Afghanistan: Meldungen

September 2009

 

Wieder ein Sieg der Demokratie

28.09.09// antiwar.com. Die Obama-Administration hat sich fuer den Statthalter Karzai in Kabul entschieden – trotz des massiven Wahlbetrugs. (Siehe dazu die Einschaetzung von Matin Baraki in inamo nr. 59, Gastkommentar). So bekommt er nun eine weitere 5jaehrige Amtszeit. Karzai, wie es nun festgelegt ist, hat 54,6% der Stimmen gewonnen und sein Rivale Abdullah Abdullah nur 28%. .Dabei ist klar, dass 1/3 von Karzais Stimmen auf Betrug basierten.

Studiert die Geschichte Afghanistans!!

19.09.09// AP. Talibanführer Mullah Omar sagte bei seiner Rede beim Aid al-Fitr (Ende des Ramadan) dass die USA und die NATO die Geschichte Afghanistans studieren sollen. Diese Botschaft kam einen Monat vor dem 8. Jahrestag der US-Invasion. Schon Alexander der Große, so Mollah Omar, wäre von den Pashtunen geschlagen worden. Dann seien die Briten geschlagen worden, die von 1839 bis 1919 im Land waren. Des wegen würden auch sie den Jihad weiter führen, bis sie unabhängig wären.

Karzais Stimmenblähung

06.09.09// News.antiwar.com. In einigen Provinzen wurde bekannt, dass die Wahlurnen so vollgestopft waren, so dass Präsident Karzai 10 mal mehr Stimmen hatte, als die Anzahl der Wähler/innen, die ihre Stimmen abgaben.

”Strategische Niederlage“

06.09.09// Times.online.co.uk – Das britische Verteidigungsministerium unterdrückt einen Bericht, der im armeeigenen Journal erschienen sollte, der davor warnte, dass die britischen Truppen in Afghanistan eine “strategische Niederlage” erleiden werden. Gleichzeitig hat ein verantwortlicher Armeeoffizier der US-Armee die Arroganz der „UK-Tactics“ im Irak kritisiert. Colonel Peter Mansoor, der mit General David Petraeus zusammen arbeitete, sagte, dass britische Politiker und führende Militärs in Basra die Verantwortlichkeit abgetreten hätten, weil sie keinen Schutz für die Bevölkerung geben konnten. Letzten Freitag insistierte Gordon Brown auf der gegenteiligen Aussage, obwohl er von Eric Jocye, zurückgetretener Berater des Verteidigungsministers, gewarnt wurde. In den USA erschien bereits ein Artikel, in dem gesagt, wird, dass sich GB aus Basra zurückgezogen hat, wegen der Fehler zu Beginn des Jahres 2009 und in Helmand, Afghanistan, würden sie ebenfalls einer Niederlage entgegensehen. .

NATO-Angriff hatte ein Massaker zur Folge

05.09.09// JungeWelt. Bei einem NATO-Angriff im Norden Afghanistans sind am Freitag bis zu 90 Menschen getötet worden. Dutzende weitere wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Verantwortlich für das Blutbad bei Kundus ist die Bundeswehr, die zwei entführte Tanklastfahrzeuge von US-Kampfflugzeugen bombardieren ließ. Unklar ist, ob neben Zivilisten auch Taliban-Kämpfer unter den Opfern sind. Die Nachrichtenlage blieb bis jW-Redaktionsschluß widersprüchlich. Hauptverantwortlich dafür ist die Desinformationspolitik der Bundeswehr. So bestritten die deutschen Besatzer über Stunden hartnäckig, daß sich unter den Opfern überhaupt afghanische Zivilisten befanden. »Nach bisherigen Erkenntnissen sind Unbeteiligte nicht zu Schaden gekommen«, sagte ein Sprecher von Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Freitag mittag, als am Hindukusch bereits Massengräber zur Beisetzung der Toten ausgehoben worden waren. Als unstrittig gilt: Taliban-Kämpfer haben in der Nacht zum Freitag bei Kundus an einem fingierten Kontrollpunkt zwei beladene Tanklastzüge gestoppt und übernommen. Der Sprit war ursprünglich für die deutschen Truppen bestimmt. Die weitere Fahrt wurde von einer unbemannten Drohne verfolgt, bis schließlich ein Bundeswehroffizier die Bombardierung der Lkw befahl. »Treffer seitens des US-Kampfjets ließen die beiden Tanklastzüge in einen riesigen Feuerball aufgehen«, schilderte AP das Geschehen. Bundeswehr vor Ort und Verteidigungsministerium in Berlin sprachen von mehr als 50 getöteten »feindlichen Kämpfern«. Taliban-Sprecher Sabjullah Mudschahid bestätigte, daß Aufständische die Tanklastzüge gekapert hätten. Beim Versuch, den Fluss Kundus zu durchqueren, seien die schweren Fahrzeuge steckengeblieben. Daraufhin sei Treibstoff abgelassen worden, um die Lkw flottzubekommen. Aus dem nahegelegenen Dorf seien rund 500 Einwohner herbeigeströmt, um Treibstoff zu holen. Sie seien vor drohenden Luftangriffen gewarnt worden, hätten sich aber nicht wegschicken lassen. Taliban-Kämpfer seien bei dem Bombardement nicht getötet worden. Nach Angaben des Provinzgouverneur von Kundus, Mohammad Omar, starben bei den Explosionen insgesamt bis zu 90 Menschen. Die örtliche Polizei sprach von 40 toten Zivilisten. Ein Bewohner des betroffenen Dorfes erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, »mehr als 150 Menschen wurden getötet oder verletzt«. Der afghanische Präsident Hamid Karsai entsandte eine Untersuchungsgruppe an den Tatort. Auch die Vereinten Nationen wollten ein eigenes Team schicken. Es müsse geklärt werden, warum ein Luftangriff angeordnet worden sei, obwohl die Situation vor Ort unübersichtlich gewesen sei. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen räumte am Freitag mittag schließlich ein, bei dem Luftangriff könnte es auch Tote in der Zivilbevölkerung gegeben haben. Ein NATO-Sprecher konkretisierte die Aussage: In den lokalen Krankenhäusern würden mehrere zivile Opfer behandelt. Wehrminister Jung duckte sich derweil weg. Er wolle sich zunächst nicht persönlich äußern, das »Informationsbild« sei noch »ungesichert«, ließ der CDU-Politiker über einen Sprecher verlauten. Gleichwohl hält er an der Sprachregelung fest, daß in Afghanistan kein Krieg herrscht. Manfred Stenner vom Bonner Netzwerk Friedenskooperative erklärte dagegen: »Sollten sich die bisher spärlichen Informationen über die Kämpfe nach der Entführung der Tanklastzüge in der Nähe von Kundus bestätigen, hat die Bundeswehr ein Massaker zu verantworten.« Aus der F.A.Z: „Männer und Kinder seien mit Kanistern herbeigeeilt. Die Taliban-Kämpfer hätten sich derweil Schusswechsel mit Sicherheitskräften geliefert. Anschließend, so lautet die Darstellung des Mannes, seien die Aufständischen geflüchtet - noch bevor die Tankwagen aus der Luft bombardiert worden seien und explodierten. Viele Zivilisten hätten schwere Brandverletzungen erlitten und seien daran gestorben. "Wir können nicht einmal mehr ihre Gesichter erkennen", sagt der Weißbärtige. Auch ein anderer Mann vor dem Krankenhaus berichtet, dass die Taliban den Ort des Unglücks bereits vor der Explosion verlassen hätten. Sein Bruder sei unter den Schwerverletzten. "Die Schwestern sagen, er ist in einem furchtbaren Zustand." Die Ärzte im Krankenhaus erklären, dass die Provinzregierung ihnen untersagt habe, Angaben über die Zahl der Toten und Verletzten zu machen. Alle verfügbaren Mediziner der Stadt, unter ihnen auch alle Praxisärzte, seien ins Krankenhaus gerufen worden.“

August 2009

Liegt ein verletzter Taliban im Hospital, verliert dieses seinen “protected status as a civilian location”

27.08.09// Antiwar.com. US und afghanisches Militär, unterstützt durch einen US-Apache Kampfhubschrauber, griffen gestern ein Hospital in der Pakthia Provinz an. Sie hatten eine Meldung bekommen, dass dort ein verletzter Talibankommandeur behandelt wird. Bei dem Angriff gab es eine Schießerei, bei der angeblich 12 Militante und zwei afghanische Polizisten getötet wurden. Die USA sagt allerdings, dass niemand getötet wurde, aber ihr Ziel, nämlich der Talibanführer, sei verletzt worden. Obwohl er eigentlich wegen seiner Verletztung schon im Hospital war, berichteten die USA über seine „neue“ Verletzung. Eine Meldung die nur Kopfschütteln hervorruft. Angeblich, so die USA, wären in der Klinik keine Zivilisten mehr gewesen, als der Hubschrauber mit dem Beschuss begann. Aber die Klinik hätte ja eh (man beachte die widersprüchliche Sprachregelung) ihren “protected status as a civilian location” verloren, weil die Taliban sie besetzt hätten. (Welch ein Zynismus) „Der Angriff auf ein Hospital, insbesondere auf dem Land, wo es kaum Gesundheitsversorgung gibt, wird die Resentiments der Bevölkerung nur verstärken.“ Auch der Angriff auf einen relativ niedrigen Kommandeur der Taliban, der auch noch verletzt war und um medizinische Hilfe nachgefragt hat, wird von der Regierung kaum zu rechtfertigen sein.

Bezüglich der Todesrate spricht man vom "Rekordjahr 2009"

25.08.09// antiwar.com. Es sind zwar noch vier Monate bis zum Jahresende, aber es scheint ein schlimmes Jahr gewesen zu sein. Das Jahr 2008 scheint eine „pleasant memory“ gewesen zu sein im Vergleich zu der Todesrate der NATO 2009. Gegenwärtig werden 295 tote NATO-Soldaten gezählt. Die meisten von ihnen Amerikaner. Aber auch bei den Briten war die Todesrate hoch, was in GB eine heftige Debatte ausgelöst hat.

Haupteinnahmequelle der Taliban: ausländische Projektgelder!

13.08.09// Blogs. Reuters.com. Es ist ein offenes Geheimnis, aber keiner spricht darüber. Die unangenehme Wahrheit versuchen die meisten zu vertuschen. Die wichtigsten Quellen, aus denen sich die Taliban finanzieren, ist die ausländische Unterstützung, die ins Land kommt. Jedes wichtige Projekt das vom Ausland unterstützt wird, enthält immer einen guten Anteil für die Aufständischen. Nenn´ es Schutzgeld, Erpressung, oder – wie es die Taliban nennen: „Kriegsbeute“. Die Tatsache ist, dass internationale Zuwendungen, besonders die aus den USA, zu einem großen Teil ihre eigenen Feinde finanzieren helfen. Eine private Äußerung aus der US-Boschaft : “Everyone knows this is going on.” Zwar spielt Mullah Abdul Salaam Zaeef, ehemaliger Talibanminister in Pakistan, die Sache herunter: „Die Taliban haben nicht viel Ausgaben“, sagte er leicht lächelnd. „Sie sind barfuß und hungrig, kein Dach über dem Kopf und ein Stein ist ihr Kopfkissen.“ Aber Afghanistan hätte Gewehre, wäre voll mit Gewehren, genug für Jahre. Was verbirgt Zaeef? Die Militanten rekrutieren lokale Kämpfer und bezahlen sie. Sie müssen zahlen für die medizinische Behandlung ihrer Verwundeten, sie müssen zahlen für Transport und müssen Granaten, Raketen und Kalashnikov kaufen. Die meisten Experten dachten noch bis vor kurzem, dass das Drogengeld die Haupteinnahmequelle der Taliban ist. Doch auch hier gingen die Meinungen auseinander. Manche Berichte sprechen von einem Jahreseinkommen von 100 Mio. Dollar, andere beziffern es auf 300 Mio. Dollar. Eigentlich nicht viel, wenn man bedenkt, dass die Mohnindustrie ein Jahreseinkommen von 4 Mrd. Dollar hat. Jetzt wird, laut Richard Holbrooke, Sondergesandter der USA für Afghanistan, verstärkt nach Talibanunterstützern gesucht. Holbrooke selbst meinte, dass der Anteil an Geldern aus dem Drogenhandel längst nicht so hoch wäre, wie man noch vor kurzem gedacht hätte, „das ist einfach nicht wahr.“ Die Einnahmen aus dem Drogenhandel betragen weniger als die Hälfte der Taliban-Kriegskasse. Es gibt wohl verschiedene Quellen, u.a. auch private Zuwendungen aus den Golf- und anderen Ländern. “VIelleicht müssen die US-Officials nur einmal in ihren eigenen Hinterhof schauen…Das dunkle Büro des Taliban Verantwortlichen für Verträge befindet sich in einem Haus in Kabul. Er prüft Vorschläge und verhandelt mit den unterschiedlichen Hierarchien von Organisationen um die Höhe der Prozente. Er spricht nicht mit Journalisten. Ihm wird aber von Kennern bescheinigt, die auch Einblick in Dokumente hatten, dass er äußerst professionell arbeitet. Der Manager einer afghanischen Firma mit lukrativen Bauverträgen mit der US-Regierung, berechnet bei seinen Kalkulationen ein Minimum von 20% für die Taliban. Der Manager, der sich nur privat äußerte, sagte gegenüber Freunden, dass er im Monat 1 Mio. Dollar umsetzt. Davon würden 200 000 Dollar an die Aufständischen gehen. Dafür hat er keinen Ärger. Sollte er nicht mit den Taliban verhandeln, könnte das Projekt gefährdet werden: Die Arbeiter können angegriffen oder getötet werden, Brücken können in die Luft fliegen, Ingenieure können getötet werden. Das Ausmaß an Kooperation und Koordination zwischen den Taliban und den „aid workers“ ist überraschend und wäre höchstwahrscheinlich für die Geldgeber äußerst peinlich. Ein afghanischer Unternehmer sprach privat von einem Projekt im Süden, wo er eine Brücke baute. “ Der lokale Talibankommandeur sagte ihm: “Baue dort keine Brücke, weil wir sie sprengen müssen.” „Ich bat ihn die Brücke fertig bauen zu dürfen, damit ich das Geld einstreichen kann – dann könnten sie sie in die Luft jagen, wann immer sie wollten.“ Sie beschlossen den deal und der Unternehmer vollendete sein Projekt. Ein anderer Unternehmer verhandelte in der Provinz Helmand mit einem örtlichen Zulieferer über eine große Ladung von Röhren (oder Leitungen), die über Pakistan transportiert werden mussten. Der Zulieferer berechnete ungefähr 30% für die Taliban, damit sichergestellt werden konnte, dass die Röhren Lashkar Gah sicher erreichen. Sobald der Unternehmer über die Röhren verfügte, musste er wieder mit den Taliban verhandeln, damit sie weitertransportiert werden konnten, da wo er das Projekt durchführte. Dieser Betrag wurde dann auf die Transportkosten geschlagen. Dazu der ausländische „Contractor“, der verantwortlich für das Projekt war: „“We assume that our people are paying off the Taliban.” In der Farah Provinz berichteten örtliche Beamte, dass die Taliban 40% des Geldes für das National Solidarity Program, eines der erfolgreichsten “community reconstruction projects” im Land, einstreichen. Für das Projekt wurde im ganzen Land in den letzten sechs Jahren bereits mehrere Hundert Millionen Dollar ausgegeben. Viele Afghanen sehen darin nichts falsches, wenn die Militanten ihren Anteil aus der ausländischen Hilfe bekommen. „Dies ist internationales Geld“, sagte ein Kabuler, „sie nehmen es nicht von den Leuten, sie nehmen es von ihren Feinden.“ Allerdings nehmen es die Taliban in den Gebieten, die unter ihrer Kontrolle sind, auch von den Dorfbewohnern. „Es ist ein Desaster“, sagte ein 50jähriger Mann aus dem Marja-Distrikt. „Wir müssen ihnen zwei Kilo Mohnpaste „per Jerib“ von der Ernte geben, dann müssen wir den Ushr auf Weizen zahlen (islamische Steuer, ein 10tel der Ernte). Dann bestehen sie noch auf dem Zakat (islamische Armensteuer). Vor kurzem haben sie etwas Neues erfunden: 12 000 pakistanische Rupees (ungef. 150 Dollar) pro Haushalt. Und sie gehen nicht eine Rupee herunter. Aber alles ist auch relativ zu sehen: Wenn die Taliban fähig sind 1 Mrd. Dollar im Jahr Umsatz zu machen (so schätzt man von außerhalb), auszugeben und einzunehmen, so ist das der Betrag, den die USA zur Zeit innerhalb von 10 Tagen für den Krieg ausgeben, um sie zu schlagen.

Autobombe vor dem NATO-Hauptquartier

15.08.09// AP. KABUL – In der NÄhe des Haupttores der NATO-Truppen explodierte eine von einem Selbstmordattentäter gezündete Autobombe. 3 Afghanen wurden getötet, 70 verwundet. Die Taliban haben sich dazu für verantwortlich erklärt, dies teilte ihr Sprecher, Zabiullah Mujahid, mit. In der Nähe der Explosion befinden sich die Häuser der US-Botschaft und der Präsidentenpalast. Zu dieser Zeit waren sehr viele MEnschen unterwegs, Kinder, von denen vieler ihr kleines Angebot von Waren verkauften (Kaugummi etc.). Mujahid sagte, dass die Bombe 1100 Pound Sprengstoff enthielt. Zuerst hatte er allerdings gesagt, dass der Selbstmordattentäter zu Fuß unterwegs war. Danach rief er noch einmal an und sagte, dass es eine Autobombe war, die der Selbstmordattentäter gezündet hatte. Vor dem NATO Hauptquartier befinden sich Zementblocks und Stahltüren die jeden davon abhält den Eingang zu erreichen. Deshalb konnte der Attentäter nicht nahe genug an den Eingang gelangen.

Drugs and Insurgency

09.08.09// NYT— 50 Afghanen, die für den Drogenhandel verantwortlich sein sollen haben Verbindungen zu den Taliban und wurden deshalb vom Pentagon auf eine Liste gesetzt: Töten oder Festnehmen. Wie Experten meinen, ein „major shift“ in der amerikanischen Drogenbekämpfungsstrategie. Die Militärkommandeure haben dem Kongress berichtet, dass diese Strategie im Sinne der internationalen Gesetze und der militärischen Regeln legal sei, weil dies den Zufluss des Drogengeldes, das letztlich die Taliban finanziert, unterbrechen würde. Die wichtigsten Händler mit klaren Verbindungen zu den Aufständischen wären auf die “joint integrated prioritized target list” gesetzt worden. Das heißt, dass sie den gleichen Status haben wie die Führer des Aufstandes und deshalb jeder Zeit gefangengenommen oder getötet werden können. Gegenwärtig wären das ungefähr 50 Händler. Einer der Generäle sagte: “We have a list of 367 ‘kill or capture’ targets, including 50 nexus targets who link drugs and the insurgency.” Die “hit list for drug trafficker” könnte wegen der Ausdehnung der militärischen Expansion zu Kritik führen. Die NATO-Verbündeten hätten bereits die Frage wegen des Tötens von Individuen, die keine militärischen Ziele darstellen, gestellt. Die ganzen Jahre hatten sich die USA auf die Zerstörung der Mohnfelder konzentriert und versucht, die Bauern davon abzubringen den Mohnanbau zu betreiben, auch wenn sie die Bauern für den Nichtanbau bezahlen mussten. Lt. Col. Patrick Ryder, ein Pentagon-Sprecher, gab keinen Kommentar zum Bericht des Senats (die Grundlage für die neue Strategie), aber meinte, dass es eine „positive, gut-bekannte Verbindung zwischen dem Drogenhandel und der Finanzierung des Aufstandes und des Terrorismus gebe.“ Er vermied, die Existenz der Liste zu erwähnen, sondern meinte, dass es wichtig sei klarzustellen, dass wir „hinter den Terroristen her sind, die Verbindungen zum Drogenhandel haben und nicht hinter Drogenhändler her sind, die Verbindungen zum Terrorismus haben.“

”Let’s not Rumsfeld Afghanistan“

09.08.09//Antiwar News Wire. Ein Republikaner des Senatskomitees Armed Services sagte, dass man mehr Soldaten nach Afghanistan schicken müsse. Er warnte davor, dass die USA den Krieg nicht "rumsfelden" müssten (the US must noch „Rumsfeld“ the war). Verteidungsminister Rumsfeld (unter Bush) wurde kritisiert, weil er nach der Invasion 2003, nicht genug Truppen in den Irak schickte. Sen. Lindsey Graham (South Carolina), meinte, dass die NATO keine weiteren Truppen und kein weiteres Geld für Afghanistan bereitstellen würden, deshalb müssten die USA dies machen, weil Afghanistan für den Krieg gegen den Terrorismus am wichtigsten sei. Graham: "We made mistakes in Iraq. Let's not 'Rumsfeld' Afghanistan. Let's not do this thing on the cheap."

Auch Kinder werden zu Aufständischen erklärt

08.07.009// JungeWelt. …Der jüngste US-Luftangriff am Mittwoch auf das Dörfchen Kohat in der Provinz Kandahar ist ein weiterer Beleg, daß die massenhafte Anwesenheit schießwütiger ausländischer Krieger das Hauptproblem für eine Beilegung des Konfliktes in Afghanistan geworden ist. Eine aufgebrachte Menge marschierte mit den Leichen von vier Zivilisten, darunter drei Kinder, in die Provinzhauptstadt, um gegen die mörderischen Überfälle zu protestieren, mit denen die US-Kriegsherren seit Jahren die Bevölkerung terrorisieren. Wie so oft in der Vergangenheit erklärte auch diesmal das US-Oberkommando die Opfer kurzum zu »Aufständischen«. Für die NATO ist der Vorfall diesmal jedoch äußerst unangenehm, da er mit dem Besuch ihres neuen Generalsekretärs Anders Fogh Rasmussen zusammenfällt. Vertreter des Militärpakts versprechen daher, den Vorfall zu untersuchen. Das läuft in solchen Fällen in der Regel darauf hinaus, dass den Überlebenden pro toten Familienangehörigen hundert Dollar gezahlt werden…

Wer hat den deal vorgeschlagen: Karzai oder Holbrooke?

07.08.09// The Independent. Versucht Hamid Karzai einen geheimen Deal mit einem seiner Rivalen, um einen anderen auszu “knocken”, damit er selbst an der Macht bleibt? Sein wichtigster Herausforderer ist Abdullah Abdullah, er gehört einer anderen Ethnie an und einer anderen Region. "Das ganze Land steht unter Waffen. Jeder hat Waffen. Man muss jeden glücklich machen, “ so ein afghanischer Analyst. Mr. Abdullahs Wahlkampfteam hat damit gedroht, dass wenn Karzai gewinnt, sie Demonstrationen durchführen würden, weil Karzai nur gewinnen könne, wenn er betrügt. Abdullahs Unterstützer sind meist Tadschiken, deshalb haben sie auch mit einem iranähnlichen Protest gedroht, aber hier mit „Kalashnikovs“. Karzai ist ein Pashtune und der Favorit. Seine Unterstützer fürchten aber, dass ein dritter Kandidat, Ashraf Ghani, die Pashtunen spalten könnte, und Karzai somit die 51% nicht erreicht. Deshalb gibt es jetzt eine Annäherung Karzai – Ghani, um die Pashtunenwahl zu vereinheitlichen und Abdullah aus dem Spiel zu halten. Es heißt, dass der Präsident Ghani einen Job als „Chief Executive“ angeboten habe, das ist ein neuer Posten und in der Nähe des Premierministers angesiedelt ist. „Wenn Ghani die Bedingungen akzeptiert, dann wird Karzai sein Team auflösen und nach vorn gehen: Karzai als Präsident, Ghani als Chief Executive.“ Richard Holbrooke, US special envoy für Afghanistan und Pakistan, und Karl Eikenberry, US-Botschafter, hätten diesen Vorschlag letzten Monat mit Ghani diskutiert.

Juli 2009

Der schwärzeste Monat

31.07.09// antiwar.com. 46 ausländische Soldaten wurden im August 2008 getötet. Ähnlich viele Toten gab es am 15. Juli, Ende des Monats waren es bereits 70. 42 amerikanische Soldaten wurden im Juli getötet “also a new record” , 22 britische Soldaten wurden im gleichen Zeitraum getötet. Der schwärzeste Monat den die Nation seit den 80er Jahren gesehen hat. Als die USA noch mehr Truppen nach Afghanistan schickte, wurde auch ihre Haltung zunehmend aggressiver, wie auch die Helmandtal-Operation gezeigt hat, die größte Offensive seit der sowjetischen Besatzung. Aber dadurch ist auch die Anzahl der Toten auf beiden Seiten gestiegen, aber auch der Zivilisten.

