Meinung, daß er nicht hätte lebend die Versammlung verlassen dürfen. Der ehemalige Mossad Chef Shabtai Shavit äußerte sich gegenüber Galei Tzahal (Armeeradio) ähnlich. Infrastrukturminister Benjamin Ben-Eliezer war der Meinung, daß wegen der anstehenden Feierlichkeiten (jüd. Neujahrsfest) man nicht riskieren dürfe, daß bei einem solchen Anschlag Hizbullah nach Nordisrael schießen würde.
25.09.06// ynetnews.com – Elias Murr, Verteidigungsminister des Libanon: “Die wichtigste Pflicht der Armee ist, den Süden Libanons gegen Israel zu verteidigen. Dazu sind zwei Waffentypen notwendig, die wir nächstes Jahr haben müssen: Antiaircraft Raketen, um den libanesischen Luftraum gegen israelische Verletzungen zu verteidigen und Antitank Raketen um das Land gegen israelische Panzer zu verteidigen.“ Diese würde Libanon mit Unterstützung von Verteidigungsminister der EU und der Golfstaaten erhalten. Hubschrauber würden auch benötigt, um Eliteeinheiten dorthin zu befördern, wo sie gebraucht würden.
25.09.06// reuters.co.uk LONDON (Reuters) – Die britische Sicherheitsfirma ArmorGroup International (ARG.L) hat die Ausschreibung von 5,6 Mio. Dollar für die Entfernung von nichtexplodierten Bomben und Landminen im Südlibanon gewonnen. Der Vertrag ist für ein Jahr. Laut UNO liegen 350 000 nichtexplodierte Clustear bomblets im Südlibanon. Bisher sind 17 000 Bomblets entschärft worden.
25.09.06// taz. “Wie oft haben wir schon gehört, "die Landkarte des Nahen Ostens" müsse neu gezeichnet werden? Nun, mit bloßen Versprechungen hält sich die Bundesmarine nicht lange auf. Bevor sie mit acht Kriegsschiffen in Wilhelmshaven in See stieß, um in der Levante für Frieden zu sorgen, wurden die anwesenden Journalisten von der PR-Abteilung der Truppe mit den nötigen Informationen versorgt. Warum fahren wir? Wohin fahren wir? Was machen wir dort eigentlich? Warum fahren wir? Zur Beantwortung dieser Frage ist der Pressemappe eine instruktive Inhaltsangabe der UN-Resolution Nr. 1701 beigelegt, deren Umsetzung das vornehmste Ziel der deutschen Friedenskrieger ist. Merkwürdig nur, daß als Quelle kein Ministerium angegeben ist, sondern die Online-Enzyklopädie "Wikipedia". Wohin fahren wir? Hier hilft ein flüchtiger Blick auf die offizielle Karte, in die sich mindestens drei Fehler eingeschlichen haben. Erstens gibt es da keinen Suezkanal. Zweitens grenzt hier Jordanien im Süden nicht an Israel, sondern an Ägypten. Drittens zeichnet sich diese "neue Landkarte des Nahen Ostens" vor allem dadurch aus, daß es keinen palästinensischen Staat gibt, nirgends. Trotz entsprechender UN-Resolution und der Tatsache, dass es sich bei Palästina um eine Konfliktpartei handelt. Im aktuellen "Atlas der Globalisierung" schreibt der Geograf Philippe Rekacewicz, man könne auch "mittels einer Karte einem Volk das Existenzrecht bestreiten".“
24.09.06// Junge Welt. Auszug aus dem Interview mit Oskar Lafontaine. Frage: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck zeigt neuerdings Ihnen gegenüber Reaktionen, die einen Psychiater interessieren könnten. »Unerträglich« fand er Ihre Rede zum Libanon-Einsatz, menschlich tief enttäuscht etcetera pp. Was hat er denn? Ihm haben wohl meine Argumente gegen den Libanon-Einsatz nicht gefallen. Erstens, daß die Bundesregierung keine Definition von Terrorismus hat. Wenn es um das Töten unschuldiger Menschen geht – nun, dann ist Präsident Bush auch ein Terrorist. Zweitens, daß die Regierung auf Kriegsfuß mit dem Völkerrecht steht – sonst würde sie nicht immer noch den völkerrechtswidrigen Krieg im Irak durch die Zurverfügungstellung deutschen Territoriums für den US-Nachschub unterstützen. Drittens, daß die Merkel-Regierung unglaubwürdig handelt, wenn sie den Waffennachschub an Hizbollah behindern will, aber gleichzeitig Waffenlieferungen an Israel fortsetzt.
20.09.06// The Independent. Es gibt Stimmen, die Washington dazu auffordern, ein Moratorium bezüglich des Verkaufs von Waffen an Israel zu erlassen. Bombenentschärfungsexperten arbeiten zur Zeit rund um die Uhr, um die Überreste von 1,2 Millionen Bomblets zu entschärften. Das US-State Department prüft den Gebrauch von in den USA hergestellten Clusterbomben, inbesondere aber, ob Israel ein Geheimabkommen zwischen beiden Staaten gebrochen hat, in dem festgelegt ist, daß Clusterbomben nicht gegen Zivilisten eingesetzt werden dürfen. „Die Israelis geben sich keine Mühe, zu vertuschen, von woher sie die Bomben haben. Im Garten eines Hauses in Nabatiya, das als Hauptquartier der aus Großbritannien kommenden Mines Advisory Group (MAG) benutzt wird, liegt ein Clusterbombenbehälter, der die Bomblets enthält und über ein Gebiet in der Größe eines Fußballfeldes versprüht…Die Größe der Bombe ist wie ein kleiner Torpedo. Sie trägt einige hebräische Buchstaben, aber das meiste ist in Englisch. Es heißt: CBU, Cluster Bomb Unit, 58B, US Airforce. Den Hersteller kann man auch feststellen: Lanson Industries. Die Codezahlen: “Part No 7127151/22290” und “FSN 1325-758-0417” und die contract no F42600-72-2676. Die Bombe wurde produziert vor Ende des Vietnamkrieges, dies geht hervor aus der Markierung, daß die „Garantie“ am 7. Februar 1974 endet. Es geht natürlich nicht hervor, wann die Clusterbombe von den USA nach Isrsael geliefert wurde.“
20.09.06// angryarab.com Eine amerikanische Delegation der US-Botschaft plante heute einen Besuch in dem Dorf Adshit bei Nabatiya im Südlibanon. Auf ihrem Weg dorthin wurde die Delegation benachrichtigt, daß die Menschen in der Region empört seien über diesen Besuch und daß die Bewohner von Adshit nicht wünschen, von einer US-Delegation besucht zu werden. Die Delegation brach den Besuch ab.
19.09.06// al-Akhbar. Libanon. Die Zeitung fragt, ob es einen Regierungsbeschluß vom Präsidenten und seiner Fraktion gibt, den Süden zu bestrafen indem die Wiederaufbaumaßnahmen verzögert werden oder ob es einen Beschluß gibt die Opposition zu erpressen, damit sie politische Zugeständnisse macht? Die arabischen Hilfsgelder seien zwar bekanntgegeben worden, aber bisher nicht ausgezahlt worden. „Tag für Tag werden schändliche Machenschaften der Regierung in diesem Bereich aufgedeckt. Wenn es nicht die örtlichen und privaten Bemühungen gebe, die im Süden und in der Beqaa getätigt werden, dann würden die Trümmer bis heute herumliegen. Der Präsident ist immer noch nur an einer Sache interessiert, nämlich der, daß alle Hilfsgelder und Sachgüter über das Hohe Komitee für die Rettung laufen. Sie unterwerfen jegliche Aufbauangelegenheit unter ihre direkte Aufsicht, aus zwei Gründen: 1. die Lebensmittel sollen umgeleitet werden ins Aufbauprogramm der Strömung al-Mustaqbal (Hariri), der sozialistischen Fortschrittspartei und zu den Streitkräften, die sie im Monat Ramadan verteilen sollen. 2. Die Gelder auf denen die Abgeordnete Walid Jumblat und Samir Ja´ja´ bestehen und die sie je zur Hälfte verteilen wollen, einmal in den Aufbau in den durch die militärische Aggression betroffenen Gebieten und einmal für die Flüchtlinge aus der Zeit des Bürgerkrieges(beide, auch damalige warlords, die sich gegenseitige bekämpft haben, mit allen Folgen, Vertreibungen, Zerstörung von Häusern etc. Anm. inamo)." Was die Hilfe von Qatar betrifft, so hat Qatar der Bitte Präsident Sinioras, die Hilfsgelder in die Kasse des Hohen Komitees für Rettung zu überweisen, öffentlich abgelehnt. Qatar will die Auszahlung selbst passend vor Ort vornehmen. Die qatarische Delegation befindet sich zur Zeit im Südlibanon.
19.09.06// haaretz.com. Drei Hizbullah-Kämpfer stehen in Israel vor Gericht (Nazareth District Court). Husain Suleiman aus Beirut, Maher Qurani aus dem Dorf Yatar und Muhammad Sarur aus Ait ash-Shaab. Sie sind angeklagt Mitglied einer terroristischen Organisation zu sein. Alle drei wurden im Iran militärisch ausgebildet. Suleiman und Qurani sind seit 1998 im militärischen Widerstand, Sarur seit 2004. Suleiman ist wegen Mord und Kidnapping angeklagt (er sei bei der Aktion am 12. Juli involviert gewesen, bei der 8 IDF-Soldaten getötet wurden und zwei gefangengenommen). Suleiman soll in einer kleinen Einheit gewesen sein, deren Aufgabe es war, die IDF, die Hizbullah bei der Aktion verfolgte, auf libanesischem Gebiet zu überfallen. Alle drei sind wegen versuchten Mordes und versuchten Kidnapping angeklagt. Der Anwalt Smadar Ben-Nathan verteidigt Suleiman und Qurani, Itai Hermelin ist Sarur´s Anwalt. Die Anwälte sind der Auffassung, daß die drei nicht unter das israelische Gesetz fallen, sondern als Kriegsgefangene behandelt werden müßten. Staatsanwalt Mirit Stern ist jedoch der Meinung, daß sie keinen Kriegsgefangenenstatus haben, weil sie nicht nach den Gesetzen des Krieges kämpfen. „Wir sind keine Terroristen“, sagt Suleiman, „sondern Kämpfer einer Widerstandsorganisation und agieren als Verteidiger unserer Heimat…Wir stehen unter Befehl von Hassan Nasrallah, um die Gefangenen in Israel, eingeschlossen Samir Kuntar, zu befreien.“
18.09.06// bbc.online. UNESCO bemüht sich um die Einrichtung eines Funds zur Wiederherstellung der beschädigten Monumente des Weltkulturerbes. Am schwersten geschädigt ist der Nordhafen von Byblos, wo eine dicke Ölschicht die antiken und mittelalterlichen Ruinen umschließt. Israel hatte mehrere Male die Öltanks der Elektrizitätswerke bombardiert. Auch die Ruinen von Baalbek und Tyros wurden durch in der Nähe stattfindende Bombenexplosionen beschädigt. In welchem Ausmaß die kolossalen Säulen des Tempels in Baalbek beschädigt sind, muß noch untersucht werden.
18.09.06// The Independent. Die Krieg im Libanon ist nicht zu Ende. Jeden Tag werden im Südlibanon vier Menschen getötet und mehrere verletzt, durch die Millionen Bomblets (Schrapnellbomben), die die israelische Artillerie in den letzten drei Tagen des Konflikts abschoß. Die Verletzungen werden noch ansteigen, wenn im nächsten Monat die Ernte beginnt, wenn die Bauern Oliven pflücken in Gärten, wo die Bomblets überall herumliegen, oder sogar sich in Bäumen verfangen haben, die bei der geringsten Bewegung explodieren können. Ein tödliches Dilemma: das Risiko eingehen oder die Früchte im Feld verrotten lassen. Bisher sind 83 Menschen an dieser Clustermunition nach dem Waffenstillstand gestorben, so berichten unabhängige Beobachter. Einige israelische Offiziere haben gegen den Einsatz von Clusterbomben protestiert. Jede Bombe enthält 644 Bomblets. Ein Kommandeur einer MLRS-Einheit (multiple launch rocket system) gegenüber Haaretz: Die Armee hätte 1.800 Clusterraketen abgeschossen, die wiederum 1,2 Mio. Bomblets über Häuser und Felder versprühen würden. „In Libanon haben wir ganze Dörfer mit Clusterbomben eingedeckt… was wir taten war verrückt und monströs.“ 30% der Bomblets würden beim Aufschlagen nicht explodieren. Sie können Jahre in Bäume, auf Dächern, in Gärten, neben der Straße oder im Müll liegenbleiben, man würde sie wegen ihrer Größe nicht gleich sehen, und darauf warten bis sie berührt werden und dann explodieren. In Nabatiya, im modernen 100-Betten Krankenhaus liegen seit dem Krieg 19 Patienten mit Schrapnellverletzungen.
14.09.06// ynetnews.com/ Hassan Nasrallah sagte in einem Interview mit al-Jazeera, daß seine Organisation sich nicht aus dem Gebiet entlang der Grenze zurückziehen werde. „Es gibt kein Gebiet südlich des Litani, das demilitarisiert ist. Der Widerstand ist dort. Die Israelis lügen ihr Volk an... Wir haben das Gebiet nicht verlassen, weil wir Bewohner der Dörfer entlang der Grenze sind. Wir haben allerdings unsere Außenposten aufgegeben, aber keiner kann verhindern, daß wir auf unserem Boden bleiben. Deshalb hat Israel kein einziges Ziel verwirklicht.“
14.09.06// The Guardian. In Ait ash-Shaab in der Nähe der libanesisch-israelischen Grenze donnern nachts immer noch Panzer und Bulldozer der israelischen Armee durchs Gelände. Hiizbullah-Kämpfer beobachten in den umliegenden Bergen das Dorf. Den Sound israelischer Dronen kennen die Dorfbewohner zur Genüge. Alexander Ivanko, Sprecher der UNIFIL meinte, daß es über 100 registrierte Fälle von Verletzungen des Waffenstillstands durch Israel gäbe (im letzten Monat). Es handelt sich dabei um das Überfliegen und Grenzüberschreitungen von Panzern, Bulldozern und Truppen. Die Israelis hätte 24 libanesische Zivilisten, 4 allein von Ait ash-Shaab festgenommen, inzwischen sind sie wieder frei. Es hätte auch eine Reihe von Schießereien gegeben. Die Bewohner von Ait ash-Shaab beschreiben das mit „Einschüchterungen“. Hizbullah ist ebenfalls präsent. Als die vier Bewohner von den Israelis festgenommen wurden, war Hizbullah sofort in Bereitschaft, in der Vermutung es könnte zu Angriffen kommen. Nach Aussagen der Bewohner verletzt Hizbullah nicht das Waffenstillstandsabkommen. Nach ihrer Aufassung versuchen die Israelis Hizbullah zu provozieren, damit sie das Waffenstillstandsabkommen verletzen.
14.09.06// haaretz.com Amnesty International klagt Hizbullah wegen Verletzung internationaler humanitärer Gesetze – bis zum Kriegsverbrechen während des letzten Krieges an. Der Bericht sagt, daß 43 Zivlisten, eingeschlossen sieben Kinder, „absichtlich“ (mit dem Ziel zu töten) getötet wurden. Beim Treffen mit Hizbullah hatte diese gesagt, daß die Bombardierung Nordisraels die Antwort auf das Töten libanesischer Zivilisten durch das israelische Militär gewesen seien. AI wies daraufhin, daß nach internationalem Gesetz keine Zivilisten als Ziel genommen werden dürfen. Hizbullah hatte 4000 Raketen nach Nordisrael geschossen.
13.09.06// antiwar.com (Jackson Allers). Wettbewerb zwischen Hizbullah und libanesischer Regierung bezüglich des Wiederaufbaus. „Dieses delikate politische Spiel“ geht um die Ernsthaftigkeit den Menschen die Häuser und ihr Leben wiederherzustellen. Auf der einen Seite steht Jihad al-bina´, die Rekonstruktionsfirma von Hizbullah, auf der anderen Seite die quasi-regierungs Organisationen für den Wiederaufbau: Lebanese Civil Defense, the Development and Reconstruction Council und der Higher Relief Council. Nach Aussagen von Professor Judith Swain Harik (AUB) hat Hizbullahs Jihad al-Bina´ die „Eingangsschlacht um die Herzen und Köpfe gewonnnen, weil sie auf dem Gebiet der Rekonstruktion am erfahrensten sind. „Es ist eine interessante Organisation, weil sie eine Reihe von Professionellen beschäftigt: Bauunternehmer, Ingenieure, Architekten, Demographieexperten, alles was mit Wiederaufbauarbeit zu tun hat.“ Jihad al-Bina´selbst schätzt die Zahl der Architekten und Ingenieure auf 2000. Es könnten aber weit mehr sein, so Harik, weil es Hunderte von Freiwilligen gibt (nicht nur Schiiten) aus dem professionellen Lager, aber auch unerfahrene Kräfte. Ein Sprecher von Jihad al-Bina, Kassem Aleq, sagte, daß von den 15000 Häuser, die in Südlibanon betroffen sind, mehr als 80% eingestuft wurden in „structural damage“, um zu sehen welche Art von Kompensation man den betroffenen Familien vorschlagen könne.
12.09.06// haaretz.com (Meron Rappaport) „Wir überzogen ganze Städte mit Clusterbomben“, sagte ein Kommandeur einer Raketeneinheit, auf die Frage bezüglich des Einsatzes von Phophor- und Clusterbomben. Er zitierte seinen Bataillonskommandeur, daß die Einheit 1800 Clusterbomben abgeworfen hätte, die 1,2 Millionen kleiner Clusterbomblets enthileten. Die meisten (auch Phosphorbomben) seien in den letzten 10 Tagen des Krieges abgeworfen worden. Die UNO ist der Auffassung, daß, weil die Clusterbomben nicht beim Aufschlag explodieren, 40% nichtexplodiert im Gelände herumliegen, So daß 1000de mit dem Effekt von Landminen liegen bleiben. Man schätzt, daß 500 000 unexplodiert herumliegen. Nach Beendigung seines Reservedienstes schrieb der Kommandeur bezüglich des Clusterbombeneinsatzes einen Brief an Verteidigungsminister Amir Peretz. Er bekam keine Antwort. Um Brände im Libanon zu verursachen, wurden Phosphorgranaten abgeschossen. Ein Kommandeur der Artillerie hatte zugegeben, daß in Nordisrael Lastwagen, die beladen waren mit diesen Granaten auf dem Weg zu Artillerieeinheiten, unterwegs waren. Das IRK hat ausdrücklich daraufhingewiesen, daß nach internationalem Gesetz der Einsatz von Phosphor verboten ist. Die israelische Armee: Es gab keine Verletzung von internationalen Gesetzen. Ein Sprecher der Armee: „Das internationale Gesetz enthält kein pauschales Verbot des Einsatzes von Clusterbomben. Die Konvention über konventionelle Waffen enthält kein Verbot über Phosphorwaffen, auch keine Prinzipien, die den Einsatz solcher Waffen regulieren.“ „Die IDF gebraucht nur Methoden und Waffen, die nach internationalen Gesetzen erlaubt sind.“ Im Allgemeinen wurde Artilleriefeuer, eingeschlossen MLRS-Feuer, nur benutzt als Antwort, weil auf den Staat Israel geschossen wurde.“
12.09.06// The Independent. Eine junge Demonstrantin brachte es fertig, die Pressekonferenz mit Tony Blair, die von der starken schiitischen Community boykottiert wurde, zu unterbrechen. Bei Blairs Ankunft in Beirut gab eine große Demonstration. Ein großes Aufgebot von Truppen und Polizei versuchte die Demonstranten unter Kontrolle zu halten. Ein großer Teil Beiruts war mit Stacheldraht abgetrennt. Die junge Frau, die irische Friedensaktivistin Caoimhe Butterly, durchbrach die Absperrung zur Pressekonferenz, entrollte ein Transparent und erklärte: „Dies ist eine Beleidigung Tausender Libanesen, die wegen Blairs Politik gestorben sind. MP Siniora nahm es cool und meinte, daß der Libanon eine Demokratie sei und Meinungsfreiheit herrsche.
