Nachrichtenticker: Archiv Juni 2012
Asads Militär und die FSA-Struktur
28.06.2012
Almonitor.com: Dutzende von jungen Männern verlassen die syrische Armee. Vor ein paar Tagen flüchteten ein Brigadegeneral, zwei Colonels, zwei Majore, ein Leutnant und ein Dutzend Soldaten. Vor waren schon zwei Piloten mit Familien geflüchtet und ein Pilot flog mit einer MIG nach Jordanien. Die Deserteure wären von verschiedenen Einheiten, sie wären auch nicht von Einheiten, die in derselben Region kämpften. Dies teilte Colonal Malik al-Kurdi von der FSA mit. Von Asads Spezialeinheiten wäre keiner dabeigewesen. Die Deserteure wären von Stellungen in den Außenbezirken Alepppos, von Hama und Idlib. Selbst von Deraa wären einigen dabeigewesen. Bis heute ist es nicht klar, wieviel desertiert sind. Riad al-As´ad, Chef der FSA spricht von 40 000 Mann. Darunter seien 12 Generäle. Die syrische Armee hat Hunderte von Generälen. Almonitor spricht von einer Erosion der Armee, aber die FSA zeige selbst auch starke Risse. Es scheint um die Führung, Kommandostruktur und Kontrolle zu gehen. Kleinere Gruppen würden Guerillaaktionen in ihren Städten und Dörfern durchführen. Die Führung in der Türkei, in den türkischen Flüchtlingslagern, hat zu kämpfen gegen die Haltung: „Nimm keine Anweisungen von der Führung im Exil“ an. Almonitor fragte einen für die Waffendistribution Zuständigen. Er hat ein kleines Team und verteilt Waffen wie Kalashnikov, BKC Maschinengewehre, propellergetriebene Granatwerfer. Er meinte, es gäbe einen heftigem Wettbewerb um die Waffen. Die Waffenkontrolle hätte oberste Priorität, denn wenn das Regime falle, dürfe kein Chaos entstehen.“ Und die Waffen müssten kontrolliert werden, damit sie nicht in die falschen Hände fallen.
Aufständische überfallen Sender
28.06.2012
Der arabisch syrische Privatsender al-Ikhbariyya wurde von Aufständischen überfallen. Sieben Mitarbeiter des Senders wurden erschossen, andere entführt. Durch Sprengsätze wurden große Teile des Senders zerstört. Der private Sender soll pro Regime gewesen sein. (JW)
Schottische Fans im SPiel gegen Israel
27.06.2012
Der Herald on Sunday berichtet über das Fußballspiel Schottland gegen Israel in Tynecastle. 90 Minuten lang hätten die Parolen für die Freilassung des palästinensischen Kickers die Oberhand gehabt. Ein Slogan gegen die israelische Politik wäre „Without guns you are rubbish“ gewesen. Die schottischen Fans warnten ihre Mannschaft mit viel Ironie. Es wäre üblich , dass, wenn Israel verliere, sie einen Luftschlag fürchten müssten.
Syrien: Bürgerbewegung Mussalaha (Versöhnung) gegründet
27.06.2012
Interreligiöse Bürgerbewegung „Mussalaha“ gegründet. Sie setzt sich für Versöhnung an der Basis ein und will Familien, Clans, Gemeinden und Bürger mobilisieren, die des Konflikts müde sind. Laut Agentsia Fides trafen sich schon christliche und muslimische Vertreter und Vertreter von Clans in Deir Ezzor in Ostsyrien. Die Menschen „wünschen sich ein würdiges Leben und lehnen die Gewalt und einen konfessionellen Konflikt und eine ideologische und politische Auseinandersetzung ab“. Bashar al-Asad hat bei der letzten Ernennung des Kabinetts einen Minister für Versöhnung eingesetzt. Er (Ali Haidar) ist von der Oppositionspartei „People’s Will Party“.
(Fidesdienst, 27/06/2012)
Vier Tote bei Demonstrationen in Gao (Mali)
27.06.2012
(maliweb.com, afrik.com) Nach der Ermordung des lokalen Abgeordneten Idrissa Oumarou am vergangenen Montag starben am Dienstag, 26.6., bei Protesten in der Provinzhauptstadt Gao vier Menschen, als Kämpfer der MNLA das Feuer auf die Demonstranten eröffneten. Es soll zahlreiche Verletzte gegeben haben. Gao befindet sich wie der gesamte Norden Malis seit März in den Händen von Tuareg-Rebellen unter anderem der MNLA und von "Ansar ad-Dine", die unlängst einen "Islamischen Staat Azawad" ausgerufen haben (inamo berichtete). Die Durchsetzung der Segregation und von Strafen wie der Auspeitschung bei unehelichen Beziehungen stößt allerdings auf Widerstand der Bevölkerung. Die Tuareg sind traditionell eine matriarchalische Gesellschaft. Außerdem droht dem Norden, der ohnehin schon von einer anhaltenden Dürre betroffen ist, aufgrund der Konkurrenz unter den verschiedenen Rebellengruppen um die wenigen zur Verfügung stehenden Ressourcen eine humanitäre Katastrophe. Gestern meldete zudem "afrik.com", dass der Region zusätzlich eine Heuschreckenplage bevorstehe.