Ausdehnung der Kampfzonen

Die 31.07.09// Reuters. Das afghanischen Kampfzonen dehnen sich immer mehr in die Wohngebiete aus. Mit dem Ergebnis, dass immer mehr Menschen bei Luftangriffen, Autobomben und Selbstmordanschlägen umkommen. So ein UN-Bericht, der am Freitag veröffentlicht wurde. Die U.N. Assistance Mission to Afghanistan hält fest, dass 1,013 Zivilisten “on the sidelines” des bewaffneten Konflikts vom Januar bis Ende Juni getötet wurden. Im Vergleich dazu waren es in der ersten Hälfte von 2008 818 und in der gleichen Periode 2007 684. Talibankämpfer und iher Verbündeten werden verantwortlich gemacht für 59% der toten Zivilisten. Die afghanische Regierung und die internationalen Soldaten werden ebenfalls viele Toten (bei Luftangriffen) angelastet. „Beide, anti-regierungs Elemente und pro-regierungs Kräfte werden verantwortlich gemacht für die zunehmenden zivilen Toten. Taktische Veränderungen hätten mehr Menschen zwischen die Fronten gebracht. Die NATO Truppen wurden immer frontal angegriffen, jetzt werden mehr "guerrilla-like measures" in den Wohngebieten angewandt. Damit verschwimmt zunehmend die Front zwischen Zivilisten und Kämpfern in den Wohngebieten, so der UN-Report.

Brief des Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gehrcke [Linkspartei] an VM Jung

29.07.09// jungewelt. Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister, zum deutschen Militäreinsatz in Afghanistan gibt es zwischen uns tiefe Differenzen; es sind nicht die einzigen, aber es sind grundlegende. Sie betreffen die Fortführung und beständige Ausweitung des Kriegseinsatzes. Außerdem kann ich nicht akzeptieren, daß Sie gegenüber der Öffentlichkeit die Wahrheit über diesen Krieg verschweigen. Die Realität ist: Deutschland führt Krieg am Hindukusch. Deutschland wird nicht am Hindukusch verteidigt. Ihre Entscheidung, die Anzahl der in Afghanistan stationierten deutschen Soldaten zu erhöhen und nun auch schwere Kriegswaffen einzusetzen, läßt keine andere Bewertung zu. Wenn deutsche Soldaten mit deutschen Panzern in Afghanistan kämpfen, wer soll dann noch glauben, daß Deutschland keinen Krieg in Afghanistan führt? Dabei wäre mir nichts lieber, als daß Ihre Behauptung der Wahrheit entspräche. Ich würde Sie sogar aktiv dabei unterstützen, daß Deutschland in Afghanistan keinen Krieg mehr führt. Mit einer einzigen Entscheidung könnten Sie wahr werden lassen, was Sie jetzt fälschlich behaupten; nämlich mit der Entscheidung, die deutschen Truppen sofort abzuziehen. Genau diese Entscheidung aber verweigern Sie. Die deutsche Kriegsführung und der Einsatz schwerer Waffen in Afghanistan bringen den Frieden keinen einzigen Schritt näher. Im Gegenteil: Die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung steigt auf beängstigende Weise an. Dadurch wächst in der Bevölkerung die Ablehnung, ja der Haß auf die fremden Militärs – und so wird den Taliban der Boden bereitet. Deutschland wird immer tiefer in diesen schmutzigen Krieg hineingezogen und hat deshalb seine einstmals hohe Reputation als neutraler und fairer Vermittler bei den Menschen in Afghanistan verloren. Die Ausweitung der deutschen Kriegsführung mit den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan zu begründen, macht die Absurdität Ihrer Argumentation deutlich. Wenn ein Präsident in Afghanistan nur dann gewählt werden kann, wenn andere Staaten dort Krieg führen, kann das doch nur heißen: Die Afghanistan-Politik der NATO ist gescheitert. Sehr geehrter Herr Verteidigungsminister, mein Kernproblem ist nicht, daß Sie sich weigern einen Krieg Krieg zu nennen, mein Problem ist, dass Deutschland Krieg führt.

GB: Mehrheit gegen den Krieg in Afghanistan

28.07.09// Reuters. Die Mehrheit der britischen Bevölkerung glaubt, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen ist und dass die britischen Truppen zurückkehren sollen. Dies war das Ergebnis einer Umfrage des Independent. Die Opposition gegen den Krieg wächst. Gordon Brown erklärte flink, dass die “Operation Panthers´Claw” im Hellmandtal gegen Talibanpositionen eine Erfolg gewesen sei. Natürlich, die „tragic human cost“... aber „Was wir wirklich getan haben, war, dass wir das Land für 100 000 Menschen sicherer gemacht haben“, so Brown.

Columbianische Spezialeinheit nach Afghanistan

27.07.09// CBS. Vor 10 Jahren gab es sie noch nicht, die Eliteeinheit Colombian Special Operations, jetzt wird sie auf der Seite ihrer Ausbilder kämpfen. Es ist der Dank Columbiens an die Green Berets, die sie die letzten 10 Jahre ausgebildet haben. General Freddy Padilla de Leon, "Colombia's top military man", gab jetzt den Einsatz bekannt. "Very soon ... Maybe in August or September. This will be our first opportunity in our history," sagte Padilla. Die Unterstützung der USA an die columbianische Regierung: Ein kleines Team von Green Berets der 7th Group Special Forces und 6 Mrd. Dollar US-Hilfe. Sie bildeten eine Spezialeinheit aus: das Jungle Commando, das gegen die Drogenbarone und die FRAC (linke Guerilla) eingesetzt wurde.

Wer soll das bezahlen?

22.07.09// Antiwar.newswire. Kurz nach Beginn der massive Operation im Helmand Flusstal meinte der Kommandeur der Marines Brigadegeneral Larry Nicholson, dass nur 650 afghanische Soldaten beteiligt gewesen wären. Er wollte mehr haben. Die afghanische Armee schickte ein weiteres Bataillon. Die gesamte afghanische Militärpräsenz in der Helmand Provinz beträgt unter 6000. Die USA haben das afghanische Militär bis zu einer Stärke von 100 000 hochgetrieben. Aber die Kosten dafür übersteigen schon mehrere Male die Gesamteinnahmen der afghanischen Regierung. Die Frage bleibt, wenn die internationalen Kräfte sich entscheiden das Militär nicht mehr zu unterstützten, was dann?

Pakistan besorgt wegen US-Offensive

22.07.09// Antiwar.newswire. Die amerikanische Offensive im Helmandtal soll verhindern, dass die Taliban wieder zurückkommen. Ein weitere Effekt der Offensive war die Zerstörung von Mohnfeldern der örtlichen Bauern. Jetzt ist Pakistan besorgt, dass das Auswirkungen auf die Provinz Belutschistan haben könnte. Diese Sorge drückten sie gegenüber dem US-Verantwortlichen Richard Holbrooke aus. Die Taliban seien gezwungen das Gebiet zu verlassen und würden sich entweder nach Herat zurückziehen oder nach Balutschistan. Die USA schert sich nicht darum: Die Offensive wäre notwendig.

Massaker in Dasht-e Leili

22.07.09// www.salon.com/news . Behauptungen, dass es ein Massaker bei Dasht-e Leili kurz nach der US-Invasion gegeben habe, begannen sich nach den Aussagen von Gefangenen in Guantanamo zu erhärten. Ungefähr 10 Gefangene beschrieben ähnliche Szenen des “mass killing” 2001 verursacht durch Ersticken in Schiffscontainern. Einige Gefangene sagten, dass die US-Soldaten dabeigestanden hätten, ohne etwas dagegen zu unternehmen.

Marines und Taliban in der Helmandprovinz

20.07.09// Washington Post. Die Marines, die in der Provinz Helmand operieren, fanden in Lakari Bazar niemand mehr vor, außer ein paar Katzen und Esel. Lakari Bazar ist eine Hochburg der Taliban, dort werden Waffen und Opium gehandelt. Bei ihrem weiteren Vordringen trafen die Marines auf unerwarteten heftigen Widerstand. Die Taliban benutzten Maschinengewehre, Mörser und propellerangetriebene Granaten. Obwohl die Marines mit weitaus besseren Waffen ausgestattet waren (inklusive eines Kampfhubschraubers) wurde klar, dass es logistische Hürden gibt. Und dass selbst 4500 Marines ihre Schwierigkeiten haben werden die Taliban aus Helmand zurückzudrängen. Diesmal flüchteten die Taliban auch nicht als der Hubschrauber kam. Sie blieben und schossen Granaten auf den Hubschrauben. Die Taliban hatten das Gebiet, in dem es weder westliche noch afghanische Regierungspräsenz gibt, voll in der Hand. Die Marines, die die Taliban verfolgen wollten, wurden von ihren Kommandeuren zurückgehalten. Vermutlich deshalb, weil zu wenig Hubschrauber da waren, um die Aktion von der Luft aus zu sichern. Außerdem waren die Straßen noch nicht von Bomben befreit. Da viele Frauen, Kinder und Schäfer auf den Feldern waren wäre ein weiterer Kampf schwierig geworden. Es wäre ein Dilemma, meinte ein Kommandeur, wenn sie sich zurückziehen würden, würden die Taliban sofort nachrücken.

Gemäß den Anweisungen: korrekt

19.07.09// monstersandcritics.com – Deutsche Soldaten töteten am Sonntag zwei Zivilisten. Die Infanteristen hätten an einer Straßensperre bei Kunduz Warnschüsse abgefeuert, als ein Van mit sechs Leuten an die Sperre kam. Sie hätten dann, als der Van nicht stoppte, auf den Van gefeuert. Ein Jugendlicher und Erwachsener wurden getötet. Die Soldaten hätten gemäß ihren Anweisungen für solche Fälle gehandelt, so ein statement.

Die Polizei ist das Problem und nicht die Taliban

13.07.09// AYNAK, Afghanistan (AP) — Afghanische Dorfbewohner beschweren sich seit Tagen bei den US Marines. Sie versuchen ihnen klar zu machen, dass nicht die Taliban das Problem sind, sondern die afghanische Polizei, die die Dorfbewohner bestehlen und sie schlagen. Einige Tage später wurden die Marines Zeuge dieser Vorfälle. Afghanische Soldaten und 150 Mann der Marines kamen in das Polizeihauptquartier von Aynak, eine Stadt am Helmandfluss. Die Polizei schoss viermal auf die vereinten Kräfte. Es gab keinen größeren Kampf, aber im Hauptquartier fanden die Marines zerlumpte Gestalten in einem heruntergekommenen Lehmziegelbau, der von der Polizei als Toilette benutzt wurde. Einige Polizisten rauchten Haschisch, andere luden ihre Gewehre in der Nähe der Marines auf bedrohliche Art. Zwei Tage später, bei einem 2. Besuch in diesem Polizeihauptquartier, warfen sie die Polizisten raus und setzten neue Kräfte ein. US-Kampfhubschrauber beobachteten die Aktion. AP erörtert eines der größten Probleme mit dem die internationalen Kräfte konfrontiert sind, um Afghanistan zu stabilisieren: die Notwendigkeit einer kompetenten und vertrauenswürdigen Polizei. Im ganzen Land gibt es bittere Beschwerden über die Polizei. Junge Polizisten haben einen Anfangsgehalt von 150 Dollar im Monat. Sie stocken ihren Gehalt mit Schmiergelder auf, Gebühren an Checkpoints, beteiligen sich am Drogengeschäft oder drücken beide Augen zu und kassieren. Capt. Drew Schoenmaker, der seine Soldaten nach dem Vorfall im Polizeihauptquartier zurückzog, meinte: “Ich traue keinem von ihnen.”

Massentötung 2001

10.07.09// New York Times. “Nach einer Massentötung von Hunderten, vielleicht auch tausenden Talibangefangenen durch den mit den USA zusammenarbeitenden Warlord Abdul Rashid Dostum, tat die Bushadministration alles um eine Untersuchung zu verhindern. Der FBI, das State Department, das Internationale Rote Kreuz und Menschenrechtsorganisationen wollten eine Untersuchung durchführen, aber Dostum stand auf der Payroll des CIA und seine Miliz arbeitete eng mit der United States Special Forces zusammen. Sie fürchteten auch dass der Ruf Hamid Karzais Schaden nehmen könnte, weil Dostum offiziell im „Verteidigungsministerium“ Karzais arbeitete. Pierre Prosper, ehemaliger amerikanischer Botschafter in Sachen Kriegsverbrechen: „Im Weißen Haus sagte niemand Nein zu einer Untersuchung, aber niemand sagte auch Ja. …die erste Reaktion war immer: ‘Oh, this is a sensitive issue; this is a touchy issue politically.’” Ob die Obama Administration sich dieses Themas annehmen wird, ist noch unklar. Jedoch wurde General (Dostum) letzten Monat wieder auf seinen Regierungsposten eingesetzt, nachdem er letztes Jahr suspendiert wurde und danach im Exil in der Türkei lebte. Der Vorwurf gegen ihn war, er hätte seine Rivalen umbringen lassen. Überlebende und Zeugen hatten ausgesagt, dass die Talibangefangenen in einen Schiffscontainer gesteckt wurden, ohne Wasser und ohne Lebensmittel, viele erstickten schon während des Transports. Andere Gefangene wurden durch Schüsse getötet, die auf den Container abgeschossen wurden. Die Leichen sollen in einem Massengrab bei Dasht-i-Leili, in einem Wüstenstreifen außerhalb Shibarghans begraben worden sein. In einem Bericht des State Departments heißt es, dass ungefähr 1500 Taliban starben. Menschenrechtsorganisationen schaetzen die Zahl weitaus hoeher ein. Einige Dutzend Leichen wurde untersucht, bei einigen wurde eine Autopsie durchgeführt, aber eine vollständige Exhumierung wurde nie durchgeführt. 2008 entdeckte ein forensisches Team, das für die UNO arbeitete, Ausgrabungen und vermutete, dass Spuren beseitigt wurden. Satellitenfotos belegen schon 2006, dass an dieser Stelle Erde bewegt wurde.

Surge und Auswirkungen auf Balutschistan

05.07.09// Khaleej Times online. ISLAMABAD - PremierministerYousuf Raza Gilani teilt Pakistans Sorge über die US Offensive in Helmand. Die Taliban haben sich bei dieser US-Offensive zurückgezogen, sie gehen über die Grenze nach Pakistan. Beide Laender befürchten, dass dies die Lage in Balutschistan destablisieren könnte.

Surge

03.07.09// The Wall Street Journal. 4000 US-Marines haben eine Offensive in der Provinz Helmand begonnen. Helmand ist das größte Opiumanbaugebiet in Afghanistan. Capt. Bill Pelletier, ein Marinesprecher meinte „es wäre nur sporadisch zu Kämpfen gekommen. "Our focus isn't on going in and killing Taliban; it's on driving those folks out of the area and keeping them from coming back." Und dann: Die Taliban haben sich aufs Land zurückgezogen statt die US-Truppen zu bekämpfen. Der Capt. wunderte sich, dass es so weinig Widerstand gab. (was hat er denn gedacht?)

Juni 2009

»Bagram ist das neue Guantánamo«

25.06.09// Junge Welt. Gefangene der US-Armee im besetzten Afghanistan sind nach einem Bericht der BBC schwer misshandelt worden. Die Inhaftierten auf dem Militärstützpunkt Bagram seien »geschlagen, mit Hunden bedroht und mit Schlafentzug mißhandelt worden«, hieß es in dem Beitrag des britischen Radiosenders vom Mittwoch. Die BBC recherchierte nach eigenen Angaben zwei Monate lang und befragte 27 frühere Gefangene, die zwischen 2002 und 2008 in der US-Basis gefangengehalten worden waren. Bagram liegt rund 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul und ist der Hauptstützpunkt der ausländischen Truppen in Afghanistan. Einige der hier Festgehaltenen sitzen bereits sechs Jahre ein, haben keinen Rechtsbeistand und erst seit dem April dieses Jahres Kontakt zu ihren Familien. Wenigstens zwei Menschen sind dort in US-amerikanischer Haft gestorben. »Sie haben Sachen mit uns gemacht, die man keinem Tier antun würde«, berichtete nun ein früherer Gefangener, der in dem BBC-Beitrag als »Dr. Khandan« bezeichnet wurde. Ein anderer sagte, man habe ihm eine Waffe an den Kopf gehalten und ihn mit dem Tod bedroht. Nur zwei der 27 Befragten gaben an anständig behandelt worden zu sein…Ein Vertreter des US-Verteidigungsministerium widersprach am Mittwoch dem BBC-Bericht und sagte, in Bagram würden alle internationalen Standards erfüllt. Es habe allerdings einige – schon länger bekannte – »Regelverstöße« gegeben. (AFP/AP/jW)

Appell der Friedensbewegung an Bundestag

25.06.09// Junge Welt. Zur jüngsten Eskalation im Afghanistan-Krieg erklärt der Bundesausschuß Friedensratschlag in Kassel: Die Durchhalteparolen von Verteidigungsminister Franz Josef Jung angesichts der neuerlichen Toten in Afghanistan sind ebenso scham- wie bedenkenlos. Wer im Angesicht des Todes von drei Bundeswehrsoldaten in einem sinnlosen Krieg davon redet, man sei es den Toten »schuldig«, dass der »Stabilisierungseinsatz« in Afghanistan fortgesetzt werde, hat den Ernst der Lage nicht verstanden und nimmt gedankenlos weitere Todesopfer in Kauf. Das ist das Gegenteil von Fürsorge, wozu der oberste Dienstherr der Bundeswehr seinen Untergebenen gegenüber verpflichtet wäre. Die Soldaten sind auch nicht »im Einsatz für den Frieden gefallen«, wie es aus dem Ministerium tönt, sondern im Einsatz für die NATO. Die NATO hat auf ihrem Gipfel in Straßburg nicht den Frieden, sondern den Erfolg in Afghanistan zur »obersten Priorität des Bündnisses« erklärt. Dafür werden zusätzliche Truppen stationiert, dafür werden nun auch AWACS-Flugzeuge eingesetzt (die den Krieg aus der Luft effektivieren sollen), und dafür soll auch die Bundeswehr einen immer größeren Beitrag leisten…“

Besprayen der Mohnfelder: die Bauern laufen zu den Taliban

24.06.09// News. Yahoo.com (AFP) – Die USA schrauben ihre Bemühungen Mohnfelder zu zerstören, herunter. Vertreter der USA im Land sagen, dass die hartnäckigen Bemühungen sich gegen die Bauern richtet, die dann überlaufen zu den Taliban. Richard Holbrooke, der Verantwortliche für Afghanistan und Pakistan, sagte: “Wir schrauben unsere BEmühurngen den Mohn auszurotten, herunter. Sprayen? Wir meinen, dass diese Politik total ineffektiv ist.” Diese sagte Holbrooke vor dem Kongress. Mit dem gesparten Geld, könnte man den Handel bekämpfen, Drogenbarone überzeugen und Bauern unterstützen andere Dinge anzubauen. Afghanistan liefert 90% des Weltheroins. Das meiste kommt aus der Provinz Helmand. Holbrooke: "We're not downgrading narcotics, we're downgrading crop eradication.”

Spaltung innerhalb der Taliban?

21.06.09// aljazeera.net. Talibanführer kritisierten ihren pakistanischen Kommandeur wegen des Todes von zwei Männern. Einer war Zainuddin, der in Dera Ismail Khan (NWF) erschossen wurde Zainuddin war der Rivale von Baitullah Mehsud. Er wurde mit mehreren Schüssen getötet. Wie Kamal Hyder, Korrespondent von al-Jazeera in Pakistan, berichtet, hatte Zainuddin Baitullah Mehsud beschuldigt gegen die Grundsätze des Islam zu verstoßen, weil er religiöse Rechtsgelehrte angegriffen hatte. Er hatte gedroht sich von Mehsud abzuspalten. Baz Mohammad, einer von Zainuddins Leuten, sagte, dass Mehsuds Wachen in den Raum gestürmt wären und sofort das Feuer eröffnet hätten. Kamal Hyder: Es ist das erste Mal, dass es innerhalb der Stämme in diesem Gebiet (waziristan) konkrete Zeichen einer Spaltung gibt.

140 Tote bei Luftangriff der USA

18.06.09// story.irishsun.com. Die Luftangriffe des US-Luftwaffe haben vielen Zivilisten das Leben gekostet. Die afghanische Regierung beschwerte sich offiziell beim US-Militär. Die Regierung spricht von mindestens 140 Toten in der Provinz Farah. Die USA sprechen von 30 toten Zivilisten. NATO Sprecher sagten, dass die Zahl der Toten „unacceptably” hoch seien.

NATO: Truppen verzwölffacht, von 5000 auf 61000

18.06.09// Junge Welt. Seit August 2003 hat die NATO das Kommando über ISAF in Afghanistan. Sie hat die Truppen von damals etwa 5000 auf heute 61000 mehr als verzwölffacht. Das hat nicht zur Befriedung und zum Aufbau des Landes geführt – ganz im Gegenteil. Die Anschläge der Taliban in Afghanistan erreichten Anfang Juni den höchsten Stand seit dem Beginn des Krieges vor bald acht Jahren! – Die Bilanz des Krieges und die gegenwärtige Lage in Afghanistan sind niederschmetternd: Es wurden 9000 Zivilpersonen getötet – von 50000 Opfern insgesamt. In der Drogenproduktion wird 2009 eine Rekordernte erwartet. Acht Millionen Menschen leiden Hunger. Nur 25 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Das alles war der Bundesregierung drei Milliarden Euro wert, die in den Bundeswehreinsatz am Hindukusch bisher gesteckt wurden.(…) Das Verteidigungsministerium behauptet, dass das AWACS-Mandat nur der »Überwachung des zivilen Luftverkehrs« diene, also gar keinen militärischen Auftrag habe. Verschwiegen wird, was die AWACS sonst noch können: Sie können auch »Aufgaben der taktischen Gefechtsführung« wahrnehmen. Dabei halten sie die Zielanflugkorridore für Kampfbomber, Kampfhubschrauber und unbemannte Kampfdrohnen frei. Sie dienen auch als Kommunikationsrelais zwischen Kampfflugzeugen, der Kommandostation und Bodentruppen und können somit auch Feuerleitfunktionen übernehmen.(…) Dem US-Einsatz Operation Enduring Freedom (OEF) fehlt das UN-Mandat und er kann nicht als Akt der Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta angesehen werden. OEF ist völkerrechtswidrig! In der Praxis wird eine AWACS-Crew nicht einen ISAF- von einem OEF-Einsatz unterscheiden können, einfach schon deshalb nicht, weil der Oberbefehlshaber beider ein und dieselbe Person ist: ein US-General. Deshalb ist auch ein AWACS-Einsatz unter »ISAF«-Fahnen völkerrechtswidrig und muß auch aus diesem Grund abgelehnt werden. Darüber hinaus weisen wir darauf hin, daß der Bundestag im November 2008 bei der Verlängerung des OEF-Mandats wegen der Brisanz des Einsatzes in Afghanistan Mittel- und Zentralasien aus dem Einsatzgebiet herausgenommen hat. Soll das heute nicht mehr gelten?...

Journalisten verhaftet

16.06.09// Aljazeera.net. Der afghanische Geheimdienst hat zwei al-Jazeera Mitarbeiter verhaftet: Qais Azimy, Producer, und Hameedullah Shah, Reporter. Sie waren zum Geheimdienst bestellt worden, nachdem sie einen Radiobericht über die KUnduz-Provinz gesendet hatten.In dem Bericht wird ein Talibanführer zitiert, der sagt, dass er Hunderte von Männer unter seinem Befehl habe und 12 Selbstmordattentäter. Bisher hat al-Jazeera keinerlei Information bekommen. David Charter, der Verantwortliche von al-Jazeera Kabul sagte auf den Vorwurf hin, dass die Sendung nicht ausgeglichen gewesen wäre: „Das ist nicht wahr. Wir haben gleichzeitig den Kommandeur der Deutschen Budneswehr in Kunduz interviewt. Es war ein ganz klar ausgeglichener Bericht.“ Ein weiterer Vorwurf ist der, dass sie fake-Material, erstellt von den Taliban ,benutzt hätten. Dazu Charter: „Qais Azimy und ich, wir kennen genauestens den Unterschied zwischen „fake-footage“ und „real footage“. Wir haben kein fake Material benutzt.“ Es ist eher so, das sie über Dinge berichteten, die den Machthabern nicht genehm waren.

Regierungsvertreter fahren 60 000 Dollarautos – ein Lehrer verdient 60 Dollar

11.06.09// reuters KABUL (Reuters) – Der ehemalige Planungsminister, Ramazan Bashardost, lebt das ganze Jahr in einem Zelt gegenüber dem Parlament. Jetzt hat er eine Kampagne gestartet für seinen Wahlkampf: Er kandidiert zum Präsidentenamt. Viele finden das hoffnungslos und verrückt. Aber er meint, dass nicht er der Verrückte sei. Seine ehemaligen Regierungskollegen, wwürden importierte Wagen fahren und in Villen leben, von dem Geld, das eigentlich gedacht ist, das Leben der einfachen Afghanen zu verbessern. Für einige Leute seien Luxus, Korruption und Bodyguards die eigentlichen Werte. So Bashardost in einem Interview mit Reuters. „Für diese Minderheit bist du nicht verrückt, wenn du Luxuswagen fährst, bezahlt vom amerikanischen Steuerzahler. Für diese Leute bist du nicht verrückt, wenn du korrupt bist. Für diese Leute bist du verrückt, wenn du angebotenes Geld verweigerst." Bashardost fiel bei Karzei in Ungnade als er die Hilfsorganisationen im Land kritisierte. Er wollte dass 2000 von diesen Organsationen die Arbeit einstellen. Als er von Karzai keine Unterstützung mehr bekam, trat er von seinem Amt zurück. Karzei hätte ihm 60 000 Dollar gegeben, damit er sich einen Wagen kaufen soll. Er gab das Geld zurück. „Wie kann ich einen 60 000 Dollar teuren Wagen fahren, wenn ein Lehrer 60 Dollar verdient?.

