Nachrichtenticker: Archiv Juni 2012

Fallenstellung

11.06.2012

Der Schweizer Tagesanzeiger schreibt über den britischen Journalisten Alex Thomson: ((www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/journalist-bloggt-ueber-fallenstellung-syrischer-rebellen/story/17663891)) "Die Regierungsgegner hätten ihn in der Nähe der libanesischen Grenze in eine Falle gelockt, damit er von syrischen Regierungstruppen erschossen würde, erklärte der Chefkorrespondent von Channel 4 News in seinem Blog. 'Tote Journalisten sind nicht gut für Damaskus', schrieb er. In seinem Bericht schreibt er selbst, dass der Menschrechtsanwalt Nawaf al-Thani (Mitglied der Beobachtermission der Arabischen Liga) ihm mitgeteilt hätte, dass ihm ähnliches passiert wäre.

Ridwan Ziadeh plädiert für eine Ausbildung bei der UCK

11.06.2012

 In großen Teilen der syrischen Opposition gibt es Kritik, weil führende SNC-Mitglieder offen auf eine Militärintervention des Westens setzen. „Entschieden gegen westliche Kriegsoperationen hat hingegen etwa das National Coordination Committee (NCC) plädiert, ein Zusammenschluss oppositioneller Organisationen innerhalb Syriens, der vom Westen nicht besonders beachtet wird. Radwan Ziadeh, "Direktor für auswärtige Beziehungen" des SNC und wie SNC-Wirtschaftsfachmann Usama al-Qadi für das in Washington beheimatete Syrian Center for Political and Strategic Studies tätig, hat sich seinerseits bereits mehrfach für Operationen à la Kosovo ausgesprochen. "Kosovo zeigt, wie der Westen in Syrien intervenieren kann", erklärte Ziadeh, der bereits im Juli 2011 im Berliner Auswärtigen Amt zu Gast gewesen war, im Februar in der Financial Times.  Kurz darauf äußerte er, den Milizen der Free Syrian Army komme dieselbe Rolle wie der kosovarischen UÇK zu.  Erst kürzlich hielten sich dann syrische Oppositionelle im Kosovo auf, um dort genaue Erkundigungen über das Vorgehen der UÇK im Jahr 1999 einzuholen.“ (german-foreign-policy.com berichtete am 30.5.2012).

Israel äußert sich zum "Genozid" in Syrien

11.06.2012

Die Obama Administration besteht weiterhin darauf, dass die Rebellen tief gespalten und schlecht organisiert sind, um gegen das Asad Regime zu bestehen – auch wenn die Sprecher der Opposition das Gegenteil behaupten.  So scheint die US-Regierung überhaupt kein Vertrauen in den SNC zu haben. Die lokalen Milizen, hätten unterschiedliche Interessen und Agendas.  Viele der Milizen hätten ernsthafte Verbrechen begangen. Deshalb wäre das Weiße Haus ganz strikt gegen militärische Intervention, weil dies zu einem noch größeren Chaos und „humanitarian crises“ führen würde. Nun scheint sich auch Israel, als Spezialist für „Menschlichkeit“ der Sache anzunehmen. Der stellvertretende PM Shaul Mofaz redet gar von Genozid. Er muss es wissen, war er doch verantwortlich für den Abriss von Wohnhäusern der Palästinenser , sprach sich für die Liquidierung von Arafat aus und wurde von der israelischen Linken wegen seiner brutalen Methoden bei der Bekämpfung der 2. Intifada kritisiert. Begleitmusik zu den israelischen Stellungnahmen sind die Horrorgeschichten über Syriens weltgrößtem Bestandteil an Chemiewaffen. Generalmajor Yair Naveh: Diese Waffen könnten in die Hände von Extremisten gelangen. Jason Ditz in Antiwar.com, israel. Tageszeitung Haaretz.

Widersprüchle Angaben zum Hula-Massaker

11.06.2012

Für das Massaker in al-Hula wird gewöhnlich die Shabiha und das syrischen Militär verantwortlich gemacht. Ein etwas andere Darstellung bringt Rainer Hermann in der F.A.Z. vom 7.6.2012. Er schreibt, dass syrische Oppositionelle aus dieser Gegend den Tathergang in Hula an Hand von glaubwürdigen Zeugenaussagen rekonstrieren konnten. Das Ergebnis widerspricht den Behauptungen der Rebellen, die sagten, dass die regimenahen Milizen Schabiha die Tat begangen hätten. „Getötet worden seien nahezu ausschließlich Familien der alawitischen und schiitischen Minderheit Hulas, dessen Bevölkerung zu mehr als neunzig Prozent Sunniten sind. So wurden mehrere Dutzend Mitglieder einer Familie abgeschlachtet, die in den vergangenen Jahren vom sunnitischen zum schiitischen Islam übergetreten sei. Getötet wurden ferner Mitglieder der alawitischen Familie Shomaliya und die Familie eines sunnitischen Parlamentsabgeordneten, weil dieser als Kollaborateur galt. Unmittelbar nach dem Massaker hätten die Täter ihre Opfer gefilmt, sie als sunnitische Opfer ausgegeben und die Videos über Internet verbreitet." http://www.faz.net/aktuell/politik/neue-erkenntnisse-zu-getoeteten-von-hula-abermals-massaker-in-syrien-11776496.html

Scharia-Anhänger mit schwerem Geschütz

11.06.2012

Während rund 70 000 Menschen seit dem Krieg in Libyen innerhalb des Krisenlandes als Vertriebene in verzweifelter Lage sind, sorgen extremistische Kräfte für neue Eskalation. Auf die US-Vertretung in Bengasi wurde ein Bombenanschlag verübt. Die Verfechter für die Einführung der Scharia sind bestens bewaffnet, u.a. mit Luftabwehrgeschützen. Meldung aus dem ND vom 9.06.2012