10.09.06// www.freace.de In einem Artikel des Independent, geht der libanesische Umweltminister, Yakub Sarraf, auf die Zerstörung der Öltanks des Kraftwerks in Jiyyeh ein. Der erste dieser Angriffe erfolgte am 13. Juli, als israelische Raketen einen Öltank des Kraftwerks beschädigten. Damals gelang es Technikern noch, den Schaden zu beheben und ein Auslaufen des Öls zu verhindern. Zwei Tage später erfolgte allerdings der nächste Angriff. Dabei wurde nicht nur erneut der selbe, nur 25 Meter vom Mittelmeer entfernt stehende Öltank getroffen, sondern auch der Wall aus Sand und Beton, der ein Auslaufen von Öl in das Mittelmeer verhindern sollte, zerstört. "Es war definitiv vorsätzlich", so Sarraf. "Sie trafen nicht das Kraftwerk, nur das Öllager und dies war der Tank, der am dichtesten zum Meer stand."
Infolge dieses Bombardements liefen etwa 18 Millionen Liter Schweröl ungehindert in das Mittelmeer und verseuchten dort zwischenzeitlich - nicht zuletzt auch, weil die israelische Blockade die Einfuhr von Geräten zur Eindämmung der Ölpest verhinderte - weite Teile der Küste. Die brennenden Tanks konnten erst nach 12 Tagen gelöscht werden. Es sind die giftigen Rauchschwaden dieser Feuer, die Sarraf meint, wenn er von einer "Katastrophe" spricht. Analysen haben Sarraf zufolge ergeben, daß der Rauch hohe Konzentrationen von Blei, Quecksilber und PCB enthielt. "Nicht nur, daß wir dies einen Monat lang einatmeten, aber auch alle landwirtschaftlichen Produkte wurden ihm ausgesetzt. Schlimmer noch, all diese Gifte werden mit dem Regen herunterkommen und in den Boden eindringen und uns verschmutztes Wasser bringen", so Sarraf. "Dann, in einigen Jahren wird jeder einzelne Bürger im Libanon den Giftstoffen in seinem Trinkwasser ausgesetzt sein." Sarraf erwartet, daß letztlich mehr Libanesen infolge dieser Verschmutzung sterben werden, als die rund 1.300 durch die israelischen Angriffe direkt getöteten Menschen. Studien zufolge werde es zu einer verringerten Fruchtbarkeit und einer größeren Zahl von Krebserkrankungen kommen. "Das ist sogar noch eine größere Katastrophe als der Krieg selbst", sagte er. Ein Sprecher der israelischen Regierung erklärte Sarrafs Vorwürfe für "lächerlich" und zog sich auf den Standpunkt zurück, Israel habe "niemals vorsätzlich zivile Einrichtungen oder Orte angegriffen". Angesichts der weltweit verbreiteten Bilder der von Israel im Libanon verursachten Zerstörungen eine bemerkenswerte Aussage. Letztlich muß Israel allerdings eine solche Behauptung aufstellen, da die absichtliche Verursachung einer derartigen Umweltkatastrophe ein äußerst schwerwiegendes Kriegsverbrechen darstellen würde.
11.09.06// haaretz.com Pakistanische Armeeingenieure kommen in den Libanon um nichtexplodierte Bomben und Minen zu entschärfen. Israel hatte sich dagegen gewandt, daß Truppen aus muslimischen Ländern, die keine Beziehungen zu Israel haben, an der UNIFIL teilnehmen. Das ist keine Sache der UNO, so ein Sprecher der Ingenieure, sondern eine „Mission die die libanesische Führung ins Leben gerufen hat.“ Pakistans Premierminister, Shaukat Aziz, hatte gekanntgegeben, daß die Regierung Hunderte von Ingenieuren schickt.
11.09.06// English.people.com.cn Hizbullah hatte ihre Weigerung gegen die Versuche die UN SR-Resolution abzuändern veröffentlicht, so Radio Stimme des Libanon. Die Rolle der UNIFIL sollte erweitert werden. Die Rolle von UNIFIL ist auf den Südlibanon beschränkt und sie muß dort bleiben, so ein Sprecher von Hizbullah. Die Stellungnahme von Hizbullah kam, als die Medien berichteten, daß Teile der UNIFIL sich in Beiruts Flughafen und in libanesischen Gewässern positionieren um direkte Kontrolle und Inspektionsoperationen auszuüben.
11.09.06// The Independent. Hizbullahs geistiger Führer Großayatollah Mohammed Husain Fadlallah, hat Ministerpräsident Tony Blair mitgeteilt, daß er in Beirut nicht willkommen sei. Er forderte die Regierung auf Tony Blair zur persona non grata – wegen seiner Unterstützung Israels – zu erklären. Fadlallahs Haus und seine Institution wurden sofort zu Beginn des Krieges total zerstört. Blair sei ein echter Partner in dem israelisch-amerikanischen Krieg gegen Libanon gewesen, so Fadlallah.
10.09.06// Reuters alertnet.org – Libanons Regierung klammert sich an die Macht, damit sie ausländische Hilfe, die für den Wiederaufbau vorgesehen ist, stehlen kann. Dies sagte der christliche Oppositionsführer Michel Aoun. Aoun hat trotz seiner antisyrischen Haltung politische Verbindungen zu Hizbullah aufgenommen. Er forderte Ministerpräsident Siniora auf, zurückzutreten. “Sie wollen die Korruption fortsetzen und das Geld stehlen, das die anderen Länder angeboten haben“, so sagte er gegenüber Rueters in einem Interview. Er meinte, daß er in dieser Lage nicht den Rücktritt von Präsident Emile Lahoud fordern würde. „Wir können das Parlament auflösen und Neuwahlen ansetzen…Wenn das nicht gemacht wird, wird es Konflikte und Konfrontation geben.“ Er macht Israel, nicht Hizbullah verantwortlich. Die Sache mit den gefangengenommenen Soldaten, sei nur ein Vorwand für Israel gewesen.
10.09.06// AFP – Nach Aussagen der Hafenpolizei von Tyros schoß nachts ein israelisches Patroullienboot in Richtung dreier libanesischer Fischerboote. Außerdem überflogen israelische Flugzeuge libanesisches Territorium. Khalil Taha, Präsident der Fischergewerkschaft, sagte, daß keines der Boote in israelischen Gewässern gewesen wäre.
08.09.06// yahoo.news (AFP) – Premierminister Fuad Siniora, unterstützt vom Westen und seiner Mehrheit im Parlament, ist bereit nationale Souveränität im gesamten Libanon herzustellen, selbst wenn Hizbullah darauf besteht, die Waffen zu behalten.
08.09.06// ynetnews.com. Der italienische Botschafter in Israel, Sandor de Bernardin, äußert sich gegenüber Ynetnews folgendermaßen: “Wenn Hizbullah die italienischen Soldaten angreift, werden sie sich verteidigen.
07.09.06// yahoo.com. Die USA versucht Sanktion bei zwei weitere Firmen, die angeblich inoffiziell für Hizbullah finanzielle Transaktionen durchführen, durchzusetzen: Bayt al-Mal und Yousser Company. Beide Firmen würden Investitionen und Geldtransfers für Hizbullah durchführen und als Vermittler zwischen Hizbullah und den „mainstream“ Banken fungieren, so Stuart Levey, „the US Treasury´s undersecretary for terrorism and financial intelligence.“ US-Einlagen werden ab sofort eingefroren und Amerikaner dürfen keine Transaktionen mehr mit ihnen durchführen. Letzte Woche fand eine ähnliche Aktion statt gegen Islamic Resistance Support Organization. Angeblich ist sie der „fundraising arm of Hizbullah“.
07.09.06// southcoasttoday.com Die Botschaft ist für jeden, der nach Südbeirut kommt klar, die Zerstörung ist das Werk der USA: Überall an den Ruinen sind rot-weiße Banner, auf denen steht „Made in USA“ "The New Middle Beast" and "Smart Bombs for Dumb Minds." (in Arabisch und Englisch). “Die Menschen wußten während des Krieges, daß amerikanische Bomben geworfen wurden, aus israelischen Händen,“ so Ghassan Darwish ein Sprecher der Hizbullah.
06.09.06// International Herald tribune. UAE. Die Golfländer werden Milliarden zahlen, um zu verhindern, daß Hizbullah weiter an Einfluß gewinnt. Saudi-Arabien und andere Länder haben die Summe von 3,6 Mrd. festgelegt. Die Golfländer wollen nicht nur Brücken und Straßen reparieren, sie wollen auch die libanesische Regierung unterstützen, damit Hizbullah nicht in der Aufbauphase das Kommando übernimmt. Der Gesamtschaden für Libanons Wirtschaft, eingeschlossen Tourismus und Export liegt zwischen 9 Mrd. und 16 Mrd. Allein den Schutt wegzubringen, zerstörte Brücken, Straßen, die öffentliche Infrastruktur wieder aufzubauen wird Jahre dauern. Qatar hat bereits 300 Mio. Dollar zugesagt, die USA 230 Mio. und die EU 54 Mio.
05.09.06// news.monstersandcritics.com/eirut – Hizbullah ist skeptisch bezüglich der deutschen Einmischung im Libanon, denn deutsche Truppen können Schiffe, die libanesische Häfen anfahren, anhalten und durchsuchen. Haj Hassan, ein Sprecher der Hizbullah gegenüber dpa: "Das ist gegen die Souveränität des Libanon gerichtet."
04.09.06// al-Akhbar. Qatar durchbricht die israelische Luftblockade, indem sie den Flughaben Beirut direkt ohne Genehmigung Israels anfliegen. Ministerpräsident Siniora, der sich mit dem Außenminister Qatars, Hamd ibn Jasem kurzgeschlossen hat, daß heute der erste Flug durchgeführt wird. In Erklärung heißt es, daß Libanon keiner Fluggesellschaft, wenn sie eine direkte oder indirekte Genehmigung von Israel hat, erlauben wird, den Flughafen Beirut anzufliegen
04.09.06// Reuters. Der Außenminister von Qatar, Scheich Hamad ath-Thani, gibt bekannt, daß Qatar die UN-Friedenstruppe im Libanon mit 200 – 300 Mann unterstützt. Der Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest.
04.09.06// thepeninsulaqatar.com/ Premierminister Ehud Olmert sagte gestern, daß seine Bemühungen mit dem libanesischen Premier Fuad Siniora zu sprechen nicht erfolgreich gewesen seien. Seit der Gründung des Staates Israel gibt es keine diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
<04.09.06// thepeninsulaqatar.com: Die Bewohner von Qana, deren Dorf das Ziel von verheerenden Luftschlägen Israels war, vermuten, daß die starken UN-Kräfte, die sich im Südlibanon sammeln, zum Schutze von Israel da seien und für weitere Zwecke der USA-Politik im Nahen Osten.
04.09.06 Junge Welt (Andrea Bistrich). Zwischen 15000 und 35000 Tonnen Schweröl sind laut Umweltexperten ungehindert in das Mittelmeer geflossen, nachdem israelische Kampfjets am 13. und 15. Juli das Kraftwerk in Dschijeh, rund 20 Kilometer südlich von Beirut bombardiert hatten. Die anhaltenden israelischen Angriffe auf den Libanon hatten bis zum Waffenstillstand am 14. August verhindert, daß das Öl beseitigt werden konnte. Mittlerweile treibt ein 150 Kilometer langer und über 30 Kilometer breiter Ölteppich nach Norden auf Zypern, die Türkei und Griechenland zu. Die libanesische Regierung spricht von der größten ökologischen Katastrophe in der Geschichte des Landes. Die klebrige schwarze Masse, die sich nun schon seit mehr als sieben Wochen vor der Küste wälzt, hat bereits alles Leben unter sich erstickt. Unzählige Fische, darunter auch Bestände des für den kommerziellen libanesischen Fischfang so wichtigen Blauflossenthunfischs sind verendet. Besonders gefährdet aber ist die ohnehin vom Aussterben bedrohte Grüne Meeresschildkröte, die ihre Eier an der libanesischen Küste ablegt. »Es ist ein Bild des Grauens«, sagt Mohammed Al Sarji, Greenpeace-Aktivist und Leiter der Libanesischen Union der Berufstaucher. »Auch der Meeresboden ist jetzt vollständig mit Öl bedeckt.« …Doch selbst drei Wochen nach Waffenstillstand kommen die Aufräumarbeiten nur schleppend in Gang. Grund dafür ist vor allem die See- und Luftblockade der israelischen Armee. Eine effektive Bekämpfung der Ölpest scheint unter diesen Umständen kaum möglich, da für alle Umweltschutzaktivitäten auf dem Meer oder in der Luft die Genehmigung der Israelis eingeholt werden muß. Es fehle vor allem an größeren Mengen von Spezialausrüstung wie Reinigungs- und Absorptionsmitteln, Spezialbooten, Ölsperren und Ölabsaugern.
02.09.06// al-Akhbar. Heute beginnt der zeitlich nicht begrenzte Sitzstreik der Abgeordneten des libanesischen Parlaments aus Protest gegen die immer noch von Israel auferlegte See- und Luftblockade. Initiiert hatte den Streik der Parlamentssprecher Nabih Berri. Bisher haben sich 95 Abgeordnete bereit erklärt dies zu unterstützen. Mit Ausnahme von Michel Awn, Walid Jumblat und Saad Hariri.
02.09.06// New york Herald Tribune, AP, Hizbullah gibt den Tod ihres Kommandeurs Hajj Ali Mohammed Saleh Bilal, der ranghöchste im militärischen Flügel der Hizbullah, der bei diesem Krieg ums Leben kam. Von der libanesischen Sicherheitsbehörde, konnte man anonym nur hören, daß er ein Kommandeur eines bestimmten Sektors war. Hizbullah sprach von 68 Kämpfern, die in diesem Krieg starben. Israel hatte gesagt, daß sie Hunderte getötet hätten. Keiner von der höchsten Führungsspitze sei verletzt worden, so Naim Kassem, ein stellvertretender Hizbullah-Führer, sein Sohn sei schwer verwundet worden.
01.09.06// Ynetnews.com Daß der Chef des BND, Ernst Uhrlau, auf dem Weg in den Libanon ist, sorgt für Gerüchte. Geht es eventuell um Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch Israel-Hizbullah? Der stellvertretende Außenminister Gernot Erler gegenüber N24 TV: Ich kann nur bestätigen, daß Uhrlau auf dem Weg ist…aber ich kann nicht bestätigen, daß es konkrete Verhandlungen gibt.“Steinmeier und Uhrlau waren bereits 2004 tätig, bezüglich eines Gefangenenaustausches zwischen Hizbullah und Israel.
August 2006
31.08.06// Sana. Nabih Berri, Parlamentssprecher im libanesischen Parlament, fordert diejenigen arabischen Staaten auf, die Beziehungen mit Israel haben, diese abzubrechen und die Botschafter zurückzuziehen, bis Israel die Luft- und Seeblockade gegen den Libanon aufhebt. Er gibt bekannt, daß am Samstag ein Sitzstreik aus Protest gegen die Blockade durchgeführt wird.
31.08.06// Jim Lobe in Asia Times: “In einem Treffen mit einem ‘very senior Israeli official” (Deputy National Security Adviser Elliot) Abrams meinte dieser, daß Washington nichts dagegen hätte, wenn Israel seinen Krieg auf den anderen Nachbarn ausdehnen würde. Er ließ keinen Zweifel daran, daß Syrien gemeint war.” Abrams forderte Israel noch sehr diskret auf, seine Neocons Verbündeten, wie Richard Perle und Newt Gingrich, die eng mit Dick Cheney verbunden sind, waren da schon deutlicher. Sie drückten ihren Unwillen aus gegenüber Israels Mangel an Aggressivität oder Erfolg in „getting the job done.“ Cheneys Middle East Adviser John Hannah und David Wurmser, haben schon seit langem einen Regimewechsel in Syrien befürwortet. Nach Angaben der New York Times, hätten Abrams und die Israel-Lobby erfolgreich bei Bush interveniert, gegen den Versuch von Condoleezza Rice Bush zu überzeugen, Verbindungen mit Syrien aufzunehmen, um den Krieg zu beenden.
30.08.06// aljazeera.net. Die Libanesen haben ihren Humor nicht verloren. In der Nachkriegszeit kursieren viele Witze. Al-Jazeera bringt einige davon.
Drei Hizbullahkämpfer in Südbeirut zeigen nach einem Angriff der Israelis das Siegeszeichen. Eigentlich nicht: Sie zeigen nur an, daß nur noch zwei Gebäude stehen.
Warum steigen die Mieten im Viertel Ain al-Rummaneh, wo man einen Blick auf die südlichen Stadtviertel hat? Weil man jetzt einen Seeblick hat.
Warum sind kokette ältere libanesische Damen so glücklich über den Krieg? Weil er sie 30 Jahre zurückgebracht hat.
Warum bekommt Hassan Nasrallah den Nobelpreis für Bildung? Weil er der einzige ist, der eine Million Menschen in zwei Tagen in die Schule geschickt hat.
Olmert schickte eine Spezialeinheit tief in den Libanon. Die Mission: Kidnapping Feiruz. Er besteht darauf die einzige Brücke zu finden, die er nicht zerstört hat. [Die Israelis blicken nicht durch! Es handelt sich um die imaginäre Brücke Lawziye in einem Fairuzsong]
Nachdem Saudi-Arabien beschlossen hat dem Libanon eine halbe Milliarde Dollars für den Wiederaufbau zu spenden, befiehlt der ägyptische Präsident Hosni Mubarak sechs israelische Soldaten an der Grenze zu kidnappen.
Während der Massenevakuierung von Ausländern aus dem Libanon reagieren die palästinensischen Flüchtlinge, die seit 60 Jahren im Libanon sind, aufgeregt. Die PA hat beschlossen ebenfalls ihre Bürger zu evakuieren.
Kürzlich kam ein Israeli im Flughafen Heathrow in London an. Er füllt ein Formular aus, als ihn der Zollbeamte fragte: Occupation? (Im Englischen sowohl Beruf als auch Besatzung) Der Israelis antwortete prompt: Nein, nur Besuch.“
29.08.06// News.monstersandcritics.com. Hizbullah gab gestern die Schäden im Südlibanon bekannt. Durch die Bombardements wurden 6000 Häuser zerstört und 13000 beschädigt. Jihad al-Bina hat die Schäden in 115 Dörfern von 250 Freiwilligen, darunter Dutzende von Ingenieuren evaluiert. 3000 Familien haben soviel Geld bekommen, um Möbel zu kaufen und ein Jahr in Miete wohnen zu können. Weitere 3000 Familien bekommen nächste Woche Hilfe. Wenn die Bewohner der Dörfer wollen, könne sofort mit den Reparaturen begonnen werden, so die Firma Jihad al-Bina, beider Zimmerleute, Maurer usw beschäftigt sind.
28.08.06// dailystar.com Zwei Wochen nach dem Waffenstillstand hat Hizbullah ihre Untersuchung über die Zerstörung des südlichen Beirut fast vollendet. In einigen nicht zerstörten Gebäuden in Haret Hreik befinden sich die Teams von Jihad al-Bina, der Konstruktionsfirma Hizbullahs. „Wir haben die südlichen Vorstädte in 86 Zonen eingeteilt, jeder Zone steht ein Team mit einem Ingenieur vor und drei Assistenten die den Schaden erfassen“, sagt Ghanem Slim, der Koordinator. Sie hätten 182 Gebäude mit 4000 Appartements erfaßt, die total zerstört sind. Weitere 192 Gebäude wären beschädigt. Nach Auskunft der libanesischen Polizei hätten drei Wellen von Kampfjägern, 33 Mal an einem Tag 16 Gebäude zerstört.