Mai 2009

Konzeptionslosigkeit der Bundesregierung

27.05.09// Junge Welt. Bundeswehrsoldaten müssen nach Einschätzung der fünf deutschen Friedensforschungsinstitute immer häufiger den Kopf für die Konzeptionslosigkeit der Bundesregierung hinhalten. Die Experten beklagen eine »Überschätzung des militärischen Instruments«, kombiniert mit »politischer Flickschusterei«. Das zeige sich sowohl in Afghanistan als auch beim Antipirateneinsatz am Horn von Afrika, sagte Jochen Hippler vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des Friedensgutachtens 2009. In Afghanistan sei eine »militärische Schieflage« entstanden, unterstrich Hippler. Werde die Taktik nicht geändert, sei die Situation in Afghanistan aussichtslos. Der Krieg könne so nicht beendet werden. »Wir verteidigen dort durch internationale Truppen zum Teil einen Staat, der in weiten Landesteilen nicht existiert«, sagte er. Nach wie vor fehlten gesellschaftliche und staatliche Regelungsmechanismen. Auch in Pakistan könne mit Hilfe von Militär lediglich Zeit gewonnen, die Gewalt aber nicht dauerhaft beendet werden, so Hippler. Die Experten werfen der Bundesregierung vor, das Land lediglich »als Anhängsel des Afghanistan-krieges« zu betrachten.

Ein 12jaehriger Terrorist26.05.09// Reuters. –Ein Afghane verbrachte mehr als 6 Jahre im Guantanamo Gefaengnis. Als er verhaftet wurde, war er ungefaehr 12 Jahre alt. Nicht 16 oder 17 Jahre alt, wie in seinen Unterlagen steht. Dies gab eine afghanische Menschenrechtsorganisation bekannt. Wie bei vielen Afghanen, ist auch bei ihm das Geburtsdatum nicht bekannt. Als er 2002 verhaftet wurde, war er vielleicht noch nicht mal ein Teenager. Er wurde waehrend einer Granatenattacke 2002 verhaftet, kam dann in US-Gewahrsam und wurde 2003 nach Guantanamo geflogen, wo er misshandelt und gefoltert wurde. “Wir fragten seine Mutter, ob bei seiner Geburt irgendwo ein grosses Event stattfand, an das sie sich erinnern kann. …Sie meinte, er wäre sechs Monate nach dem Tod seines Vaters geboren worden. …Wir fanden heraus, dass sein Vater in der Schlacht von Khost umkam.“ Und diese war genau zu bestimmen.

 

US Army zerstört Bibelexemplare

22.05.09// Antiwar news wire. Soldaten der US Army haben Bibelexemplare, die in lokalen Sprachen gedruckt waren, verbrannt, weil sie dazu gedacht waren, Afghanen zu konvertieren. Colonel Greg gegenueber al-Jazeera: Wir „konfiszierten diese Bibelexemplare, damit sie nicht in ganz Afghanistan verbreitet werden konnten.

NATO-Bombardierung kostet 150 Menschen das Leben

11.05.09// Presseerklärung der Abgeordneten Malalai Joya in Kabul [sie war das jüngste Mitglied des afghanischen Parlaments und wurde 2005 in der Provinz Farah gewählt. Im Mai 2007 wurde sie illegal vom Parlament suspendiert]. „Als gewählte Repräsentantin von Farah, Afghanistan, schließe ich mich denjenigen Stimmen an, welche die NATO-Bombardierung mit über 150 Toten in meiner Provinz Anfang Mai verurteilen. Dieses jüngste Massaker bietet der Welt einen Einblick in die Schrecken, unter denen unsere Bevölkerung leidet. Wie ich auf einer Pressekonferenz in Kabul am 11. Mai erklärt habe, wollen die US-Militärbehörden diese Realität dennoch nicht wahrnehmen. Wie üblich haben sie versucht, die Zahl der getöteten Zivilisten herunterzuspielen, aber mir liegen Informationen vor, nach denen 164 Zivilisten bei den Bombardierungen getötet wurden. Ein von Trauer gezeichneter Mann aus dem Dorf Geranal erklärte auf der Pressekonferenz, dass er 20 Mitglieder seiner Familie bei dem Massaker verloren hat. Darüberhinaus scheint die afghanische Regierungskommission die Zahl der getöteten Kinder, die jünger als drei Jahre alt waren, zu verschweigen. Die Regierungskommission, welche nach drei tagen zu dem Dorf reiste – als bereits alle opfer von den Dorfbewohnern in Massengräbern beerdigt worden waren – ist nicht dazu bereit, diese Liste zu veröffentlichen. …“

April 2009

Aufstockung der nationalen Armee auf 300 000 Mann

03.04.09// military.com/news. Army Lt. Col. (in Rente) John Nagl geht es nicht schnell genug mit der versprochenen Verstärkung der afghanischen Truppen. Washington würde das zu halbherzig angehen. Nagl auf dem vom Foreign Policy Initiative think tank in Washington organisierten Seminar am 31. März: “Die nationale Armee hätte großes Ansehen in Afghanistan. Sie muss auf 250 000 Mann aufgestockt werden…um die Taliban Infiltrierung der Bevölkerung zu stoppen.” Gegenwärtig hat die Armee 135 000 Soldaten. Nagl ist jetzt Präsident des in Washington D.C. ansässigen Center for a New American Security think tank. Er ist der Autor von “Learning to Eat Soup with a Knife”. Die neue Strategie von Obamba ist ihm da noch viel zu niedrig gehängt und er vermisst in Washington den dazu notwenigen Elan.

13 Tote bei US Dronenangriff

03.04.09// Antiwar net wire. Eine US Drone schoss in Nord-Waziristan (Datta Khel Gebiet) zwei Raketen auf ein Haus. Mindestens 13 Menschen wurden getötet, 8 verletzt. Der Angriff war gegen die Anhänger von Baitullah Mehsud von der TTP gerichtet. Mehsud wiederum hatte gesagt, dass der Terroranschlag letzte Woche in Lahore eine Antwort auf den permanenten US-Beschuss gewesen sei. Er drohte auch einen Angriff in Washington auszuführen.

Alles konzentriert sich auf Mehsut

03.04.09// Telegraph co.uk . Ein pakistanischer Geheimdienstler äußerte gegenüber dem Daily Telegraph, dass die USA jetzt auf der Suche nach Mehsud seien, mit Rückendeckung des pakistanischen Militärs. Sie hätten schon seit Monaten versucht, die Militärspitze davon zu überzeugen. Allerdings, so der Geheimdienstler, hätten die USA ihre Informationen oft ignoriert. Wir sagten: „Er ist gerade unterwegs von A nach B…aber nichts passierte. Dies wirft die Frage auf, ob die USA für uns wirklich ein Verbündeter ist.“ In der Öffentlichkeit verurteilt Pakistan die Raketenangriffe, sie seien gegen die Souveränität des Landes gerichtet. Jetzt allerdings ist Mehsud das Hauptziel der Angriffe. Mehsud soll auch verantwortlich sein, für die Angriffe auf die Konvois, die die NATO und US-Truppen mit Waren und Ausrüstung versorgen.

März 2009

Karzai legalisiert Vergewaltigung in der Ehe

30.03.09// The Independent. Afghanistan's Präsident, Hamid Karzai, hat ein Gesetz unterzeichnet, das Vergewaltigung in der Ehe“legalisiert”. Frauengruppen und die UNO warnen. Der Präsdent hätte den Entwurf durchs Parlament gepeitscht, nur um die Fundamentalisten zu beruhigen, damit sie bei den Wahlen im August hinter ihm stehen. Dieses Gesetz ist ein Schlag gegen die Rechte der Frauen. Das Gesetz negiert einen Konsens für Sexualverkehr innerhalb der Ehe, billigt die Verheiratung von Kindern und verbietet den Frauen das Haus zu verlassen. Shinkai Karokhail, eine Parlamentarierin, meinte, dass dies das schlimmste Gesetz sei, das das Parlament beschlossen habe: „Dieses Gesetz macht die Frauen noch verletzlicher.“ Dieses Gesetz regelt die persönlichen Angelegenheiten wie Heirat, Scheidung, sexuelle Beziehungen, Erbschaft unter der schiitischen Minderheit der Hazaragesellschaft. Karzai sei in Eile, er müsse die schiitische Community beruhigen, weil die Wahlen vor der Tür stünden, so Frau Karakhail. Es gäbe viele moderate Ansichten unter der Schia, aber leider würden die Abgeordneten von ihnen auf die Extremisten bauen. Ein Bericht des United Nations Development Fund for Women, UNIFEM, warnte: „Der Artikel 132 würde die Vergewaltigung einer Frau durch ihren Ehemann legalisieren.“

Reingefallen!

30.03.09// antiwar.news.wire. Gemäß dem Spiegel fand am 21. März ein [ganz besonderer] US-Einsatz in der Kunduzprovinz statt Ein US-Offizier hätte dem Deutschen Reconstruction Team nur mitgeteilt, dass sie den Flughaben Kunduz freihalten sollten. Nach einer halben Stunde landete eine Herkules-Transportmaschine auf dem Flughafen mit Transport- und Kampfhubschraubern, die sofort in die nahegelegende Stadt Imam Sahib flogen. Dort hätten die US-Soldaten das Gästehaus gestürmt, das dem örtlichen Bürgermeister gehört. Sie töteten seinen Fahrer, Bodyguard und zwei seiner Gäste. Vier Menschen wurden verhaftet. Einer der Gefangenen, so das US-Militär, sei das eigentliche Ziel der Operation gewesen, es sei ein hochrangiges Mitglied von al-Qaida. Andere Quellen in der „intelligence community“ hätten dem Spiegel aber gesagt, dass die Amerikaner gelinkt worden seien. Sie wären von einem Drogenclan benutzt worden um einen Konkurrenten im Drogengeschaeft auszuschalten. Der (großartige) “Tip” sei von einem Regierungsmitglied in Kabul gekommen, der selbst mit beiden Beinen im Drogengeschäft stecke. Kein Kommentar vom US-Militär.

Karzai fordert die Entfernung von Namen aus der Schwarzen Liste

28.03.09// AFP. Präsident Karzai forderte von der UNO, dass die Namen der Talibanführer aus der Schwarzen Liste getilgt werden. Dies ist die neue Strategie Washingtons gegen den Krieg gegen Terror. Karzai erwähnte auch die Versöhnung mit bestimmten Führern. Befragt zu Mullah Mohammad Omar, wich Karzai aus: “Ich habe zur Zeit keine speziellen Namen, die ich nennen könnte.“ Omar selbst verweigerte Verhandlungen, erst müssten sich 70 000 US-und NATO-Soldaten zurückziehen.

»Amerikanisierung des Krieges«

28.03.09// Junge Welt. „Barack Obama hat am Freitag in einer Rede im Weißen Haus seine »neue Strategie« für die Aufstandsbekämpfung in Afghanistan vorgestellt und erläutert. Erstmals wird das nordwestpakistanische Grenzgebiet ausdrücklich als Teil des afghanischen Kriegsschauplatzes definiert. Der US-Präsident will an den Angriffen auf pakistanisches Gebiet mit Raketen unbemannter Flugkörper festhalten. Die pakistanische Regierung hatte zuvor am Donnerstag erneut erklärt, dass diese nicht nur die Souveränität des Landes verletzen würden, sondern zudem politisch äußerst kontraproduktiv seien. Zusätzlich zu der von Obama schon angekündigten Verstärkung der US-Truppen um 17000 Mann will der Präsident weitere 4000 Soldaten als Ausbilder und Einsatzberater der einheimischen Armee nach Afghanistan schicken. Danach wird Washingtons Truppenstärke dort rund 60000 Mann betragen – doppelt soviel wie die übrigen NATO-Kräfte zusammen. Die Dominanz der USA in der Aufstandsbekämpfung und Besatzungspolitik wird durch diese Verstärkung noch deutlicher werden. US-Medien sprechen von einer »Amerikanisierung des Krieges«. Auch im Süden des Landes, wo bisher britische, kanadische und niederländische Einheiten relativ eigenständig tätig waren, wird das US-Militär künftig die Führung übernehmen.“

Ohne Bomber geht nichts…

25.03.09// Junge Welt. „Die Bundeswehr fordert in Afghanistan immer häufiger Unterstützung durch Bomber an. Dies zeige eine aktuelle Statistik des Verteidigungsministeriums, wie Paul Schäfer, verteidigungspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, am Dienstag in Berlin berichtete. Nach seinen Angaben hat die Bundeswehr 2008 doppelt so oft alliierte Bomber bestellt wie in den gesamten drei Jahren zuvor. Die vom Kabinett geplante Aufstockung der Kampfverbände werde »ohne Zweifel den Bedarf an Luftnahunterstützung weiter befeuern und damit vor allem unbeteiligte Zivilisten gefährden«, sagte Schäfer.“

Hezb-e Taliban?

22.03.09// upi.com .–Die USA sind bereit, die Gründung einer politischen Partei für die Taliban in Afghanistan zu diskutieren, so ein US-Diplomat. Dies müsste einhergehen mit der Achtung gegenüber der Verfassung. In diesem Kontext wurde auch diskutiert, gestandene alte Taliban von der UN-Terrorliste zu streichen und / oder Änderungen an der afghanischen Verfassung vorzunehmen.

US-Drogenbekämpfung: „das nutzloseste und ineffektivste Programm“

21.03.09// BBC news Die Bemühungen der USA gegen den Anbau von Mohn sind ineffektiv und vertane Zeit, so Richard Holbrooke, der Verantwortliche der US-Regierung für Pakistan und Afghanistan. Die 800 Mio. Dollar, die die USA in einem Jahr zur Drogenbekämpfung ausgeben sollten lieber zur Unterstützung der afghanischen Bauern ausgegeben werden, so Holbrooke. Bemühungen den Mohnanbau zu bekämpfen, so Holbrooke in einer Konferenz in Brüssel, Das Brüssel Forum, hatten bisher keine Wirkungen auf die Taliban, die das Geld aus dem Drogenhandel verdienen. „Es hat den Taliban kein bisschen wehgetan…welches Geld sie auch immer vom Drogengeschäft verdienen, sie bekommen es auch, wenn wir den Anbau reduzieren….Es ist das nutzloseste und ineffektivste Programm, das ich in 40 Jahren gesehen habe.

Gab es unter der Bush-Regierung ein geheimes staatliches Killerkommando?

18.03.09// Neues Deutschland. „USA-Menschenrechtler verlangten nach Bekanntwerden des IKRK-Reports strafrechtliche Maßnahmen gegen Mitglieder der Bush-Regierung. Mit jedem solcher Berichte wachse der Druck auf Präsident Barack Obama, »etwas zu unternehmen«, betonte Sarah Mendolson vom Zentrum für Strategische und Internationale Studien…Wie ein IKRK-Sprecher in Genf erklärte, habe man Kopien des Reports an die CIA und das Weiße Haus weitergegeben. Menschenrechtler vermuten, dass er nun von Mitarbeitern der neuen Regierung in Umlauf gebracht wurde. Während Demokraten wie Senator Patrick Leahy die Einrichtung einer »Wahrheitskommission« zur Aufklärung des Machtmissbrauchs in der Bush-Ära fordern, stand Präsident Obama Aufrufen zu juristischen Schritten etwa wegen Misshandlungen in Guantanamo bislang aber distanziert gegenüber. Jetzt könnte der Enthüllungsreporter Seymour Hersh, der mit der Aufdeckung des Massakers von My Lai im Vietnamkrieg und des Folter-Skandals im irakischen Abu-Ghoreib-Gefängnis weltweit für Schlagzeilen sorgte, den Handlungsbedarf weiter erhöht haben. Er warf der Bush-Regierung den Einsatz eines geheimen staatlichen Killerkommandos vor. Vom Präsidenten autorisierte Kräfte des Joint Special Operations Command hätten im Ausland unter Umgehung der zuständigen Aufsichtsgremien des Kongresses sowie ohne Wissen der USA-Botschafter und selbst der örtlichen CIA-Repräsentanten Mordanschläge verübt und seien dabei lediglich Vizepräsident Cheney gegenüber verantwortlich gewesen. Hersh spricht von einem »executive assassination ring«. Ihr Kommandeur, der Drei-Sterne-Admiral William H. McRaven, habe inzwischen den Stopp der Einsätze befohlen, weil es »zu viele kollaterale Tote« gebe. Hersh arbeitet an einem Buch, das sich mit dieser Spezialeinheit beschäftigt, und kündigte genügend Beweise für die ungeheuerlichen Vorwürfe an, »sogar für Hyperskeptiker«. Der demokratische Kongressabgeordnete Dennis Kucinich will jedoch nicht erst auf diese Veröffentlichung warten und hat deshalb unverzügliche Untersuchungen gefordert, auch gegen Ex-Präsident Bush und seinen Vize Cheney.

Obamas Liste wird laenger

18.03.09// Washington Post. Ein Vorschlag der Obama Regierung, die privaten Versicherungsgesellschaften der Veteranen für die Behandlung von Kriegsverletzungen zur Kasse zu bitten hatte eine Verurteilung der Veteranenverbände zur Folge. Sie verurteilten diese Idee als unethisch und versprachen dagegen vorzugehen. Trotzdem bestätigte das Weiße Haus gestern, dass die Idee weiter erörtert würde. Mit den Veteranenverbänden wird sich Chief of Staff Rahm Emanuel treffen. Der Vorschlag beabsichtigt dem Department of Veterans Affairs 530 Millionen Dollar jährlich zu sparen. Die Veteranenorganisationen sagen, dass es die Verantwortung der Regierung sei, für die Kriegsversehrten zu sorgen. Außerdem würde das bedeuten, dass die Arbeitgeber kaum noch Veteranen anstellen würden, aus Angst vor den Kosten der Versicherung; die Versicherungsprämien für Veteranenfamilien wären ebenfalls gefährdet.

Daud Khan

17.03.09// Antiwar news wire. Vor 30 Jahren exekutiert, eilig in einem Massengrab beigesetzt – mit einem kleinen goldenen Koran. Die Überreste von Sardar Mohammad Daud Khan, der mit seinem Putsch Afghanistan von einer Monarchie in eine Republik brachte, wurden geborgen. In dem Massengrab befanden sich noch 17 Familienmitglieder und einige seiner Getreuen. Präsident Karzai leitete im Präsidentenpalast – in dem Daud und seine Familie erschossen wurden – die Zeremonie.

Obama und die Dronenangriffe

17.03.09// antiwar news wire. Seit seinem Amtsantritt hat Barack Obama die Dronenangriff auf Pakistans FATA (Federally Administered Tribal Areas) dramatisch eskaliert. In the months since he took power, President Barack Obama has escalated the number and severity of drone attacks in Pakistan’s Federally Administered Tribal Areas (FATA) dramatically. Einige Regierungsmitglieder sind nicht sehr darüber erfreut, dass es immer nur im Gebiet der Wazirstämme stattfindet. Obama wurde aufgefordert auch in anderen Gebieten anzugreifen, so im Gebiet um die Provinzhaupstadt Quetta (Baluchistan). Dies sei eine Hochburg der Taliban. Sollte Baluchistan als Ziel genommen werden, könnte das ernsthafte Folgen haben. Angriffe im FATA Gebiet haben die Bevölkerung verärgert, aber die Stammesgebiete haben keine so hohe Priorität für die meisten Pakistanis. Aber Baluchistan ist etwas anderes. Wenn amerikanische Raketen auf Quetta regnen, wird das die gesamte Bevölkerung registrieren, aber durchaus nicht positiv.

Gehirnverletzungen bei ungef. 360 000 US-Vetreranen

05.03.09// usatoday.com/news/military/2009-03-04-braininjuries_N.htm -Pentagon officials schätzten zum ersten Mal, dass bis zu 360 000 Irak- und Afghanistanveteranen Gehirnverletzungen erlitten haben. Unter ihnen sind 45 000 bis 90 000 deren Symptome eine besondere spezielle Behandlung erfordern. Die Schätzungen von Army Brig. Gen. Loree Sutton basieren auf einem militärischen Gesundheitserfassungs Programm das zeigt, dass 10 bis 20% der zurückkehrenden Soldaten mindestens leichte Gehirnerschütterung haben. Außerdem gibt es eine RAND Corp. Studie vom letzten Jahr, die besagt, dass 320 000 sich eine Gehirnverletzung zugezogen haben. James Kelly, director of the National Intrepid Center of Excellence, a Pentagon treatment center for traumatic brain injury and psychological health sagte, dass die Wissenschaftler die Schwere und das AUsmaß von Gehirnverletzungeng zu verstehen suchen. Vermutlich seien sie durch Explosionen verursacht. Viele der Verletzten aus Irak und Afghanistan wurden durch Bomben an der Straßenseite verletzt. Die Wissenschaft ist so neu, dass es unklar bleiben muss, von was die post-traumatische Symptome kommen. Die offizielle Statistik des Pentagon weist alle verschiedenen Kriegsverletzungen auf, sie zählt nur 33 000. Seit der Krieg begonnen hat wurden bei mindestens 9100 Soldaten Gehirnverletzungen diagnostiziert.

Januar/Februar 2009

Geheimverhandlungen

27.02.09// Aljazeera.net. Westliche Persönlichkeiten, die afghanische Regierung und Vermittler der Taliban führen geheime Verhandlungen durch. Es ist beabsichtigt, Talibanverantwortliche in den politischen Prozess mit einzugliedern. Die Gespräche finden in London, Afghanistan und Dubai statt und haben Anfang des Jahres begonnen. Auch der sieben Jahre aus Afghanistan verbannte Gulbadin Hekmatyar (Hezb e Islami), soll daran beteiligt werden. Hekmatyar wurde – so aljazeera – Asyl in Saudi-Arabien angeboten. Danach soll er nach Afghanistan zurückkehren ohne dass er vor Gericht kommt. Unklar ist noch, ob es darum geht die Hekmatyar-Fraktion, die mit den Taliban zusammenarbeitet, sie davon zu trennen oder einige von den Taliban für den politischen Prozess. zu gewinnen. Wenn Hekmatyar aber nur seinen eigenen Handel verfolgt, zur Erreichung seiner Immunität, wäre nicht viel erreicht.

…und Bagram?

23.02.09// Junge Welt. Bereits vor seiner offiziellen Veröffentlichung rief der Pentagon-Bericht, den Barack Usama in Auftrag gegeben hatte, scharfe Kritik hervor. Die Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union kritisierte das »Übertünchen« der Mißhandlungen von Gefangenen. Die neue US-Regierung will den 600 Gefangenen auf dem Militärstützpunkt Bagram in Afghanistan auch künftig keinen besseren Rechtsstatus einräumen. Das Justizministerium entschied am Freitag (Ortszeit), daß die Gefangenen in Bagram keinen Anspruch darauf haben, die gegen sie erhobenen Vorwürfe und Beweismaterialien zu kennen sowie ihre Haft vor US-Zivilgerichten anzufechten. Konkret wurden die Anträge von vier Häftlingen aus Bagram zurückgewiesen. In der knappen Entscheidung des US-Justizministeriums heißt es, die US-Regierung beharre in dieser Sache auf der »zuvor formulierten Position«, nach der den Gefangenen in Bagram nicht der volle Rechtsstatus von Gefangenen in den USA eingeräumt werde.

Schliesst Kirgistan die Manas Basis?

20.02.09// Reuters. Tadschiken und Usbeken erlauben den Transit von Cargo für die NATO-Truppen, aber nur nichtmilitärische Güter. Washington sucht dringend alternative Transportwege. Rear Admiral Mark Harnitchek vom US Transport Kommando sagte, das die USA planen 50 – 200 Container in der Woche nach Afghanistan zu bringen, durch Tadschikistan und Usbekistan. Dies wurde bekanntgegeben, nachdem Kirgistan die USA aufforderten, die Luftwaffenbasis zu schließen. Angeblich verweigern die USA mehr Miete für die Basis zu zahlen. An den US-Botschafter in Bishkek wurde vermittelt, dass sie für die Räumung nur 180 Tage Zeit hätten. Die USA äußern sich optimistisch. Man könne mit Kirgistan einen Deal erreichen, dass die Manas Basis weiter benutzt werden könne. Die Manas Basis ist ein Drehpunkt um Personal und Ausrüstung nach Afghanistan zu schaffen.

