Nachrichtenticker: Archiv Mai 2012

Die "Infiltration" breitet sich wie ein Krebs in ganz Israel aus...

31.05.2012

Electronic Intifada.  Miri Regev, Mitglied des Likud und ehemaliger offizieller Sprecher der Armee: “Das Phänomen der Infiltration ist, dass sie sich in ganz Israel verbreitet. South Tel Aviv, Arad, Eilat, Orr Akiva, Pardes Hanna. Ich spreche von dem Phänomen der Infiltration, die sich in einer Art ausbreitet wie der Krebs im menschlichen Körper. Heaven forbid, ich sprach nicht über „human beings“. Wenn sich jemand verletzt fühlt wegen dieser Stellungnahme oder meine Stellungnahme  nicht korrekt verstanden hat oder wenn meine Stellungnahme  nicht korrekt interpretiert wurde, dann entschuldige ich mich dafür.“

Leyla Zana zu zehnjähriger Haftstrafe verurteilt

30.05.2012

Die international bekannte kurdischstämmige Abgeordnete des türkischen Parlaments Leyla Zana ist am vergangenen Donnerstag von einem Gericht in Diyarbakir wegen angeblicher Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans PKK zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Zur Last gelegt werden der Abgeordneten der Partei für Frieden und Demokratie (BDP) neun Reden aus den Jahren 2008 und 2009, in denen sie unter anderem den PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan als Führer des kurdischen Volkes bezeichnet hatte. Der zuvor bereits verhandelte Fall war vom Obersten Gerichtshof an das Gericht in Diyarbakir zurückverwiesen worden. 1991 war Zana das erste Mal ins Parlament gewählt worden. Weil sie bei ihrem Amtseid in der verbotenen kurdischen Sprache hinzufügte »Es lebe die türkisch-kurdische Geschwisterlichkeit«, wurde sie gemeinsam mit drei weiteren Abgeordneten wegen Landesverrats zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt. Vor dem Hintergrund der EU-Beitrittsverhandlungen kam Zana, die Sacharow-Preisträgerin des Europäischen Parlaments ist, 2003 vorzeitig frei. (jW, 26.5., ISKU, Nuce 570.

Irakische Marsh-Araber protestieren in Hasankeyf gegen Ilisu Projekt

30.05.2012

 „Weil niemand zu uns in den Irak kommt, um uns zu hören, kommen wir zu euch, um zu sprechen. Wir leben einer der bedeutendsten Regionen der Welt – den Mesopotamischen Sümpfen – und die ist wegen Ilisu in Gefahr.“ Mit diesen Worten begann Scheich Sayed Abbas in der türkischen Felsenstadt Hasankeyf eine Protestveranstaltung, die es so noch nie gegeben hat. Er ist mit acht weiteren Stammesführern (Scheichs) der Marsh Arabs nach Hasankeyf gekommen, um gegen Ilisu zu protestieren.

Zusammen mit den Bewohnern von Hasankeyf, ECA Watch, der türkischen Umweltorganisation Doga Dernegi und der irakischen NGO Nature Iraq unterzeichneten sie heute die „Tigris Deklaration“, in der die Vereinten Nationen (UNEP) zur Unterstützung im Kampf gegen Ilisu aufgerufen werden. „Die Folgen von Ilisu sind weitaus größer, als bisher angenommen. Wir hoffen, die UNO bringt die Türkei und den Irak an den Verhandlungstisch. Sonst wird die Wiege unserer Zivilisation zur Wüste,“ so Ulrich Eichelmann von ECA Watch.

Wird das im Bau befindliche Ilisu wie geplant fertig gestellt, hätte das über 1.000 Kilometer flussabwärts des Dammes verheerende Folgen. Im Stausee würde nämlich das Wasser zurückgehalten, dass die Sümpfe und deren Bewohner so dringend brauchen. Besonders die Frühjahrshochwasser sind entscheidend für die Überschwemmungsgebiete nahe Basra. Und genau die sollen im Stausee abgefangen werden. Im Irak und vor allem in den Sümpfen würde dann nur noch ein schmutziges Rinnsal ankommen. Doch in den jahrelangen Debatten um Ilisu waren die Konsequenzen für dieses Gebiet bisher nie ein Thema. Das soll sich ändern.

