Nachrichtenticker: Archiv Februar 2011

Tunis: Premierminister tritt zurück

27.02.2011

Mohammed Ghannouchi, Premierminister unter Ben Ali und Premier der Übergangsregierung gibt seinen Rücktritt bekannt - und dies, nachdem es am Tag zuvor zu Demonstrationen und Zusammenstössen mit der Polizei kam, bei denen drei Demonstranten getötet wurden. Die Tunesier waren nicht damit einverstanden, dass einer vom alten Regime mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt ist. Noch immer haben die Kräfte des alten Regimes nicht aufgegeben. Deshalb wird es zu weiteren Demonstrationen kommen. Als Nachfolger von Ghannouchi wird Beji-Caid Essebsi gehandelt. Er ist 84 Jahre alt und gehört zu den Anhängern des alten Präsidenten (Bourgiba), die von Ben Ali entmachtet wurden. Essebsi war in den 60er Jahren Innenminister und Verteidigungsminister.

Der Bankensektor hat Angst vor der Scharia

27.02.2011

R.Rupp schreibt in der Jungen Welt, dass laut Wirtschaftswoche das ausländische Kapital rund 20 Milliarden US-Dollar in Aktien und Anleihen in Ägypten angelegt hat. 550 Millionen Dollar würden auf deutsche »Investoren« entfallen.

Nun wird schon befürchtet, dass einige auf der Scharia beruhende Wirtschaftspraktiken eingeführt werden, die einige Praktiken eindämmen würden. Die Junge Welt schreibt, dass eine westliche Nachrichtenagentur am 4. Februar schrieb: „Eine auf der Scharia beruhende Wirtschaftsordnung würde viele westliche Geschäftspraktiken wie das ›Leveraging‹ behindern.« Nun was ist das Leveraging? Dazu R.R.: Es ist eine im westlichen Finanzsystem inzwischen fest verankerte Praxis der Überschuldung, bei der man mit einem Dollar Eigenkapital bei niedrigen Kreditzinsen bis zu 60 oder mehr Dollar Fremdkapital meist zur Abwicklung von Finanzgeschäften aufnimmt. Bei Gewinnen führt dies zu einer enormen Eigenkapitalrendite auf den eingesetzten eigenen Dollar, bei Verlusten aber kann das zum Zusammenbruch des gesamten Systems führen.Der Agenturbericht beklagt dann auch noch, daß »nach islamischem Recht alle Geschäftsabschlüsse auf realen, greifbaren Werten beruhen müssen« - also die Luftnummern mit Derivaten verboten sind, mit denen die westlichen Bankster ihre Megagewinne generieren und zugleich die reale Wirtschaft und Arbeitsplätze zerstören."

Israelischer Tourismussektor ist Teil des israelischen Siedlungsunternehmens

25.02.2011

Pressemitteilung 25.02.2011.  Die israelische Regierung richtet die Internationale Tourismuskonferenz, die vom 29. bis zum 31. März 2011 in Jerusalem stattfinden soll, aus. Damit verstößt Israel gegen das internationale Recht, denn Jerusalem gehört nicht zu Israel, sagt Tourismusministerin Dr. Kholoud Daibes.

1,6 Mio. Dollar für Israels New Media War

24.02.2011

http://electronicintifada.net/v2/article11828.shtm

Das israelische Militär spricht von einem "New Media war", in den 1,6 Mio. Dollar investiert werden soll. Also keine Raketen und neue Waffen sondern Computerausrüstungen. Mit dieser Investition sollen Hunderte von israelischen "media warriors," ausgebildet werden. Diskutiert wurde dies auf der 11. Jahressitzung der Herzliya Sicherheitskonferenz. (des Interdisciplinary Centers, einer neo konservativen Richtung bestehend aus Amerikanern und Israelis, Regierungskader, Geschäftsleute, Akademiker). Spätestens nach dem Golfmassaker 2008/2009, bei dem das Ansehen Israels in der Welt stark gelitten hat, versucht Israel mit einer Propaganda (Hasbara)kampagne gegenzusteuern.

Damaskus: sit-in vor der libyschen BOtschaft

23.02.2011

23.02.2011  inamo-Meldung. Protest Sit in vor der libyischen Botschaft in Damaskus. Mehrere Dutzend Menschen, jüngere und ältere waren dabei. Auch Veteranen des Damaszener Frühlings. Eine Hundertschaft war in Bereitschaft. Eine Viertelstunde wollten sie genehmigen. Aber nach Diskussionen wurde eine Stunde genehmigt. Letztlich wurden es doch 1 ½ Stunden. Interessante Menschen in Zivil wollten „einen Jungen näher kennen lernen", weil er etwas eifrig sein Mobile betätigte. Aber das wollten die Demonstranten nicht hinnehmen. Nach heftigen Diskussionen einigte man sich: Ihr gebt uns den Shabab zurück und wir machen Schluss.  Gerufen wurden die Slogans: Hurria, Hurria, und Silmiyya, Silmiyya. Die Verse von des tunesischen Dichters Shabbi (siehe inamo special GAME OVER) Wenn eines Tages das Volk leben möchte... und Wer sein Volk nieder metzelt ist ein Verräter!