Diesjährige Opiumernte

19.02.09// Reuters. Die diesjährige Opiumernte ist die zweitgrößte in der Welt, so der U.N.'s International Narcotics Control Board. Die Anbaufläche ist zwar um ein Fünftel reduziert worden, die Produktion fiel aber nur um 6%. Auf 7.700 Tonnen, 2007 waren es 8.200 Tonnen. he said in its annual report.Sieben Jahre nach der US-Invasion versorgt Afghanistan mit 90% den illegalen Weltmarkt. Die Taliban verdienen 200-300 Miollionen Dollar vom Drogenhandel.

Die Opfer von Gewalt

18.01.09// Junge Welt. AFP. Die Zahl der bei Anschlägen oder Kämpfen in Afghanistan getöteten Zivilisten ist im vergangenen Jahr nach UN-Angaben um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 2008 seien der Gewalt 2118 Zivilisten zum Opfer gefallen, heißt es in einem am Dienstag in Kabul veröffentlichten Bericht der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA). Es handle sich um die höchste Zahl ziviler Gewaltopfer seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban 2001. 38 Prozent der zivilen Opfer starben 2008 dem Bericht zufolge bei Einsätzen der afghanischen Regierungstruppen oder ihrer Verbündeten.

Wohin geht das Land?

15.02.09// Stars and Stripes. Stripes.com. Gerüchte in Kabul wegen der dramatischen Gefahr durch die Talaiban. Ein 23 jähriger Ladenbesitzer, Qand Mohamadi, „Wir meinen, dass die USA beide unterstützt, die Taliban und die afghanische Regierung. Das sagt hier jeder.“ “So absurd das klingen mag, in einer Zeit in der die USA und die westlichen Truppen Recordverluste bei den Auseinandersetzungen mit den Taliban haben hinnehmen müssen, sagen viele Kabuler, dass diese These ein Körnchen Wahrheit enthält.“ Daoud Zadran, ein Makler, meinte, dass die USA vielleicht die Taliban wieder aufbauen, damit sie einen Grund haben in Afghanistan zu bleiben – wegen der Iran-Angelegenheit.“ Das mag eine Verschwörungstheorie sein, aber es zeigt, die zunehmende Angst, dass das Land wieder ins Chaos gleitet. Bei einer öffentlichen Meinungsumfrage sagten 40%, dass das Land in die richtige Richtung geht, 2005 waren es noch 77% . 32% sagten, dass die USA einen guten Job machen. Vor drei Jahren waren es noch 80%.

Die Taliban und die verschwundenen Gewehre

12.02.09.// Washinton Post. 10 Tausende von Gewehren und andere Waffen sind wahrscheinleich gestohlen worden und befinden sich bereits in den Handen der Taliban. Bei einer Kontrolle sei festgestellt worden, dass mehr als ein Drittel der 242 000 leichten Waffen fuer die afghanischen Truppen – auch Moerser, Maschinengewehre und propellergetriebene Granatwerfer. Durch die laschen Kontrollen scheinen auch Nachtsichtgeraete verschwunden sein.

Jagd auf Drogenhändler 29.01.09// Spiegel online. Die Äußerung des amerikanischen Nato-Oberbefehlshaber Bantz John Craddock an die Kommandeure der Nato-Schutztruppe ISAF in Afghanistan hat in Berlin einigen Wirbel verursacht. Er befahl, dass die Nato Drogenhändler gezielt töten soll und Lahore bombardieren. Egal ob es Beweise gibt oder nicht, dass sie den Terror gegen afghanische oder westliche Militärs unterstützten. „Hintergrund ist ein Grundsatzstreit zwischen den höchsten Nato-Kommandeuren in Afghanistan, unter welchen Voraussetzungen das Bündnis tödliche Gewalt einsetzen darf. In einem geheimen Schreiben befahl der Nato-Befehlshaber Bantz John Craddock als sogenannte "guidance", die auf der strategischen Ebene einem Befehl gleichkommt, ab sofort offensiv Jagd auf "alle Drogenhändler und deren Einrichtungen" zu machen. Spiegel online bezeichnet den Inhalt des Befehls als „brisant“: Craddock schreibt, dass es "nicht länger nötig (sei), Geheimdienstaufklärung zu betreiben oder zusätzliche Beweise zu erbringen, ob jeder der Drogenhändler oder jede Drogeneinrichtung in Afghanistan auch die Kriterien eines militärischen Zieles erfüllt."

 

Ausländer raus 28.01.09// The National. Afghanen, die an der Hauptstraße, Jalalabadstraße, wohnen, die aus Kabul herausführt, fordern, dass sich die ausländischen Truppen aus diesem Gebiet zurückziehen. “Sie verursachen zu viel Probleme. Ob Frauen, Kinder oder Männer in der Straße sind, kümmert sie nicht. "Sie fahren zu schnell“, sagte ein 26 jähriger. Die Ausländer sollen die Stadt verlassen. Sie sollen irgendwo in die Provinzen gehen. Die Militärkonvois fahren mit hoher Geschwindigkeit und stellen für die locale Bevölkerung zunehmend eine Gefahr da und außerdem würde das das die Selbstmordattentäter anziehen.

 

"Der Westen muss das begreifen, bevor wir die Geduld verlieren" 26.01.09// aljazeera.net. „Die Pashtunen sind sehr konservativ und leben in einer kollektiven Gesellschaft. Wenn jemand getötet wird, the good will of his familiy, his tribe und his larger community is lost.“ Die Angriffe der US. Oder NATO-Soldaten bei denen Unschuldige ums Leben kommen, sei das 'political oxygen' für den Widerstand. Eine Studie des Zentrums für Konflikt- und Friedensstudien bestätigt, dass Rache gegen die ausländischen Soldaten das wichtigste Motiv sind, dem Widerstand beizutreten. Die Studie stellt auch fest, dass die Auffassung unter den Pashtunen sei, dass der Westen Rache sucht wegen des Angriffs auf die Twin Tower in New York und dass sie deswegen nur die Pashtunen angreifen würden. DerWesten hätte an Afghanistan sowieso nur das Interesse eines strategisch langfristigen Einflusses in der Region, auf Kosten der Afghanen. Bei einem Treffen der Stammeschefs, sagte einer von ihnen: „Wir sind keine Terroristen sonder Opfer, der Westen muss das begreifen, bevor wir die Geduld verlieren.“

 

Obamas Linie? 23.01.09// antiwar.com. Zwei Dronen die auf Nord und Süd-Waziristan geschossen wurden töteten 22 MEnschen. Anscheinend waren die meisten Militante, aber 4 waren noch Kinder. Times Monitor, LAHORE: ISPR Sprecher, Major General Athar Abbas, sagte, das der Angriff mit Dronen des US-Militärs Problem für die pakistanische Regierung bedeuten würde. Dies sagte er in Kanal von CNN. Die pakistanische Armme würde Militante bekämpfen, aber die Dronenangriffe würden die Schwierigkeiten der Armee verstärken, die Taliban zu bekämpfen. Die Dronenangriffe würden der Armee nichts nützen.

 

Mehr Sprengfallen, Angriffe, Tote… 22.01.09// F.A.Z.. AFP. „Die Nato hat jetzt Statistiken für 2008 zusammengestellt, die zeigen, wie sich die Sicherheitslage in Afghanistan im vergangenen Jahr noch einmal verschlechtert hat. Zwischenfälle mit Waffengewalt, die bei den Militärs der Allianz "kinetische Vorkommnisse" genannt werden, stiegen um 33 Prozent an. Angriffe mit Sprengfallen, die der häufigste Grund für Todesopfer sind, nahmen um 27 Prozent zu, Angriffe auf die afghanischen Sicherheitskräfte um 119 Prozent, Entführungen und Morde um 50 Prozent. Ein leichter Rückgang war nur bei den Selbstmordattentaten festzustellen, nämlich um fünf Prozent.“ Die Zahl der Gefallenen bei ISAF und den US-Truppen soll sich um 35% erhoeht haben, die Zahl der zivilen Toten um 40 bis 46%. Die Zahl der Kaempfer meist aus islamischen Laendern soll ebenfalls zunehmen. „Der Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte kommt voran. 2008 sind in der Armee 13 weitere Bataillone ("Kandaks") aufgestellt worden; 46 afghanische Kandaks sind in der Lage, eigenständige Operationen zu führen. Vorfälle wie jüngst ein Hubschrauberabsturz, bei dem der Kommandeur des Herat-Korps umkam, werfen die Afghanen aber wieder zurück, weil sie nicht genug qualifiziertes Personal haben.“ AFP berichtet, dass rund 4000 afghanische Zivilisten umgekommen wären. 2/3 bei Rebellenangriffen und 1.100 durch die ausländischen Truppen. Die Zahlen von Afghanistan Rights Monitor [ARM] sind weit höher. Nach diesen Berichten sind bei Militäroperationen der NATO 2008 1100 Menschen umgekommen [Zivilisten] 2800 wurden verwundet, 80 000 wurden obdachlos. 680 wären bei Angriffen der US-Armee getötet worden. Die US-Luftwaffe wäre mindestens 15000 Einsätze geflogen.

 

Der Ruf nach mehr Soldaten 21.01.09// New York Times. Die Taliban sind überall, die Soldaten sind es nicht, so sagt man in Afghanistan. Und das betrifft eine Anzahl von Gebieten. 550 Meilen lang ist die Grenze zu Pakistan, „Wir sind da nicht“, sagte Brig. Gen. John W. Nicholson, stellvertretender NATO-Kommandeur, „die Grenzen sind weit geöffnet.“ 100 Meilen erstreckt sich das Helmandgebiet, dort sind die Taliban und dort befindet sich der Mohnanbau. Die Nimrozprovinz hat Grenzen zum Iran. Dort befinden sich auch keine Soldaten. Der Gorakdistrikt nordwestlich von Kandahar wird von den Militärs als „jet stream“ für die Talibankaempfer bezeichnet. In den Distrikten Shah Wali Kot, Kharkrez und NEsh sollen sich nur wenig NATO-Soldaten befinden oder gar keine.

 

Keine Soldaten nach Afghanistan 21.01.09// Reuters, Paris. Der französische Verteidigungsminister, Herve Morin, sagte wegen der Forderung Barack Obamas nach mehr Truppen in Afghanistan, dass Frankreich schon genug Truppen dort hingeschickt hätte. Der Vorschlag von Obama wird als gut befunden, aber Soldaten dorthin zu schicken, da übt man wegen der Wähler doch Zurückhaltung. „"So for France, we have made the necessary effort. Considering additional reinforcements is out of the question for now”, sagte Herve gegenüber Europe 1. Sie würden auch die Anzahl der Soldaten in Afrika reduzieren.

 

Neue US-Strategie? 16.01.09// Washington Post. Die geplante US-Militär und Counter Insurgency Aktion in Afghanistan muss mit öffentlichen und offiziellen Widerstand rechnen. Die geplante Truppenverstärkung von 30000 Soldaten verbunden mit einer neuen Strategie für die Unterstützung der lokalen Regierungen, soll die Dorfbewohner vom Einfluss der Taliban fernhalten. Allerdings muss festgestellt werden, dass sich die Feindschaft gegenüber den ausländischen Gruppen verstärkt. Man fürchtet auch die kommenden Präsidentenwahlen und die zunehmende Spannung zwischen Indien und Pakistan.

 

Wehrdienstverweigerung von Muslimen 15.01.09// AFP. Französische Soldaten mit muslimischen Glauben weigern sich in Afghanistan Dienst zu tun. Sie würden nicht gegen Glaubensgenossen kämpfen, so ein Militärsprecher gegenüber AFP. Ein Fall wird bestätigt wonach einer der Verweigerer nach einem Gespräch mit einem Imam, seine Haltung aufgab. In dem meisten dieser Fälle würden diese Soldaten aus der Armee entlassen. Der Armeesprecher meinte dies wäre ein "lack of understanding of their commitment which is to bear arms for France to defend its interests and values at all times and everywhere” zeigen.

 

Toedliches Jahr 2008 14.01.09// AFP. Obama will mehr Soldaten nach Afghanistan schicken. „Wir können nicht die Taktik, Technik und Verfahren, die im Irak-Krieg gut waren, einfach in Afghanistan anwenden", sagte General David Petraeus, commander of US forces in the Middle East and Central Asia, kürzlich gegenüber Foreign Affairs. 2006 hieß es Afghanistan war ein Erfolg für die USA, während Irak in einer endlosen Spirale von Gewalt versank. Heute hat sich das Blatt gewendet: 2008 war das tödlichste Jahr für US-Soldaten in Afghanistan seit 2001. Zwischen 20 000 und 30000 US-Soldaten waren dieses Jahr in Afghnanistasn. Von anderen Ländern 35 000 Soldaten.

 

Siehe auch PAKISTAN//TICKER

Dezember 2008

ISAF und die Einladung der afghanischen Regierung 12.12.08// Telegraph.co.uk. Kai Eide, Repräsentant des Generalsekretärs der UNO, beklagt die vielen zivilen Toten. Unter der afghanischen Bevölkerung herrsche große Sorge wegen des Verhaltens der Koalititonskräfte. „Heißt das dass die Afghanen keine internationalen Militärs mehr im Land haben wollen? Nein, sie wollen sie schon, aber wir müssen das unterstützen, es ist fundamental für unseren Erfolg.“ 65000 Soldaten sind im Land. General David McKiernan, NATO-Kommandeur, will weitere 20 000 US-Soldaten. Sie sollen im Januar kommen. Ein Sprecher der NATO meinte, dass “die ISAF in Afghanistan ein UNO-Mandat hätte, sie wären auf Einladung der afghanischen Regierung hier.“

 

NATO beschießt einen Bus mit Zivilisten 12.12.08// antiwar.com. Eine NATO-Einheit schoss auf der Straße, die zur die Provinz Wardak fuehrt auf einen Bus mit Zivilisten. Vier Menschen wurden getötet, mindestens 10 verletzt. Der NATO-Sprecher meinte, dass die Soldaten den Bus in einem Akt der Selbstverteidigung angegriffen hätten. Die Nationalität der NATO-Soldaten war bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. Die NATO-Stellungnahme steht im Widerspruch zu der Erklärung des Provinzgouverneurs Haleem Fidai, der meinte, dass die Bus ins Kreuzfeuer (Militante gegen NATO-Soldaten) geraten sei. Die NATO erwähnte keinerlei Schießerei mit Militanten. Gleichzeitig zu dem Angriff auf die Zivilisten, warnte Kai Eide vor den zivilen Verlusten.

 

Taliban zerstören rund 300 Lastwagen mit Nachschub für die NATO-Truppen 10.12.08// Süddeutsche Zeitung, timesonline.co.uk, AP Islamabad. Bei einem beispiellosen Grossangriff hatten am Sonntag (7.12.08) mehr als 300 Taliban-Kämpfer in Peshawar fast 150 Lastwagen und Container mit Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan zerstört. Sie entwaffneten dabei etwa ein Dutzend Wächter. Ein Sicherheitsmann wurde bei dem Überfall erschossen. Wie die Polizei mitteilte wurde „jeder Lastwagen einzeln“ angezündet. Sie ergriffen beim Auftauchen der Polizei die Flucht. Am Montag, den 8. Dezember, drangen vor Sonnenaufgang rund 200 Taliban in eine Verladestation bei Peshawar ein. Sie setzten 100 Lastwagen mit Nachschublieferungen für die NATO in Brand. Die geparkten Geländewagen und Lastwagen wurden mit Benzin übergossen und angezündet. Bereits Anfang Dezember hatten Taliban ein Dutzend Lastwagen in Peshawar zerstört, die ebenfalls Material für die NATO transportierten. Laut timesonline.co.uk. vom 16.11.08 stoppte die pakistanische Regierung den gesamten Verkehr über den Khyber-Pass, weil die Taliban einen Konvoi mit 15 Lastwagen überfallen hatten. Der Konvoi transportierte militärisches Material und Weizen. Der Weizen wurde später für ein Viertel seines Preises auf den umliegenden Märkten verkauft worden. Weiter Times online: Mehr als 350 Lastwagen und Öltanker würden täglich über den Pass fahren und Material für die Truppen vom Hafen in Karachi nach Kabul transportieren. Eine lange Schließung der Straße sei aber nicht lange durchzuhalten, weil die Truppen versorgt werden müssen. 75% des Diesels, Kleider und Nahrung, die von den NATO-Truppen benötigt werden, werden in zivilen pakistanischen Lastwagen transportiert. Auf den Märkten in Khyber gäbe es genug US und NATO-Material: boots, camouflage uniforms and rucksacks, würden offen verkauft (13.11.08 AP. Islamabad) .

 

Die bärtigen Spezialeinheiten der USA 04.12.08// The Independent. “Sie kamen in der Nacht und erschossen Saeed Alam in seinem Bett. Sein dreijähriger Sohn saß zu seinen Füßen und weinte. Seine Mutter warf sich über ihn, um die Kugeln abzuhalten. Beide wurde weggebracht und dann wurde Alam von US-Soldaten erschossen. Die US-Pläne afghanische Milizen für den Krieg gegen die Taliban zu gewinnen, der sich gerade im Anfangsstadium befindet, gerät schon jetzt zunehmend in Schwierigkeiten. In der östlichen Paktia-Provinz, sind die weißbärtigen afghanischen Dorfältesten, die von großer Wichtigkeit sind für das „Afghan awakening“, äußerst zurückhaltend in der Frage Vereinigung mit den Amerikanern, solange die Nachteinsätze der US-Spezialeinheiten nicht aufhören. Saeed Alam wurde bei dem Überfall letzten Samstag viermal in die Brust geschossen. Seine Mutter bekam am nächsten Tag einen Schock und starb. Sein Sohn fiel in die Feuerstelle, die zum Kochen benutzt wird. Die US-Soldaten nahmen 10 Afghanen mit. Herr Janan, ein älteres Mitglied des Gardeserai shura (Rat) sagte, Wir sind keine Taliban. Wir unterstützten auch nicht al-Qaida, aber wenn das so weitergeht, werden wir definitiv zu den „anti-goverment elements“ überlaufen.“ Eine Delegation der Stammesältesten fuhr am Dienstag in die Provinzhauptstadt Gardez um dagegen zu protestieren. „Wir haben 9000 Männer in unserem Stamm, wir werden die Waffen gegen sie erheben,“ warnte Janan. In der amerikanischen Presse war zu lesen, dass die Überfälle das Terroristennetzwerk dezimieren würde. Der Fall Alam wurde so dargestellt: „Saeed Alam ist ein Militanter, er hielt eine Granate in der Hand und benutzte seine Mutter und seinen Sohn als menschliche Schutzschilder…Die Stammesältesten schworen, dass Alam unschuldig sei. Von den 10 Verhafteten sind inzwischen 5 wieder freigelassen, es gab keine Anklage. Die Ältesten widersprachen der amerikanischen Stellungnahme, dass (in ihrer Einheit) afghanische Soldaten gewesen wären. Sie hätten gemerkt, dass dies Spezialeinheiten waren, denn die Soldaten hätten Bärte gehabt.“ Ein westlicher politischer Analyst, der in der Region arbeitet, meinte: „Die Spezialeinheiten spielen eine wichtige Rolle, aber zur Zeit, die Art wie sie strukturiert sind und die Art wie sie eingesetzt werden, kann man schwerlich sagen, dass dies etwas nutzt.“ Hajji Ghazi, Chef der Shura (Rat) sagte, dass die Soldaten bei ähnlichen Operationen in dem Dorf Suri Khel bei fünf Häusern Türen eintraten und Fenster einschlugen…“

 

Berichte über Uranmunition sind tabu 01.12.08// Junge Welt. Cathrin Schütz interviewt Frieder Wagner, Regisseur, Kameramann und Autor aus Köln. Über die von den USA in Serbien und im Irak verschossenen Granaten mit abgereichertem Uran (Depleted Uranium, DU) wird heute kaum noch gesprochen, obwohl sie nach wie vor weite Landstriche verseuchen. Sie haben vor zwei Jahren den Dokumentarfilm »Deadly Dust – Todesstaub – über die Uranmunition und die Folgen« erstellt. Können Sie erklären, warum die Medien dieses Thema nicht mehr aufgreifen? Es ist völlig tabu. Heute sehe ich es schon fast als »Unfall« an, daß der WDR 2004 meine mit Valentin Thurn realisierte Dokumentation »Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra« gesendet hat. Obwohl ich für den Film auf der ÖKOMEDIA 2004 den Europäischen Fernsehpreis erhalten hatte, verschwand er nach der Erstausstrahlung im WDR-Archiv. Danach war in Sachen Uranmunition mediale Funkstille. Das hat mich sehr verblüfft, denn dieses Thema wird uns alle noch sehr beschäftigen. DU ist eine radiologische, hochgiftige Waffe, die noch Jahrhunderte nach ihrer Anwendung Mensch und Umwelt schädigt. Als Folge des Gebrauchs dieser Waffe können die Gene von Lebewesen verändert werden und zwar für immer, wird das von einer Generation auf die nächste übertragen bei einer Epidemie. Deshalb habe ich die Kinodokumentation »Todesstaub« betitelt. Wie reagieren Ihre Auftraggeber darauf, daß Sie Sich diesem Thema so überzeugt widmen?Für »Todesstaub« habe ich bis heute keinen Verleih gefunden. Deshalb zeige ich den Film in unabhängigen Programmkinos und an Schulen. Das tue ich zum einen, um dieses Kriegsverbrechen bekanntzumachen. Zum anderen aber auch, weil ich seit der WDR-Ausstrahlung über die verstrahlten Kinder von Basra von keinem öffentlich-rechtlichen Sender je wieder einen Auftrag bekommen habe, obwohl ich für ARD, ZDF und WDR seit 30 Jahren arbeitete. Da bin ich wohl jemandem zu heftig auf die Füße getreten. Das kann ich nicht beweisen, aber so ist es passiert. Im Falle eines Beitrags zu dieser Thematik für den Deutschlandfunk habe ich allerdings eine schriftliche Korrespondenz, die alles dokumentiert. DU wurde von der NATO auch in Bosnien und Serbien eingesetzt, nicht aber in Afghanistan? Auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zu diesem Thema an die Bundesregierung antwortete Staatsminister Gernot Erler (SPD): »Der Bundesregierung liegen keine eigenen Erkenntnisse zu möglichen Einsatzorten bzw. -zeiten von Munition mit abgereichertem Uran in Afghanistan seit 2001 vor.« Mir wurde jedoch ein als »VS – Nur für den Dienstgebrauch« deklarierter »Leitfaden für Bundeswehrkontingente in Afghanistan« aus dem Jahr 2003 zugespielt, der aus dem Verteidigungsministerium stammt. Dort heißt es zur »Gefährdung durch DU-Munition«: »In der Operation Enduring Freedom zur Unterstützung der Nordallianz gegen das Taliban-Regime wurde durch US-Kampfflugzeuge u. a. auch panzerbrechende Brandmunition mit Kern eingesetzt. Beim Einsatz dieser Munition gegen Hartziele (z. B. Pz, Kfz) entzündet sich das Uran auf Grund seiner pyrophoren Wirkung. Bei der Verbrennung entstehen besonders an und in den Zielen seßhafte toxische Stäube, die jederzeit aufgewirbelt werden können. DU-Munition kann deshalb bei ungeschütztem Personal toxische und radiologische Schädigungen hervorrufen.« Erler hat eindeutig Parlament und Volk belogen – ob bewußt oder unbewußt. Doch die Medien interessiert das nicht, obwohl in Italien inzwischen 109 im Kosovo stationiert gewesene Soldaten an hochaggressivem Krebs starben. Bundeswehrsoldaten leiden nicht an solchen Erkrankungen, heißt es. Ich kenne aber allein drei Fälle, in denen deutsche Soldaten an solchen Krankheiten – allein gelassen – starben. Kürzlich waren zwei Wissenschaftler und ich zu einer Anhörung über DU und die Folgen ins Auswärtige Amt eingeladen. Wir waren hocherfreut und dachten, daß sich endlich etwas bewegt. Doch leider mußten wir feststellen, daß sich die Regierung in ihrer verharmlosenden Sicht keinen Millimeter von der Stelle rührt.

 

Oktober/November 2008

Keine Antwort wegen des Abzugs 24.11.08// antiwar.com. Während seines Besuchs im NATO-Hauptquartier, sprach Nisar Memon ( Pakistani Senate Defense Committee Chairman) das Thema Dronenangriffe auf pakistanischem Boden an. Sie würden die Reputation nicht nur der USA sondern auch seiner afghanischen Verbündeten schädigen. Die NATO-Vertreter meinten, dass es dafür kein Mandat gäbe. Memon sprach auch an, wann sie gedenken würden Afghanistan wieder zu verlassen. Aber es machte nicht den Eindruck, dass die NATO die Absicht hat, das Land wieder zu verlassen.