27.08.06// ap. Scheich Hassan Nasrallah sagte in einem Interview mit News TV, daß er die Festnahme von zwei israelischen Soldaten nicht angeordnet hätte, wenn er gewußt hätte, daß es zu solch einem Krieg gekommen ware. „Wir dachten nicht, auch nicht zu einem Prozent, daß die Festnahme zu einem Krieg mit diesen Ausmaßen führen würde. Sie haben mich gefragt, wenn ich am 11. Juli gewußt hätte, daß die Operation zu solch einem Krieg führt, ob ich es trotzdem getan hätte, da muß ich ein absolutes Nein sagen.“ Weiter meinte Nasrallah, daß die UNO und Italien bereits Kontakte aufgenommen hätten über einen Gefangenenaustausch.
27.08.06// realcities.com. Sidon ist der Geburtsort von PM Fuad Siniora und von Rafik Hariri. Je mehr näher Siniora und Hariri sich dem Westen angenähert hätten, desto mehr sei ihr Einfluß in Sidon geschwunden. Jetzt nach dem Sieg von Hizbullah sei es in Sidon für sie noch schwieriger geworden. „Der Haririblock hat keine Chance seine Macht hinter die Grenze von Sidon auszudehnen. Eigentlich haben sie Schwierigkeiten in der Stadt selbst“, so Hilal Khashan, Professor für Politik an der American University of Beirut. „Jetzt gibt es andere Konkurrenten.“
25.08.06// yahoo.com “Nur die libanesische Armee darf die Grenze zu Syrien kontrollieren”, so Ministerpräsident Siniora. Und weiter: „Es steht außer Frage, daß Truppen der UNIFIL an die syrische Grenze verlegt werden.“
25.08.06// thestate.com. „Der Hauptsitz von al-Manar wurde dem Erdboden gleichgemacht, die Antennen und die Übertragungsanlage zerstört, die Website gehackt. Es folgten 34 Tage Kämpfe zwischen Israel und Hizbullah, aber al-Manars TV blieb auf Sendung und trotzte dem israelischen Militär von Studios in geheimen Bunkern aus, wie, ist ein Rätsel. Aus Sicherheitsgründen sagen al-Manar-Vertreter nichts über die geheimen Studios...“
23.08.06// aljazeera.net. Die kuwaitische Firma al-Kharafi Group hat eine einseitige Anzeige in einer amerikanischen Zeitung geschaltet. Sie zeigt verwundete und weinende Kinder im Libanon. Der Text ist an Präsident Bush gerichtet und sagt, daß es da ein Mißverständnis gebe. Bush hatte von muslimischen Terrorverdächtigen als Faschisten gesprochen. Bei allem Respekt, so der Präsident der Firma, Nasser al-Kharafi, Präsident Bush soll sich mal anschauen was mit den Kindern im Libanon passierte. Die Botschaft war an Bush gerichtet, weil „er ein Repräsentant Israeli ist und ihr Unterstützter.“
24.08.06// Die Washington Post (Edward Cody) berichtet über ein Ereignis am 10.08.06. Das israelische Militär nahm Marjayoun, ein christliches Dorf an der Grenze ein. Eine Machtdemonstration in dem Dorf, das früher das Hauptquartier der SLA, der von Israel bezahlten Südlibanesischen Armee, während der 18 jährigen Besatzung war. Um 9 Uhr morgens erschien ein israelischer Offizier in der Garnison des libanesischen Militärs, die 350 Mann unter dem Kommando von Brig. Gen. Adnan Daoud beherbergte. Der Abgeordnete Ahmed Fatfat sagte, daß Daoud ihn sofort über sein Handy angerufen hätte, ob er einschreiten solle. Sie hätten entschieden, daß sie den Offizier hereinlassen, so Fatfat. Der israelische Offizier fragte ob Hizbullahkämpfer in der Gegend seien, und gab Daoud die Anweisung, am Eingang eine weiße Flagge aufzuhängen. Daoud wurde später wegen Verrats unter Hausarrest gestellt, weil er auf einem Videoband zu sehen war, als er dem Offizier Tee brachte. Ein Woche später wurde der Hausarrest aufgehoben und er trat zurück. Am gleichen Tag kam eine andere israelische Einheit nach Marjayoun und begann zu schießen. Daoud telefonierte wieder mit Fatfat. Ohne Widerstand fuhr die israelische Truppe in die Garnison, entwaffnete die Soldaten und sperrte Daoud in einen Raum. Hinter den Kulissen begann nun Aktivitäten, Fatfat, PM Siniora, US-Botschafter Jeffrey Feltman und die US-Botschaft in Tel Aviv verhandelten. Dies führte zu Versicherungen des israelischen Verteidigungsministeriums, daß die Soldaten keinen Befehl hätten, die Garnison zu besetzen. Dann fragte Daoud nach wann sich die Truppe aus Marjayoun zurückziehen soll. Das israelische Militär autorisierte den Abzug der libanesischen Soldaten nach Beirut - unter Begleitung einer UNIFIL-Einheit.
24.08.06// csmonitor. Im Südlibanon wird nicht explodierte Munition weggeräumt, auf den Dächern, in Gärten, auf den Wegen. Der CS Monitor beschreibt eine Familie, in deren Garten man die Clusterbomben im Dreck liegen sieht. Es wurden 10 Tausende dieser kleinen Splitterbomben abgeworfen. Die Verletzungen nehmen zu. Laut Zahlen der libanesischen Armee, gibt es bis jetzt acht Tote und 38 Verletzte. Die UNO hat 249 Gebiete ausgemacht, die voll mit diesen Bomben sind. Marc Garlasco, von Human Rights Watch: „Das ist die schlimmste (Cluster-Bomb Kontaminierung), die ich je gesehen habe." Garlasco, ehemaliger Militär, nahm teil an der Irakinvasion 2003 und war bei verschiedenen US Schadenserforschungen (des Militärs) dabei. „Wenn die Minenräumer das nicht in den Griff kriegen, bekommen wir eine handfeste humanitäre Krise“, so Garlasco. Der Einsatz der Clusterbomben im Irak 2003, wäre sehr problematisch gewesen, aber im Gegensatz zu dem was hier passiert ist, „war das (im Irak) ein Kinderspiel."
23.08.06// bbc.online. Die Waffenlieferungen der USA liefen über den Flughafen Prestwick, bei Glasgow, später über RAF Mildenhall, Suffolk. dort wurde auf dem Flug nach Israel Zwischenhalt gemacht. Richter Ouseley gab einer Klage des IHRC nicht statt. Das Komitee forderte dies zu unterbinden, weil damit „terroristische Angriffe“ Israels unterstützt würden.
23.08.06// latimes.com. Beirut. Wiederholte Flüge der israelischen Luftwaffe über Libanon rufen Proteste von örtlichen und internationalen Verantwortlichen hervor. UNIFIL, United Nations Interim Force in Lebanon, sagt klar, daß dies eine Verletzung der UNSR-Resolution wäre. Es gibt keinen Kommentar des israelischen Militärs. Allerdings verteidigte die israelische Regierung diese Aktionen. Begründung ist (wieder einmal, Bemerk. inamo) die Verhinderung der Waffentransporte an Hizbullah. Der Sprecher der UN im Libanon, Maher Nasser: “Es ist eine Verletzung der blauen Linie und der SR-Resolution, die fordert, daß beide Seiten die blaue LInie respektieren.”
23.08.06// www.iht.com. (International Herald Tribune) Als Mercy Corps und andere westliche Hilfsorganisationen mit Medizin und Nahrungsmittel die zerstörten Dörfer erreichten, bemerkten sie, daß sie ein großes Problem hatten: Die USA. Hier geht alles über Hizbullah. Es gibt kaum eine andere Alternative. Hizbullah sind die schnellsten und haben die effektivsten Organisationen um Hilfe in die Dörfer des Südlibanon zu bringen. „Natürlich gibt es eine Trennung zwischen dem was wir tun und was Hizbuallah“, sagt, Muhammad Abullah, der Bürgermeister von Khiam, der die lokale Lebensmittelzuteilung und Wasser von Mercy Corps macht. „Aber natürlich gibt es hier Koordination.“ Auf seinem Schreibtisch befindet sich ein Briefbeschwerer mit dem Logo von Jihad, Hizbullas Konstruktionsfirma. „UNICEF war hier und Mercy Corps und andere“, sagt Ahmad Zogby, 39, (sein Haus und das seiner Eltern wurde zerstört), „aber auf alles was reinkommt, hat Hizbullah ein Auge, und überwacht, daß alles seine Richtigkeit hat.“ Hizbullah ist zwar nur eine Gruppe mit sozialen Diensten, aber seine Reputation im Bereitstellen von Diensten auf ehrliche Weise, ist unschlagbar.“
Im benachbarten Nabatiye z.B., arbeitet Mercy Corps über die Jabbar Foundation, eine NGO, die von Yaseen Jabbar einem reichen Mitglied des Parlaments unterstützt wird. Aber der Bürgermeister von Nabatiye, Mustafa Badreddine, 55, meint, daß die Foundation ineffektiv sei. Er würde lieber mit Hizbullah arbeiten, die seien vertrauenswürdiger.
David Holdridge, Mercy Corps's Koordinator für Libanon: “Wir können und würden auch keinen Kontakt zu Hizbullahs militärischem Flügel oder seinen sozialen Dienstorganisationen aufnehmen.“ Andere Organisationen, die US-Gelder erhalten, sind in einer ähnlichen Situation. Dr. Jeffrey Goodman, medizinischer Berater von International Medical Corps: „Keine Frage, dies ist eine trickreiche Situation.“ Viele, auch diejenigen Hilfsorganisationen, die im Gazastreifen arbeiten, warten auf eine volle Definition was „no contact“ mit terroristischen Organisationen heißt.
23.08.06// latimes.com. Beirut. Wiederholte Flüge der israelischen Luftwaffe über Libanon rufen Proteste von örtlichen und internationalen Verantwortlichen hervor. UNIFIL, United Nations Interim Force in Lebanon, sagt klar, daß dies eine Verletzung der UNSR-Resolution wäre. Es gibt keinen Kommentar des israelischen Militärs. Allerdings verteidigte die israelische Regierung diese Aktionen. Begründung ist (wieder einmal, Bemerk. inamo) die Verhinderung der Waffentransporte an Hizbuallah. Der Sprecher der UN im Libanon, Maher Nasser: “Es ist eine Verletzung der blauen Linie und der SR-Resolution, die fordert, daß beide Seiten die blaue LInie respektieren.”
23.08.06// IDF website. Since Operation Change of Direction began a month ago, the Air Force has carried out aerial attacks on approximately 7,000 targets in Lebanon while the Navy has conducted over 2,500 bombardments of the Lebanese coast. This, according to the IDF summary of aerial and naval operations during Operation Change of Direction, published today.
Summary of IDF airstrikes during Operation Change of Direction:
More than 7,000 targets struck in Lebanon
15,500 sorties flown over Lebanon, including:
More than 10,000 combat missions
2,000 helicopter combat missions
1,000 helicopter search-and-rescue missions
1,200 transport missions
Over 1,300 reconnaissance missions
Summary of IDF naval operations during Operation Change of Direction:
Navy vessels sailed over 8,000 hours along the Lebanese coast
The Navy conducted 2,500 bombardments of targets along the Lebanese coast including missile launch sites, missile launchers, weapons storage sites, coastal roads, other Hezbollah infrastructure, Hezbollah radar installations, and fuel stations and depots
Blockade of Lebanese coast for 33 days, while permitting over 200 vessels through for purposes of evacuating civilians or providing humanitarian aid
The naval blockade of Lebanon will continue until such time as a system is implemented to prevent arms smuggling in the area.
22.08.06// UNITED NATIONS (Reuters) – Neue Regeln für die UN-Truppen im Libanon, gestatten den Soldaten im Falle der Selbstverteidigung zu schießen. Gewalt zum Schutze der Zivilisten zu gebrauchen, und bei bewaffneten Angriffen zurückzu schießen. Die Regeln umfassen 21 Seiten. Die UN-Resolution fordert von der UNIFIL nicht die Entwaffung von Hizbullah-Guerillas in der südlichen Pufferzone.
22.08.06// Der Minister für Arbeit, Tarrad Hamadeh, (Hizbullah) forderte die Regierung auf, die israelische Luft- und Seeblockade zu durchbrechen. Die Schiffe sollen die libanesischen Häfen anlaufen, ohne vorher nach israelischer Genehmigung zu fragen.
21.08.06// dailystar.com.lb. Mohammad Ali Qobeisi, Mitglied des National Council for Scientific Research an der Libanesischen Universität, sagte gestern, daß ein Bombenkrater in Khiam ein „hohes Maß an unidentifizierbarem radioaktiven Material“ enthalten würde. Er hatte zusammen mit einem zweiten Wissenschaftler den drei Meter tiefen und 10 Meter breiten Krater im Jlahiyya-Viertel in Khiam untersucht.
21.08.06// haaretz.com. Mitglieder des Generalstabs der Armee sagten, daß „Runde zwei“ zwischen Hizbullah und Israel innerhalb weniger Monate beginnen könnte. Wahrscheinlich dann, wenn die Waffenlieferungen von Syrien und Iran fortgesetzt würden.
21.08.06// haaretz.com. Laut dem UN-Sprecher sollen ihre Truppen im Südlibanon authorisiert werden gegen bewaffnete Hizbullah-Kämpfer vorzugehen. Gegen bewaffnete Individuen, die sich weigern ihre Waffen niederzulegen, kann sofort geschossen werden.
20.08.06// aljazeera.net. Verteidigungsminister Elias Murr, warnte Hizbullah vor der Verletzung des Waffenstillstandsabkommens. Derjenige der Raketen nach Israel schießen würde, käme vors Militärgericht. Denn dies würde Israel die Rechtfertigung geben, wieder in den Libanon einzufallen.
20.08.06// telegraph.co.uk. Britische Spezialisten für Minensuche haben Israel beschuldigt gegen libanesische Grenzdörfer flächendeckend Cluster-Bomben eingesetzt zu haben. Die Mines Advisory Group (MAG) arbeitet in der libanesischen Stadt Nabatiya. Sie meinen es wären extreme Mengen dieser Bomben auf die umliegenden Dörfer abgeworfen worden, insbesondere an den letzten Tagen des Krieges.
20.08.06// Boudai, Libanon. Seattlepi.nwsource.com. Viele Hizbullahkämpfer kommen in das Dorf Boudai, untersuchen und befragen die Bevölkerung über den 90 minütigen Angriff der Israelis einen Tag zuvor. Um drei Uhr morgens wurden mit dem Hubschrauber Truppen abgesetzt. Rechtfertigung der Israelis: Das Kommando hätte den Auftrag gehabt, das Schmuggeln von iranischen Waffen über Syrien zu verhindern. Allerdings scheint eher die Schule, deren Besitzer das Hizbullah-Mitglied Scheikh Yazbeck sein soll, so das Gerücht, im Visier des Angriffs gewesen zu sein. Die Schule war gerade erst fertiggestellt worden, der Baudreck noch nicht beseitigt, außen war sie gelb markiert, mit: Boudai-Schule, Eigentümer: Die Republik Libanon, aber keine Hizbullahfahne. Zehn Hizbullah-Kämpfer hätten anfänglich mit den Israelis gekämpft, dann seien aber 300 Dörfler gekommen, die schnell ihre Gewehre genommen und mitgekämpft hätten. Suzanne Mazlun, die Frau des Bürgermeisters Suleiman Chamas: „Die Leute im Dorf brachten ihre Gewehre mit. Selbst 15jährige hatten ein Gewehr dabeigehabt.“ Die Israelis hätten sich schnell in die Tabak- und Weizenfelder geflüchtet und wären dort von Hubschraubern abgeholt worden. Ein Offizier wurde getötet, zwei Soldaten verletzt. Dutzende Hizbullah-Kämpfer wären am Sonntag bei dem dritten Tag der Trauer in der Nähe anwesend gewesen, wo ihr Kämpfer Mohammad Ahmed Asef, begraben wurde. Laut den Spekulationen war Yazbeck bei der Trauerfeier anwesend.
19.08.06// Die Genetikprofessorin Paola Manduca (Universität Genua) schreibt: „Inzwischen liegen unzählige Berichte aus Hospitälern, von Augenzeugen, Waffenexperten und Journalisten vor, die stark darauf hinweisen, daß in der Offensive der israelischen Streitkräfte gegen Libanon und Gaza ”neue Waffen” eingesetzt wurden. Neue und seltsame Symptome bei den Verwundeten und Toten werden berichtet: Körper mit abgestorbenem Gewebe, aber ohne sichtbare Wunden; ”eingeschrumpfte”Leichen; Zivilpersonen mit schweren Schäden an den unteren Gliedmassen, die Amputationen erforderlich machen; wobei nach der Amputation die Nekrose (Absterben des Gewebes) trotzdem unaufhaltsam fortschreitet und schließlich zum Tode führt; Beschreibungen von ausgedehnten inneren Verletzungen ohne sichtbare Zeichen von Splittern, geschwärzte Leichen, die aber nicht verbrannt sind, und andere Leichen, die schwere Wunden aufweisen, die aber nicht bluten. Viele dieser Beschreibungen legen die Vermutung nahe, dass zu den verwendeten neuen Waffen auch ”Directed Energy”-Weapons (DEW) (Waffen mit gerichteter Energie) gehören sowie chemische und/oder biologische Wirkstoffe und daß es sich um eine makabre Art von Experiment für die zukünftige Kriegsführung handelt, bei der es keinerlei Achtung vor irgend etwas gibt: Nicht vor den völkerrechtlichen Regeln (von den Genfer Konventionen angefangen bis hin zu den Verträgen über biologische und chemische Waffen), nicht vor Flüchtlingen, Hospitälern und dem Roten Kreuz…“http://www.saar-echo.de/de/art.php?a=32286
19.08.06// Viele der von Israel angeblich getöteten Hizbullahkader haben sich inzwischen in der Öffentlichkeit gezeigt oder haben Interviews gegeben. So behauptete Israel z.B. Muhammad Ra´d, Fraktionsführer der Hizbullah im Parlament, getötet zu haben. Heute gab er ein Interview in New TV.
19.08.06// UNO. Generalsekretär Kofi Annan forderte die Mitgliedsstaaten auf, Soldaten für die UN-Friedenstruppe für den Libanon bereitzustellen. Er versicherte, daß es nicht zu den Aufgaben der Soldaten gehört, Krieg gegen Israel, Libanon oder Hizbullah zu beginnen. „Es ist nicht vorgesehen, mit Gewalt das zu erreichen, was durch Verhandlungen und dem internen libanesischen Konsens realisiert werden muß.“
19.08.06// Reuters, Jakarta. Indonesien würde, wenn es sich an den Friedenskräften der UNO beteiligt, sich nicht an der Entwaffnung von Hizbullah beteiligen, so Verteidigungsminister Juwono Sudarsono. Das wäre eine zu sensible Angelegenheit.
19.08.06// UN (AP). Generalsekretär Kofi Annan forderte gestern Israel auf, die Luft- und Seeblockade unverzüglich aufzuheben, damit Hunderttausende Hilfe erhalten können.
