Nachrichtenticker: Juni 2010

Zweifel am Selbstmord David Kellys

30.06.2010

"TheNewAmerican" <http://www.thenewamerican.com/index.php/world-mainmenu-26/europe-mainmenu-35/3905-doubts-grow-in-whistle-blower-suicide> " Neue Enthüllungen im Falle des verdächtigen Selbstmords von Dr. David Kelly zeigen, weisen auf einen möglichen Mord hin. David Kelly arbeitete als "United Nations weapons-of-mass-destruction inspector" im Irak und als Wissenschaftler im Verteidigungsministerium. Vor sieben Jahren verursachte er einen Skandal als er Details über die Lügen der Regierung zu den angeblichen Massenvernichtswaffen des Irak verbreitete. Er sollte vor dem Parlament dazu Stellung nehmen, aber dazu kam es nicht mehr. Plötzlich war er tot. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Kelly mit einem Messer Selbstmord gemacht habe. Jetzt begann auch die Presse hellhörig zu werden und begann den Fall zu untersuchen. Die Fragen der Presse sind bis heute unbeantwortet geblieben, deshalb betitelt man die Untersuchung mit „whitewash" und a „cover-up".

Die innere Entdemokratisierung

30.06.2010

Während die israelische Regierung gegenüber dem Engagement von Menschenrechtlern in den besetzten Gebieten stets eine ambivalente Haltung einnahm, konnten ihre Kollegen in Israel bis vor kurzem relativ ungehindert arbeiten. Die Redefreiheit war gewährleistet, und der medico-Partner Ärzte für Menschenrechte - Israel (PHR) konnte auf professioneller Ebene mit Armee- und Regierungsstellen kommunizieren und nötigenfalls durch vorgesehene Kanäle Anliegen palästinensischer Einwohner vortragen. Doch seit den israelischen Angriffen auf den Gazastreifen um die Jahreswende 2008/09 stellt die israelische Regierung die Legitimität von Menschenrechtsorganisationen immer stärker in Frage. Ein Mitarbeiter der PHR wurde durch die Geheimdienste verhört und gewarnt, sich „politischen Aktivitäten" zu Gaza zu enthalten. Mitglieder einer Kriegsdienstverweigererorganisation wurden verhaftet. Die Regierung eröffnete eine öffentliche Kampagne gegen den medico-Partner Breaking the Silence, der Zeugnisse israelischer Soldaten über die Operation ‚Gegossenes Blei' veröffentlichten. Und die Kanäle, durch die PHR mit den Behörden kommunizierten funktionieren immer seltener.

 Die Versuche, den Spielraum israelischer Menschenrechtler einzuschränken, kulminieren aktuell in zwei Gesetzesinitiativen. Der erste sieht die Aberkennung der Steuerfreiheit für Organisationen, die sich für gesellschaftliche und politische Veränderungen engagieren. Diese müssten sich als politische Organisation anmelden, die Liste ihrer Mitglieder an die Behörden weitergeben. Der zweite wendet sich speziell gegen israelische Organisationen, die vor der Goldstone-Kommission Zeugnis ablegten. Jede Aktion, die dazu führen könnte, dass Militärs oder Staatsvertreter internationalen Gerichtsverfahren ausgesetzt werden, soll künftig bestraft werden. „Damit könnten wir etwa vor künftigen UN-Kommissionen nicht mehr auftreten, ihnen nicht einmal Informationen zukommen lassen", sagt Hadas Ziv, Geschäftsführerin der PHR. Dabei sei Israel eine führende Kraft hinter dem ‚Universalprinzip' gewesen, damit nationalsozialistische Verbrecher weltweit verfolgt werden können.

 Beide Gesetzesentwürfe stammen von Kadima. Also der Partei, die im westlichen Ausland stets als Alternative zu Netanjahus Rechtsaußenregierung gepriesen wird. „Deshalb sind diese Vorhaben so gefährlich. Ihr Ziel, die Delegitimierung von Organisationen wie amnesty oder PHR, kommt aus der Mitte unserer Gesellschaft."...Tsafrir Cohen, Representative in Palestine & Israel, medico international e.V.

Der Chef von Alfa (libanesischer Provider) wegen Spionage festgenommen

30.06.2010

30.6. Haaretz.online - Al-Manar (Hizbullah) berichtet, dass der libanesische Militärgeheimdienst eine große Untersuchung eingeleitet hat, die jede "Communication branch" im Land unter die Lupe nimmt. Man beschränkt sich nicht auf das Unternehmen Alfa, sondern auch auf MTC. Der verhaftete Charbel Qazzi wird als großer Fisch beschrieben. Es sei klar, dass er nicht allein beteiligt gewesen war. Es hatte Misstrauen erregt, als Qazzi plötzlich zunehmend reicher wurde. As-Safir berichtet, dass Qazzi Computerprogramme und Spionagechips in „transmitter and antennas", die der Firma gehörten,  eingebaut habe, die vermutlich vom israelischen Geheimdienst abgehört wurden. 