 

Karzai will Talibanführer kontaktieren 19.11.08// AFP. Dass Präsident Karzai Friedengespräche mit dem Talibanführer Mullah Mohammad Omar führen will, verursacht der US-Regierung Bauchgrimmen. Mollah Omar ist für die USA der Erzfeind. Man äußert sich in Washington vorsichtig darüber. Würden sie den Vorschlag Karzais unterstützen, könnte Bush sein Gesicht verlieren. Diesen Vorschlag abzulehnen hieße, dass man mit seinen Verbündeten nicht ins reine käme. Dana Perino, Sprecherin des Weißen Hauses: „Wir unterstützten Hamid Karzai, was wir allerdings über die Taliban wissen, und besonders über Mullah Omar…ist, dass sie nicht bereit sind der Gewalt zu entsagen.“ Wenn Mullah Omar bereit sei für Friedensgespräche, dann würde er, Karzai, ihn schützen und auch einen Bruch mit seinen internationalen Partner riskieren. Admiral Michael Mullen, Vorsitzender des US Joint Chiefs of Staff, gab nicht direkt Auskunft zum Thema Mullah Omar, sondern meinte, dass die Zeit kommen würde, bei der man Gespräche mit solchen Elementen wie die Taliban Gespräche führen müsste. Aber jetzt wäre die Zeit noch nicht gekommen.

 

Keine weiteren Hubschrauber für Afghanistan 16.11.08// guardian.co.uk. Britische Militärs vermuten, dass das Liefern von extra Helikoptern, verzögert wird. Die britischen Truppen würden unbedingt in der Helmand Provinz Luftunterstützung benötigen. Das Verteidigungsministerium in London hat zugegeben, dass es keine Pläne gebe, die Ankunft neuer Lynx-Helikopter für Afghanistan zu beschleunigen. Diese Hubschrauber sollen erst 2014 in Dienst genommen werden. Kritiker sagen, dass dies heißen würde, dass die Luftunterstützung um weitere 3 Jahre verzögert würde. Britische Kommandeure in Afghanistan beklagen sich schon lange über die wenigen Hubschrauber, die sie haben. Wenn sie mehr Hubschrauber hätten würden weniger Soldaten durch „roadside bombs“ getötet.

 

Deutsches Bier nach Afghanistan 15.11.08// Washington Post. „Deutschland tut sich schwer, Soldaten nach Afghanistan zu schicken, das ist mit dem Bier anders. Letztes Jahr wurden für die deutschen Soldaten in Nordafghanistan 260 000 Gallonen Bier geliefert und 18 000 Gallonen Wein. Das ist für einen Soldaten eine Ration von 26 Unzen Bier das ganze Jahr über, an jedem Tag.“ Thomas Raabe, Sprecher des Verteidigungsministeriums, sagte, dass das limit für Soldaten zwei Büchsen Bier am Tag wären. Sie dürften aber im Dienst nicht drinken. Raabe sagte noch, dass Alkohol von Soldaten, Dipolomaten und Polizeioffiziere der NATO-Truppen gekauft werden dürfe.

 

Schliessung der Strasse Karachi Kabul 16.11.08// timesonline.co.uk. Die pakistanische Regierung stoppte den gesamten Verkehr über den Khyber-Pass, weil die Taliban zunehmend die Konvois mit NATO-Material angreifen. Mehr als 350 Lastwagen und Öltanker fahren jeden Tag über den Pass, sie transportieren das Material für die Truppen vom Hafen in Karachi aus nach Kabul. Aber eine lange Schließung der Straße ist nicht lange durchzuhalten, weil die Truppen versorgt werden müssen. 70% des Diesels, Kleider und Nahrung, die von den NATO-Truppen benötigt werden, wird in zivilen pakistanischen Lastwagen transportiert, der verwundbarste Teil auf der Straße Karachi Kabul.

 

Taliban verkaufen geraubten Weizen 16.11.08// timesonline.co.uk. Der “Robin Hood” der Taliban, verkauft Nahrungsmittel zu einem Viertel des Preises an die Afghanen. Diejenigen Nahrungsmittel, die aus dem geraubten Inhalt der Lastwagen stammen. (Siehe Meldung weiter unten). So werden also Lastwagenladungen von Weizen billig auf den lokalen Maerkten verscheuert, und mit den geraubten Humvees wird Propaganda gemacht. Mehr als 30 Tankwagen wurden dieses Jahr auf der Strasse Karachi Kabul zerstoert. Der Anführer, der Talibankommandeur Mustafa Kamran Hijrat, erzählte der Sunday Times, dass sie weiter Lastwagen angreifen würden, weil sie Waffen und Material an die ausländischen Truppen liefern. Die Humvees werden zudem noch als Kriegsbeute angesehen.

 

Britische Offiziere beklagen sich über zu wenig Ausrüstung 16.11.08// Scotsman.com . Der Offizier David Hicks, beschwerte sich bei seiner Verlobten über die wenig Ausrüstung, die sie hätten. Ein paar Tage später wurde er bei einem Feueraustausch erschossen. Seinem Partner Nicola Billen sagte er, dass seine Männer für die Taliban in ihren behelfsmäßigen Unterkünften „sitting ducks“ wären. Bei mehreren Gelegenheiten forderte der 26 jährige einen Arzt für seine Soldaten, weil seine Truppen zweimal am Tag von Taliban angegriffen würden.

 

14 Männer des Sicherheitsdienstes getötet 10.11.08// aljazeera net. Und, jede Woche das gleiche: Präsident Hamid Karzai kritisiert die US und NATO-Truppen. Diesmal weil sie 14 Männer des privaten Sicherheitsdienstes getötet haben (Ostprovinz Khost). Und wieder: Das würde die Kluft zwischen Afghanen und westlichen Verbündeteten weiter verbreitern. Arsala Jamal, der Gouverneur von Khost: „Keiner lebt mehr, so dass niemand sagen kann, wie es passiert ist…eins weiß ich, sie waren keine Taliban.“ Sie arbeiteten als security guards für 250 Dollar im Monat."

 

Angriffe auf Konvois häufen sich 13.11.08// AP, Islamabad. AP Television news hielt folgende Scene fest: Ein Humvee raste in Nordwest Pakistan durch eine trockenes Flußbett, aber im Humvee saßen keine amerikanischen Soldaten sondern Militante. 60 Militante kaperten einen Konvoy mit Lastwagen, die beladen waren mit Fahrzeugen für US-Truppen und Weizen für Afghanen. Diese Aktion demonstrierte die Stärke der muslimischen Militanten in dieser Region. Dies zeigt aber auch die Verletzlichkeit bei der Zustellung von Material an die NATO-Truppen. 75% des Diesel, Essen und andere logistische Güter werden auf diese Weise geliefert. Zur Zeit versuchen die USA Verträge über Transporte mit den umliegen Ländern, auch mit Russland. Shaun Gregory von der Pakistan Security Research Unit at the University of Bradford in Britain: "It's not too much of a stretch to ask why the Pakistan military is failing to defend these convoys". Diese Angriffe würden es Pakistan erlauben, seine Finger auf die wichtigste NATO-Vene zu halten. Kommentar aus Washington: Es gäbe weder beim Material noch bei der Munition Engpässe. Transportiert wird das Material etc. vom Hafen in Karachi, die Container werden dann auf Lastwagen geladen, die meist über den Khyber Pass fahren. Der genannte Überfall fand am Eingang zum Pass statt. Dort wo schon die Mogularmeen in Richtung Indien marschierten und die Briten eine Niederlage erlitten. US Verantwortliche meinten, es wären zwei Humvees und ein Lastwagen, beladen mit Wasser, gestohlen worden. Ein Sprecher des World Food Programms, meinte, dass aber auch 11 Lastwagen, die mit Weizen beladen waren gekapert worden seien. 650 Tonnen Weizen wären in den letzten vier Wochen gestohlen worden, alles ging an die US-Armee. Wahrscheinlich, so AP, wären die meisten der Angreifer schlicht Banditen, keine militanten Islamisten. Auf den Märkten in Khyber gäbe es genug US und NATO-Material: boots, camouflage uniforms and rucksacks, würden offen verkauft. Hardliner unter den Muslimführern, aber auch viele einfachen Pakistanis würden ihre Regierung auffordern, die Allianz mit den USA zu beenden, die Islamabad jährlich mit Millionen Dollar bezahlt, für diese Allianz.

 

Wieder eine Bombardierung eines Hochezeitsfestes 05.11.08// BBC online. Der neue Vorfall geschah im Schah Wali Kot Distrikt, ein Teil der Provinz Kandahar. Mehr als 40 Menschen, darunter viele Kinder und Frauen wurden getötet. Ein Dorfbewohner sagte, dass das Hochzeitsfest gerade zu Ende ging, als irgendjemand von dem benachbarten Berg auf die internationalen Truppen schoss. Die Soldaten hätten geschossen und haben dann um Luftunterstützung gebeten. In Richtung Barack Obama gewandt, antwortete Hamid Karzai: „Wir können den Kampf gegen den Terrorismus nicht mit Luftangriffen gewinnen.“ Ein Sprecher des amerikanischen Militärs meinte, dass eine Untersuchung gemacht werde, was falsch lief. Ein Bericht der UNO weist für Januar bis August 2008 1445 getötete Zivilisten auf. Das wäre ein Anstieg von 39% gegenüber der gleichen Periode des letzten Jahres.

 

Buergermeister von Herat wird Talibankommandeur 17.10.08// aljazeera.net. Ghullam Yahya Akbari, Bürgermeister von Herat, wird Talibankommandeur. Seine Stellungnahme: Ich werde solange nicht mit der Regierung verhandeln, bis die ausländischen Truppen das Land verlassen haben.

 

September 2008

Deutschland zahlt Kompensation 03.09.08// Reuters. Das Verteidigungsministerium bestätigt die Zahlung von Kompensation an die Familie der afghanischen Frau, die von Bundeswehr soldaten erschossen wurde. Die Frau und zwei Kinder wurden an einem Checkpoint bei Kunduz erschossen. Sie befanden ich in einem Wagen, die aufgefordert wurden zu stoppen, was sie auch taten. Als ein Wagen sich unaufgefordert in Bewegung gesetzt hätte, wären Warnschüsse abgegeben worden. Das Verteidigungsministerium ist der Auffassung, dass die Zahlung kein Schuldeingeständnis wäre. 3500 Soldaten sind derzeit in Afghanistan für die NATO. 12 Soldaten wurden bis jetzt getötet, 16 weitere wären bei Unfällen gestorben.

 

Entwicklungspolitische Offensive statt Militär 02.09.08// Pressemitteilung von Medico-International. Medico verweist auf die Verschlechterung der Sicherheitslage und die dadurch eingeschränkte Minenräumung. „Allein in der Provinz Paktia, südöstlich von Kabul, an der Grenze zu Pakistan, wurden die Minenräumteams der afghanischen medico-Partnerorganisation Mine Detection and Dog Center (MDC) innerhalb der letzten zweieinhalb Monate viermal überfallen oder entführt. Die letzte Entführung ereignete sich am 20.08.2008. Dreizehn Minenräumer wurden auf dem Weg zur Arbeit von unbekannten Bewaffneten, in einem von Taliban kontrollierten Gebiet, verschleppt. Zurzeit befinden sich noch sechs MDC-Mitarbeiter in der Gewalt der Entführer. Auch die Arbeit der für Minenräumung zuständigen UN-Organisation UNMACA (United Nations Mine Action Center for Afghanistan) ist durch die zunehmende Gewalt behindert. Ein Komplex zur Akkreditierung der Minenspürhunde am Rande der Provinz Kabul musste Ende August geschlossen werden, nachdem er von Bewaffneten angegriffen und teilweise zerstört worden ist....An eine Verbesserung der Sicherheitslage durch die Ausweitung des militärischen Engagements glaubt medico-Geschäftsführer Thomas Gebauer nicht: "Es wurden zu viele Fehler gemacht. Die von erschreckender Unkenntnis und Eigennutz geprägte Intervention hat viel Schaden angerichtet. Es ist höchste Zeit für einen Strategiewechsel."

 

August 2008

30.08.08// AFP. Ein afghanischer Politiker sagte gegenüber afp, dass er nach dem Angriff der Luftwaffe geholfen hätte die Körper von verschütteten Frauen und Kindern auszugraben. Er sprach von ungefähr 90 getöteten Zivilisten. Die US-Koalition sprach von 25 Taliban und 5 Zivilisten. Naik Mohammad Ishaq, “provincial councillor“: „Ich sah mit meinen eigenen Augen die toten Körper von 50 Jungs und Mädchen unter 15 Jahren. Ich sah 19 Frauen und sieben Männer. Ich half den örtlichen Kräften sie unter dem Dreck und Staub auszugraben.“

Drohende Katastrophe im Winter 29.08.08// Reuters. Afghanistan braucht Hilfe, um eine humanitäre Krise diesen Winter abzuwenden. Millionen werden Bedingungen erleben, die es seit 20 Jahren nicht mehr gegeben hat. So die britische Hilfsorganisation Oxfam. Letzten Winter starben ungefähr 1000 Menschen. Die internationale Gemeinschaft müsse sich jetzt auf den Winterausbruch vorbereiten. Max Waldman von Oxfam: „Die Menschen könnten dazu gezwungen sein ihr Hab und Gut zu verkaufen und ihre Häuser und Dörfer zu verlassen, was zu einer weiteren Instabilität führen könnte.“

 

Wütende Stimmung 26.08.08 Das afghanische Kabinett fordern Änderungen bezüglich der Regeln für die internationalen Truppen, nachdem 90 Zivilisten bei einem US-Angriff getötet wurden. Es sollen keine Lufteinsätze mehr in zivilen Gebieten stattfinden, keine illegale Hausdurchsuchungen und Verhaftungen. Gemäß UNO-Berichten ist das die höchste Zahl von Zivilisten bei internationalen Militäraktionen. Eine US-Stellungnahme: Dies alles wäre nicht geschehen, wenn es in Afghanistan mehr Soldaten gebe.

 

Die Taliban vor Kabul 23.08.8// timesonline.co.uk – Die Lastwagenfahrer, die das Pepsi und das Benzin für die NATO-Truppen nach Kabul bringen haben ihre eigene Methode das Vordringen der Taliban in Richtung Kabul zu kalkulieren: Sie zählen einfach die zerstörten Lastwagen, die an der Straße liegen. Diese und andere Maßnahmen lassen die Stadt wie unter Belagerung erscheinen, denn die Taliban unterbrechen die Hauptstraßen und taktieren wie damals gegen die Briten (1841) und gegen die Sowjets. Die Straße von Kabul nach Kandahar ist noch gefährlicher, so die Fahrer. Trotz der Anwesenheit von 70 000 Soldaten, sind die Taliban dieses Jahr näher nach Kabul gerückt und halten Gebiete außerhalb der Stadt, wie Maydan Shar, der Stadt der Wardak-Provinz, 20 Meilen südwestlich von Kabul. „Kabul ist empfindlich gegen Blockaden, weil es umgeben ist von Bergen und seine Lebensmittel über drei Straßen einführen muss, vom Norden, Südwesten und Osten. Die Briten haben während der Belagerung von Kabul 1841 dies erleben müssen. Dokumentiert ist dies von Lady Florentia Sale im: A Journal of the Disaster in Afghanistan. ‚Khojeh Meer sagt, dass er keinen Weizen mehr hat,‘ schrieb sie am 3. Dezember, 1841. ‚Er sagte auch, dass die Mollahs in allen Dörfern agitieren und die Leute mit einem Bann belegen, wenn sie mit den Briten zusammenarbeiten und dass die muslimische Bevölkerung wie ein Mann gegen uns ist.‘ Einen Monat später begannen die Briten sich aus Kabul zurückzuziehen.“

 

Je Opfer 2000 Dollar 22.08.08// Newsantiwar.com. Einen Tag nach dem US-Luftangriff in der Laghman-Provinz, bei dem mindestens 20 Zivilisten getötet wurden, fand ein noch größerer Vorfall in der Herat-Provinz statt. In einem US-Bericht hieß es gestern, dass 30 Militante eingeschlossen ein al-Qaida-Kommandeur, getötet wurden. Das afghanische Verteidigungsministerium berichtete, dass mehrere Häuser zerstört wurden und unter den Toten auch Zivilisten waren. Was US-Verantwortliche verneinten. Kurz Zeit später gab das Innenministerium eine Stellungnahme heraus, in der es hieß, dass 76 Menschen, alles Zivilisten, bei dem Angriff getötet wurden. Unter den Toten befanden sich sieben Männer, 19 Frauen und 50 Kinder unter 15 Jahren. Der Independent zitiert das Ratsmitglied, Saee Sharif, der sagte, dass die Opfer „einer Koranrezitation beiwohnten“, als das Bomben begann. Ein amerikanischer Kommandeur sagte, dass er beschämt sei und dass eine Kompensation gezahlt würde: für jede Familie, die ein Opfer zu beklagen hat 2000 Dollar.

 

Sarkozy in Afghanistan 20.08.08// The Independent.co.uk. Im Frühjahr gab der französische Präsident Nicolas Sarkozy bekannt, dass er Hunderte von weiteren Soldaten nach Afghanistan bringen wolle. Eine Entscheidung die extrem unpopulär war. Deshalb unterbrach er jetzt nach dem Anschlag auf die französischen Soldaten seinen Urlaub an der französischen Riviera und flog nach Kabul zu den Truppen. Es war die tödlichste Attacke auf franzöisches Militär seit dem Angriff in Beirut 1983, bei dem 58 Fallschirmspringer umkamen. Sarkozy meinte, dass Frankreich weiterhin die NATO-Aktion unterstützen werde.

 

Und er kandidiert doch! 20.08.08// AP . Präsident Hamid Karzai sagte, dass er bereit wäre nächstes Jahr anzutreten für eine Wiederwahl. Er hätte den Job noch nicht beendet. "So I have a job to do, a job to complete. In that sense, yes, I would like to run."

 

2007: 232 getötete ausländische Soldaten 19.08.08// The New York Times. Der Angriff auf die Franzosen nördlich von Kabul war der stärkste Verlust von ausländischen Soldaten seit der US-Invasion 2001. Vor dem Angriff wurden 173 ausländische Soldaten in Afghanistan getötet. Darunter 99 Amerikaner. 2007 wurden 232 ausländische Soldaten getötet. Die höchste Zahl seit Kriegsbeginn 2001. In der Ostprovinz Khost, wurde Camp Salerno angegriffen, drei Amerikaner wurden verwundet und sechs von den Afghan Special Forces.

 

Rückzug des afghanischen Militärs 16.08.08// dailytimes.com.pk. Soldaten der afghanischen Armee zogen sich, nach tagelangen Kämpfen mit den Taliban, aus einem entlegenen östlichen Bezirk von Ghazni zurück und überließen den Taliban das Feld. Zabihullah Mujahed, Sprecher der Taliban: „Die Regierungstruppen haben sich aus dem Bezirk Nawa zurückgezogen…der Distrikt befindet sich jetzt unter Kontrolle der Mujahedin.“.Der Sprecher des Innenministeriums, Zemarai Bashary, bestätigte dies, ohne jedoch Details preiszugeben. Der Stellvertreter des Provinzgouverneurs, Mohammed Kazim Allah Yar, sagte, dass es noch nicht bekannt sei, warum die Sicherheitskräfte sich zurückgezogen hätten. Laut afp hätte sich das Militär nach zwei wöchigen Kämpfen mit den Taliban auch aus Stützpunkten im Distrikt Nad Ali zurückgezogen (Provinz Helmand). Die Taliban erklärten ebenfalls, dass der Distrikt unter ihrer Kontrolle sei.

 

Verschwindet aber zahlt für die Schäden 02.08.08// Dailytimes.com.pk - Ittehad Ulema-e-Afghanistan, eine Organisation afghanischer Ulama (religiöse Gelehrte) und Flüchtlinge, haben die USA aufgefordert, ihre Niederlage in Afghanistan einzugestehen und die NATO-TRuppen aufzufordern sofort das land zu verlassen. Die Afghanen wären fähig, ihre Heimat selbst wieder aufzubauen. Sie übermittelten Bush drei Forderungen: Eingestehen der Niederlage, Rückzug der US- und alliierten Truppen und Zahlung einer Abfindung an die afghanische REgierung für das Töten von Tausenden von Menschen und das Zerstören ihrer Häuser und ihres Eigentums. „Lassen Sie die Afghanen frei und geben Sie ihnen die Möglichkeit ihr Land wieder aufzubauen“.

 

Juli 2008

Erster Gefangener in Guantanamo, der ein Militärverfahren bekommt 31.07.08// The New York Times. Ein geheimes Regierungsdokument, das dem Gericht (der erste Gefangene in Guantanamo, der vor ein Kriegsgericht kommt) vorgelegt wurde, bezeugt, dass der Gefangene während des Verhörs (er wurde von einem weiblichen Regierungsbeamten verhört) sexuell gedemütigt wurde. Dies trug sein Verteidiger vor. Der Gefangene ist Salim Hamdan. Der Anwalt Harry H. Schneider Jr. sagte vor Gericht, dass Mr. Hamdan „right on the money“ war, was seine Beschreibung der weiblichen Person, die ihn verhörte betrifft. Die Verhörspezialistin der US-Regierung hat physischen Kontakt mit Hamdan, in einer Art, die ein muslimischer Mann als unerträglich finden würde. Der Staatsanwalt meinte, dass es keine Beweise für Nötigung gebe. Staatsanwalt John Murphy: „It casts a sort of black cloud over the agents and those who work with detainees, and what’s been put forth doesn’t show it.”

 

Wer ist der Taliban? 20.07.08// yahoo.com (reuters). In Anar Dara, Farah Provinz, kämpften ausländische Truppen gegen afghanische Polizisten oder umgekehrt. Beide Seiten hätten sich gegenseitig für Taliban gehalten, so der stellvertretende Provinzgouverneur, Mohammad Younus Rasuli. Es wurden neun Polizisten getötet, vier weitere verwundet. Dies wird die Auffassung der Afghanen bestärken, dass sich die internationalen Truppen nicht darum kümmern, ob Unschuldige umkommen oder nicht. Bei einem Mörserangriff der ISAF im Barmal-Distrikt (Provinz Paktia) wurden vier afghanische Zivilisten getötet. Die ISAF „deeply regrets this accident“. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

 

Irans Aktivitäten in Herat 17.07.08// Bloomberg.com –“Die Flaggen des Iran, Afghanistans und und dem in Teheran und Afghanistan ansässigen Unternehmens Abad Rahan Pars Road & Construction Co. flattern über einem Arbeitscamp westlich von Heart.“ Im Stil eines Wüstenforts wird hier gebaut, soll Mashad im Iran mit Herat in Afghanistan (200 Meilen) verbunden werden. 2006 hat die gleiche Gesellschaft schon eine Autobahn gebaut und Elektrizitätsdrähte, die Irans Elektrizität nach Herat (350 000 Einwohner) bringen. „Jeden einzelnen Tag versucht Iran mehr Einfluss zu gewinnen, und wo Geld ist, da ist auch politische Macht“, sagt Masoued Sana, Direktor des Herat Chamber of Commerce's international relations. Zalmay Khalilzad (dem nachgesagt wird, dass er Ambitionen auf den Präsidentenposten in Kabul hat), zur Zeit US-Botschafter bei der UNO, sagte in einem Interview, dass wenn der Iran wegen seines Atomprogramms angegriffen wird, „könnte er uns (in Afghanistan) das Leben schwer machen." Auf jeden Fall haben Teherans Investitionen im Werte von 500 Mio. Dollar den USA geholfen den Einfluss der Taliban zu minimieren. Der Iran hat die Hälfte von Herats Straßen asphaltiert, Schulen gebaut, Kliniken und baut mit afghanischen Partnern an einem Industriegebiet. „Es sind nicht nur Investitionen, sondern auch Handel“, sagt Ali Shah Ahmedi, der Manager des Herater Tejarat Hotels. „Iranische Geschäftsleute sind immer (in meinem Hotel), sie verkaufen oder kaufen verschiedene Sachen, wie abgepackte Lebensmittel und Motorräder. Herat ist sauberer als Kabul, hat mehr Bäume und Parks und ist weniger gefährlich. Man sieht auch weniger Polizisten und Soldaten.

 

Angriff auf pakistanischen Grenzposten 16.07.08// Reuters North American News Service. Wiredispatch.com. Ein Luftangriff der US-Air Force am 10. Juni tötete 11 pakistanische Soldaten. Angeblich waren die Daten, die die Piloten erhalten hatten nicht vollständig, weil der Militärposten des pakistanischen Militärs an der afghanisch-pakistanischen Grenze nicht aufgeführt war. Diese Erkenntnisse, die noch nicht veröffentlicht wurden, führten zu weiteren Spannungen zwischen der USA und Pakistan. Die 11 toten Soldaten gehörten dem Paramilitärischen Grenzcorps an, die die USA eigentlich zu einer effektiven Counterinsurgency-Truppe ausbilden wollten.

 

Terrorliste 16.07.08//ACLU. Die Liste mit Terrorverdächtigen des amerikanischen Justizministeriums umfasst nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation "American Civil Liberties Union" (ACLU) inzwischen eine Million Namen. Jeden Monat kämen 20 000 neue Namen hinzu. ACLU: "Eine Million Namen auf eine Beobachtungsliste zu setzen garantiert, dass die Liste mehr Schaden anrichtet als Gutes tut". Auch Boliviens Präsident Evo Morales wird als Terrorverdächtiger geführt.