Die Marsh Arabs sind die Bewohner der wohl bedeutendsten Kulturlandschaften der Welt, den Mesopotamischen Sümpfen im Süden des Irak. Am Zusammenfluss von Euphrat und Tigris entwickelten vor über 6.000 Jahren die Sumerer die erste Schrift, die ersten Gesetze und die Grundzüge unserer Landwirtschaft….“Wir sind aus Hasankeyf und den Mesopotamischen Sümpfen, wir sind Menschen aus Mesopotamien, wir sind verbunden über den Tigris. Dieser Fluss ist unsere gemeinsame Wurzel, unsere Lebensader und unsere Zu­kunft,“ so Scheich Sayed Abbas und macht zum Abschluss noch einen einfachen Vorschlag: „Wir müssen den Staudamm gar nicht ganz verhindern. Reduzieren wir die Stauhöhe von 130 Meter soweit, dass Hasankeyf nicht überflutet und unsere Sümpfe nicht austrocknen würden.“ Das würde etwa eine Reduktion von 65 Metern bedeuten. 65 Meter für die Wiege der Menschheit. Zuviel verlangt? (ECA, 22.5., ISKU) Nuce 570, 30.5.2012.

Die Türkei und die gekidnappten Libanesen

29.05.2012

Die Türkei trägt Verantwortung für die gekidnappten Libanesen, so die Überschrift der libanesischen Tageszeitung as-Safir. Die oppositionelle türkische Republikanische Volkspartei hätte im Parlament die Politik der Regierung und ihres Außenministers Ahmet Davutoglu kritisiert. Dazu as-Safir: Die Kidnapper könnten nur der Freien Syrischen Armee angehören al-Qaida käme nicht in Frage, die hätte andere Methoden. Das Kidnappen hätte stattgefunden, nachdem der Bus durch die Türkei gefahren war und nachdem die Ausweise gescheckt gewesen wären. Das Beobachten des Busses in der Türkei hätte in Kooperation mit dem türkischen Sicherheitsapparat stattgefunden. Türkische Politiker hätte gesagt, dass es den gekidnappten gut gehe, also wären sie über die Lage informiert gewesen und hätten verhandelt mit ihnen. Die Führung der Freien Syrischen Armee ist in der Türkei stationiert, ihre Kommandeure leben in einem Sondercamp von dem aus sie die Operationen in Syrien leiten. Es sei bekannt, dass die Türkei die Ausbildung der FSA übernommen hat und dass sie bei der Infiltration nach Syrien hilft. Ahmet Davutoglu lobte den türkischen Geheimdienst, der informiert wäre über alles was in Syrien passiert. As-Safir vermutet, dass es eine Einmischung gab (sonst wären die Libanesen schon längst in Libanon) , irgendetwas  politisches wäre passiert. Die offiziellen Stellungnahmen der Türkei, dass die Gekidnapped niemals türkischen Boden betreten hätten, widerspricht den Äußerungen des Außenminister über die Stärke ihre Geheimdienstes. „Entweder modifiziert Ankara seine Position oder eine andere Macht übt Druck auf die Türkei aus“ damit sie die Gekidnappten nicht ausliefert. Der Gastgeber der Freien Syrischen Armee und des SNC, also die Türkei, wäre voll verantwortlich für die Situation der libanesischen Gekidnappten. (Mideastwire.com)

Israelische Firmen sollen im Gazastreifen den Wiederaufbau betreiben

28.05.2012

Israelische Unternehmen gewannen die UNICEF-Ausschreibung für den Wiederaufbau im Gazastreifen. Die „Palestinian Contractors Union“ verbietet ihren Mitgliedern mit Israel zu kollaborieren. Die Zerstörung der Infrastruktur stammt aus der „Operation gegossenes Blei“. Osama Kahil von der PCU sagte gegenüber al-Quds al-Araby, dass einige Firmen Kontakt zu palästinensischen Firmen aufgenommen hätten und ihnen 50/50 (Hälfte der Einkünfte) angebote hätten. Jetzt würde auch noch die israelische Besatzung ausgepreist für die Zerstörung der Ökonomie im Gazastreifen. Die PCU hat Briefe an alle Firmen im Gazastreifen verschickt, die die Firmen vor einer Kooperation mit Israelischen Unternehmen warnen. Von UNICEF gibt es noch keine Stellungnahme.

http://www.timesofisrael.com/israeli-companies-win-un-bids-to-reconstruct-gaza-angering-palestinians/