19.08.06// The Boston Globe. Hizbullah signalisierten den Libanesen, „daß sie vorbereitet sind für die postwar-politische Dynamik des Landes....Der libanesische Staat braucht drei Monate um Hilfe zu bringen, die UNO drei Jahre und Hizbullah ist schon am nächsten Tag da, so Timur Goksel, der früher für die UN-Friedenstruppe im Libanon verantwortlich war. Als die Bomben noch fielen, begannen bereits Bulldozer der Hizbullah den Schutt von den Straßen und den Wegen um die Bombenkrater herum wegzuräumen. Dann, Stunden nachdem der Waffenstillstand in Kraft trat begannen bereits Ingenieure von Hizbullahs Öffentlicher Abteilung zu inventarisieren, welche Häuser, Büros, Straßen und Infrastruktur Beiruts und im Südlibanon zerstört sind. Ende letzter Woche, begannen sie bereits mit der nächsten Phase, sie brachten den Schutt der halbzerstörten Häuser an den Stadtrand...Hizbullah bezeichnet sich selbst als Widerstandsorganisation, die USA und Israel sagen es wären Terroristen, die nur Israel zerstören wollen. Aber Hizbullah hebt sich von ähnlichen Gruppen in der Region durch die Effizienz ihrer sozialen Dienste für die Schiiten ab. Die Bemühungen der Gruppe den Wideraufbau voranzutreiben, ist ein anderes Ziel – das die säkulare Regierung diskreditiert...Hizbullah verteilt Zuwendungen – normalerweise 12000 Dollar (für ein Jahr) – Ende nächster Woche soll jede Familie der südlichen Vorstädte Beiruts eine zeitweise Unterkunft erhalten....Abu Ahmeds (Leiter der Aufbauaktion) Schreibtisch ist bedeckt mit detaillierten Karten. Jedes Gebäude in Südbeirut ist eingezeichnet. Mit Rot sind die zerstörten Gebäude, mit Grün die teilweise zerstörten markiert...“
19.08.06// Herald Sun. In Tyros, Südlibanon wurde ein Massengrab wieder geöffnet, um den 136 Opfern ein würdiges Begräbnis zu geben. Die Toten wurden schnell während der israelischen Bombardierung begraben, als das Leichenschauhaus und die Kühllastwagen überfüllt waren. Die Toten wurden von den Dörfern und Straßen gebracht, die durch Israels Luftwaffe bombardiert wurden. Die libanesische Armee hatte das Massengrab ausgehoben. Freunde und Verwandte brachten die Toten in ihre Dörfer zurück.
19.08.06// Qatar übernimmt den Aufbau der zerstörten südlibanesischen Stadt Bint Jubeil, auch die Restaurierung der öffentlichen Einrichtungen. Auch den Wiederaufbau der zwei Krankenhäuser und einem Krankenhaus in Sidon. Bint Jubail hatte 30 000 Einwohner.
19.08.06// UN (AP). Generalsekretär Kofi Annan forderte gestern Israel auf, die Luft- und Seeblockade unverzüglich aufzuheben, damit Hunderttausende Hilfe erhalten können.
19.08.06// Im Dorf Bodai, westlich von Baalbek, Biqaa-Tal, 100 km von der israelischen Grenze entfernt, landeten in der Nacht Hubschrauber, ein Kommando und zwei Fahrzeuge wurden entladen. Zur Begründung für diese Aktion diente Israel ein angeblicher Waffentransport von Iran und Syrien zur Hizbullah. Nach Berichten des BBC hätten sie hätten mehr Widerstand gehabt als erwartet. Die Schießerei hätte, so ein Augenzeuge zu Jon Leyne vom BBC, mindestens zwei Stunden gedauert. Zwei Helikopter hätten die Soldaten dann aufgenommen während Kampfjets die Aktion überwachten. Spekuliert wird, daß die Israelis einen Hizbullahführer, der in diesem Dorf wohnt kidnappen wollten. Anscheinend sind drei Hizbullahkämpfer und ein israelischer Soldat getötet worden und zwei verwundet. Es folgte eine wütende Antwort von Ministerpräsident Siniora, der auf die Verletzung des Waffenstillstandsabkommens hinwies. Verteidigungsminister Elias al-Murr meinte, daß wenn von der UNO keine klare Antwort auf diese Verletzung komme, dann „werde ich gezwungen sein, das Kabinett aufzufordern, daß die Verschickung der libanesischen Armee in den Süden gestoppt wird." Die Boulevardpresse sieht das anders: Der ZDF-Korrespondent: „Hizbullah läßt seit dem Waffenstillstand keine Provokation aus.“
19.08.06// Haaretz. Die libanesischen Sicherheitskräfte geben bekannt, daß gestern israelische Dronen und Kampfjets über das Beqaa-Tal geflogen sind. Die israelische Armee meinte, daß sie keinen Kommentar darüber abgeben würden, sondern sagte, daß sie Libanon seit dem Waffenstillstand nicht angegriffen hätten.
19.08.06// Thenews.com. Malaysia ist bereit Truppen für die UNO nach Libanon zu entsenden, trotz des Protestes von Isreal. Israel wünscht nur Länder, die auch diplomatische Beziehungen zu Israel unterhalten. Sowohl Malaysia als auch Indonesien sind bereit 1000 Soldaten bereitzustellen. Beide Länder haben keine diplomatischen Beziehungen mit Israel, sie unterstützten die Palästinenser. „Es gibt keinen Grund uns von der Unterstützung für die UNO im Südlibanon fernzuhalten,“ sagte der malaysische Verteidigungsminister Najib Razak, „...ich weiß nicht warum sie einen solchen technischen Aspekt benutzen, um uns aufzuhalten unsere Leute dorthin zu schicken.“ Unter den indonesischen Soldaten sollen 150 Ingenieure sein, die sich um den Wiederaufbau der Infrastruktur kümmern sollen.
17.08.06// Independent. Robert Fisk. "Sie graben sie aus zur Zeit... In ganz Libanon wird systematisch Tonnen von Trümmern der alten Dächer und der Apartmentblocks weggeräumt, sie finden darunter ganze Familien, ineinanderverschlungen in der Stunde des Todes, als ihre Häuser von der israelischen Luftwaffe weggebombt wurden. Letzte Nacht haben sie 61 Leichen gefunden." Jetzt sind es ungefähr 1300 Tote, in 33 Tagen. "In Srifa, südlich des Litani, haben sie unter Ruinen, auf denen ich noch vor drei Tagen stand, 26 Leichen gefunden. In Ainata waren es weitere 8 tote Zivilisten..."
16.08.06// washingtonpost.com. Hasan Nasrallah meinte, daß die Entwaffung der Miliz eine langfristige Sache sei. In al-Manar hätte er diejenigen kritisiert, die die Entwaffnung vorantreiben. Eine unverzügliche Entwaffnung sei unverantwortlich und unmoralisch. Die Schiiten hätten am meisten gelitten und die meisten Opfer zu beklagen. "In dieser emotional schwierigen und schicksalshaften Zeit sprechen einige Individuen mit "hölzernen Zungen", sie sitzen hinter ihren Schreibtischen in air-conditioned Büros und sprechen über dieses Thema." "Dies ist unangemessen und falsch. Keiner soll Druck ausüben...(er soll im Kopf haben) daß die schlimmste Schlacht in der GEschichte des Libanon südlich des FLusses ausgetragen wurde." Hizbullahs Miliz und die Infrastruktur der sozialen Wohlfahrtsorganisationen wären das einzige, so washingtonpost.com, was noch in Dutzenden zerstörten Dörfern funktionieren würde. Soldaten der libanesischen Armee in dem Dorf Srifa, z.B. würden unter dem Kommando der Hizbullah arbeiten, bei der Suche nachs verschüttenen Menschen. Hassan Nasrallah fragte: "Welche Alternativen habt ihr?...Können die libanesische Armee und die UN-Truppen...die Nation verteidigen? Hast und Simplifizierung sind fehl am Platz. Wir sind bereit und wir werden immer bereit sein einen Dialog zu führen, und helfen die Autorität des Staates zu erweitern. Wir sind Teil der Regierung und zwar ein elementarer Teil davon."
16.08.067/ Associated Press. Der französische Außenminister forderte Israel auf, die Luft-, Land-, und Seeblockade aufzuheben. Dies wäre jetzt nachdem der UN-Plan vorläge überflüssig. Die Blockade des Flughafens und der libanesischen Häfen sollen aufgehoben werden.
16.08.06// Haaretz.online. An den Außenposten entlang der Grenze zu Israel hatte Hizbullah – bevor der Krieg ausbrach - hebräisch-sprechende Hizbullah-Kämpfer stationiert. Dies geht aus von der israelischen Armee gefundenen Dokumenten hervor. Dort ist auch die Konversation zwischen den Soldaten transkribiert, die über IDF-Communication network geführt wurde. Soldaten teilten Haaretz mit, daß sie vor dem Krieg von Hizbullah-Kämpfern oft in Hebräisch angesprochen wurden. Ein Soldat gab ein Beispiel: „Wir wollten (an der Grenze) eine nicht funktionierende Kamera auswechseln...der Hizbullah-Mann auf der anderen Seite bemerkte uns und fragte uns, er schrie, wo unser Kommandeur der Einheit sei. Sie benutzen den Name des Funkcodes unseres Kompaniekommandeurs. Dann wußten wir, daß sie alles abhören und auch verstehen was wir über Funk sagen.
16.08.06// Die italienische Zeitung La Republica, hat heute folgendes veröffentlicht: Hizbullahs TV Sender al-Manar hätte Bilder eines libanesischen Soldaten gezeigt, der israelischen Soldaten im Camp vom Marjyoun, einem christlichen Dorf im Grenzgebiet, Tee serviert. Ein libanesischer Armeegeneral sprach außerdem lächelnd mit einem israelischen “Offiziellen”...Als der libanesische General Adnan Dahoud, bemerkte, daß eine TV-Kamera in der Nähe war, hätte er sich aus dem Camp entfernt.
16.08.06// washingtonpost.com. 22 Kongreßmitglieder flogen während des Krieges nach Israel, nur einer nach Libanon, Darrell Issa (Kalifornien). Er gab gestern im Nationalen Presseclub eine Konferenz, verurteilte Israels Zerstörungen im Libanon und meinte an Hizbullah gerichtet: „Man kann eine Idee oder eine terroristische Organisation nicht mit Waffen allein bekämpfen.“ Muhammad al-Alami von al-Jazira, war nicht sehr zufrieden mit Issas Forderung, daß die USA schnellstens helfen soll, den Libanon wieder aufzubauen, auch nicht von Issas Fotos der zerstörten Brücken im Libanon und die Umweltverschmutzung der Küste durch as Öl. „Du erwähnst den Öldreck, bedauerst die Gefahr für die Fischfortpflanzung, aber du erwähnst nicht die 1000 Zivilisten, die umgekommen sind....Kinder wurden von den israelischen (Bomben) in Stücke gerissen, mit amerikanischer Duldung und amerikanischen Waffen.“
15.08.06// BEIRUT (Reuters) Das israelische Militär beginnt einige seiner Positionen an die UN-Friedenskräfte zu übergeben und sich teilweise zurückzuziehen. Gleichzeitig wird die libanesische Armee aufgefordert, sich am Litani zu positionieren, um dann weiter südlich vorzurücken, wenn die Israelische Armee sich zurückzieht. Gestern erschossen die Israelis fünf Hizbullah-Kämpfer. Es wäre nicht bekannt, so die israelische Armee, ob sie getötet worden wären. 1110 Menschen wurden im Libanon getötet, 157 in Israel. Israel gibt die Zahl der getöteten Hizbullah-Kämpfer mit 530 an, eingeschlossen der zuletzt erschossene Sajed Dewayer, einer der Führer von Hizbullah. Hizbullah gibt die Zahl der Getöteten mit 80 an.
14.08.06// spiegel.online „Flüchtlinge sollten der israelischen Armee zufolge erst dann wieder in das Gebiet südlich des Flusses Litani reisen, wenn die libanesische Armee und die Uno-Truppe Unifil dort die volle Kontrolle hätten. Tausende Vertriebene brachen aber noch in den ersten Stunden der Waffenruhe zur Rückkehr in ihre Heimatdörfer auf. Hunderte von Familien, die nach Beirut und in den Norden geflohen waren, machten sich auf den Weg zurück in ihre Dörfer. Was sie dort erwartet, wissen sie nicht. Die Vertriebenen fuhren in Kleinbussen und Privatfahrzeugen in langen Kolonnen vor allem über die Stadt Sidon nach Süden. Auf der Hauptverbindungsstraße geht schon seit Stunden nichts mehr.“. Ehud Olmert äußert sein Verständnis des Waffenstillstands: "Wir werden sie überall und zu jeder Zeit verfolgen, und wir haben nicht vor, irgendjemanden um Erlaubnis dafür zu bitten", sagte Ehud Olmert bei einer Sondersitzung der Knesset über die Jagd auf die Hisbullah-Anführer. "Diese Leute werden von uns keine Ruhe bekommen", sagte Olmert.
14.08.06// Haaretz.com. „Wenn unsere Soldaten tief auf libanesischem Territorium kein Essen oder Wasser mehr haben, denke ich, daß sie in die lokalen Geschäfte einbrechen können, um das Problem zu lösen." Dies sagte Brigadegeneral Avi Mizrahi.
14.08.06// haaretz.com "We are today before a strategic, historic victory, without exaggeration," sagte Hassan Nasrallah. He declared that it was the "wrong timing" for a public discussion on disarming the guerilla group, saying the issue should be done in secret sessions of the government to avoid serving Israeli interests. The UN resolution states that "there will be no weapons without the consent of the government of Lebanon and no authority other than that of the government of Lebanon." "This is immoral, incorrect and inappropriate," he said. "It is wrong timing on the psychological and moral level particularly before the cease-fire," he said in reference to calls for the guerillas to disarm. "Who will defend Lebanon in case of a new Israeli offensive?" he asked. "The Lebanese army and international troops are incapable of protecting Lebanon," he said, flanked by Lebanese and Hezbollah flags.
14.08.06// Ein Treffen der libanesischen Regierung zum Thema Entwaffnung der Hizbullah wurde abgesagt. Hizbullah hatte bekanntegegeben, daß sie nicht bereit wären dieses Thema zu diskutieren. Hizbullah hatte die Regierung über den Sprecher des libanesischen Parlaments, Nabih Beri, informiert. PM Siniora hatte darauf das Treffen verschoben.
13.08.06// Independent. Obwohl die UN-Resolution für einen sofortigen Stopp der Feindseligkeiten plädiert, dehnte Israel gestern die Bodenoffensive, aber auch die Luftoffensive aus. Independent bezeichnet die Offensive als die größte ihrer Art seit dem Yom Kippur-Krieg 1973. Die Israelis benutzten 50 Helikopter und landeten Hunderte von Soldaten im Südlibanon.
13.08.06// Naharnet. AFP. Das Gebiet um Khiam (zur Zeit der israelischen Besatzung Südlibanons, das von Israel gehaltene und von der SLA geleitete Gefängnis) stand unter heftigem Artilleriebeschuß. Israel bombardierte fünf Tankstellen in Sidon. Es brach ein riesiges Feuer aus, das drohte auf das nahegelegene Krankenhaus überzugreifen. Fahrzeuge der Feuerwehr, der Selbstschutzorganisationen und des Militärs konnten das Krankenhaus nicht erreichen, weil neue Luftangriffe der Israelis folgten. Der Direktor des Hospitals, Jawad Najm, sagte gegenüber AFP: „Die3 Flammen sind nahe am Gebäude, unsere Kranken und verwundeten Patienten sind von einer Rauchvergiftung bedroht."
13.08.06// Haaretz(Yoav Stern). Adalah, eine israelisch-arabische Anwaltsorganisation, ist der Auffassung, daß Israels Aktionen im Libanon Kriegsverbrechen sind und daß sie vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag verhandelt werden müssten. Adalah wies in einem Brief an Staatsanwalt Menachem Mazuz daraufhin, daß das Töten von Zivilisten, Dörfer bombardieren und Häuserzerstören Verletzungen der internationalen humanitären Gesetze sind und deshalb als Kriegsverbrechen geahndet werden müssen.
12.08.06// Hizbullah akzeptiert die UN-Resolution, aber wird weiterhin israelische Truppen, die sich im Libanon aufhalten, bekämpfen. Sayyed Hassan Nasrallah sagte, daß Hizbullah mit UN-Friedenstruppen und libanesischen Soldaten kooperieren würde. „Wenn es eine Übereinstimmung über das Einstellen der Feindseligkeiten oder der Militäroffensive gibt, wird der Widerstand dies akzeptieren“, so Hassan Nasrallah in al-Manar. Aber er sagte auch, daß es ein Recht gibt, gegen jeden israelischen Soldaten, der sich in Libanon befindet, zu kämpfen.
12.08.06// zaman.com. Anadolu News Agency. Mitglieder von Hizbullah gehen von Haus zu Haus und verteilen Essen, Medizin, Wasser, sanitäre Dinge an libanesische Zivilisten in Dörfern, die von Israel bombardiert werden. Die israelischen Angriffe haben alle Hizbullah-Gebäude zerstört, trotzdem setzt Hizbullah seine Hilfe fort. In Beirut verteilt Hizbullah Essen an Tausende von Menschen, die geflüchtet und in Schulen untergekommen sind. Die Partei hat auch medizinische Zentren errichtet. Freiwillig Ärzte von Hizbullah stellen ihre Dienste in verschiedenen Städten, die bombardiert werden zur Verfügung. 14 Kliniken und 12 Schulen wurden im ganzen Land errichtet. Hizbullahs Wohlfahrtseinrichtung „Imdad“ leistet medizinische Hilfe für die Armen und die „Märtyrerfoundation“ stellt den Schiiten Bildung, Gesundheit und andere öffentliche Dienste zur Verfügung.
12.08.06// antiwar.com (Jim Lobe). Ori Nir bemerkt in der jüdischen Wochenzeitung The Forward (USA), daß die israelische Regierung und General Halutz harscher Kritik von Seiten der hardliner der Neokonservativen ausgesetzt gewesen wären, weil sie keine härtere Kriegsstrategie verfolgten. Dies würde Israels „long-term strategy alliance“ mit Washington gefährden. Hizbullah sei in der Hand eines nuklearhungrigen Iran, schreibt Charles Krauthammer, Washington Post. Olmerts Suche nach einem „billigen“ Sieg, hätte nicht nur die Libanonoperation gefährdet sondern auch Amerikas Vertrauen in Israel. Und Jonah Goldberg schreibt im National Review, daß „Hizbullah kann nur mit einer Bodenoffensive zerstört werden...wenn Israel keine initiiert, dann wird das ganz schlecht.“ Andere haben Israel kritisert, weil es den Krieg nicht ausdehnt in Richtung Iran und Syrien. Max Boot, in Los Angeles Times, schreibt, daß Iran zu weit weg sei, aber Syrien vor der Haustür und außerdem schwach. „Um seine Grenzen zu sichern, muß Israel das Asad-Regime schlagen.“
12.08.06// zaman.com. Anadolu News Agency. Mitglieder von Hizbullah gehen von Haus zu Haus und verteilen Essen, Medizin, Wasser, sanitäre Dinge an libanesische Zivilisten in Dörfern, die von Israel bombardiert werden. Die israelischen Angriffe haben alle Hizbullah-Gebäude zerstört, trotzdem setzt Hizbullah seine Hilfe fort. In Beirut verteilt Hizbullah Essen an Tausende von Menschen, die geflüchtet und in Schulen untergekommen sind. Die Partei hat auch medizinische Zentren errichtet. Freiwillig Ärzte von Hizbullah stellen ihre Dienste in verschiedenen Städten, die bombardiert werden zur Verfügung. 14 Kliniken und 12 Schulen wurden im ganzen Land errichtet. Hizbullahs Wohlfahrtseinrichtung „Imdad“ leistet medizinische Hilfe für die Armen und die „Märtyrerfoundation“ stellt den Schiiten Bildung, Gesundheit und andere öffentliche Dienste zur Verfügung.