 

Gouverneur seines Postens enhoben 12.07.08// al-jazeera net. Tamim Nuristani, Gouverneur der Provinz Nuristan, wurde auf Anordnung von Präsident Karzai, kurze Zeit nach einem Interview mit al-Jazeera, von seinem Posten enthoben. Er hatte eine Aktion der US-Armee kritisiert und meinte, dass es zu weiteren Spannungen kommen würde, wenn Zivilisten erschossen würden. Ein Sprecher der US-geführten Koalition sagte, dass sie Militante verfolgt hätten, die eine Militärbasis angegriffen hätten. Dazu Nuristani: Dieser Vorfall war „unverzeihlich, weil (die USA) gewußt hätten…dass Zivilisten das Gebiet verließen.”

 

“Die NATO gewinnt Schlachten, aber nicht den Krieg“ 10.07.08// S. Neighbour. Die Koalitionskräfte scheinen jede Schlacht zu gewinnen, aber den Krieg zu verlieren. Die Internationale Gemeinschaft hat die afghanische Hauptstadt kolonisiert, es ist eine Stadt im Belagerungszustand. Man kann den ganzen Tag Taliban töten. Du tötest 20 000 – und es werden weitere 20 0000 folgen…Die kürzliche Show der neuen pakistanischen zivilen Regierung (das Bombardieren von Positionen der Militanten in den Stammesgebieten) ist nichts als eine Show. …(Eine ISAF Sprecherin wird zitiert) „Sie diente dazu, uns zu überzeugen, dass sie (die neu gewählte zivile Regierung) das Problem ernst nehmen. Es ist aber nichts als Rauch.“…Die Menschen verlieren ihr Vertrauen und das ist riskant. Ich meine (so, Saikal, afgh. Parlamentarier), dass die gesamte Integrität der NATO ein Risiko ist. Die Menschen beginnen sich zu überlegen, dass die NATO nicht viel bedeutet, wenn eine kleine Truppe wie die Taliban sie auf Trab hält.“ Ahmad Shah Amadzai, einer der politischen Aktivisten: „Die afghanische Regierung besitzt keine Autorität. Karzais Regierung ist eine Marionettenregierung. Sie hat keine Macht und präsentiert nur westliche Interessen.“ Er kritisierte, dass erst kürzlich 27 Zivilisten getötet worden seien, meist Frauen und Kinder, als die Luftwaffe eine Hochzeitsgesellschaft bombardierte…“

 

Der Unmut unter der Zivilbevölkerung wächst 09.07.08// Reuters North American News. Afghanen warnen davor, dass das verhalten der US-Armee, Militante jagen mit enormen Verlusten unter der Zivilbevölkerung, dazuführen könnte, dass sich die Menschen gegen sie erheben werden. Man schätzt, dass allein letztes Jahr 800 Zivilisten getötet wurden. Ein Parlamentarier meinte: „Sie sollten sich nicht wie die ehemalige SU verhalten.“

 

Juni 2008

Pentagon erlaubte Folter 18.06.08// international.jpost.com. Eine Medizinstudie über ehemalige US-GEfangene, die gerade von Ärzte für Menschenrechte und medizinischem Fachpersonal veröffentlicht wurde, untersucht 11 ehemalige Gefangene. Die Gruppe fand Anzeichen von Folter und Kriegsverbrechen seitens der USA. Sie klagte Gesundheitspersonal des US- Militärs an, weil es den Missbrauch der Gefangenen erlaubt hätte und ihnen medizinische Hilfe verweigert hätte. Außerdem hätten sie denen die die Verhöre durchführten medizinische Informationen gegeben, die diese benutzen konnten. An der Tagesordnunge waren wohl Elektroschocks, ein Gefangener wurde mit einem Stock vergewaltigt, ein weiterer musste Frauenunterwäsche tragen, sich nackt ausziehen und vor weiblichen Soldaten paradieren. Manche wurde bespuckt und auf sie uriniert. Dem Committee des Senats für Armed Services lagen Dokumente vor, die zeigten, dass Militäranwälte gewarnt haben, dass die nach 9/11 angewandten Methoden gegen Militärgesetze, US- und Internationale Gesetze verstoßen. Dies wurde aber von Pentagonanwälten ignoriert. 7 der Gefangenen waren in Abu Ghraib inhaftiert, 4 in Guantanamo. Alle 11 wurden ohne Anklage wieder freigelassen. Ein geheimes Dokument zeigt, dass das Pentagon und das Justizministerium für eine bestimmte Zeit erzwungene Nacktheit, Isolation, Schlafentzug und Erniedrigungen erlaubte. Sowohl in Guantanamo also auch in Abu Ghraib.

 

Mistreatment of the Quran 17.06.08// McClatchy Newspaper. Ehemalige Guantánamohäftlinge, die von McClatchy Newspaper in Jordanien, Russland, Kuwait, Pakistan und Afghanistan interview wurden, sagten aus, dass US-Soldaten und die Verhörspezialisten der USA in Bagram Air Base, Kandahar Airfield und Guantánamo den Koran in Eimer die als Latrine benutzt wurden geworfen hätten. Dies wäre in der Zeit zwischen 2001 und 2002 gewesen. Stories über die Behandlung des Korans wurden „von den Gefangenen oder Extremisten die Unruhe in den Zellenblocks stiften wollten oft wiederholt und übertrieben, jedoch es war nicht möglich die Wahrheit festzuhalten.“ Eine Untersuchung darüber 2005 hielt 9 Fälle fest, 5 davon bestätigten dies. Untersucht wurden nicht die Gefängnisse in Kandahar und Bagram. McClatchy legte dem Verteidigungsministerium 13 Fragen bezügl. Der Vorfälle vor. Der Bitte um Interviews wurde aber nicht stattgegeben. Der Sprecher des Pentagon, Col. Gary Keck, meinte dass es einige Fälle gegeben hätte. Danach verlangte er in einem Email, dass seine Äußerungen nicht für eine Veröffentlichung gedacht war: "My only concern here is that I have researched nothing specifically on the information we discussed, so if you need an on-the-record quote, I would have to try to determine the facts. I was speaking in general on the subject of detention operations, it is not my expertise. I would hate for you to use inaccurate information."

 

Ignoriert Vergewaltigungen! 16.06.08// thestar.com. Chaplain Jean Johns, vom kanadischen Militär, hatte erst kürzlich einen Soldaten beraten, der Zeuge einer Vergewaltigung wurde (ein afghanischer Soldat hatte einen Jungen vergewaltigt). Sie schrieb einen Bericht an den Kaplan der Brigade. Ihr wurde gesagt, dass die Soldaten aufgefordert wurden dies zu ignorieren. Eine Antwort auf ihren Bericht hatte sie nicht bekommen. Anscheinend haben einige kanadische Soldaten ähnliche Erfahrungen gemacht. Das Department of National Defence lawyers meinte in einer Stellungnahme, dass Kanada nicht verpflichtet ware dies zu untersuchen, weil keiner der Soldaten eine Beschwerde eingereicht hätte. Ein Offizier, der die Fälle kannte, meinte: "It's ridiculous, wir haben eine ethische und moralische Verantwortung dies zu verfolgen und nicht unsere Augen zu verschließen, denn dies würde uns mehr Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit der afghanischen Regierung bereiten“

 

Das IRK wurde abgelenkt und belogen 17.06.08// McClatchy Newspaper. Das US-Militär verheimlichte bestimmte Orte, wo "terrorverdächtige" Gefangene inhaftiert waren. Und tat alles, um das vor dem Internationalen Roten Kreuz geheim zu halten. "We may need to curb the harsher operations while ICRC is around. It is better not to expose them to any controversial techniques," so Lt. Col. Diane Beaver, eine Militäranwältin. “In der Vergangenheit, als das IRK großes Aufheben wegen einiger Gefangener machte, hat das DOD (Defense Department) sie weggebracht, damit das IRK von ihnen abgelenkt wird“, so Fredman vom CIA. Aus den Dokumenten geht allerdings nicht hervor, ob das Pentagon die Gefangenen an einen anderen Ort gebracht hat oder dem IRK nur gesagt hat, sie wären gar nicht mehr hier. Fredman, scheint selbst für härtere Techniken eingetreten zu sein, als diese die von „Military field guides“ autorisiert waren. „Wenn der Gefangene stirbt, dann hast du etwas falsch gemacht,“ sagte Fredman.

 

Folter im Bagramgefängnis 16.06.08// McClatchy Newspaper. US-Soldaten brachten die Gefangenen dazu rasierklingenscharfen Draht zu halten, der für Viehzäune benutzt wird. Sie traten die Gefangenen, knieten auf ihnen, prügelten sie bis zum Zusammenbruch. Sie wurden auf oft in kleinen Islolationszellen an Ketten aufgehängt. Dies berichteten ehemalige Soldaten und Häftlinge gegenüber McClatchy. Bagram sei ein Zentrum (seit 2001) in dem systematisch Brutaliät aangewandt würde. Ernsthaft bestraft wurde noch kein Soldat. McClatchy untersuchte die Lage der Gefangenen 8 Monate lang und stellte einen Missbrauch fest, der schon seit Jahren andauert.

 

Gefangenenbefreiung in Kandahar 14.06.08// New York Times online. Talibankämpfer stürmten in Kandahar das Sarposagefängnis. Sie sprengten die Mauern, töteten 15 Mann der Wachen und befreiten 1200 Gefangene, darunter mindestens 350 Talibanmitglieder. Ein Talibansprecher, Qari Yousuf Ahmadi, sagte, dass der Angriff von 30 Mann auf Motorrädern und zwei Selbstmordattentätern durchgeführt worden sei, so berichtete AP. 400 Mitglieder hätten sie befreit. Jetzt scheinen einige afghanische Politiker und auch NATO-Kader um ihre Sicherheit zu fürchten. „Kandahar ist Präsident Karzais Heimatstadt, die spirituelle Hauptstadt der Taliban und traditionell gesehen ist Kandahar die Stadt der afghanischen Herrscher und ihre Kontrolle durch die Regierung scheint Auswirkungen im ganzen Land zu haben.“ Präsident Karzai, der bereits unter Druck steht, – es hagelt Kritik von allen Seiten (auch die Geberkonferenz in Paris, die zwar 21 Mio. Dollar Hilfe versprach, aber mit Kritik nicht sparte), weil er die Korruption und Sicherheit nicht in den Griff bekommt. Präsident Karzai sagte, dass die Angreifer sich auf die politische Abteilung des Gefängnisses konzentriert hätten, in der die Taliban inhaftiert waren. Im Gefängnis befanden sich auch ungefähr 80 Frauen. Ungefähr 200 Gefangene wären von den Wachen wieder gefangengenommen worden. Dies konnte von Politikern in der Stadt nicht bestätigt werden, die meinten, dass selbst der letzte GEfangene verschwunden ware. Kanadische Truppen, die ihre Basis außerhalb Kandahars haben, rückten an alles alle schon verschwunden waren. Im Mai diesen Jahres waren 400 Gefangene in den Hungerstreik getreten. Sie protestierten gegen ihre lange Inhaftierung ohne Verfahren. Manche waren schon zwei Jahre im Gefängnis ohne ein Verfahren. Mehr als 40 Gefangene hatten sich aus Protest die Lippen zugenäht. 300 Frauen hatten vor dem Gefängnis demonstriert: sie sprachen von willkürlichen Verhaftungen ihrer Männer durch die NATO und US-Militär. Lokale Politiker hatten verhandelt, um den Protest zu beenden und hatten bessere Bedingungen und Gerechtigkeit verprochen. Die Gefangenenbefreiung scheint bei den lokalen Familien recht populär zu sein.

 

Wird Khalilzad Karzais Nachfolger? 08.06.08// The Independent. Zalmays Khalilzad, zur Zeit US-Botschafter bei der UNO, bereitet sich auf die Präsidentschaft in Kabul vor. Zwar wird Hamid Karzai wieder kandidieren, aber er ist doch extrem unbeliebt geworden. [wahrscheinlich ist er politisch auch verschlissen, auf jeden Fall scheint die USA keine Erwartungen mehr in ihn zu haben.

 

Politische Elite, ISAF und die Drogen 07.06.08// JungeWelt Wochendbeilage. Frage an Hanifullah Hanif: Es wird behauptet, die NATO bekämpfe die Drogenhändler. Auf der anderen Seite hört man immer wieder, daß der Bruder von Präsident Hamid Karsai einer der größten Drogenbarone ist. Was ist an den Vorwürfen dran? Nicht nur Ahmed Wali Karsai, sondern auch andere Minister, Gouverneure und Kommandanten sind direkt oder indirekt am Drogengeschäft beteiligt. Sie füllen mit den Gewinnen nicht nur ihre eigenen Taschen, sondern schmieren gemeinsam mit ihren westlichen Partnern damit auch die Kriegsmaschine. Man braucht sich nur all die neu entstehenden Paläste in Shirpoor nahe dem Kabuler Botschaftsviertel anzusehen. Sie gehören vorwiegend den Drogenbossen.Aber auch die ISAF, insbesondere die USA und Großbritannien, sind an diesem profitablen Geschäft beteiligt. Es sind ihre Hubschrauber, die die heiße Ladung außer Landes bringen. Die Opiumbauern selbst können sich oft nicht einmal eine einfache Busfahrt nach Kabul leisten, geschweige denn einen Drogentransport finanzieren. Wenn die Behauptung wahr wäre, die NATO kämpfe gegen den Drogenhandel, warum steigt der Export von Jahr zu Jahr? Unter der Herrschaft der Taliban 2001 sprach man von 185 Tonnen, heute sollen es an die 9000 sein.

 

Mai 2008

Rückeroberung eines Distrikts 30.05.08// wiredisptach.com. Afghanische Truppen wurden in den Distrikt Roshidan in der Gazniprovinz geschickt, aber der weit entfernte Distrikt war bereits unter der Kontrolle der Taliban. Zabiullah Mujahid, ein Talibansprecher sagte, dass sie Roshidan angegriffen hätten, acht Polizisten gefangengenommen hätten und den örtlichen Regierungsvertreter Ghulam Shah. Der abgelegene Distrikt liegt im südwesten von Kabul (65 ’Meilen von Kabul entfernt.

 

Koran als Zielscheibe 26.05.08// Reuters. Wiredispatch. Hunderte von Afghanen protestierten gegen die US-Soldaten, die den Koran als Zielscheibe benutzt hatten. Deswegen gab es in den letzten Wochen schon in allen Teilen Afghanistans sporadische Proteste. Der von Kugeln durchsiebte Koran wurde am 11. Mai in Bagdad gefunden. Die Polizei verhaftete Dutzende von Demonstranten, die die Hauptstraße in der Logar Provinz südlich von Kabul blockierten. Präsident Bush entschuldigte sich bei Premierminister Nuri al-Maliki und versprach die Bestrafung der Soldaten. Im Irak gab es keine Demonstrationen deswegen.

 

26.05.08// Reuters. Italien plant die Reduzierung ihrer Soldaten in Afghanistan (von 2400 auf 300) bis Ende des Jahres, so Verteidigungsnminister, Ignazio La Russa.

Die Taliban ändern ihre Taktik 26.05.08// Telegraph.co.uk - Die Taliban würden die irakischen Aufstandsstrategien übernehmen, so der Telegraph. Dies hätte man wie in einem Mikrokosmos in Taggab (40 Meilen nördlich von Kabul) sehen können, wo die Taliban als mögliche glaubwürdige Alternative zur fragilen US-gestützten Regierung in Kabul gesehen würden. Die Taliban würden in dieser Ära offen zum Jihad aufrufen. Sie greifen die NATO-Truppen nicht mehr frontal an, wie Anfang des Jahres; die Gewalt erreicht eine höhere Stufe, roadside bombings hat 34% zugenommen. Es gibt Berichte, wonach Talibankämpfer in verschiedene rurale Distrikte nördlich und östlich von Kabul eindringen. Sie versuchen die Beschwerden der Dörfler und die Illusionslosigkeit in diesen Gebieten auszunutzen. Neun Taliban Kommandeure operieren um Taggab, sie haben Verbindung zu lokalen Unterstützern der Hizb-e Islami, die darüber gespalten ist, ob man sich den Taliban anschließt oder nicht.

 

US-Gefängnis in Bagram Airbase 21.05.08// Worldblog.msnbc.msn.com. Die ersten Treffen von Familienmitgliedern und Gefangenen finden nicht face-to-face statt, sondern per Videokonferenz, die das US-Militär durch einen Kompromiss mit den Vertretern des Internationalen Roten Kreuzes zugelassen hat. Jede Familie darf nur 20 Minuten kommunizieren, nach so vielen Monaten, in manchen Fällen auch Jahren (des Nichtkommunizierens) ist das – so das Rote Kreuz – besser als nichts. Es drängt aber darauf, dass face-to-face Besuche stattfinden müssen. Seit das Programm im Januar begonnen hat, haben mehr als 600 Familien die Videokonferenz genutzt. Dutzende Familien würden im Büro des Roten Kreuzes in Kabul jeden Montag warten, bis sie an die Reihe kommen. Der Gefangene schreibt die Namen der Familienmitglieder, von denen er wünscht, dass sie nach Kabul kommen, um Kontakt aufzunehmen. Die USA prüfen die Namen, Freunde dürfen nicht teilnehmen. Im Bagram Gefängnis befinden sich zwischen 600 und 650 Gefangene. Es wurde 2002 in Betrieb genommen. Das Militär erlaubt nicht, dass Informationen nach außen kommen. Manche sind schon 5 Jahre ohne Anklage inhaftiert. Manche sind bei US-Überfällen inhaftiert worden, die auf geheimdienstlichen Falschinformationen beruhten, manche sind inhaftiert worden, auf Grundlage von Informationen, die von Clans oder Familien gegeben wurden, die schon jahrelang Fehden austragen. In einem Fall, wurde ein Dorfältester inhaftiert, der oft als Vermittler zwischen der lokalen Regierung und den Dorfleuten auftrat und Konflikte beilegte, oder über bestimme Dinge verhandelte. Eines Nachts wurde er vom US-Militär verhaftet. Die Familie weiß nicht warum. „Sie kamen mit ihren Hunden, drangen ins Haus ein und schossen, dann ließen sie die Hunde auf zwei meiner Schwestern los.” Die Verantwortlichen des US-Militärs weigern sich Stellungnahmen über den Status der Gefangenen abzugeben.

 

Neues Gefängnis in Bagram in Planung 17.05.08// Nytimes.com – In der Hauptbasis der US-Armee in Afghanistan soll das größte Gefängnis gebaut werden, es soll das derzeitige Gefängnis in der der Bagram Military Base, in dem ungefähr 630 Gefangene inhaftiert sind (in Guantanamo 270 Gef.) ersetzen. Die Bush-Regierung signalisierte, dass die USA sich aus den „Gefangenenangelegenheiten“ heraushalten wollen, die große Mehrheit der Gefangenen soll in „afghanische Gefangenschaft“, in einen US-finanzierten Sicherheitstrakt außerhalb Kabuls, der von afghanischen Soldaten bewacht wird. Wie aus offiziellen Stellen verlautbar ist, kann dieses Gefängnis nicht alle Gefangenen absorbieren, da man mit – bei anhaltenden Kämpfen mit den Taliban – weiteren Gefangenen rechnet. Das Gefängnis in Bagram, “Bagram Theater Internment Facility”, ist bekannt dafür, das Foltermethoden angewandt werden. 2002 starben 2 Gefangene an den Folgen der Misshandlung durch US-Soldaten. Das neue Gefängnis (Bagram-Gefängnis: als Gefängnis dient ein alter Hangar, aus der Besatzungszeit der Sowjets) soll ein modernes humanes (sic) Gefängnis werden, in dem 600 oder auch 1000 Gefangene Platz haben. Es soll 60 Mio. Dollar kosten. Schulräume zur Ausbildung und zur Diskussion sollen gebaut werden, in denen auch über Religion diskutiert werden soll.

 

Verhaftungen wegen des Anschlags auf Hamid Karzai 05.05.08// NYT. Afghanistans Verteidigungsminister, Abdul Rahim Wardak, bestätigte, dass ein Polizeioffizier die Waffen für die Gruppe besorgte, die ein Attentat auf Präsident Hamid Karzai verübte. Zwei Männer wurden verhaftet, die anscheinend motiviert waren durch Geldzahlungen. Afghanistans Geheimdienstchef, Amrullah Saleh, machte al-Qaida für diesen Anschlag verantwortlich. Er sagte, dass drei Männer Kontakt gehabt hätten zu Leuten außerhalb Afghnanistans, wie z.B. in Miram Shah, einer Stadt in der pakistanischen Stammesregion Waziristan, Hauptstützpunkt der Taliban.

 

Zerstörung oder nicht? 04.05.08// yahoo.com. Najibullah Harar, von der Abteilung Information und Kultur in der Provinz Bamian, sagte, dass bei der Sprengung einer Rakete die Umgebung des kleineren Buddha beschädigt worden wäre. Sie hätte die historische Wand um den kleineren Buddha zerstört. Captain Zac Prendergast, von der Einheit aus New Zealands, die der NATO untersteht, die dort eine Rakete sprengte, verneinte gegenüber Radio New Zealand, einen Schaden. Es wäre alles gut vorbereitet gewesen. Die Rakete wäre mit Sandsäcken bedeckt gewesen und der Krater nach der Explosion wäre nur klein gewesen. Die Taliban hatten die Buddhas 2001 zerstört.

 

April 2008

Einsatz von UD-Waffen? 30.04.08// BBC World Service. Die Ärzte in Afghanistan haben festgestellt, dass die Gesundheitsprobleme bei Kindern sich in den letzten 2 Jahren verdoppelt haben. Es wird vermutet, dass die USA 2001 Unranium Depleted (DU) Waffen eingesetzt haben. Eine kanadische Untersuchungsgruppe haben hohe Konzentrate von Uranium festgestellt. Die Ärzte in Kabul und Kandahar sind der Meinung, dass sich Missbildungen bei Geburten verdoppelt haben. Das UMRC, Uranium Medical Resarch Centre in Kanada, vermutet die Ursache bei DU. 2002 und 2003 hat das Zentrum Urin von Afghanen analysiert, in mancher Probe fand man Uraniumspuren, die 100 mal stärker waren als bei den Golfveteranen.

 

Karzai kritisiert US-Politik 27.04.08// observer.guardian.co.uk - Hamid Karzai hat die britischen und amerikanischen Truppen aufgefordert, Taliban-insurgents zu verhaften. Er sagte, dass ihre Operationen die Autorität der Regierung untergraben würde und deshalb conterproduktiv wären. Diese herbe Kritik machte Hamid Karzai in einem Interview mit der New York Times, das gestern veröffentlicht wurde. Westliche Diplomaten waren von der Kritik überrascht, aber auch davon, dass dies von den Briten und USA heruntergespielt wurde. Von einigen wird vermutet, dass Karzai, der nächstes Jahr zur Wiederwahl antritt, deshalb einen populistischen Standpunkt abgibt. Karzai führte die Kritik aus, indem er sagte, dass wenn die US-Truppen weiterhin Taliban und ihre Unterstützer verhaften (oder auch „verdächtige Talibanmitglieder“), fürchteten die Taliban verhaftet zu werden und übel behandelt zu werden. Diese würde sie davon abhalten die Waffen niederzulegen. „Wir müssen klar machen, dass wenn ein Talib nach Afghanistan kommt…er sicher sein muss von der „Koalititon“ nicht verhaftet zu werden.“ Bemühungen Taliban oder Sympathisanten zu gewinnen werden nicht von allen unterstützt. Wie eine Amnestie oder ein 'reconciliation programme' for insurgents aussehen soll, darüber ist die NATO gespalten. Die Briten sind der Meinung, dass es keine Verhandlungen geben darf. Um die radikal islamistische Bewegung zu schwächen, sollen “foot soldiers”, die von Stammesführern, religiösen Führern oder Ideologen von „hardcore“ Führern irregeleitet wurden, oder teilnehmen, wegen des guten Verdienstes, abgespalten werden. Karzai kritisierte auch die vielen zivilen Tote, die durch die Koalition verursacht werden. Obwohl die Kollateralschäden „substanziell“ abgenommen haben, gibt es immer noch Tote. Zwei Frauen und zwei Kinder wurden erst kürzlich bei einem Luftangriff der NATO-Truppen auf einen vermeintliche Talibanstützpunkt getötet. Seit 2001 starben ungefähr 9000 Zivilisten. Karzai: „Ich will die zivilen Opfer beenden…wie oft auch immer argumentiert wird, dass dies schwierig sei, akzeptiere ich dieses Argument nicht.“ Die Beziehungen zwischen Hamid Karzai und London wurden letzten Monat belastet, als sich Karzai weigerte Lord Paddy Ashdown, den favorisierten Kandidaten für den Posten als 'aid tsar' in Kabul zu akzeptieren (er soll die internationale Hilfe, die ins Land kommt, koordinieren).

