Nachrichtenticker: Archiv September 2010

Libysche Küstenwache beschießt italienisches Fischerboot

17.09.2010

17.09.2010  Gegen 18:00 trifft Kapitän Gaspare Marrone und seine Mannschaft im Golf von Sirte in internationalen Gewässern auf eine libysche Einheit. Das Schiff kommt ihnen bekannt vor: es sieht aus wie ein Boot der italienischen Guardia di Finanza (italienischer Zoll), aber es läuft unter libyscher Flagge. Sie werden in reinem Italienisch aufgefordert, beizudrehen. Marrone verweigert den Stopp - in internationalen Gewässern können ihn die Libyer nicht einfach stoppen, er möchte einen italienischen Befehl sehen. Doch dieser kam nicht, auch wenn sich sechs italienische Offiziere und Mitarbeiter der Guardia di Finanza an Bord libyschen Schiffes befinden. Diese hatten sich sofort unter Deck zu begeben, wie die Libyer anordneten. Und dann eröffneten sie das Maschinengewehrfeuer auf die „Ariete".
Über fünf Stunden verfolgen die Libyer den sizilianischen Fischer, der Richtung Lampedusa fährt, feuern immer wieder auf das Schiff, bis sie endlich gegen 23 Uhr beidrehen. Die „Ariete" ist ein 32 m langer Fischkutter aus Metall, sie wird in der gesamten Längsseite vielfach getroffen. Es ist ein unglaubliches Glück für die Besatzung, dass sie nicht verletzt wird, dass die getroffenen Gasflaschen nicht explodieren. ...Vincenzo Asaro, Reeder und Besitzer der „Ariete", und sein Kapitän stellen klar: man hat nicht in libyschen Gewässern gefischt, zum Einen, weil man eh auf Fahrt gewesen sei und die Netze gar nicht draußen waren, zum Anderen, weil sie sich zum Zeitpunkt der Schüsse zwar unweit der libysch-tunesischen Grenze, aber in internationalen Gewässern befunden haben....Das Schiff, dass sie beschossen hat, gehört zu den sechs von Italien an Libyen übergebenen Schiffen der Guardia di Finanza, die für die gemeinsamen Patrouillen zur Eindämmung der illegalen Migration eingesetzt werden. Grundlage sind die libysch-italienischen Abkommen von 2007 (also noch unter der alten Regierung) und von 2009. Sie besagen, dass die beiden Länder gemeinsam Patrouillen fahren, wobei die Italiener jedoch nur technische Kontroll- und Beobachtungsaufgaben haben, das Kommando liegt allein bei den Libyern. Sie haben sich unter Deck zu begeben, wenn die Libyer einen Einsatz beginnen.

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