12.08.06// The Australian. In einem Artikel über Israels Geheimwaffe, die guten alten Flugblätter, heißt es, daß Hizbullah-Führer Scheich Hassan Nasrallah einfach respektlos „Hassan“ genannt würde. In einem grünen Flugblatt, das bereits zu Beginn des Krieges abgeworfen wurde und sich an alle Mitglieder und Sympathisanten von Hizbullah richtete, heißt es: „Hassan sagt, daß die Führung der Hizbullah weiterhin normal funktonieren würde, warum zeigen sich dann die Führungskräfte nicht in der Öffentlichkeit, stattdessen hängen aber ihre Poster in den Straßen Beiruts?...die einzige Wahrheit die er euch mitteilt, ist die, daß dies erst der Anfang wäre.“ Unterzeichnet werden die Flugblätter mit: The State of Israel. Eine Woche später wäre ein zweites provokatives Flugblatt erschienen, diesmal an alle Libanesen gerichtet: „Warum hat Hassan den Staat Israel angegriffen? Ist es weil er libanesische Gefangene aus israelischen Gefängnissen befreien will? Hassan hätte ihre Befreiung schon vor langer Zeit haben können, wenn er verhandelt hätte, ohne dem Libanon zu ruinieren. Hassan spielt mit dem Feuer und jetzt brennt Libanon. Hassan hat eure Zukunft aufs Spiel gesetzt, jetzt bezahlt ihr den Preis.“ Die letzte Attacke auf Nasrallahs Charakter, war wieder an die Hizbullahmitglieder gerichtet. Die Flugblätter wurden in Sidon abgeworfen. „Denkt ihr das Schlachtfeld sieht aus wie die Propagandaszenen in Kanal von al-Manar...Habt ihr Vertrauen in eure Führer, die euch sagen, daß das was euch gegenüber nur ein Spinnennetz ist, das vor euch zerreißt?“
11.08.06// Starcom. Israels Militär sei erstaunt gewesen, als sie die Bunkernetzwerke, computerisierte Waffen etc. in den Hizbullahpositionen entdeckt hätten. Die Soldaten entdeckten Bunker mit air-conditioning, 40 Meter unter der Erde unnd Anti-Panzer Waffen aus Frankreich, USA und Russland. Der erste große Schock für das Militär, sei der gewesen, als Hizbullah einen israelischen Zerstörer mit einer chinesischen „shore-to-sea-missile“ fast zum Sinken gebracht hätte. „Es gab Waffen, von denen wir keine Ahnung hatten, so General Ido Nehustan. Andere, wie die unbemannten Dronen, kannetn wir schon.“
10.08.06// Harpers Magazin (Ken Silverstein). Die Presseerklärungen der israelisch-amerikanischen Lobbyorganisation AIPAC scheinen angesichts der 1000 Tote im Libanon mehr als zynisch. Das 27. Juli memo hat den Titel „Während Israel Hizbullahs Hauptquartiere im bombardiert, bleibt Beirut zum größten Teil unversehrt.“ Die IDF würde bei der Bombenkampagne eine „state-of-the-art-technology benutzen, die die Zivilisten verschont. Trotz der großen Zerstörung des südlichen Beiruts, wäre „der größte Teil der Stadt unberüht geblieben.“ Israel wird gelobt, daß Flugblätter abgeworfen werden, die die Zivilisten auffordern das Gebiet zu verlassen. Die Presseerklärung vom 2. August war betitelt mit: „Das Bekka (sic, Anm. von Harpers Magazin) Tal: Ein terroristisches Epizentrum.“ Die „Terrorgruppen“ aus jedem Winkel der Welt würden sich in Beqa´ -Ausbildungscamps treffen und würden lernen wie man verschiedene Waffentypen benutzt und tödliche Operationen durchführt. Nach AIPAC halten sich im Tal folgende Gruppen auf: „Al Jihad (Egyptian Islamic Jihad), Al Qaeda and Osama bin Laden, Abu Nidal, Arab Liberation Front, Chechen rebels, DFLP, Dev Sol (Turkey), ETA, Fatah, Force-17, Hamas, Hezbollah, Hezbollah–Bahrain, IRA, Japanese Red Army, Kurdistan Workers Party (PKK), New People's Army (Philippines), Nicaraguan Sandinistas, PFLP, PFLP–GC, Palestine Liberation Front, Palestine Popular Struggle Front (PPSF), Palestinian Islamic Jihad, Red Army Faction (a.k.a Baader-Meinhof Gang, Germany), Red Brigades (Italy), Turkish Workers and Peasants Liberation Army (TIKKO).
Viele der Gruppen, so Harpers Magazin, würde es gar nicht mehr geben, die Bader-Meinhof –Gruppe, die Japanese Red Army hätte ihre Aktivitäten 1988 eingestellt, andere hätten längst der Gewalt abgeschworen oder wären liberale Parteien geworden. Jost Hiltermann von der International Crisis Group, Middle East Office, Amman: „AIPACs Liste reflektiert nicht im geringsten die gegenwärtige Lage.“ Ken Silverstein: „Mir scheint, daß AIPACs Ziel ist, zu demonstrieren, daß Israel eine Kampagne durchführt gegen eine global-verlinkte terroristische Allianz, die den jüdischen Staat und den Westen gefährdet.“ Diese Logik macht jede militärische Aktion Israels zur Notwendigkeit.
10.08.06// Haaretz.com, AP. Israels Luftwaffe wirft Flugblätter über Beirut ab. Darin wird gewarnt, daß man wegen Raketenattacken von Hizbullah drei südliche Stadtteile angreifen wird. Sie sollen schnellstens evakuiert werden. Wörtlich heißt es: „Die IDF beabsichtigt ihre Operationen in Beirut auszudehnen.” Es heißt, daß dies wegen des Statements vom „Leader of the Gang“, so wird Scheikh Hassan Nasrallah bezeichnet, geschehe. Dies bezieht sich auf Hassan Nasrallahs Rede am Tag zuvor in al-Manar. Weiter: „An die Bewohner von Hay as-Sulloum, Bourj al-Barajneh und Chiah. Für Ihre eigene Sicherheit, ist es besser sie evakuieren die Stadtteile schnellstens und räumen jeden Platz, wo es Hizbullah Mitglieder oder Helfer gibt, die terroristische Operationen durchführen.“ Unterzeichner: The State of Israel.
09.08.06// yahoo.news: Der Pressesekretär des Weißen Hauses, Tony Snow, gab anläßlich des Beschlusses der israelischen Regierung den Bodenkrieg zu expandieren, bekannt, daß weder Israel noch Hizbullah ihren Krieg eskalieren sollen.
09.08.06// Über die Rede Hassan Nasrallahs in al-Manar TV. (Quelle: Rainer Nabielek für inamo) Nasrallah wirkte ruhig und sicher, als er auf die Lage und den Kampf von Hizbullah einging. „Wir haben zunächst einmal die Stationierung der libanesischen Armee an den Grenzen unseres Landes abgelehnt, weil wir befürchteten, daß sie in das „Maul des Drachen“ gerät. Oder wie wir das im Dialekt sagen, in „das Rohr der Geschütze“ gerät. Inzwischen haben wir einer Stationierung der libanesischen Armee im Grenzgebiet zugestimmt, um dem politisch diplomatischen Prozeß nicht im Wege zu stehen. Allerdings besteht unsere Furcht bezüglich der Armee weiterhin. Aber wenn beschlossen wurde, daß die Armee unser Land verteidigen soll, so ist das ein ehrenhafter Standpunkt, den wir nicht behindern wollen.“
Gegen Washington gerichtet, sagte Nasrallah, daß die USA nach wie vor eine Erklärung des Sicherheitsrates zur Feuereinstellung verhindern würde.
Gegen Israel gerichtet: Er beschuldigte Israel, Zivilisten vorsätzlich zu töten, „um mehr Druck auf das libanesische Volk auszuüben.“ Die Kämpfer der Hizbullah würden nach wie vor die israelische Armee in unmittelbarer Nähe der Grenze bekämpfen. „Wir führen keinen konventionellen Krieg, es geht uns nicht um Geographie, es geht auch um keinen Frontenkrieg, sondern darum, dem Gegner möglichst hohe menschliche und materielle Verluste zuzufügen. Wir haben mehr als 60 Panzer vom Typ Merkava zerstört, auch Dutzende von Truppentransporter und Armeebulldozer…Der Widerstand hat mehr als 100 Offiziere und Soldaten getötet und mehr als 400 verletzt. Dem Gegner ist es nicht gelungen, die Intensität des Raketenabschusses auf Nordisrael zu verringern.“ Die Israelis würden Informationen zurückhalten, um die ihnen zugefügten Verluste zu verbergen.“ Er wandte sich an Israel und meinte, daß sie doch die Journalisten alles fotografieren lassen sollten – wie das im Libanon der Fall sei.
An die Araber in Haifa gerichtet: „Wir mußten bei der Beschießung von Haifa zurückhalten sein…befreit uns von diesem Druck , ich bitte euch diese Stadt zu verlassen.“
09.08.06// Junge Welt. „Mit Beginn der fünften Kriegswoche im Libanon schlagen mehrere UN-Organisationen Alarm. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Dienstag, ohne weitere Öllieferungen würden bald 60 Prozent der Krankenhäuser im Libanon nicht mehr funktionstüchtig sein. Auch andere Gesundheitseinrichtungen müßten dann ihre Arbeit einstellen. Wegen der vor allem im Süden des Landes zerstörten Infrastruktur seien Kliniken auf Diesel oder Öl angewiesen, um ihre Stromgeneratoren zu betreiben. Ohne Elektrizität funktionierten Operationstische, lebensrettende Geräte wie Brutkästen für Neugeborene nicht, und die Kühlung von Medikamenten und Wirkstoffen wie Insulin sei nicht mehr möglich. Laut WHO neigen sich die Ölvorräte bereits ihrem Ende zu. In einem Hospital in Marjayoun im Süden des Landes werden sie voraussichtlich bis heute aufgebraucht sein. »Nach den uns vorliegenden Informationen wird die Hälfte der Krankenhäuser am Ende der Woche schließen müssen, falls sie nicht umgehend weitere Öllieferungen erhalten. In der kommenden Woche wird sich die Situation weiter zuspitzen«, warnte WHO-Vertreter Ala Alwan in Genf. Solange sich die Sicherheitslage im Libanon aber nicht verbessere, könnten keine Öllieferungen aus dem Ausland erfolgen. Die israelische Armee teilte am Dienstag mit, Schießbefehl auf alle Fahrzeuge im Südlibanon gegeben zu haben.
09.08.06// Junge Welt. Das UN-Umweltprogramm UNEP verweist auf die Gefahren, die von dem Ölteppich vor der libanesischen Küste ausgehen. Die israelische Luftwaffe hatte am 14. Juli die Öltanks des Kraftwerks Jiya bombardiert. „Das Ölgemisch, das nach der Zerstörung ins Meer floß, sei ein »hoch riskanter Mix«, so UNEP-Expertin Simonetta Lombardo. Es enthalte Benzol, das in der Liste der krebsauslösenden Substanzen unter Kategorie eins eingeordnet werde. Derzeit seien mindestens 120 Kilometer der syrischen und libanesischen Küste verseucht.“
07.08.06// ConsortiumNews.com und Christian Science Monitor. George W. Bush und seine neokonservativen Berater hätten den Israel-Hizbullah-Konflikt als eine Chance gesehen, um den Krieg nach Syrien auszudehnen; mit dem Ziel einen Regimewechsel herbeizuführen. Israel hätte aber nicht mitgemacht. In einem Artikel am 30. Juli in der Jerusalem Post wurde angedeutet, daß Israel die Bush Intention den Krieg nach Syrien auszuweiten, abgelehnt hätte. Aus dem Verteidigungsministerium wurde der JP mitgeteilt, daß sie aus den USA den Hinweis erhalten hätten, daß Amerika Interesse hätte an einer israelischen Attacke gegen Syrien.
07.08.06.// MSNBC-News. http://www.msnbc.msn.com/id/14208385 “Hizbullah ist etwas vollständig neues, eine arabische Guerillaarmee mit hochentwickelten Waffen und einer bemerkenswerten Disziplin. Ihre Soldaten haben die jihadistische Rhetorik des bis zum Tode kämpfen, aber sie tragen schußsichere Westen und benutzten, um ihre Angriffe zu koordinieren satcom. Ihre Taktik mag die von Che sein, aber ihre Waffen sind aus dem Iran, und nicht nur AK-47 und RPGs. Sie haben drei der modernsten israelischen Merkava-Panzer mit lasergesteuerten Raketen und starken Minen zerstört, haben mit surface-to-sea-Raketen ein israelisches Kriegsschiff zerstört, haben zur Aufklärung Dronen eingesetzt haben. Siehaben Abhörgeräte an der Grenze installiert und gebrauchen bei ihren Einsätzen Nachtsichtgeräte. Newsweek hat erfahren….daß Hizbullah es sogar fertigbrachte erfolgreich Israels Militärkommunikation abzuhören, als sie begannen in den Libanon einzumarschieren.“
07.08.06// McClatchy Newspapers. Thestate.com: Hizbullahs kämpft nicht nur mit Waffen, ihre “Sozialarbeiter” in der Hauptstadt Beirut betreiben Küchen auf einem Fußballfeld und Lazarette. Die Hilfe der Hizbullah übertrifft weit diejenige der Regierung und der internationalen Hilfsorganisationen. Die Sozialdienste geben 500 000 Dollar pro Tag für Unterkunft, Essen und Medizin für 155 000 Menschen ohne Unterkunft aus. Das ist der 2. Krieg mit Israel und er ist der härteste, sagt Abbas Dibaja, der Hizbulllahs zentrale Küche leitet, die 8000 warme Essen pro Tag für jeden Flüchtling verteilt.
07.08.06// Reuters Beirut – Der libanesische Gesundheitsminister Mohamed Khalifeh sagte heute, daß Israels 27 Tage alte Offensive bis jetzt 925 Todesopfer gefordert hätte, meist Zivilisten, 75 werden vermißt, man vermutet, daß sie tot sind. Ein Drittel der Todesopfer seien Kinder unter 13 Jahren. Die israelische Armee spricht von 400 toten Hizbullah-Guerillas, libanesische Sicherheitsquellen schätzen sie auf ungefähr 90.
05.08.06// Reuters – Libanons Kabinett erklärte, daß es über die Souveränität des Landes keinen Kompromiß geben würde. Es sei zu früh über den Entwurf einer UN-Resolution über die Beendigung der Kämpfe zwischen Hizbullah und Israel zu diskutieren. Nach einer Kabinettsitzung sagte Informationsminister Ghazi Aridi, "Keiner von uns wird irgendetwas aufgeben, was mit unserer Souveränität, Rechte und Würde zu tun hat.”
05.08.06// Aus der Presseerklärung des Israeli Committee for a Middle East Free from Atomic, Biological & Chemical Weapons (P.O.Box 16202 Tel Aviv 61161 Israel). “Die israelische Regierung hat kürzlich von den USA Bunker-busting bombs (GBU-28) für den Einsatz im Libanon erhalten. Die Bomben enthalten angereichertes Uranium (a carcinogenic substance), das sich in Form eines toxischen und radioaktiven Staubes verbreitet, der in Lungen und Knochen eindringt. Er ist besonders gefährlich für Babies und Kinder… Wir fordern die israelische Regierung auf, diese Bomben nicht einzusetzen…. Dieser Aufruf hat am 6. August eine spezielle Bedeutung, weil es der Jahrestag von Hiroshima ist.“
05.08.06// Auszug aus The Times online (Artikel von McGrory, Beirut). „Jede Nacht in diesem 25 Tage alten Konflikt versuchen israelische Flugzeuge die TV-Station al-Manar zu zerstören. Jede Nacht schaffen sie es nicht…Das fünfstöckige zentrale Gebäude von al-Manar im Beiruter Vorort wurden in den ersten Stunden des Krieges zerstört, fünf Beschäftigte wurden verletzt. Das Team, das diese Nacht Dienst hatte war auf die Evakuierung vorbereitet…al-Manars Sendungen waren nur für 10 Minuten unterbrochen. …(al-Manars) Techniker wirbeln ihre Satellitenschüsseln schneller als Hizbullah-Kämpfer ihre Raketen-Abschußrampen installieren können…und in Israel tauchte die Frage auf, warum das Militär, mit seinem vorzüglichen Geheimdienst im Rücken, die Stimme der schiitischen Miliz nicht zum Schweigen bringen kann…Israel kann den internationalen Satelliten, den al-Manar benutzt nicht zerstören, weil er von westlichen Sendern mitbenutzt wird. So müssen sie die Verbindungsschüsssel, die auf einem Pick up transportiert wird finden, oder die verborgenen Studios…Auszüge von Reden (Hassan Nasrallahs) werden (in den Sendungen) beinahe jede Stunde wiederholt. Derjenige der den Wetterbericht ansagt steht vor einer Landkarte und zeigt wo die Hizbullahraketen eingeschlagen sind und zoomt die letzten Zerstörungen die den Libanon betreffen. Der Sender klaut israelische TV-Aufnahmen und kommentiert sie in Hebräisch. Ehud Olmert, der israelische Premierminister bekommt ein Naziarmband und einem Hitlerschnurrbart. Bei Präsident Bush tropft Blut von seinen Lippen. Aber es wird nicht nur Propaganda gesendet.“ Der Sender ist mit seinen Nachrichten meist schneller als die israelischen Sender, oft auch schneller als al-Jazira. Sie auch die Meldung vom 27. Juli.
05.08.06// Washingtonpost.com. Die israelische Öffentlichkeit kritisiert, daß sie eingelullt wird von den Aussagen Ehud Olmerts und Verteidigungsminister Amir Peretz und in falscher Sicherheit gewiegt wird. „Die Öffentlichkeit sollte ihrer politischen Elite sagen: Hört auf oder haltet die Katjushas auf.“ Maariv berichtete am 4.8.: „Tut was ihr hättet schon vor zwei Wochen tun sollen…schlagt auf den Tisch gegenüber den weißgesichtigen IDF-Offizieren und fordert mehr Vorschläge, denkt, denkt immer wieder…Wir haben keine Geduld mehr. Ihr habt eine Armee, gebraucht sie oder macht einen Waffenstillstand.“ General Guy Tzur: „Ich hoffe ,daß die neue Entscheidung die ist, daß wir bis zum Litani vorstoßen können. Dann brauchen wir nur zwei Wochen um klaren Tisch zu machen“, sagte Tzur, „Glaub mir, danach wird die Lage anders sein. Wenn wir die Genehmigung haben, werden wir die Ziele erreichen. Es ist ganz leicht, wir wissen wie wir es tun müssen.“ Viele Israelis sagen, daß sie solchen Aussagen nicht mehr trauen. „Ihre Überlegungen zum Krieg sind anachronistisch“, sagte Yaron Ezrahi, ein prominenter politischer Analyst, „sie setzen sich bestimmte unerreichbare Ziele wie Raketen aufzuhalten und zu zerstören.“
05.08.06// Reuters. Ein Helikopterkommando landete südlich von Tyros (Sidon), es gab einen Schußwechsel mit Hizbullahkämpfern. Die Quelle des libanesischen Sicherheitsdienstes meldete 5 Tote. Laut Hizbullah wurde ein israelischer Soldat getötet und viele verwundet. Von Seiten der israelischen Armee gab es noch keinen Kommentar. Ein Hubschrauber beschoß einen libanesischen Armeelastwagen. Die Armee schoß mit Anti-aircraft guns zurück. Fünf Libanesen, darunter ein Soldat wurden getötet. Israelische Flugzeuge beschossen auch das palästinensische Flüchtlingslager Rashidiya.
04.08.06// IRIN, dailystar.com–Die Maliban Glasfabrik in Stora, 40 km östlich von Beirut, nahe der syrischen Grenze (Bekaa-Tal) wurde zerstört. Sie gehört einem Inder, der in London ansässig ist. Die Fabrik produzierte 200 Tonnen Glas am Tag und beschäftigte 400 Leute. Salah Baraki, 60, Manager: “Die Fabrik ist 42 Jahre alt, ich arbeite hier 41 Jahre….in zwei Minuten war alles zerstört.“ Verletzt wurde niemand. Zwei Arbeiter wurden getötet. Baraki: “Wir hatten Glück, daß sie während der Mittagspause bombardierten, jeder war draußen und suchte sich einen ruhigen Platz zum essen.” Er meinte, daß in diesem Gebiet fünf Fabriken gebombt worden wären und 1300 Menschen hätten ihren Job verloren. Kommentar der israelischen Luftwaffe; sie hätte nur Ziele, die die Terrorstruktur zerstören. Die Milchfabrik Libanlait im Bekaa-Tal wurde ebenfalls zerstört.“Diesen Monat kann die Firma noch den Gehalt für 300 Angestellte zahlen aber danach hängt es von der Entscheidung der Teilhaber ab, ob die Fabrik wieder aufgebaut wird oder nicht,” sagt Mohammad Zeidan, technischer Berater der Firma. Weiter wurde Dalal Industries, die eine breite Produktpalette hat, u.a. Fertighäuser, gebombt. Dort waren ebenfalls 400 Arbeiter beschäftigt; eine Kaugummi-Fabrik, 80 Beschäftigte, und die Musawi Liefercompany mit 45 Beschäftigten.