 

Müde, oder was? 20.04.08// New York Times — Amerikanische Kommandeure in Afghanistan sind für eine Ausdehnung des Krieges, damit auch Angriffe in Pakistan durchgeführt werden können. Die Angriffe des pakistanischen Militärs gegen Militante in den Stammesgebieten, scheinen wohl eingeschlafen zu sein. Die pakistanische Regierung hat dem CIA zwar grünes Licht gegeben, gegen Araber und andere ausländische Aktivisten in den Stammesgebieten vorzugehen, aber hat auch den amerikanischen Operationen Restriktionen auferlegt.

 

Uranium Depleted Weapons 19.04.08// wiredispatch.com – Die afghanische Regierung plant eine Untersuchung über den Einsatz von “depleted Uranium”-Waffen bei der US-Invasion in Afghanistan 2001. Aufmerksam wurde man, weil sich Deformierungen bei Neugeborenen häufen, besonders in der Berggegend von Tora Bora, wo die heftigsten Bombardierungen der US-Luftwaffe stattfanden, weil sich dort angeblich Usama Ben Laden versteckte. Dazu nahm der Gesundheitsminister von Afghanistan, Faizullah Kakar, Stellung: „Wir haben beschlossen eine Untersuchung durchzuführen, wir werden in verschiedenen Gegenden, den Kriegsgebieten, Proben von Boden, Fels und Wasser nehmen und dann sehen ob es Deformierungen bei Babys gibt…dann können wir Ihnen sagen was los ist, bis jetzt ist es nur Spekulation.“ Von Reuters-Journalisten befragt, ob die USA ihnen über den Einsatz von UD-Waffen berichtet hätten, sagte Kakar: „Sie haben uns nicht gesagt, ob sie sie angewandt haben oder nicht. Aber meine Quelle sagt mir, dass sie zum Einsatz kamen.“

 

Atomwaffen für den Präventivkrieg?? 02.04.08// Junge Welt. Die NATO soll in Zukunft bei sogenannten Präventivangriffen Atomwaffen einsetzen, um andere Länder, wie z.B. den Iran, daran zu hindern, solche Waffen zu entwickeln. Diesen Wahnsinnsvorschlag präsentierten zu Jahresbeginn fünf ehemalige Topmilitärs. Sie waren von der Brüsseler Zentrale des imperialistischen Bündnisses beauftragt worden, einen Entwurf für ein neues strategisches Konzept auszuarbeiten. Mitte Januar dann hatten die ehemaligen Generalsstabschefs ihrer Länder, darunter der deutsche General a.D. Klaus Naumann, ihr »Manifest« zur Reform der atlantischen Allianz in Washington und in Brüssel vorgestellt. Darin rufen die bei den Regierenden ihrer Länder hochgeschätzten Autoren offen zum Einsatz von nuklearen Waffen auf. Zugleich sollen die politisch-militärischen Vorgaben hierfür aus Washington auf die NATO übertragen werden. Denn was die USA an »Präventivkriegen« zur Erlangung der Kontrolle über Rohstoffe oder des Zugangs zu Märkten praktizieren, das soll in Zukunft auch den europäischen NATO-Regierungen möglich sein…Auf Nachfrage bei der Presseabteilung der NATO in Brüssel erfuhr junge Welt nun, daß das Manifest nicht wie ursprünglich berichtet auf der Tagesordnung des NATO-Gipfels in Bukarest stehen wird. Aber angesichts des erheblichen politischen Drucks aus Washington und Berlin zur Verabschiedung eines neuen strategischen Konzeptes auf dem NATO-Gipfel 2009 scheint es eher aufgeschoben, denn aufgehoben.“

 

März 2008

Gegen Tanzarbietungen im TV 31.03.08// AP, wiredispatch.com. Afghanistans Parlament hat eine Resolution beschlossen, um Tanzdarbietungen und andere Praktiken, die als unislamisch eingestuft werden, zu verhindern. Einige Tage zuvor, hatte das Privatfernsehen Tolo TV Channel Tanzdarbietungen gezeigt, bei denen Männer und Frauen zusammen tanzten. Tolo TV ist das populärste Fernsehen Afghanistans. Es zeigt auch sehr viele indische Soapoperas. Zakia Zaki, die frühere Besitzerin von Tolo TV wurde letztes Jahr von Bewaffneten vor den Augen ihres 8 jährigen Sohnes erschossen. Shaima Rezayee, die eine Musikshow hatte, wurde 2005 erschossen. Der Besitzer von Tolo TV Saad Mohseni, meinte, dass es nichts anstößiges gegeben hätte. Mohseni meinte, dass es eine Talibanisierung der afghanischen Gesellschaft gebe.

 

Australien will keine Truppen mehr für Afghanistan bereitstellen 18.03.08// wiredispatch.com. Solange die NATO-Länder keine zusätzliche Truppen in den Süden Afghanistan senden wollen, wird auch Australien, das nicht Mitglied der NATO ist, keine zusätzlichen Truppen mehr bereitstellen, so Verteidigungsminister Joel Fitzgibbon. Für Afghanistan würde man eine neue road map des Erfolgs benötigen. Er wird im April auf dem NATO-Gipfel in Bukarest, Rumänien, sprechen. Australien hat in Afghanistan 1000 Mann stationiert.

 

Winning hearts and minds: Impossible 11.03.08// Wiredispatch.com. Im besetzten Irak und Afghanistan ist das “Gewinnen der Köpfe und Herzen” der Menschen unmöglich. So, der britische Armeekommandeur Lieutenant General Graeme Lamb. Der Kommandeur: „Es gibt natürlich Umstände, in denen wir das Vertrauen der Menschen vor Ort gewinnen, wo wir uns durchsetzen können mit der nationalen Führung, einen konstruktiven Dialog zu führen mit den religiösen Autoritäten, aber ich bezweifle, ob wir jemals in der Lage waren, ihre Herzen und Köpfe zu gewinnen.“ Die guten Intentionen werden konterkariert durch fundamentale kulturelle, religiöse und soziale Unterschiede. Eine zerstörte Gesellschaft zu gewinnen ist gefährlich und ein Wunschdenken. Dies sagte Lamb auf einer internationalen Sicherheitskonferenz in Stockholm. Das beste was eine BEsatzungsarmee erhoffen könnte, wäre das “Einverstandensein” der Menschen vor Ort. Aber dies würde nur funktionieren, wenn man ihnen das notwendigste bringen könnte: Wasser, Elektrizität, Gesundheitsversorgung, Bildung und Sicherheit. Unter den Menschen vor Ort wären einige die „uns brauchen, wenn auch nur für eine kurze Zeit, andere kommen uns entgegen, ebenfalls nur für eine kurze Zeit und wieder andere hassen uns, einfach für immer.“

 

Warlord Abdul Rashid Dostum 11.03.08// The Independent. Es gibt keinen kontroverseren unter den Warlords von Afghanistan wie Abdul Rashid Dostum. Ein Mann mit enormer Macht, großem Reichtum, sein Name steht für Verrat und Blutvergießen. General Dostum, who once ruled a northern swath of the country with an iron fist is now under siege, with an arrest warrant against him and stripped of his post as chief of staff to the army commander. Die Polizei versuchte ihn im Diplomatengebiet in Kabul “Wazir Akbar Khan” zu verhaften. Dabei kam es zum Kampf mit seinen bis an die Zähne bewaffneten Bodyguards. Die Polizei konnte jedoch vier Menschen (darunter Akbar Bai und sein Sohn. Bai – war noch vor kurzem ein Verbündeter Dostums), die er als Geiseln hielt, befreien, wenn auch schwer verwundet. Bai, von der turkmenischen Community, hatte Dostum eine Reihe krimineller Taten beschuldigt, u.a. die Ermordung von Gegner in der turkmenischen Community. Dostum und 70 seiner Leute, hatten Bai und seinen Sohn, die im gleichen Viertel wohnen, aus dem Haus geholt und wahrscheinlich gefoltert. Nach dem dies bekannt wurde, erklärte sich Dostum bereit, die Angelegenheit von dem Ältestenrat klären zu lassen. Sollte gegen ihn rechtlich vorgegangen werden, erbat er das Eingreifen des Präsidenten, Hamid Karzai. Bai hat formell Anklage gestellt. Der General (Dostum) hätte ein Verbrechen begangen und „muss bestraft werden, wenn es ein Gesetz und Demokratie in diesem Land gibt.“

 

Januar 2008

Karzai kritisiert das britische Militär 25.01.08// timesonline.co.uk – Heftige KRitik des Präsidenten am britischen Militär. Durch ihre Fehler hätte man einen Rückschlag von 18 Monaten in der Provinz Helmand erlitten. In einem Teil des Landes litten wir nach der Ankunft der Briten, so Karzai auf dem Davos Economic Forum. „Wir hatten vorher Helmand in der Hand, als unser Gouverneur noch da war.“ Dann wären die Briten gekommen und hätten gesagt: „Euer Gouverneur ist nicht gut.“ Dann hätten sie ihn abgesetzt. Beide, USA und GB, meinten, dass sie wüssten was sie tun. „Ich machte den Fehler und hörte auf sie…Dann kamen die Taliban.“ Der Fehler wäre gewesen, dass sie eine lokale Abmachung änderten ohne einen Ersatz zu haben. „Wir gruppierten die Polizeikräfte um, das war nicht gut..es waren dann zu wenig Sicherheitskräfte…Deshalb kamen die Taliban wieder herein. Erst nach 1 1/2 Jahren konnte Musa Qala zurückerobert werden. Die Briten haben noch nicht geantwortet. Sie haben immer öffentliche Kritik vermieden, weil Karzai die einzige glaubwürdige Person für den Westen ist.

 

“Ihr müsst hier raus“ 21.01.08// Timesonline.co.uk – Die Soldaten klopften um 8 Uhr morgens an die Tür. Die Afghanen waren schon mit ihrem Vieh zu Gange. Es waren ungefähr 50 Menschen in dem Haus, eine Großfamilie mit fünf Brüdern, Bauern, die seit Generationen dort arbeiteten und lebten. Der Warrant Officer Les Bering, ein dänischer Soldat, sagte ihnen, dass er schlechte Nachrichten bringe. „Sie müssen hier raus.“ Was die Menschen nicht wussten. Es gab einen britisch-dänischen Plan, Operation Donner, einen Stützpunkt im Talibankernland im Oberen Gereshk-Tal (Zentralhelmand) zu errichten. Und da wurde ihr Haus zur Basis für FOB Armadillo, eine neue Basis der NATO-Truppen. Deshalb mussten sie das Haus verlassen. Es gab eine Kompensationszahlung. Nach zweistündiger Verhandlung mit den Truppen, stimmten die Dänen zu und zahlten den Brüdern eine vierstellige Summe in Dollar. Dann gab es noch eine monatliche Miete. Trotzdem hinterließ dieses Ereignis bei den Soldaten einen bitteren Nachgeschmack. „Es ist kein highlight, ein 8jähriges Mädchen zu sehen, das aus dem Haus geht in den Januarregen, mit einer Wasserkanne in der einen Hand und einem Huhn in der anderen und das weiß, dass du irgendwie dafür verantwortlich bist“, so Captain Jamie Russel.

 

04.01.08// Aftonbladet. In einer schwedischen Bibliothek wurde ein USB memory stick mit wichtigen NATO Information gefunden. Darauf wurde sofort ein Treffen mit dem schwedischen Militärgeheimdienst, Sicherheitsdienst und dem Verteidigungsministerium einberufen. Gemäß der Tageszeitung Aftonbladet, enthielt der stick Material über die ISAF Truppen der NATO in Afghanistan, aber auch über die versuchte Ermordung des libanesischen Verteidigungsministers und der Ermordung von Sri Lankas Außenminister. Wie der stick in die Bibliothek kam, ist noch nicht klar.

/ Dezember 2007

Ausweisung von EU- und UN-Vertretern 27.12.07// timesonline.co.uk – UN- und EU-Vertreter haben versucht, die afghanische Regierung zu überzeugen ihre Entscheidung zur Ausweisung ihrer beiden Diplomaten rückgängig zu machen. Die Entscheidung wurde getätigt, nachdem Michael Semple, ein irischer EU-Vertreter mit extensiven Talibankontakten und Mervyn Patterson, Vertreter der UNO aus Nordirland, nach Musa Qala (Helmand Provinz) gereist waren um Verhandlungen mit den Taliban aufzunehmen. Beide Männer haben viele Jahre in Afghanistan gearbeitet und sprechen die fließend die örtlichen Sprachen. In Kabul wird gesagt, dass die Anschuldigung gegen die beiden gemacht wurden, als Präsident Karzai erfahren habe, dass die beiden einen deal mit den Taliban hinter seinem Rücken tätigen wollten.

 

Mit dem Latein am Ende? 19.12.07// KABUL (Reuters) – Präsident Hamid Karzai berichtet vom Fortschritt im Land: Schulen und Krankenhäuser würden gebaut, wirtschaftlich gehe es besser, bliebe nur das Problem mit den Extremisten. Vor 20 Jahren hätte Präsident Najibullah das auch gesagt. Nachdem Najibullah das 1987 gesagt hätte – zwei Jahre später hätten sich die russischen Truppen zurückziehen müssen. Diplomaten und Militärs fürchten, dass wenn keine neue Strategie gefunden würde, würden westliche Regierungen die Lust verlieren und ihre Truppen zurückholen. Ohne westliche Unterstützung würde die Karzai-Regierung nicht lange durchhalten. 38 Nationen der von der NATO geführten ISAF, International Security Assistance Force, wären sowieso durch Restriktionen gebunden (Schießen nur in Selbstverteidigung etc.). Die USA wollen 3500 mehr militärische Ausbilder, mehr Hubschrauber und mehr Bodentruppen, aber diese Bitte würde auf taube Ohren treffen.

 

Talibanüberfall 19.12.07// The.australien.news.com - 15 afghanische Wachmänner, die für eine US Firma (USPI) in der Farah-Provinz arbeiteten wurden bei einem Talibanüberfall getötet. Die Wachmänner begleiteten einen zivilen Konvoi zu der Militärbasis Bala Buluk. Die NATO und Verbündete haben 33000 Soldaten in Afghanistan. Dieses Jahr war seit der Vertreibung der Taliban 2001 das blutigste. In den ersten Monaten des Jahres 2007 wurden 77 Selbstmordattentate durchgeführt. Die letzten Monate waren es 140.

 

Deutsche Tornado-Jets an der Vorbereitung von »Targeted killings« beteiligt?17.12.07// Junge Welt - Deutsche Tornado-Aufklärungsflugzeuge liefern in Afghanistan möglicherweise wichtige Informationen für die gezielte Ermordung angeblicher Taliban-Führer. Darauf weist das Münchner Magazin Focus in seiner neuen Ausgabe hin. Darüber hinaus seien Bundeswehroffiziere in die ISAF-Stäbe eingebunden, in denen die Ziele für solche Tötungsaktionen festgelegt werden. Auf Anfrage des Magazins wollte sich das Bundesverteidigungsministerium nicht äußern, ob deutsche Tornado-Jets an der Vorbereitung von »Targeted killings«, wie die Liquidierungen in der Militärsprache genannt werden, oder an der Kontrolle der Ergebnisse derartiger Angriffe beteiligt sind. Focus zitiert einen Rechtsberater der deutschen ISAF-Truppen mit der Ansicht, daß schon die Beteiligung an der Zielauswahl juristisch problematisch sei, weil sich die NATO-Richtlinien »nicht mit deutschen Vorbehalten in Einklang bringen lassen«.

15.12.07// times online. Die Briten haben Musa Qala in der Helmand Provinz nach heftigen Kämpfen wieder zurückgewonnen. Es gilt nun die Menschen zu überzeugen, unter wem sie es besser haben: Unter den Taliban oder unter der afghanischen REgierung. Manche sagen, dass es ihnen egal ist, wer die Stadt in der Hand hat, die Hauptsache die Sicherheit wäre gewährleistet. Ahmad Nurzai, ein Ladenbesitzer, der Kekse und Früchte an die US- paratroopers verkauft, meinte: „Die Taliban sind arme Leute, sie haben nicht das Geld um einzukaufen. Ich kümmere mich nicht um Politik. Ich möchte nur ruhig leben.

11.12.07// Bbc Online. Die afghanische Regierung gibt bekannt, dass es falsch war zu sagen, dass man während der Kämpfe um Musa Qala zwei Talibankommandeure festgenommen hätte, nämlich Mullah Matin und Mullah Rahim, zwei bekannte Talibankommandeure in der Helmandprovinz. Man hätte die Identitäten verwechselt. In der Operation wären keine Taliban umgekommen. Inzwischen wurde – nach amerikanischen und britischen Berichten – Musa Qala eingenommen. Lokale Bewohner erzählten, dass die Verluste der britischen und US-Truppen weitaus höher seien, als angegeben wurde.

November 2007

28.11.07// Xinhua. Die Koalitionstruppen unter Führung der USA haben bei einem Luftangriff 12 Arbeiter einer Baugesellschaft getötet un d zwei verletzt. Dies machte der Gouverneur von Nuristan, Tamim Nuristani, bekannt.

24.11.07// Junge Welt . Allein in diesem Jahr stieg die Herstellung des harten Stoffs in Afghanistan um 34 Prozent – eine Verdoppelung seit 2005. Nach dem jüngst in Kabul vorgelegten Bericht der UNO-Anti-Drogenbehörde für Europa, West- und Zentralasien (ONUDC) wurden 2007 vor allem in den Grenzregionen zu Pakistan und zu Iran rund 8200 Tonnen Opium angebaut, was etwa 90 Prozent des weltweit hergestellten Opiums entspricht. »Diese enorme Menge wird eine Flutwelle in der Region auslösen, und es ist notwendig, darauf zu reagieren«, kommentierte ein Sprecher der Vereinten Nationen die Fakten eher hilflos.

Es ist ein Unterschied ob Zivilisten von der NATO oder von den Taliban getötet werden 22.11.07// BBC ohnline –Die UNO drückte ihre Besorgnis aus, weil die internationalen Kräfte sehr viele Zivilisten töten. Jan die Hoop Scheffer, NATO-Generalsekretär meinte, man müsse zu Hause die Herzen und Köpfe gewinnen, um mehr Truppen nach Afghanistan zu schicken. Für Präsident Karzai geht es mehr darum die Herzen und Köpfe der Afghanen zu gewinnen. Karzai steht unter Druck, er kennt die Lage der Leute. Erst vor kurzem fand ein organisierter Protest in der Helmand Provinz statt. Scheffer sagt: Die NATO hätte ihre Taktik geändert, damit es weniger Verluste unter der Zivilbevölkerung gibt. Scheffer meinte, dass man die durch die Taliban getöteten Zivilisten und die von der NATO getöteten moralisch nicht gleichsetzen könne.

 

22.11.07// The Guardain – Die Taliban sind zu 54% in Afghanistan present und das Land ist in Gefahr wieder in die Hände der Taliban zu fallen. Der Senlis Council Bericht warnt, dass der Aufstand einen signifikanten Betrag an psychologischer Kontrolle ausübt, die mehr und mehr in den Köpfen der Bevölkerung an politischer Legitimität gewinnt. Die Afghanen hätten eine lange Geschichte mit wechselnden Allianzen und Regimewechsel. Die Frontlinie würde immer näher auf Kabul zurücken. Eine Warnung, die auch von der UNO bestätigt wird, die sagt, dass immer mehr Teile des Landes zu einer "no go" Ära werden.

22.11.07// www.voanews.com – Hamid Karzai sagte, dass immer mehr Talibanführer versuchen mit der Regierung Kontakt aufzunehmen, um Frieden zu schließen. Er hätte letzte Woche in Pakistan mindestens fünf wichtige Treffen mit deren Führern gehabt, die wieder nach Afghanistan zurück wollten. Es wären allerdings alles individuelle Treffen gewesen, ohne Autorisierung der Gesamtführung der Taliban.

22.11.07// AFP — Die Behörden wollen alle privaten Sicherheitsfirmen, die im Land operieren, schließen. Das Büro des Präsidenten gab bekannt, dass viele illegal operieren würden. Neun Firmen, die keine Lizenz hatten wurden bereits geschlossen. Nur die Regierung hat gemäß der Verfassung das Recht Waffen zu besitzen und zu handhaben. Deshalb sind private Gesellschaften gegen die Verfassung, so Siamak Hirawi, Präsidentensprecher.

.Sie haben Bierhallen und Nachtclubs und behindern die Operation Desert Eagle. .

18.11.07// The Sunday Times. Deutsche Helikopterpiloten, die die NATO Bodentruppen medizinisch unterstützten, fliegen von ihren Stellungen vormittags, dass sie bei Sonnenuntergang zurück sind. Sie „weigern sich im Dunkeln zu fliegen, dies behindert die Operation Desert Eagle, eine allierte Offensive mit 500 NATO Truppen plus 1000 afghanischen Soldaten und Polizisten. Obwohl Deutschland 3200 Truppen nach Afghanistan geschickt hat, haben sie ganz strikte Regeln unter denen ihr Engagement steht. Sie verbringen die meiste Zeit in einem großen Camp in Mazar-e Sharif, das mit einer Bierhalle und einem Nachtclubs ausgestattet ist. Eine Basis befindet sich auch in Kunduz... Ein Norwegischer Offizier, der den ganzen Tag in Kämpfen mit mehr als 40 Taliban bei Jari Siya in Badghis verwicklet war, sagte: Es ist hoffnungslos. Wir greifen die bad guys an, dann um 3 oder 4 Uhr fliegen die Hubschrauber zurück... .

17.11.07// Thestar.com - Die NATO lehnt separate NATO-Gefängnisse für Kriegsgefangene, um sie vor Folter zu schützen, ab. Dass die Kanadier Gefangene an afghanische Gefängnisse übergeben wurde von Amnesty International kritisiert. Der kanadische MP Denis Coderre, sagte dass Dokumente beweisen würden, dass Kanada die Genfer Konvention verletzt und „dass diese Transfers gestoppt werden müssen, die Gefangenen zurückgebracht und diese Konvention respektiert werden muss.

17.11.07// AP – Bis zu zwei Drittel der getöteten 77 Menschen und 100 Verwundeten bei einem Selbstmordanschlag wurden von in Panik geratenen Bodyguards der Politiker erschossen oder verletzt. Sie feuerten in eine Menge, von denen die meisten Schülerinnen und Schüler waren. Das afghanische Innenministerium gab bekannt, dass nur eine geringe Anzahl der Opfer durch Gewehrschüsse getötet worden sei. Aber ein Politiker der Baghlan Provinz sagte gegenüber AP, dass die Bodyguards “were raining Bullets on the crowd”. Ein Arzt, der die Verwundeten behandelte, sagte, dass er von Regierungsverantwortlichen Anweisungen bekommen habe, die Anzahl der durch Gewehrschüsse Getöteten nicht bekannt zu geben. Unter den Toten befanden sich 61 Schüler und fünf Lehrer, so ein Berater (Hamid Almi) des Bildungsministeriums. Auch sieben Parlamentarier und fünf Bodyguards wären umgekommen.

Oktober 2007

07.10.07// scotlandonsunday.scotsman.com – Letzten Monat gab der US Verteidigungsminister Robert Gates grünes Licht (d.h. 40 Mio. Dollar) für die Expansion eines Programmes: Gesucht werden Anthropologen und Sozialwissenschaftler für die 26 US Kampfbrigaden im Irak und Afghanistan für den Kampf gegen die Taliban und andere. Letzten Monat wurden 5 Teams für das Bagdadgebiet zusammengestellt. Aber…. es scheint Kritik zu geben (unter den Wissenschaftlern) gegen diese Politik. Vom Missbrauch der Sozialwissenschaften für Counterinsurgency Operationen ist die Rede. Es ist auch die Rede von “Söldneranthropologie” und Ausnutzung der Sozialwissenschaft für politische Zwecke. Man fürchtet, dass die Wissenschaftler, die für das Militär arbeiteten, die ganze Wissenschaft in Verruf bringen könnten. Es gibt einen Aufruf von Anthropologen, die ihre Kollegen auffordern, dies zu boykottieren. Die Armee scheint begeistert von der Idee: ein Offizier sagte, dass die Ratschläge der Wissenschaftler brilliant wären und ihnen helfen würde, die ganze Sache aus afghanischer Perspektive zu sehen.

September 2007

29.09.07// The Guardian. Die Taliban könnten in Südafghanistan das von den Briten gehaltene Gebiet wieder zurückerobern, warnte gestern der NATO-Kommandeur Dan McNeill. Die Briten hätten zwar Erfolg gehabt in den Helmand Provinz, aber sie hätten jetzt Schwierigkeiten. Dieses Jahr haben die Briten bereits 35 Tote zu verzeichnen. Die Truppen sollen auf 7700 (das Doppelte) aufgestockt werden.