27.6. Haaretz.online Die libanesischen Behörden haben den "senior executive" (Charbel Qazzi)  der Mobiltelefongesellschaft Alfa wegen Verdacht der Spionage für Israel festgenommen. Die libanesische Zeitung ad-Diyar schrieb, dass der Chef von Alfas „transmission and broadcasting" verhaftet wurde wegen: "supplying Israel with sensitive information that harm Lebanese national security". Weiter schrieb ad-Diyar, dass sein Job eine sensible Position gewesen wäre, mit Zugang zu Informationen, an die man sonst nicht rankommt. Von Israel gab es keinen Kommentar. Nach Äußerungen von Politikkadern, wie das ein schwerer Schlag für Israels Spionagenetzwerk im Libanon. Anscheinend hätten die Spione 2006 wichtige Einrichtungen von Hizbullah gemelden, die Israel dann bombardierte. Außerdem scheinen einige Spione des Netzwerks auf Hizbullahkader angesetzt gewesen zu sein. Einer gab zu an der Ermordung von Imad Mughnia, Militärchef von Hizbullah, beteiligt gewesen zu sein.

 

Jerusalem: Transfer in oder von besetzten Gebieten wird als Kriegsverbrechen eingestuft

30.06.2010

www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=35175&Cr=Palestin&Cr1 

Richard Falk, the Special Rapporteur on the situation of human rights on Palestinian territories occupied since 1967, betonte, dass Transfer von Bevölkerung in oder von besetzten Gebieten nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen eingestuft wird. Er erwähnte den Fall von vier Palästinensern denen dass Residenzrecht aberkannt werden soll (siehe weiter unten)  und den Fall der Zerstörung von 22 Häusern in Silwan. "What is particularly shocking is that Israel appears ready to forcibly transfer these individuals based on their supposed lack of loyalty to the State of Israel," he stated. "Israel, as an occupying Power, is prohibited from transferring civilian persons from East Jerusalem, and is prohibited from forcing Palestinians to swear allegiance or otherwise affirm their loyalty to the State of Israel...International law does not allow Israel to bulldoze Palestinian homes to make space for the mayor's project to build a garden, or anything else".

Grenzpolizist exekutiert Palästinenser

30.06.2010

http://www.richardsilverstein.com/tikun_ Vor drei Wochen „exekutierte“ ein israelischer Grenzpolizist, nach einem Unfall mit Fahrerflucht, den Palästinenser Ziad Jilani. Beteiligt waren vier Polizisten. Die erste Version der Polizeirechtfertigung war die, dass Jilani ein Terrorist gewesen wäre, der versuchte einen Polizisten zu töten. Die israelische Journalistin Amira Hass brachte eine andere Version: Der verletzte Jilani lag auf dem Boden, dann wurde ihm aus kurzer Entfernung in den Kopf geschossen. Das Justizministerium leitete eine interne Untersuchung ein, die ergab, dass Jilani aus kurzer Entfernung erschossen wurde. Dies gab der Polizist auch zu, hinzufügend, dass er glaubte, dass Jilani ein Terrorist sei, der ihn töten wollte. Er hätte einen Selbstmordgürtel getragen. Außerdem wollte er das Leben von Unschuldigen schonen, die auf der Straße standen. Ist diese Darstellung glaubwürdig? 1. Der Polizist stand so nah bei Jilani, dass er klar sehen konnte, ob dieser eine Selbstmordweste trug oder nicht. 2. Der Polizist stand ganz dicht bei Jilani. In solch einer Situation sagt die Ausbildung, dass man sich einem Selbstmordattentäter nicht nähern sollte, damit man bei einer Explosion nicht gefährdet wird. „Nur ein selbstmordgefährdeter israelischer POlizist würde so nah an einen vermuteten Selbstmordattentäter herangehen. (oder der Polizist, wusste, dass sein Opfer kein Selbstmordattentäter war).3. Aus den zwei Wunden Jilanis wird ersichtlich, dass wenn er ein Selbstmordattentäter gewesen wäre, die Kugeln die Sprengung ausgelöst hätten. 4. Kein Grenzpolizist sorgt sich um das Leben von Palästinensern aus dem Wadi Joz. Tatsache ist, dass mehrere Bewohner zu Jilani eilten, bevor er getötet wurde. Sie wurden von der Polizei geschlagen und weggejagt. Die israelische Grenzpolizei gilt als die brutalste Polizei. “Es sieht ihnen ähnlich, dass sie aus einem kleinen Verkehrsunfall einen kaltblütigen Mord machen.“ Und nun die Antwort des Sprechers der Grenzpolizei: „dieser Fall zeigt alle Merkmale eines terroristischen Eingriffs. Wir unternehmen alle Anstrengungen um unsere Offiziere über die „Reinheit der Waffen“ aufzuklären. Es ist einfach unmöglich, dass ein Soldat aus kurzer Entfernung schießt, wenn er keine Gefahr vermutet.“