04.08.06// Im christlichen Junieh area, 20 Kilometres nördlich von Beirut zerstörte eine Rakete eine Brücke. Somit ist die Hauptverbindung zu allen anderen nordlibanesischen Städten blockiert. Ein Christ aus Junieh, Toni Feghali, zu al-jazeera.net: „Die Israelis führen einen Krieg zur Zerstörung des Libanon…sie sind nicht nur hinter Hizbullah her…sie zerstören jetzt unsere gesamte Infrastruktur. Junieh ist ein Badeort mit Strand, großen Hotels und Restaurants. Dort befindet sich ebenfalls das luxuriöse Casino.
04.08.06// Reuters/aljazeera.net. Mindestens 33 Landarbeiter wurden getötet, als israelische Flugzeuge in der Nähe der syrisch-libanesischen Grenze bei Qaa im Bekaa-Tal angriffen. Die Arbeiter waren meist syrische Kurden, die Früchte auf einen Lastwagen luden. Israels Stellungnahme: Die Gebäude wurden benutzt um Waffen zu lagern. Im Norden von Beirut zerbombte Israel vier Brücken der Stadtautobahn.
04.08.06// future TV. Amnesty International nennt die Untersuchung des Israelischen Militärs über die Qanabombardierung eine Weißwaschaktion. Kate Gilmore, Executive Deputy Secretary General von ai in London meinte, es reicht nicht aus, daß Israels sich selbst untersucht. Israel hat eine Geschichte: Der Tod von Zivilisten wird nicht untersucht oder es werden nur halbherzige Investigationen getätigt. AI interviewte Überlebende, all deren Aussagen widersprachen der IDF-Version, daß das Gebäude, das bombardiert wurde unbewohnt war. Sie hätten schon ungefähr zwei Wochen dort gewohnt, das hätte Israel wegen ihrer permanenten Dronenflüge gewußt.
04.08.06// Gestern wurde der Süden Beiruts bombardiert. 24 Mal wurde al-Awza´i innerhalb zwei Stunden getroffen, so LBC, ein libanesischer Satellittenkanal. AFP meldete, daß Raketen geschossen wurden auf die Distrikte Rweiss und Haret-Hreik im Süden Beiruts. Rweiss wurde zum ersten Mal bombardiert. Haret-Hreik und Bir al-Abed, wo sich Hizbullahs Hauptquatiere befanden, wurden schon vor zwei Wochen total zerstört.
03.08.06// McClatchy Washington Buero. Realcities.com. Das isrealische Militär bereitet sich vor, den Süden Libanons wieder zu okkupieren. Militärsprecher gaben zu, daß die dreiwöchige Bombenkampagne keine große Auswirkungen auf Hizbullahs Fähigkeiten Kurzstreckenrakten nach Israel zu schießen, hatte. Wenn Tausende von israelischen Soldaten ein Fünftel des Libanon wiederokkupieren – es ist noch nicht vom Kabinett bestätigt – würde das Israels Rückzug 2000 aus dem Südlibanon nach 18jähriger Besetzung rückgängig machen.
03.08.06// .Nathan Gardels, Chefredakteur des von Blackwell/Oxford publizierten Journals of Social and political Thought und Global Services of the Los Angeles Times Syndicate/Tribune brachte ein Interview mit Zibigiew Brzezinski, dem ehemaligen Sicherheitsaberater von Präsident Carter. Gardels fragte ihn: “Wird militärische Übermacht nicht ein stumpfes Instrument, das zur ewigen Feindschaft führt, nicht Sicherheit?“ Brzezinski antwortete: „Das neokonservative Rezept von dem Israel ein Equivalent hat, ist für Amerika und besonders für Israel fatal. Dadurch wird die große Mehrheit der Bevölkerung des Mittleren Ostens gegen die USA aufgebracht. Die Lehre aus dem Irak spricht für sich selbst. Wenn neokonservative Politik fortgeführt wird, wird die USA aus der Region heraus müssen und das wird auch der Anfang vom Ende Israels sein.“
03.08.06// Venezuelas Präsident Chavez gab bekannt, daß er seinen Botschafter in Israel aufgefordert hätte, das Land aus Protest gegen die Militäroffensive im Libanon zu verlassen. Im Fernsehen nannte er Israels Angriff „Genocide“. „Ich bin entrüstet, zu sehen wie Israel fortfährt zu Bombardieren, zu Töten… mit der ganzen Kraft die sie haben, mit Unterstütztung der USA.“ Erst kürzlich hatte die Regierung in Venezuela von guten Beziehungen mit Israel gesprochen.
03.08.06// Auszug aus dem Artikel von Anthony Shadid (Washington Post). Shahid war in Jwayya, Südlibanon bei Widerstandskämpfern. Die Struktur des Widerstandes ist schwer faßbar, sie haben wenig Logistik, kaum Hierarchie, sind kaum sichtbar. Selbst die Bewohner sagen, daß sie nicht wissen wie Hizbullah operiert oder organisiert sind. Die Kommunikation geht über Walkie-Talkies, immer kodiert, manchmal werden Botschaften mit dem Motorrad übermittelt. Die Waffen befinden sich bereits an bestimmten Orten im ganzen Terrain, das die Kämpfer bestens kennen. „Am Boden, Mann zu Mann, sind wir bessere Kämpfer als die Israelis,“ sagt Hajj Abu Mohammad, ein bärtiger, 44 jähriger Milizionär in dem kleinen Dorf Srifa. Israel behauptet, in den 22 Tagen die Infrastruktur Hizbullahs zerstört zu haben, in einer Kampagne, die Hunderttausende Zivilisten aus ihren Häusern getrieben hat, Dorf nach Dorf wurde zerstört, manchmal durch Feuer. Hizbullah hat Verluste zugegeben, aber in den Kämfpen hat sie bis jetzt ihr detailliertes Planen demonstriert…Die Kämpfer sind größtenteils autonom, flexibel, kennen sich im Hinterland der Region bestens aus, die Munition kommt in Autos, Lastwagen, die getarnt sind, Raketenabschußgeräte sind in Bananenplantagen versteckt. Analytiker sagen, daß die Miliz wahrscheinlich einen Monat durchhalten kann ohne ernsthafte Nachschubschwierigkeiten und daß die Zeit auf ihrer Seite ist…
03.08.06// Naharnet. Die UNO hat die libanesische Regierung benachrichtigt, daß Israel zugestimmt hat, zwei Schiffe durch den blockierten Hafen durchzulassen. Die zwei holländischen Tanker mit Diesel und Benzin liegen vor der zypriotischen Küste. Aber es gibt noch keine Autorisierung seitens Israel.
03.08.06// Aus der Rede Hassan Nasrallahs (al-jazeera) “ Wenn ihr unsere Haupstadt Beirut bombardiert, werden wir eure Hauptstadt bombardieren…Wir werden Tel Aviv bombardieren.“…Egal wann ihr entscheidet eure Kampagne gegen unsere Städte und Dörfer, unsere Infrastruktur und Zivilisten zu stoppen, werden wir keine Raketen mehr auf israelische Siedlungen oder Städte schießen… Die einzige Chance, die ihr habt, ist eure Aggression zu stoppen und Verhandlungen zu führen, um dies zu beenden…. Wir kämpfen einen Guerillakrieg. Unsere Politik ist nicht die, an der Geographie festzuhalten…“
03.08.06// In dem neuen Bericht über Libanon von Human Rights WatchR wird festgestellt, daß die israelische Armee Kriegsverbrechen begangen hat. Der Bericht "Fatal Strikes: Israel's Indiscriminate Attacks Against Civilians in Lebanon," umfaßt 50 Seiten. Festgehalten sind 153 Fälle wo Zivilisten (darunter 63 Kinder) in ihren Häusern oder Autos getötet wurden. Es gab keinerlei Beweise, daß auch nur in einem der Fälle eine militärische Notwendigkeit bestanden hätte. Die Toten in Qana waren das Resultat von Israels „indiscriminate bombing campaign“ in Libanon, sagte Sarah Leah Whitson, HRWs Direktorin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika.
02.08.06// Ein Bericht von Alfred Hackensberger (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23246/1.html) „Doktor Mansour nimmt den Kopf des toten Mädchens an den Haaren und dreht ihn in meine Richtung. ‚Sehen Sie, die Haare sind voll intakt’, sagt der Chirurg trocken. Dann deutet er mit dem Finger auf das Gesicht des Mädchens. ‚Und hier die schwarze Hautfarbe. Das sieht aus wie Verbrennungen, aber das sind keine. Wir haben alles getestet.’ …Neben der Leiche des kleinen Mädchens liegt ihr blaues T-Shirt in der Plastikfolie ‚Völlig intakt, ohne jegliche Brandflecken, wie auch bei den anderen Kleidungsstücken aller Leichen’, fügt er hinzu…“ Der Chefarzt und Besitzer des außerhalb Sidons gelegenen Bachir Cham Hospitals: ‚Wir gehen davon aus, daß das Mädchen und ihre Familie von chemischen Kampfstoffen getötet wurde’, sagt Professor Cham, der lange Jahre in Paris und Brüssel praktizierte, bevor er seine Klink im Libanon eröffnete. Der medizinische Befund sei eindeutig. ‚Bei sechs Leichen gibt es keinerlei inneren und äußeren Verletzungen, in der Lunge keine Ödeme. Selbst die Muskeln sind, im Gegensatz zu normalen Leichen, weich und intakt. Nur zwei Tote haben Hirnverletzungen, die ein Resultat der Explosion sind. Aber alle haben diese seltsame schwarze Hautfärbung.’ Als Beweis zeigt mir der Professor am Computer Fotos aller Leichen, die man am Tag der der Einlieferung gemacht hatte…Der Befund des Leiters des Bachir Cham Krankenhauses in Sidon deckt sich mit den Berichten aus dem Südlibanon. Das libanesische Fernsehen zeigte Bilder von 20 schwarz gefärbten toten Menschen, die auf der Flucht in ihrem Minibus in der Nähe des Grenzdorfs Marwheen von einer israelischen Rakete getroffen wurden. Gerade in und um Tyre, der täglich schwer bombardierten Hafenstadt im Süden, beklagen Ärzte von privaten wie öffentlichen Krankenhäusern "unerklärlich schwarz aussehende" Kriegsopfern. Besonders besorgniserregend sind Berichte aus dem Regierungskrankenhaus in Tyros. ‚Wir haben Opfer, die zur Hälfte ihrer normalen Größe schrumpfen’, sagte der Direktor Raed Salman Zeinedine. ‚Zuerst denkt man, es handelt sich um ein Kind, muß aber dann feststellen, daß es ein erwachsener Mann ist.’“
02.08.06// The Independent. Hizbullah Guerillas schoßen mehr als 300 Raketen nach Israel. Eine der Raketen schlug bei Beit Shean ein, 70 km nach der Grenze. 84 wurden auf die Städte abgefeuert. Sieben Menschen wurden verletzt.
01.08.06// Der hebräische Teil von Haaretz online berichtet über die Lügen der Armee bezüglich Qana. Behauptung. Hizbullahs Raketenrampen waren außerhalb des Gebäudes und Kämpfer waren im Gebäude, das die Armee bombardierte. Diese Behauptung war falsch. Die Armee soll entschieden haben, Häuser in einem bestimmten Radius zu bombardieren, also Gebiete von denen aus Raketen nach Israel geschossen wurden. 2. Behauptung: Die Toten in Qana sind nicht durch die israelische Luftattacke entstanden sondern durch eine Explosion Stunden später, weil Hizbullah Raketen in dem Haus gelagert hatte. Dies war eine Lüge, die Luftwaffe hätte zugegeben, daß die Menschen durch die Bombardierung umgekommen waren. 3. Behauptung: Die Flugblätter die angeblich kurz zuvor abgeworfen wurden, waren schon Tage vorher abgeworfen worden.
01.08.06// bbc news. Die UN schätzt die aus dem Süden geflüchteten Menschen auf 900 000. Korrespondent Fergal Keane war in Bin Jbeil. Sein Kommentar: Die Stadt Bint Jbail ist kein Ort der modernen Welt. „Eine zerschossene Hizbullahflagge, die immer noch flatterte, in der Nähe sahen wir zum ersten Mal das schlimmste was dieser Krieg angerichtet hat. Neun Israelis wurden bei den Kämpfen getötet. Die Israelis verwandelten die Stadt in Schutt. In den Ruinen der Häuser fanden wir alte Menschen, die bei Beginn der Kämpfe eingeschlossen wurden. Eine Frau suchte verzweifelt nach Wasser. Da keine Helfer in der Nähe waren brachten die Journalisten die Menschen zu den Rettungsfahrzeugen.
02.08.06// Berlin. Nach einer Demonstration gegen die Aggression Israels im Libanon in Berlin hat Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) ein Verbot der Werbung für terroristische Vereinigungen verlangt. Es sei »geradezu paradox«, daß Sympathiewerbung für »terroristische Vereinigungen« vor dem 11. September 2001 strafbar gewesen sei und dies jetzt nicht mehr gelte, sagte Bosbach am Dienstag der Netzeitung. Bei der Demonstration am Samstag hatten Teilnehmer ein Porträt des Hizbullah-Führers Hassan Nasrallah mit dem Schriftzug »Wir sind stolz auf dich« getragen. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) prüft, ob das Zeigen der Porträts den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger forderte in der Bild-Zeitung harte Strafen für die Verantwortlichen der Demonstration.(AFP/jW)
02.08.06// theage.com „Ein israelisches Kommando wurde vom Hubschrauber in der Nähe des Krankenhauses in Baalbek abgesetzt. Sie drangen in das Krankenhaus ein, als Hizbullah-Kämpfer das Feuer eröffnete“, so Hizbullahsprecher Husain Rahal zu AP. Al-Manar TV berichtete über die Kämpfe im al-Hikma-Krankenhaus in Baalbek. Haaretz berichtet, daß fünf Hizbullah-Kämpfer gefangengenommen und mehrere andere getötet wurden. Die libanesische Polizei spricht von 6 Gefangenen. Bei drei von ihnen sind die Namen bekannt: Hussein Nasrallah, Hussein al-Burji und Ahmed al-Ghotah. Die drei sind Kämpfer, keine Führungsmitglieder. Angeblich wollten die Israelis Mohammad Yazbek von der Führung der Hizbullah, der im Dar al-Hikma Krankenhaus behandelt wurde, gefangennehmen. Augenzeugen aus Baalbek berichteten, daß es ein Dutzend Helikopter gewesen seien, das Krankenhaus wäre voll mit Patienten und Verwundeten. Das Krankenhaus wäre schon letzte Woche Ziel von Bombardierungen gewesen. Als die Hubschrauber Truppen absetzten, wurde sofort die Elektrizität abgestellt, auch in den benachbarten Dörfern. Reuters alertnet. 10 Zivilisten wurden bei einem Luftangriff auf das Dorf Jammaliya bei Baalbek getötet. Israelische Hubschrauber setzten Truppen ab, die sich Kämpfe mit Hizbullahkämpfern lieferten, einige Häuser wurden zerstört. Eine Familie mit fünf Angehörigen wurde tot aufgefunden, die anderen Toten befanden sich in den weiteren zerstörten Häusern.
02.08.06// Asaad Abu Khalil´s Kommentar (angryarab.com) „Zukünftige politische Trends in Libanon werden nicht besonders gut sein. Säkulare und linke Gruppen werden zunehmend marginalisiert werden. Morgen wird eine neue islamistisch fundamentalistische Front gegründet, die Islamsiche Aktionsfront. Der Gründer ist der fundamentalistische Denker Fathi Yakan, der mit al-Jamaa al-Islamiyya im Zuge der Hariri-Ermordung gebrochen hat. Die sunnitische Front wird einen Kompromiß schließen mit den vielen radikalen sunnitisch fundamentalistischen Gruppen und wird die Unterstützung für Hizbullah bekanntgeben. Ich meine, daß sunnitische und schiitische Politik im Libanon deshalb zunehmend fundamentalistischer wird. Die neue Front wird den Standpunkt der al-Jamaa al-Islamiyya schwächen, die sich klar von der Hariri-Gruppe (Asaad nennt diese politische Fraktion Hariri Inc) distanziert hat, als der Krieg mit Israel begann. Es ist möglich, daß Hariri Inc versucht einige der verückten Ben Ladenistischen Gruppen zu kultivieren und zu finanzieren, um ihr "islamistisches image“ aufzubessern. Das haben sie in der Vergangenheit schon getan.
02.08.06// London Review of Books. "Wie konnte eine unbedeutende militärische Operation der Hisbollah den gesamten Libanon zurück auf Anfang schicken?", fragt der libanesische Schriftsteller Elias Khoury und bietet folgende Erklärung: "Die Israelis behaupten, dass sie den Libanon nicht besetzen wollen. Das sagen die Amerikaner auch über den Irak. Die Frage ist aber nicht, was sie wollen, sondern was sie tun. Kann Israel religiöses und ethnisches Chaos an seinen Grenzen ertragen? Will es mit Blick auf die Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm den USA einen Dienst erweisen, indem es die Hisbollah schwächt, Irans stärksten Verbündeten in der Region? Unter dem Dröhnen der Raketen, die auf die südlichen Vororte Beiruts gefeuert werden, wird klar, dass sich Israel, weil es die Hisbollah nicht zerschlagen kann, entschieden hat, den Libanon zu zerstören."
01.08.067// aljazeera.net Trotz der 48stündigen Bombardierungspause und der Erlaubnis, daß Zivilisten den Süden verlassen dürfen, griff Israel drei Mal von der Luft aus im Grenzgebiet an. Außerdem führten sie ihre Bodenoffensive um die Dörfer Kfar Kila und at-Taibe fort. Getrennt davon griff die Infanterie mit Panzerfahrzeugen das Dorf Aita ash-Shaab an.
01.08.06// aljazeera.net. In einem Distrikt im Osten Beiruts fanden die Flüchtlinge Unterkunft in einer Schule, die von den Christian Lebanese Forces dominiert ist. Dort hängen Bilder von den Christenführern Bashir Gemayel und Samir Geagea in den Straßen. Die Flüchtlinge sind meist Schiiten und unterstützen Hizbullah. Die gegenseitige Hilfe hat zugenommen, über alle religiösen und politischen Spaltungen hinweg. Im Westen Beiruts wurde die Hilfsorganisation Samidun, Hilfe für die Flüchtlinge gegründet. Fatima Hachem eine Aktivistin der Gruppe: „Jeder erwartete Probleme zwischen Schiiten und Sunniten. Aber viele Sunniten kochen für die Flüchtlinge und nehmen sie auf. Wir hatten das nicht erwartet.“ Ebenfalls im Westen Beiruts befindet sich das Büro Helem, das jetzt das Koordinationsbüro von Samidun beherbergt. Dort hängt die Regenbogenflagge und die Aktivisten kümmern sich um die Flüchtlinge. Ghassan Makarem von Helem: “Ich weiß nicht ob die Flüchtlinge sich groß darum kümmern, daß wir eine SChwulenorganisation sind, sie achten nur darauf, daß die Hilfsorganisationen, die ihnen helfen, keine Amerikaner sind.“
Juli 2006
31.07.06// Nach der israelischen Bombadierung eines Wohnhauses in Qana (56 Tote, die meisten Kinder) stoppt Israel, wahrscheinlich auf den Druck der USA hin, die Luftangriffe – aber nur im Süden Libanons. 31.07.06// Herald Sun (Australien). Premierminister Fuad Siniora dankte Hizbullah für ihre Opfer im Krieg gegen Israel. „Wir sind in einer starken Position und ich danke dem Sayyed für seine Bemühungen.“ Ich danke weiterhin auch denjenigen, die ihr Leben lassen mußten für die Unabhängigkeit und Souveränität des Libanon.“ Siniora gehört zur Anti-syrischen Koalition. Es ist das erste Mal, daß er sich positiv über Hizbullah äußert.
31.07.06// Ynet news.com. al-Manar tv, sendet vom Untergrund aus, nachdem das Gebäude in Beirut bombardiert wurde. Weitere Versuche der Bombardierung schlugen fehl. Zum ersten Mal wurde deshalb der Kanal jetzt gehackt. Auf dem Bildschirm erschienen Karikaturen mit Hassan Nasrallah und Unterschriften wie: „Deine Tage sind gezählt.“
31.07.06// juancole.com Der libanesische Daily Star enthüllt, daß israelische Flugzeuge weiterhin Qana bombadieren, während die Hilfsorganisationen nach Toten suchen. „An earth-mover ground down the lane and began clawing chunks of concrete away from the building. Even as the rescue team toiled to recover the dead, Israeli jets continued to roar overhead and the thump of air strikes and exploding artillery shells reverberated around the steep valley.” Am Morgen bombadierte die Luftwaffe einen Wagen mit einem libanesischen Offizier und Soldaten, die getötet wurden. Sie hatten zwar vorher schon Armeestandorte und Einrichtungen bombadiert und ein Dutzend libanesische Soldaten getötet. Aber diesmal kam zum ersten Mal eine Entschuldigung.
31.07.06// Reuters alertnet. Israelische Zeitungen zeigen Bilder auf denen Kommandos zu sehen sind, begleitet von südamerikanischen Lamas, die militärische Ausrüstung tragen. Nach Yedioth Aharonot können die Lamas bis zu 27 kg über bergiges Gelände tragen, würden nur alle zwei Tage Futter benötigen und wären sehr ruhig.
30.07.06// Laut New York Times begann vor 10 Jahren eine US-Israel Zusammenarbeit, um einen speziellen Laser zu entwickeln, der Katjushas abschießen kann. September 2005, nachdem 300 Mio. Dollar ausgegeben wurden, wäre die Arbeit eingestellt worden. Das was dabei herauskam war nichts besonders, so Penrose C. Albright, ein ehemaliger Pentagonbeamter, der am Projekt arbeitete. „Unter bestimmten Umständen kann das gut gehen. „Aber wenn Salven geschossen werden, oder wolkiges Wetter ist, bekommt man Probleme.“
30.07.06// Die libanesische Armee eröffnet das Feuer auf einen israelischen Helikopter, der im Beqaa-Tal landen will. Die Armee sagte, daß sie nahe der Stadt Yammouni landen wollten um Truppen abzusetzen. Später kamen Kampfflugzeuge und bomadierten.
30.07.06// reuters alertnet. Die Verantwortung für das Massaker in Qana liegt allein beim israelischen Militär, sagt Human Rights Watch. Das Beispiel Qana zeigt, daß das Israelische Militär „den Südlibanon als free-fire Zone benutzt“, so der Executive Director von Human Rights Watch, Kenneth Roth. “Das israelische Militär betrachtet jeden der in dem Gebiet ist als Kämpfer, der angegriffen werden kann.”
30.07.06// KUNA, kuwaitische Nachrichtenagentur. Hizbullah gibt bekannt, daß sie einige Soldaten einer Eliteeinheit in Taibe getötet hätten. Der Widerstand hätte Bomben in ein Gebäude und dieses verlassen. Als die Armee das Gebäude betrat wurde es gesprengt.
29.07.06// Das Umweltministerium gibt bekannt, daß 30 000 Tonnen Öl ins Meer geflossen sind, nach die Israelis die Tanks des Jiyyeh Elektrokraftwerks am 13. und 15. Juli bombardiert haben. 100 km Küste seien voll Öl. Umweltminister Yacub Sarraf sagte: “Niemals in der Geschichte des Libanon hatten wir eine solche Katastrophe.“ Es gäbe auch keine Ausrüstung, die man benutzen könnte. „Um dies zu reinigen, bräuchte man eine Armada.“
29.07.06// Beirut - Nach dem israelischen Bombardement der Öltanks eines libanesischen Elektrizitätswerks droht nach Angaben der Regierung in Beirut im Mittelmeer eine Umweltkatastrophe. Es handle sich um "die bisher größte Umweltkatastrophe im Mittelmeer", sagte der libanesische Umweltminister Yacoub Sarraf am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Bisher seien zwischen 10.000 und 15.000 Tonnen Heizöl ins Meer geflossen. Dies könne nicht nur "furchtbare Folgen für unser Land, sondern für alle Länder des östlichen Mittelmeers haben". Israelische Blockade verhindert Maßnahmen gegen Ölpest.
29.07.06// msnbc, Beirut. Zwei indische Soldaten der UN-Friedenstruppe in Südlibanon wurden bei einem israelischen Luftangriff auf ihren Beobachtungsposten verletzt. Milos Strugar, Sprecher der UNIFIL, sagte, daß der Posten zerstört worden sei, die zwei Soldaten seien im Krankenhaus.
29.07.06// Israelische Truppen ziehen sich aus Bint Jbail zurück, dort wurden sie permanent von Hizbullahkämpfern angegriffen. Politische Analysten meinten, daß dies Israels Niederlage symbolisieren würde.
28.07.06// Vor dem UN-Gebäude in Beirut demonstriert eine Gruppe des Lebanese Council of Women, die einen sofortigen Waffenstillstand fordern. Jonathan Steele vom Guardian interviewte Lamia Osseiran, eine der Organisatorinnen. „Die Israelis radikalisieren Libanon, selbst liberale Demokraten wie mich. Ich nahm im vergangenen Jahr an den Demonstrationen gegen Syrien teil. Ich kritisierte Hizbullah. Aber jetzt kann ich nur noch die Hizbullahkämpfer unterstützen, die unser Land verteidigen.“ Ich frage sie, was ist mit den Raketen von Hizbullah auf Haifa? „Das ist richtig,“ sagt sie, „es sollen nicht nur die Libanesen leiden. Sind die Menschenrechte nur auf die Israelis anwendbar? Man kann nicht Winter und Sommer gleichzeitig haben.“
28.07.06// csmonitor.com “Wenn Hizbullah auf Tel Aviv schießt, glaube ich, daß Israel die Städte Bint Jbail, Khiam, Tyros und Nabatiya vollkommen zerstört,” sagte Nizar Abdel-Kader, ein Kolumnist von ad-Diyar und ehemaliger libanesischer Armeegeneral. Die Unterstützung für Hizbullah hätte zugenommen, nicht nur unter den Schiiten. Das Beiruter Zentrum für Recherche und Information hat eine Umfrage durchgeführt, wonach 87% der Libanesen Hizbullahs Kampf gegen Israel unterstützen, das sind 29% mehr als bei der Februarumfrage. 80% der Christen, 80% der Druzen und 89% der Sunniten unterstützen ebenfalls Hizbullah.
27.07.06// washingtonpost.com: Der ehemalige Mossadverantwortliche und Chef des Jaffe Center for Strategic Studies, Tel Aviv, Yossi Alpher: “Offensichtlich ist es schwieriger als vorausgesehen…ich wage zu sagen, nach dem was wir in den letzten Tagen gesehen haben, das sind die besten arabischen Truppen, mit denen wir je konfrontiert waren.“
27.07.06// bbc.online. Margaret Beckett, britische Außenministerin, protestierte, weil die USA den schottischen Flughafen Prestwick für Waffentransporte nach Israel benutzt. Alex Salmond, SNP-Führer (Schottische Nationalpartei), meinte, daß die Regierung sich entscheiden muß ob sie ein Flugzeugträger für die USA sein will. Die Opposititonsparteien haben auf einen Bericht des The Daily Telegraph ärgerlich reagiert. Der Telegraph hatte berichet, daß ein Airbus A310, Cargo, beladen mit laser-geleitete Bomben auf seinem Flug nach Israel in Prestwick zwischengelandet ist.
27.07.06// spiegel online. "Jeder im Süden Libanons ist ein Terrorist und mit der Hisbollah verbunden", sagte der israelische Justizminister Chaim Ramon dem Armeeradio. "Unser großer Vorteil gegenüber Hisbollah ist unsere Feuerkraft, nicht der Kampf von Mann gegen Mann." Arbeitsminister Eli Ischai forderte: "Wir sollten Ortschaften, die Widerstand leisten, aus der Luft angreifen, nachdem wir die Einwohner zum Verlassen aufgefordert haben. Dörfer, in denen sich Hisbollah-Terroristen verstecken, sollten wir nicht betreten, bevor wir sie in Sandkästen verwandelt haben."
27.07.06// aljazeera.com. Der libanesische Gesundheitsminister warnte vor den Auswirkungen des weißen Phosphors. Auch Präsident Emile Lahoud nahm dazu Stellung, nachdem acht Leichen in Rmeileh, im Süden, gefunden wurden. Der Chef des libanesischen Ärzteverbandes, Mario Aoun, äußerte sich gegenüber The Daily Star, daß zur Zeit Proben von den acht Leichen in den Labors der AUB (American University of Beirut) untersucht würden. Man sei sich noch nicht sicher, ob es sich um eine chemische Waffe handle. „Die Todesursache ist noch nicht klar. Die Körper sind total schwarz, aber nicht verbrannt. Es gibt keine Wunden, keine innere Verletzungen, die Muskeln und Haare sind intakt.“ Die Ergebnisse der Untersuchungen würden zwei Wochen dauern. Aber „ich glaube nicht, daß wir die dazu nötige Technologie besitzen, um festzustellen ob chemische Waffen benutzt wurden.“ Siehe auch die Meldungen bei Palästina/Israel vom 11.07. und die Meldung Bei Libanon vom 26.7.06.
27.07.06// Junge Welt: Gerald Steinberg, Professor für Politik an der Bar-Ilan Universität stellte am 21. Juli fest: „Von allen Kriegen, die Israel seit 1948 führte, ist es der (gegen den Libanon), auf den es am besten vorbereitet war.“ Die Vorbereitungen dazu hätten bereits nach dem Rückzug 2000 begonnen. Bestätigt wird das auch von Matthew Kalman, Korrespondent des San Francisco Chronicle. Der Exagent des US-Geheimdienstes NSA, Wayne Madsen, behauptete am 22. Juli, daß die Invasion am 17. und 18. Juni in Beaver Creek, Colorado während einer Konferenz des neokonservativen American Enterprise Institute abgesprochen wurde. Grünes Licht dazu hätte Dick Cheney gegeben. Bisher haben nur AFP (12. Juli) und das französische Voltaire Network berichtet, daß Hizbullah die israelischen Soldaten auf libanesischem Gebiet, Aita ash-Shaab, gefangengenommen habe. Die israelische Armee hätte ein Kommando in das libanesische Hinterland geschickt. Eine vorgetäuschte Aktion also?
27.07.06// Beobachtungen eines Libanesen (aus angryarab.com). „Ich habe bemerkt (es geht um die Medienaktivitäten von Hizbullah), daß sie unheimlich schnell sind bezüglich ihres breaking news tickers, sogar schneller als al-Jazira und daß sie meist der breaking news section der Haaretz-website um 12 Stunden voraus sind, zumindest wenn es um die israelischen Verluste geht. Meines Wissens nach sind ihre Berichte darüber nicht übertrieben und werden einen Tag später vom israelischen Militär bestätigt. Die Zerstörung von Panzer und Militärfahrzeuge sind nicht verifiziert, aber auch nicht widerlegt. Sie berichten auch über ihre Verluste. Als Beispiel: „Der Islamische Widerstand meldet einen Märtyrer…es folgt der Name…geboren in dem Dorf so und so, im Jahre…trat dem Widerstand bei im Jahre…hat verschiedene militärische Ausbildungungen absolviert… Natürlich berichten sie nicht über alle Verluste”.
26.07.06// antiwar.com. Anscheinend sind die Ambulanzwagen Ziel des israelischen Militärs geworden. Der libanesische Rote Halbmond berichtet daß mindestens 10 Wagen der Ambulanz von der Luft aus getroffen wurden. Die meisten waren mit Verletzten auf dem Weg zum Krankenhaus.
26.07.06// The Times online. Gestern kamen die ersten Hilfgüter aus den USA nach Beirut. Dazu meinte ein Libanese, der sich mit weiteren 2000 Flüchtlingen in einem Untergrundparkhaus versteckt, nachdem ihre Wohnungen bombardiert wurden: Warum sendet Bush für Millionen von Dollars Waffen nach Israel und gibt den Libanesen ein paar Büchsen Lebensmittel und Decken? Wollen sie uns erst aufpebbeln, bevor sie den Israelis noch größere Bomben geben, die uns töten sollen? Seine Familie lebte in der Nähe des Büros von Hassan Nasrallah.
26.07.06// timesonline. Gestern bemerkte man die Ausmaße von Hizbullahs Widerstand gegen die Bodentruppen Israels, als zurückkehrende Soldaten und Kommandeure zugaben, daß sie sehr überrascht waren, mit welcher Heftigkeit Soldaten der Hizbullah kämpfen. Gleichzeitig gab der Hizbullahführer Mahmud Komati zu, daß Hizbullah die israelische Reaktion unterschätzt hätte. „Die Wahrheit ist, daß wir diese Reaktion nicht erwartet hatten.“
26.07.06// Syria news wire. Imad Moustapha, Syriens Botschafter in den USA: “Ich weiß nicht, welche Fracht zuerst im Mittleren Osten ankommen wird, die Decken oder die Bomben.”
26.07.06// Die Friedenstruppe der UNO in Südlibanon hatte das israelische Militär innerhalb von sechs Stunden mindestens 10 Mal gewarnt, daß ihre Bombardements zu nahe am UN-Posten stattfinden. Dann wurde der Posten von einer lasergeleiteten Rakete getroffen, vier Soldaten wurden getötet.
26.07.06// Haaretz. Acht israelische Soldaten wurden bei einem Schußwechsel mit Hizbullah-Kämpfern in Bint Jbail getötet, 22 verletzt. Fünf weitere Soldaten wurden verwundet, als Hizbullah eine russische Anti-Panzerrakete in Marun ar-Ras, das Israel seit einigen Tagen eingenommen hat, abschoß.
26.07.06// Seit 2000 verletzte Hizbullah die Blaue Linie an der israelisch-libanesischen Grenze 100 Mal, während Israel die Linie 11,782 Mal verletzte. Diese Zahlen stammen von UN-Beobachtern und wurden von einem libanesischen Parlamentssprecher in einem Interview mit al-Arabiya TV genannt.
25.07.06// Der libanesische Daily Star meldete am Samstag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen innerhalb der libanesischen Sicherheitskräfte, daß das israelische Militär bei einem Angriff auf den im südlichen Libanon gelegenen Ort Blida Schrapnellbomben eingesetzt habe. Bei Angriffen auf Al-Orqoub, Hasbayya, Ramta, Zaaourta, Amfit und weitere Orte nahe der Grenze zu Israel seien neben den Clusterbomben auch Bomben mit weißem Phosphor eingesetzt worden. Bereits am Donnerstag berichtete Expatica (Belgien), daß ein aus dem Libanon stammender belgischer Professor bei einer Pressekonferenz in Brüssel Israel vorgeworfen hat, im Libanon "Chemiewaffen" einzusetzen. "Die Leichen sehen nicht aus, wie sie es normalerweise tun. Nach einer Explosion gab es keine Spuren von Blutverlust oder subkutanen Blutungen", so Professor Bachir Cham, Leiter eines Krankenhauses in Beirut, per Telephon. "Die Haare und manchmal Bart und Schnurrbart bleiben intakt. Ich fand keine Spuren der Druckwelle einer Explosion. Die Farbe der Haut war schwarz wie ein Schuh, aber die Haut war nicht verkohlt oder verbrannt", so Cham weiter. Am Montag waren acht mumienartige Leichen in sein Krankenhaus eingeliefert worden. Die Leichen zweier Kinder zeigten keinerlei von einer Explosion stammende Wunden. "Ich habe den Eindruck, daß ein giftiger Stoff über die Haut in die Körper gelangte. Der Tod folgt darauf mit fast 100-prozentiger Sicherheit", sagte Cham. Siehe Meldung aus den Gazastreifen unter Palästina/Isreal 11.07.06
25.07.06// The Guardian. Israel hoffe, daß die Hizbullah innerhalb der nächsten 10 Tage von der Grenzregion weggedrängt sei. Israel glaube nicht länger daran, daß die schiitische Bewegung umfassend entwaffnet werden könne, da einige der Kräfte außerhalb der Reichweite liegen und die militärischen Aktionen auch mit dem Segen der USA nur zeitlich begrenzt durchgeführt werden können. In diesem Zusammenhang sei es zu einem bedeutsamen Wandel im israelischen Denken gekommen, als Premierminister Ehud Olmert am letzten Freitag seine Bereitschaft signalisierte eine internationale Einheit zur Stabilisierung im Südlibanon zu akzeptieren. Diese Idee wurde zuerst auf dem G8-Treffen in St Petersburg zur Debatte gestellt. Israel hat ebenfalls seine Bereitschaft signalisiert die 25 qkm der Shebaa Farmen aufzugeben, die sich zwischen Syrien und dem Libanon befinden und von Israel seit seinem Rückzug aus dem Libanon vor 6 Jahren besetzt sind. Dies würde die libanesische Regierung stärken und den Anspruch der Hizbullah, sich der israelischen „Besatzung“ zu widersetzen, untergraben.
25.07.06// Juan Coles Kommentar (juancole.com): „Das Treffen von MP Fuad Siniora mit Condoleeza Rice war - wie berichtet wird - gespannt. Rice bot Siniora Unterstützung an, aber keinen Waffenstillstand, den er allerdings bräuchte, um seine Regierung zu retten, die vor dem Zusammenbruch steht. Sie bot 30 Mio. Dollar Hilfe an. Der Schaden, der durch die israelischen Angriffe entstanden ist – zumeist jenseits von Zielen, die mit der Hizbullah in Zusammenhang stehen – geht jedoch in die Milliarden. Dem Parlamentssprecher Nabih Berri, ein schiitischer Politiker, der mit der Hizbullah zusammenarbeitet, bot sie ein Ultimatum an. Berri wies ihre Bedingungen wütend zurück und erwiderte, daß es keine Verhandlungen gebe ohne daß zuerst ein Waffenstillstand geschlossen worden sei. Er stützte sich auf die Forderung von Hizbullah. Der Besuch von Rice zeigt, wie tief das Ansehen der USA im Mittleren Osten gefallen ist, denn sie kam mit leeren Händen und geht so weiter zu MP Olmert, ohne etwas positives vorzuschlagen….Sie kam mit netten Worten, aber israelische Bomben fielen auf Beirut, nach meinen Quellen vor und nach ihrem Besuch…. Sie spielte nicht mehr als nur die Rolle eines Mafiosi, der sich Geltung verschaffen muß, seinen Mantel zurückschlägt um die geladenen Pistole zu zeigen, wie um zu diskutieren, was der libanesische Restaurantbesitzer monatlich an Schutzgeld zahlt, an einige ihrer „Freunde“, sonst könnte diesem netten Restaurant ja etwas passieren.“
25.07.06// aljazeera.net (Christian Henderson, Beirut). Obwohl Libanon einen hohen Preis zahlt an zivilen und infrastrukturellen Zerstörungen ist Hizbullah intakt geblieben, auch nach 12 Tagen heftigsten Bombardements. Das israelische Militär, das stolz ist über ihre Menge von Siegen über die Araber, war erstaunt als zwei Soldaten gefangengenommen worden und ein Kriegsschiff angegriffen wurde, wobei 4 Seeleute starben. „Wir wußten nicht, daß Hizbullah diese Art Waffe besitzt,“ sagte Admiral Noam Faig. Relativ gesehen hat Hizbullah mehr Erfolg im Kampf gegen Israel als viele arabischen Staaten. Analysten sagen, daß sie wohl vorbereitet gewesen wäre. Amal Saad-Ghoreyeb, Autor von „Hizbullah: Politik und Religion“ sagte zu aljazeera.net: Viele Kommentatoren sagten, daß die Gruppe sich verkalkuliert hätte. Aber sie wäre vorbereitet gewesen auf diesen israelischen Angriff. 20 israelische Soldaten sind getötet worden, mehrere Panzer zerstört worden. Die Gruppe hätte nur 5000 Soldaten, die aber in kleinen dezentralisierten Gruppen operierten. Und seit die Israelis den Libanon verlassen haben, hätte die Gruppe sich vorbereitet mit dem Bau von Untergrundtunnels. Nicholas Blandford, Analyst bei Jane´s Defence Weekly, meinte, es wäre die alte Mao Tse Tung Guerillastrategie. Die Guerillagruppen würden in kleinen dezentralisierten Gruppen operieren, die ohne Genehmigung der Führung arbeiteten. „Sie operieren in kleinen isolierten Zellen. Die eine Zelle weiß nicht was die andere tut. Ich bin sicher, daß Hasan Nasrallah manchmal nicht weiß, was der militärische Flügel tut. Diese dezentralisierte Struktur ist Teil ihrer militärischen Potenz, so Saad-Ghoreyeb. Aber wie lange kann Hizbullah das durchhalten, die Versorgungswege sind zerstört, Waffen können nicht mehr geliefert werden. Glaubt man israelischen Berichten, so haben sie noch genug Raketen für einen Monat.
25.07.06// Die Organisation der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) fordert in einem Brief an den israelischen Botschafter in Deutschland Shimon Stein Aufklärung über den möglichen Einsatz von Phosphor-Munition durch die israelische Armee im Südlibanon und in Gaza. Medienberichten zufolge weisen die Aussagen mehrerer Ärzte in der libanesischen Hafenstadt Tyros und in der Hauptstadt Beirut auf den Einsatz dieses durch internationales Kriegsrecht geächteten Kampfstoffes hin.
25.07.06// Die unabhängige Website Syrian News Wire zitiert Peter Bouckaert, Sprecher von Human Rights Watch: “Wir haben die Resultate der Luftanschläge im Kosovo, Afghanistan und Irak untersucht, hier ist es anders. Immer und immer wieder werden Zivilisten getroffen…Nur weil die Israelis smart weapons benutzen, heißt das nicht, daß sie militärische Ziele im Visier haben…Die Israelis unterscheiden nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen.“ Die israelische Argumentation, daß sich Hizbullah zwischen den Zivilisten versteckt, ist nach Aussagen von HRW nicht bestätigt worden. Beobachter von HRW sind sicher, nach Untersuchungen im Libanon und dem Inspizieren von Munition in Israel, daß Israel international geächtete Clusterbomben einsetzt.
24.07.06// Nach Auskunft der israelischen Dienste an NBC News befinden sich unter den militärischen Zielen auch Bankinstitutionen. Damit soll Hizbullahs finanzielle Struktur zerstört werden. Einige Banken wurden bereits zerstört, andere beschädigt.
24.07.06// AP Breaking news. Mindestens 384 Menschen sind im Libanon getötet worden, davon 20 Soldaten und 11 Hizbullah-Kämpfer. 600 000 Libanesen sind geflohen. Das libanesische Finanzministerium spricht von 750 000, das wären 20% der Bevölkerung. Auf israelischer Seite wurden 37 Personen getötet, davon sind 17 durch Raketen der Hizbullah getötet worden, 20 Soldaten fielen im Kampf mit Hizbullah. 200 000 Menschen leben noch in den Dörfern im Süden.
24.07.06// aljazeera.net. Laut Aussagen eines führenden Offiziers im Armeerundfunk soll Armeechef Dan Halutz der Luftwaffe die Anweisung gegeben haben, daß für jede Rakete, die auf Haifa geschossen wird, 10 mehrstöckige Gebäude im Dahaya Distrikt in Beirut zerstört werden sollen. Seit dem 12. Juli sind 17 Israelis durch Raketen der Hizbullah umgekommen. Mehr als 2200 Raketen sind nach Nordisrael geschossen worden. Sie haben eine Reichweite von 50 km.
23.07.06// Laut der libanesischen Tageszeitung an-Nahhar arbeiten immer noch ehemalige Mitglieder der von Israel bezahlten SLA, Südlibanesischen Armee, für Israel. Sie würden über ihre Mobiltelefone Informationen über Hizbullah weitergeben, wie z.B. über die Bewegungen von Führungsmitgliedern und über ihre Autonummern. Außerdem gäbe es noch diejenigen, die in der Besatzungszeit den Haschischhandel betrieben und Verbindungen zum israelischen Geheimdienst hatten. Hizbullah hätte deswegen in den letzten Tagen ihre Aktivitäten auf dem Gebiet der Sicherheit verstärkt. In al-Bas übergab Hizbullah den libanesischen Sicherheitskräften einen Mann, als bei der Herstellung einer Verbindung zu den israelischen Aufklärern beobachtet wurde.
23.07.06// Washington Post, wponline: Israel ist bereit Hizbullah als politische Organisation zu akzeptieren, wenn der militärische Flügel aufgelöst wird. „Wenn es eine politische Gruppe bleibt, ist das für Israel akzeptabel“, so der israelische Botschafter Daniel Ayalon in Washington. Anscheinend gibt es eine Positionsänderung in Israel. „Eine politische Gruppe, eine Partei, die engagiert ist im politischen System des Libanon und ohne terroristische Fähigkeiten und Waffen, wird für Israel akzeptabel sein.“
23.07.06// Jerusalem Post online. OC Northern Command Maj.-Gen. Udi Adam gab im Hauptquartier des Nordkommandos in Safed zu, daß der Kommandeur der IDF-Einheit Ziviladministration bereits begonnen hat, Vorbereitungen zu treffen, um die Möglichkeiten einer Militäradministration in den eroberten Gebieten zu installieren.
22.07.06// Washington Post, wponline: Nachdem Bombardement von Maroun al-Ras drang ein israelisches Kommando ein. Dabei wurden sieben Soldaten von Hizbullah-Kämpfern getötet und mehrere Panzer unschädlich gemacht. Nach Aussagen eines israelischen Kommandeurs seien Dutzende von Hizbullah-Kämpfern getötet worden. „Sie sind gut geschützt und haben eine Menge Munition“, sagt Kommandeur Siman Tov. Bei der Eroberung von Maroun ar-Ras, seien 300 – 400 Mann beteiligt gewesen. Hizbullah hätte von Tunnels aus gekämpft, bestückt mit Kameras außerhalb, sie hätten viel bessere Waffen als der palästinensische Widerstand. Hizbullahs Hartnäckigkeit, so Leutnant Ilay Talmor, sei verständlich. „Wir wußten wie sie reagieren würden…Dieses Gebiete sagen sie, gehören ihnen. Wir würden das gleiche tun, wenn jemand in unser Land kommen würde.“
22.07.06// Laut AP äußerte Hassan Nasrallah: “Ich will keine Erwartungen in die Welt setzen, Ich habe niemals gesagt, daß die Israelis nicht jeden Ort im Südlibanon erreichen können…Unser Dogma und unsere Strategie ist diese: wenn die Israelis kommen, müssen sie einen hohen Preis zahlen. Dieses haben wir versprochen und dies ist es, was wir erreichen wollen, so Gott will.“
Mai 2006
31.05.06// Libanons Premier Fuad Siniora beschwerte sich am Mittwoch beim UNO-Sicherheitsrat über »die jüngsten israelischen Aggressionen und zweifelsfreien Verletzungen der Souveränität« seines Landes. Fuad Siniora, ein treuer Verbündeter der USA, war zu diesem Schritt gezwungen, weil die Empörung im Kabinett und unter der libanesischen Bevölkerung groß war. Israel hatte, nachdem nichtidentifizierte Täter Katjuscharaketen auf einen nordisraelischen Armeestützpunkt geschossen hatten, zivile Wohngegenden und palästinensische Stützpunkte im Libanon mit Luftschlägen angegriffen. Bei diesem Militärschlag kamen auch international geächtete Streu- und Zeitzünderbomben zum Einsatz. Das brachiale Vorgehen führte zu heftigem Kämpfen zwischen schiitischer Hizbullah und israelischen Truppen entlang der von der UNO markierten sogenannten Blauen Linie zwischen Israel und Libanon. Siniora erzwang noch am Sonntag nach Rücksprache mit den UNO-Friedenstruppen, der Hizbullah, den Botschaftern der USA, Frankreichs und Rußlands von Israel einen Waffenstillstand. Der israelische Premierminister Ehud Olmert hatte den Militärschlag angeordnet. Er meinte, er würde alle Mittel einsetzen und drohte, die Infrastruktur im Libanon zu zerschlagen, einschließlich Beirut.
29.05.06// Am 28.5. wurden drei Katjuscharaketen auf ein nordisraelischen Militärlager unweit von Saffed abgeschossen. Dabei wurde ein Soldat leicht verletzt. Danach eskalierte die Situation an der Grenze zwischen beiden Ländern, wie seit Jahren nicht mehr. Obwohl die Milizenführer des Libanon, darunter Sheikh Naim Qaouk, Vertreter der schiitischen Hizbullah für den Süden, die Verantwortung für die Angriffe ablehnten, befahl Israels Verteidigungsminister Amir Peretz acht Luftangriffe auf die bewohnte Berggegend Nuamah südlich von Beirut und Stellungen der Volksfront zur Befreiung Palästinas im Ostlibanon. Seine Kampfjets schossen dort Raketen mit Zeitzünder ab, die mit zehnminütiger Verspätung explodierten. In den betroffenen Gebieten wurden Reste von Clusterbomben gefunden. Die UNO prangerte sofort den „Erstschlag“ auf Israel an. »Es ist die Verantwortlichkeit der libanesischen Behörden, die (von der UNO markierte) Demarkationslinie zu respektieren und alle mögliche Angriffe darüber hinaus zu verhindern«, betonte Milos Strugar, Berater des Kommandeurs der UN-Truppen im Libanon.
26.05.06// Einer der Führer des palästinensischen Islamischen Jihad wird bei einem Autobombenattentat im südlibanesischen Sidon getötet. Die libanesische Regierung Regierung verurteilte das Attentat, „es trage die Fingerabdrücke der israelischen Okkupation“. Die Art der in Sidon ferngezündeten Bombe – 500 Gramm unter hohem Druck stehender Sprengstoff, der fünf Kilogramm konventionelles Material ersetzt – wurde nach Angaben libanesischer Sicherheitskreise im Vorjahr verwendet, um den ehemaligen kommunistischen Parteiführer George Hawi und den Journalisten Samir Kassir zu töten.
13.05.06// Noam Chomsky ist in Beirut. Er besuchte Shatila und traf sich mit dem Generalsekretär der Hizbullah, Hasan Nasrallah. Danach meinte er, daß es vernünftige Gründe gebe, daß die Waffen in den Händen der Hizbullah bleiben, bis eine allgemeine Lösung für die Region gefunden wäre. (INN-news)
April 2006
13.04.06// Der libanesische Menschenrechtsanwalt Muhamad Mughrabi, wird angeklagt, weil er im Europaparlament über die Menschenrechtssituation im Libanon berichtete. Er hatte u.a. kritisiert, daß Militärgerichtshöfe dafür zuständig seien, Menschen die die Behörden kritisierten, anzuklagen. Fälle von Folter, um Geständnisse zu erpressen, kämen oft vor. Auch sein Fall wird vor einem Militärgericht verhandelt und er kann mit bis zu 3 Jahren Gefängnis bestraft werden. Der niederländische Anwaltsverein wird beim Prozeß mit sieben Anwälten als Beobachter vertreten sein.
12.04.06// Der libanesische Militärgeheimdienst hat ein Netzwerk zerschlagen, daß angeblich Scheich Hassan Nasrallah (Hizbullah) ermorden sollte. Es seien 9 hochqualifizierte Männer gewesen, 8 Libanesen und ein Palästinenser. Die Gruppe beobachtete seit Anfang März sämtliche Bewegungen Nasrallahs. Die Behörden hoben ein umfangreiches Waffenlager mit Rakenwerfern, Handgranaten etc. und PCs aus.
März 2006
30.03.06// Sultan Abu al-Ainain, Fatah-Vertreter, wurde 1999 in Abwesenheit vom libanesischen Militärgerichtshof zum Tode verurteilt. Heute wurde das Verfahren neu eröffnet, es dauerte nur eine halbe Stunde und endete mit einem Freispruch. Da man die Verfahrenspraxis des Militärgerichthofs kennt, kann das nur als ein Eingreifen von höchster Ebene verstanden werden. Der Beiruter Daily Star zitiert eine unbenannte Quelle, die gesagt hätte, daß Abu al-Ainain zum Militärgerichtshof „by appointment“ gegangen wäre. Zurück wurde er im Jeep mit militärischer Eskorte gebracht.
14.03.06// Laut Syria News Wire herrschte auf dem Treffen des Nationalen Dialogs Übereinstimmung darüber, daß die Shebaa Farmen libanesisch sind. Das letzte Treffen des Nationalen Dialogs war am Ende des Bürgerkriegs 1989. Shebaa ist von Israel besetzt. Die UNO und die USA insistieren darauf, daß die Shebaa-Farmen syrisch sind. Im Klartext: Der Rückzug Israels aus den besetzten Gebieten ist vollzogen. Syrien, prosyrische Fraktionen und Hizbullah betrachten das Gebiet als libanesisches Gebiet. Das legitimiert Hizbullah, ihre Waffen zu behalten. Syrien vertrat diese Position schon immer, der Rest des Libanon stimmte mit Schweigen überein.
08.03.06// Das Treffen des Libanesischen Nationalen Dialogs wird abrupt unterbrochen. Der Grund ist die Äußerung von Walid Jumblatt (PSP) gegen Präsident Lahoud und Hizbollah bei seinem Besuch in Washington. Bis jetzt wurde bei den wichtigsten Themen (Entwaffnung der Hizbullah, Kampagne gegen Lahoud) keine Übereinstimmung erzielt.
08.03.06// Nachdem die Washington Post genüßlich beim Besuch Walid Jumblatts dessen Äußerungen zur US-Politik zitiert hatte, kommt der trockene Kommentar: Jumblatt. A guy you can count on. Zitierte Beispiele: Nachdem der stellvertretende Verteidigungsminister Paul D. Wolfowitz bei seinem Besuch in Bagdad nur knapp einem Raketenanschlag entgangen war, sagte der libanesische Drusenführer Walid Jumblatt: ‚Wir hoffen, daß die Raketen beim nächsten Mal genauer treffen und effektiver sind, diesen Virus und seinesgleichen loszuwerden…’ 2004 sagte er: ‚Wir sind alle glücklich, wenn Woche für Woche amerikanische Soldaten (im Irak) getötet werden. Das Töten von US-Soldaten im Irak ist legitim und obligatorisch.’ Er sagte, als 2002 das Raumschiffunglück geschah, daß er große Freude fühle, weil dabei ein israelischer Astronaut umgekommen sei. Er sagte auch, daß die wirkliche Achse des Bösen die zwischen ‚Öl und Juden’ ist und nannte Präsident Bush einen ‚verrückten Eroberer’. ‚Die Ölachse ist in großen Teilen der US-Administration präsent, beginnend mit dem Präsidenten, über den Vizepräsidenten, seinen wichtigsten Beratern, inklusive (Condoleezza) Rice…, während die Achse der Juden durch Paul Wolfowitz präsentiert wird.’ Jumblatt wurde vor einigen Jahren ein Visum für die USA verweigert, weil er den Terrorismus billigte. „Jetzt trifft er all diejenigen, die er beschimpfte. Was ist passiert?“, fragt die WP, und fährt fort: “Ganz einfach. Jumblatt ist anti-syrisch geworden und ist sogar 2005 der Koalition der Willigen beigetreten.“ Nun leistet Jumblatt Abbitte. Kommentar von Asaad Abu Khalil (angryarab): „Die feudale Jumblatt-Dynastie hat eine lange Geschichte in dieser Beziehung (gemeint ist eine Kungelpolitik mit den Mächtigen): von den Briten zu den Franzosen, und dann zu den Syrern und schließlich zu Bush. Nur Kamal Jumblatt versuchte, einen unabhängigen Kurs einzuschlagen, dann wurde er vom Regime Hafez al-Asads getötet. Tage später lobte Walid Jumblatt die syrische Rolle im Libanon.“
Februar 2006
18.02.06// Amnesty International gibt bekannt, daß die meisten Syrer, die angeklagt sind, an den Tumulten in Beirut teilgenommen zu haben, sich zu dieser Zeit nicht in Beirut aufgehalten hatten. Von 400 Syrern wurden 138 verhaftet. Walid Jumblatts Finger zeigten schnell nach Syrien. Christenführer Samir Jaja kritisierte ihn, daß er vorschnell in seinem Urteil sei. AI hat Beweise, daß die verhafteten Syrer geschlagen wurden, um ein Geständnis zu erpressen. Anwälten wurde der Einlaß verwehrt. Der libanesische Geheimdienst hat z.B. im nahegelegenen Appartmentblock Tariq Jdeide jeden mit syrischem Ausweis mitgenommen.
Dezember 2005
22.12.05// Mohammed Ali Hammadi kehrte letzte Woche in den Libanon zurück. Er hatte 16 Jahre im Gefängnis verbracht, weil er im Libanon einen US-Navy-Taucher getötet und 1985 einen TWA Jet in Beirut entführt hatte. Jetzt, nachdem er aus Deutschland, wo er die Strafe verbüßte, in den Libanon zurückkehrte, fordern die USA die Aushändigung Hammadis. MP Siniora meinte, daß die USA Deutschland hätten fragen können, ob sie ihn ausliefern: „Warum fragen sie uns?“
19.12.05// Der Hohe Gerichtshof in Israel hat es abgelehnt, den Beschluß des Militärs, der die Bewegungsfreiheit der Bewohner des Dorfes Ghajar einengt, zurückzunehmen. Dies hatte der Dorfrat 2003 vor dem Hohen Gerichtshof gefordert. Das Militär hatte Personen, die außerhalb des Dorfes wohnen, den Zugang zum Dorf verboten. Selbst die Ein- und Ausfahrt von Autos der Dorfbewohner wurden verboten. Die Wagen müssen vor dem Dorf geparkt werden, obwohl die Bewohner bereit waren, sich einer genauen Kontrolle zu unterziehen. So wird eine große Fläche Ackerland für Parkplätze verwendet. Der Gerichtshof gibt beiden Seiten eine Frist von 180 Tagen, um zu einer Lösung zu kommen. Gemäß der Online-Golan-Zeitung „Banias“ sehen die Dorfbewohner von al-Ghajar den israelischen Beschluß gleichbedeutend mit einem großen Schritt für die endgültige Eingliederung des Dorfes zum Libanon. Dabei würde Israel ein großes Stück Land des Dorfes zufallen, das ohne Bewohner unter israelischer Herrschaft bleiben würde. Gleichzeitig könnte sich Israel aus den Farmen Shibaa zurückziehen.
16.12.05// Drei Mädchen, Zaynab Mustafa, Hayat Mustafa und Fatimah Mustafa, Schwestern aus dem Dorf Sksakiyya im Distrikt Sidon, Südlibanon, wurden durch die Detonation einer Landmine verletzt. Israel hat ungefähr 400 000 Landminen im Südlibanon zurückgelassen und weigert sich, der libanesischen Regierung einen Lageplan mit den eingezeichneten Landminen zu übergeben.
12.12.05// Fünf schiitische Minister legen ihr Amt aus Protest nieder, nachdem das Kabinett beschlossen hatte, die UNO zu bitten, die politischen Morde zu untersuchen. Ministerpräsident Fuad Siniora hatte nach der Ermordung Gibran Tuenis eine Sondersitzung einberufen. „Dies ist keine Rücktritt von der Regierung, sondern eine Niederlegung des Kabinettamtes, bis eine Entscheidung der politischen Führung getroffen ist“, sagte der Energieminister Mohammed Fneish (Hizbullah), „Wir sind gegen die Internationalisierung libanesischer Angelegenheiten…“ Die schiitischen Minister sind: Außenminister Fawzi Salloukh, Arbeitsminister Hamadeh und zwei Minister von Amal und Yacoub Sarraf, Umweltminister, der Präsident Emile Lahoud nahesteht.