25.09.07// NYT – KABUL. Das Parlament hatte im Mai mit überwältigender Mehrheit (wegen Imkompetenz) den Präsidenten aufgefordert, den Außenminister, Rangeen Dadfar Spanta, seines Postens zu entheben. Was nicht passierte, weil Spanta die Rückendeckung von Hamid Karzai hat. Jetzt haben die Gegner von Karzai damit gedroht, das Parlament zu boykottieren, bis Spanta von seinem Posten entfernt wird. Mehr als 50 Abgeordnete, die meisten sind Mitglieder einer neuen oppositionellen Koalition, haben mit Rücktritt gedroht. Es ist ernst, meinte Wadir Safi, von der Rechtsfakultät der Universität Kabul, „es ist gefährlich für die Regierung und für die Nation.“

18.09.07// Reuters – Präsident Karzai hat Kanada gebeten, ihre Truppen nicht zurückzuziehen, sondern zu warten bis ihre Mission 2009 zu Ende ist. Das würde sonst nur den Taliban helfen. Kanada hat 2500 Soldaten in Afghanistan. 70 sind bis jetzt umgekommen. Die meisten von ihnen durch Bomben, die an der Straße plaiert waren, in der Nähe ihres Stützpunktes bei Kandahar. Oppositionsparteien in Kanada sind der Meinung, dass die Truppen eh schon viel zu lange dort sind und die Taliban bekämpft hätten. Stattdessen würde man den Wiederaufbau des Landes ignorieren.

12.09.07// AFP – Der UN-Gesandte für Afghanistan, Tom Koenigs, kritisierte die eingeschränkte Rolle der Bundeswehr. “Ich meine, dass die hier stationierte Bundeswehr die Polizei im Kampf gegen Drogen und Drogenlabore unterstützten und nicht sagen sollte ‚Damit haben wir nichts zu tun’." Königs schwärmte von dem ausgezeichneten Polizeichef von Badakshan, der im Kampf gegen die Drogen keine Unterstützung hätte. Weiterhin sagte Königs: „Die Taliban haben viele Facetten, man sollte sie nicht in einen Topf werfen.“

11.09.07// AP - Ein Talibansprecher gibt bekannt, dass die USA und andere militärische Kräfte Afghanistan verlassen müssten, bevor sie bereit wären mit Friedensgesprächen zu beginnen. Qari Yousef Ahmadi gegenüber AP: Wenn die Regierung ein formales Angebot machen würden, wären sie bereit für ein Treffen. „Wir werden unseren Jihad gegen die USA und ihre Verbündete fortführen, bis sie das Land verlassen…erst dann werden die Taliban bereit sein für Verhandlungen.“

07.09.07// Timesonline.co.uk – GB riskiert in der Außenpolitik eine neue Auseinandersetzung mit den USA, weil frei geäußert wurde, dass die Bushregierung in Afghanistan “Schlachten gewinnt, aber den Krieg verliert.” Gordon Brown und David Miliband, Außenminister, fürchten, dass die USA so auf den Irak fixiert ist, und die wirkliche Front des – wie sie es nennen – Kriegs gegen den Terror aus den Augen verlieren. GB ist auch gegen das Besprühen von Opiumfeldern mit Chemikalien und die Bombardierung von afghanischen Dörfern, das die britische Strategie der „Gewinnung von Herzen und Köpfen“ unterminiert.

07.09.07// CSM. Shabak Valley, Afghanistan – Wie weit ist man gekommen, mit der Counterinsurgency Strategie der US-ARmee? Im Shabak-Tal gibt es eine uniformierte Anthropologin, die mit der Armee arbeitet. Sie ist Teil des Human Terrain Team (HHT) – das erste in dieser Art – und spricht mit Hunderten von afghanischen Männern und Frauen, um zu lernen, wie sie denken und was sie benötigen. Eine Entdeckung hat sie bereits gemacht, die dazu beitragen könnte, dass die Taliban in diesen Tälern keine jungen Männer mehr rekrutieren: Das Gebiet hat eine Überzahl von Witwen und ihre Söhne die sie schützen müssen, sind so enger an das Haus gebunden. Aber Jobs gibt es nicht viel. Jetzt, arbeitet das HHT daran, dass die Frauen Textilien und Decken herstellen, damit ihre Söhne frei sind, um Arbeit zu finden. Dies ist also die neue Art der „smarter counterinsurgency“, die unter dem Namen "Operation Khyber" am 22. August begonnen hat.

August 2007

30.08.07// ynetnews.com/ Die israelische Firma TeraPro wird auf dem Flughafen von Kabul hervorragende Schutzvorrichtungen installieren, weil der Flughafen nicht vor Raketen- und Autobombenangriffe geschützt ist. Die Firma soll auch eine Mauer, die resistent ist gegen Bombenanschläge, um den Flughafen bauen. Die USA wollten, dass die TeraPro Ingenieure nach Afghanistan kommen, um die Installation zu überwachen, das wurde abgelehnt. Beide Seiten stimmten überein, dass Nichtisraelis, Repräsentanten der Firma das Projekt überwachen. Alle hebräischen Inschriften/Aufschriften der TeraPro Produkte werden entfernt, bevor sie über Jordanien nach Afghanistan transportiert werden. TeraPro arbeitet auch mit der US-Armee im IRak zusammen. Auch in Jemen bestehen neuerdings gute Aussichten für die Firma.

25.08.07// New York Times. Das US-Counternarcotics program im Werte von 600 Mio. Dollar hat bisher kein Ergebnis gezeigt. Der US-BOtschafter, William B. Wood, “Ich denke, dass wir einen neue Strategie finden müssen.” Er hält das Besprühen der Mohnernte mit Herbiziden für eine Möglichkeit. Afghanen und Britten haben das abgelehnt, weil es die Bauern in die Arme der Taliban treibt. Im Norden scheint der Anbau zurückgegangen zu sein, aber im Süden, wo sich die meisten Taliban befinden, sei er angestiegen. In den von den Taliban kontrollierten Gebieten, haben Händler mehr Labore für die Herstellung von Heroin errrichtet. In Helmand z.B. gab es 30 Labore, jetzt 50.

24.08.07// abcnews – Abdul Bari Atwan, chefredaktuer von al-Quds al-Araby, interviewte Usama ben Laden 1996 in den Bergen von Afghanistan. ABC TV's Lateline interviewte Atwan. Atwan: “Es scheint so, als ob Usama ben Laden eine Langzeitstrategie hatte.“ Weil der die USA nicht in ihrem eigenen Land bekämpfen konnte, versuchte er sie zu provozieren, dass sie in den Mittleren Osten, in die muslimische Welt, kommen. „Es scheint als ob die Invasion seinen Wunsch erfüllt hat. Deshalb verlieren die USA im Irak, finanziell und auf menschlicher Basis, und selbst ihre Verbündeten, eingeschlossen Australien, verlieren die Geduld, verlieren Geld, verlieren Leute und verlieren ihre Reputation in diesem Teil der Welt.“

24.08.07// yahoo.news. Kabul – Drei britische Soldaten wurde von einer von einem US-Flugzeug abgeworfenen Bombe, getötet. Eigentlich sollten sie die britischen Soldaten bei ihrem Kampf gegen die Taliban unterstützten. „Die Jungs waren letzte Nacht auf einer Routinepatrouille nordwestlich von Kajaki“, sagte ein britischer Militärsprecher in Helmand. Da sie angegriffen worden seien, hätten sie um Luftunterstützung nachgefragt, die dann von zwei US F-15 Jägern kam.

23.08.07// http://blog.wired.com/defense/2007/08/superbombs-spre.html - Die EFPs, Explosively-Formed Penetrator Waffen, die die Aufständischen im Irak benutzen, werden auch in Afghanistan benutzt. Col. Tom Kelly, chief of ISAF Counter-Explosives Operations': "We don't see Afghanistan and Iraq are associated on the improvised explosive devices (IEDs). We think Afghanistan and IEDs seen in Afghanistan really have their own unique signature."

23.08.07//http://rawstory.com/news/2007/British_Army_deploys_new_weapon_based_0823.html - Die britischen Soldaten bekommen in Afghanistan eine neue Superwaffe. Die Technologie dieser Waffe basiert auf "thermobaric" Prinzipien, die Hitze und Druck benutzen um Menschen zu töten. Sie sterben, weil die Luft aus ihren Lungen gesaugt wird und innere Organe zerstört werden. Dem Guardian wurde gesagt, dass die neue Waffe effektiver sei, weil der SChaden in dem Gebiet gering wäre.

19.08.07// AFP – Als die Taliban bezüglich der Koreageiseln sich an Journalisten wandten, war das die erste Pressekonferenz der Miliz seit fünf Jahren. Das ging durch die Medien und um die Welt. Die Bilder zeigten Mitglieder der Taliban, die von den USA gejagt werden, die auf der Straße mit Journalisten sprachen. Regierungsbeamte in Ghazni waren so wütend, dass sie Fotographen und Journalisten daran hinderten ihr Hotel zu verlassen oder ihnen mit Verhaftung drohten. Die Taliban zeigten Videos mit den Geiseln, organisierten Interviews mit einem Südkoreaaner und einem Deutschen. Dies half ihnen Druck auf die Regierung auszuüben. Die Taliban haben ihr Medienarsenal erweitert. Journalisten werden angerufen, Textbotschaften erstellt, DVD mit Jihad-Aktionen gehören dazu. Ironischerweise kommt dies ausgerechnet von einer Bewegung, die das Fernsehn, Fotos, Videos und das Internet verbannt hat.

15.08.07// AP – Die Selbstmordrate unter den US-Soldaten ist so hoch wie seit 26 Jahren nicht mehr, was – laut einem neuen Armeebericht – zu tun hat mit den Einsätzen in Afghanistan und Irak. Laut dem Bericht gab es 2006 99 bestätigte Selbstmorde unter aktiven Soldaten. 28 Soldaten nahmen an zwei Kriegen teil und 71 nicht.

08.08.07// Sangin, Südafghanistand, Helmandprovinz. Ein britischer Kommandeur in Südafghanistan forderte die Spezialtruppen der US-Armee auf, sein Operationsgebiet zu verlassen wegen der hohen Zahl der zivilen Opfer, die ihre Einsätze verursachen. Er könne deshalb unter der dortigen Bevölkerung kaum Fuß fassen. Andere britische Offiziere in der gleichen Provinz, die nicht wollten, daß ihr Name erwähnt wird, kritisierten die US-Armee wegen ihrer rücksichtslosen Bombardierung, die eine hohe Zahl an zivilen Opfer fordert. Durch den extensiven Einsatz ihrer Luftwaffe würde sich die Stimmung der Menschen gegen die ausländischen Truppen wenden und nicht gegen die Taliban. Ein Sprecher der US-Streitkräfte verneinte, dass es je eine Aufforderung an die Amerikaner gegeben hätte, das Gebiet zu verlassen (weder schriftlich noch mündlich), auch hätte ihr Einsatz nicht die meisten Opfer verursacht. Dies läßt auf starke Meinungsverschiedenheiten innerhalb der NATO und US-Armee bezüglich der Taktik des Kampfes gegen die Taliban schließen.

04.08.07// yahoo.com - Afghanistan hat dieses Jahr wieder eine Mohnrekordernte. Dies festigt seinen Status als der einziger und größter Heroinlieferant. Die USA will mit allen Mitteln dagegen vorgehen. Am Wochenende wird Präsident Bush Gespräche mit Präsident Hamid Karzai führen. Die USA und ihre NATO-Verbündeten wollen ein Counterdrogen-Programm in der Höhe von 475 Mio. Dollar anleiern. Man vermutet eine zunehmende Verbindung zwischen Drogen und Taliban. Laut UNO ist die Mohnproduktion gegenüber dem Vorjahr um 15% gesteigen, das wären 95% der Welternte. Die Antidrogen-Vorschläge der USA treffen auf Widerstand, Millionen Dollar sind vorgesehen für die Zerstörung der Mohnfelder, Verhaftung und Bestrafung von Drogendealern und von korrupten Beamten und für eine alternative Produktion. Der Erfolg wird angezweifelt.

Juli 2007

27.07.07// edmontonsun.com/News/Canada — Der kanadische Kommandeur, Brig.-Gen. Guy Laroche sagte, daß es schwierig wäre in diesem Konflikt die Todesrate der kanadischen Soldaten zu stoppen. Laroche ist gerade angekommen und löst Brig.-Gen. Tim Grant ab, der neun Monate in Afghanistan war. Dies kam bei Politikern nicht gut an. Premierminister Stephen Harper sagte, daß seine Regierung die toten Soldaten nicht auf die leichte Schulter nehmen würde, aber dies würde nichts daran ändern, daß sie an den Operationen bis 2009 teilnehmen würden. 66 kanadische Soldaten sind seit 2002 in Afghanistan gestorben.

27.07.07// Reuters – Dutzende von Zivilisten, Frauen und Kinder sind bei einem Luftangriff der NATO in Südafghanistan getötet worden. Im Girishk Distrikt der Provinz Helmand wurden über 50 Zivilisten getötet, dies berichteten Einwohner der Presse. Es hätte ein Kampf gegeben zwischen Taliban und NATO-Truppen, aber getötet wurden die meisten bei dem NATO-Bombardement. Der Distriktchef von Girishk, Manaf Khan, sagte, daß heftige Kämpfe zwischen den Taliban und der NATO stattgefunden hätten. Die Zivilisten wären vor den Bomben der NATO geflohen, dabei wären 27 oder 28 getötet worden. Über die Verwundeten hatte er keine Informationen. Die Briten sagten es hätte Kämpfe gegeben aber von diesen Ereignissen hätten sie keine Kenntnisse. Der zweite Angriff traf zwei Häuser im Uruzgan, Char Cheno Distrikt. Dabei wurden 15 Zivilisten getötet, so berichteten mehrere Dorfbewohner den Journalsiten von Reuter.

23.07.07// Afghanistans ehemaliger König, Zahir Schah, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Er herrschte seit 1933 in Afghanistan, wurde 1973 abgesetzt und lebte im Exil in Italien. 2002 kehrte er zurück. Die Loya Jirga gab ihm den Ehrentitel „Vater der Nation“.

19.07.07// www.democracynow.org/ Der al-Jazeera Kameramann Sami al-Hajj ist im Guantanamogefängnis, ohne Anklage. Dort ist je jetzt bereits 5 ½ Jahre. Der AP Fotograph Bilal Husain war über ein Jahr lang in einem irakischen Gefängnis inhaftiert. Die US-Behörden haben bisher nichts belastendes veröffentlicht. Der BBC-Reporter Alan Johnston war 114 nach einem kidnapping inhaftiert. Der Fall war in aller Munde, die ganze Welt hat Anteil genommen und die Freilassung gefordert. Sämtiche Menschenrechtsorganisationen waren aktiv. Der inhaftierte Sami al-Hajj lies Johnston über seinen ANwalt eine Botschaft zukommen: “Die USA hat mich gekidnappt und jahrelang inhaftiert, aber dies ist keine Lektion die Muslime kopieren sollten.” Sami al-Hajj ist Sudanese, er arbeitete als Kameramann für al-Jazeera, am 15. Dezember 2001 wurde er in einer pakistanischen Stadt an der afghanischen Grenze festgenommen. Dann wurde er in US-Haft genommen in der Bagram Air Base. Sechs Monate später wurde er nach Guantanamo geflogen. Jetzt erscheint ein Artikel als cover story im Columbia Journalism Review. Der Artikel ist von Rachel Morris, eine der Herausgeberinenen von Washington Monthly, und heißt: „Prisoner 345: Was passierte mit Sami al-Hajj von al-Jezeera.

18.07.07// Reuters. Eine detaillierte Studie des britischen Parlaments zeigt, daß die Taliban zunehmend starker werden. Der Bericht vom House of Commons Defense Committee, weist auf einige wichtige Punkte hin: zu wenig AUsbildung für die afghanische Polizei und das Militär, eine unklare Politik der Ausrottung der Mohnernte. Die Briten haben 7100 Soldaten in Afghanistan. In dem Bericht heißte es auch: „Wir sind tief besorgt, daß sich einige NATO-Länder weigern Truppen für die ISAF bereitzustellen. Das untergräbt die Glaubwürdigkeit der NATO und der ISAF Operationen. So heißt es in dem 65 seitigen Bericht. Ein NATO-Sprecher meinte, daß der Generalsekretär der Allianz, Jaap de Hoop Scheffer, diese These als falsch zurückweise.

18.07.07// Abdul Sattar Murad, Gouverneur der PRovinz Kapisa, warnte vor dem Machtvakuum das die Taliban und al-Qaida in bestimmten Gebieten ausnutzen. Er kritisierte die Regierung von Hamid Karzai, weil sie ihre Versprechungen nicht eingehalten hätte. Drei Tage später wurde er von Karzai entlassen. Offiziell heißt es, er sei incompetent. Er hätte nicht dem Volk von Kapisa gedient, sagte der Innenminister. Er hättet auch die NATO irregeführt, wegen der Luftschläge auf seine Provinz. Die NATO äußerte sich nicht dazu. US Militär bezeichneten Murad als einen fähigen Politiker.

07.07.07// NYT. Der Chef des Stammesrates in der Farahprovinz, sagte, daß 108 Zivilisten bei einem NATO-Luftangriff gestern getötet wurden. Der NATO-Sprecher verneinte dies. In einem Telefoninterview sagte der Stammeschef, Hajji Khudai Rahm, daß „NATO-Soldaten mit Soldaten der afghanischen Nationalarmee und der nationalen Polizei in das Dorf Shewan kamen. Sie sagten uns, daß sie für die Durchsuchung drei oder vier Stunden benötigten. Als wir noch redeten begann der Kampf, 20 Häuser wurden zerstört durch Flugzeugbomben….Wir zählten 108 Tote, Frauen und Kinder eingeschlossen…14 lokale Polizisten befanden sich unter den Toten. Zur Zeit ist es ruhig, aber die Leute graben im Schutt nach Toten.“ Maj. John Thomas, Sprecher der NATO, sagte, daß die Allianz Luftbombardements in Farah und Kunar für die besagte Zeit befohlen habe.

06.07.07// rawstory.com – Unabhängigen Quellen zu Folge sind NATO- und US-Truppen verantwortlich für mehr zivile Tote in der ersten Hälfte diesen Jahres, als die militanten Taliban. Ungefähr 600 afghanische Zivilisten sind dieses Jahr getötet worden. Die UN zählt 314 zivile Tote, verursacht durch die NATO und US-Truppen zwischen Januar und Juni, verglichen mit 279 Toten, die von den Taliban oder anderen militanten Kräften, getötet wurden.

01.07.07// Washington Post Nach Berichten afghanischer Abgeordneter sind wahrscheinlich mehr als 100 Zivilisten bei den NATO- und US-Angriffen in der Provinz Helmand getötet worden. Der Abgeordnete Wali Khan: "Mehr als 100 Menschen sind getötet worden. Und das waren keine Taliban. Die Taliban waren weit weg von dem Ort.” Khan ist der Repräsentant des Gebietes. Weiter: “Die Menschen sind bereits sehr unglücklich mit dieser Regierung. Aber dieses Töten von Zivilisten, wird die Menschen dazu bringen, gegen die Regierung zu revoltieren.“ Mahmood Anwar, ebenfalls Parlamentsmitglied aus Helmand, sagte, daß die Todesrate ungeführ 100 beträft, darunter Frauen und Kinder, nur ein paar Taliban wären getötet worden.“ Major John Thomas, Sprecher der NATO, sagte, daß die Taliban angegriffen hätten und die Truppen zurückgeschossen hätten. Die Taliban hätten von einem Grabennetzwerk aus geschossen. Man hätte US-Helikopter und NATO-Bomber zur Hilfe geholt. Die Truppen hätten dann unter den Toten Zivilisten gefunden. „Dies zeigt uns, immer wieder, daß die Militanten bereit sind zu schießen, wenn sie sich unter Zivilisten befinden.“ Und Maj. Chris Belcher svon der US-Armee: „die Aufständischen fahren mit ihrer Taktik fort, sie benutzten Frauen und Kinder als Schutzschilder im Nahkampf." Hamid Karzai hat dieses Argument nicht akzeptiert. Er meinte, daß die internationalen Truppen das tun müßten, was die Regierung ihnen aufträgt.

Juni 2007

28.06.07// Reuters. Die USA und die NATO haben sich geweigert, Daten über die ANzahl der Talibanangriffe dieses Jahr, herauszugeben. Die letzten 18 Monate waren die blutigsten seit die USA die Talibanregierung 2001 verjagt hat. US-Verantwortliche haben die Aktivitäten der Taliban im Frühling heruntergespielt.

24.06.07// abcnews.go.com. Präsident Hamid Karzai klagt die NATO und die US-Truppen an, sorglos mit den afghanischen Zivilisten umzugehen und zu töten. Auf diese Weise könnte der Kampf gegen die Taliban fehlschlagen. In den letzten 10 Tagen wurden mehr als 90 Zivilisten getötet, entweder durch Artilleriefeuer oder durch Bombardierung aus der Luft.

19.06.07// JungeWelt. Kabul. Sieben Kinder sind Opfer der US-geführten Besatzungstruppen in Afghanistan geworden. Wie das Kommando der »Operation Enduring Freedom« (OEF) am Montag mitteilte, sei am Vorabend eine Koranschule im Distrikt Sarghun Schah in der Provinz Paktika aus der Luft angegriffen worden, weil diese »Al-Qaida-Anhängern als Rückzugsort gedient« habe. Der Tod der Kinder sei »zu bedauern«, doch seien für ihn letztlich »Extremisten« verantwortlich, die sich auf dem angegriffenen Gelände »verschanzt« hätten, wie OEF-Sprecher Chris Belcher mitteilte. Belcher sprach von einem »ruchlosen Vorgehen« der Aufständischen, unter denen es mehrere Tote gegeben habe.

17.06.07// thestate.com – Die NATO hat ein Imageproblem. Ein US-Soldat, der nach dem Selbstmordanschlag mit dem Maschinengewehr in die Menge schoß – zeigt warum. Die Taliban erklärten sich sehr schnell verantwortlich für den Anschlag auf den US-Konvoy, der vier Zivilisten das Leben kostete. Die Menschen reagierten aber erst, als der US-Soldat in die Menge schoß. Es gab einen Toten und mehre Verletzte. Ungefähr 50-100 Leute schrien “Tot für Amerika” und andere zeigten mit den Fingern auf die afghanische Polizei.. Sie sind gegen uns, sie sind gegen die Afghanen, sagte ein Mann, Abdul Rahim. „Sie töten Muslime“. Der stellvertretende Polizeichef von Kabul, Zalmai Khan, und US-Beamte erklärten, es sei in Unfall gewesen. Der Soldat habe das Gewehr zur anderen Seite geschwenkt und dabei hätten sich Schüsse gelöst.

10.06.07// aljazeera.com. Statt Verhörtechniken, die unter die Folter fallen, und die vom CIA in den geheimen “oversea”-Gefängnissen, Guantanamo, Afghanistan und Irak angewandt werden, werden neue Methoden angewandt und entwickelt. Letzte Woche wurde darüber ausführlich in der New York Times berichtet. Der Präsident hat neue Anweisungen gegeben, er hat freie Hand die die Genfer Konvention auszulegen. Dies wurde getan, um, US-Beamte vor der Bestrafung zu schützen und den Weg freizugeben, für eine Präsidentendirektive, die den CIA autorisiert, Methoden durchzuführen, die eine Verletzung des Artikel III der GEnver Konvention bedeuten. Internationale Gesetze, eingeschlossen die Genfer Konvention, werden so interpretiert, daß sie amerikanische Gesetze nicht einschränken. Top-Anwälte würden hart daran arbeiten, wie das zu machen geht. Das Büro des Inspector General of the Department of Defense erstellte kürzlich einen Bericht, über den Mißbrauch von Gefangenen. Dort werden Folterprogramme diskutiert, die von den USA angewandt werden und der illustriert, wie einige dieser Methoden das Army Field Manual verletzten. Solche Taktiken würden in Guantanamo Bay angewandt und dann im Irak übernommen. Populär wurde dies, als dies 2002 bekannt wurde. Foltermethoden wie „water boarding“ (der Gefangen ist an Händen und Füßen gefesselt, das Gesicht wird bedeckt und permanent einem Wasserstrahl ausgesetzt), Todesdrohungen, „cold weather exposure“ (Wahrscheinlich das Entziehen von Körpertemeratur) wurden von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld autorisiert. Bis heute werden diese Techniken im Irak und in Afghanistan angewandt. In dem erwähnten Bericht werden diese Methoden kritisiert und Bezug genommen auf die zunehmende Gewalt im Irak. Die neuen Techniken, so die NYT, die vom CIA weiterentwickelt wurden, kommen wahrscheinlich aus der Sowjet Union.

Mai 2007

19.05.07// Angryarab.blogspot.com. Sharmeen Obaid-Chinoy (The Indepentend vom 17. Mai) besuchte eine Mädchenschule in der Provinz Takhar. Während die Mädchen während der Talibanzeit im Geheimen unterrichtet wurden, wird jetzt regulärer Unterricht abgehalten, viele Mädchen sind nicht verschleiert. Es folgt ein Interview in der Mädchenschule in Taloqan. Obaid interviewt EIN Mädchen, das sagt: ‚Mein Vater möchte nicht, daß ich in die Schule gehe. Er haßt, wenn ich zu Hause lerne. Aber meine Mutter und Großmutter unterstützen mich beim lernen, deshalb kann ich in die Schule.’ Obaid sagte: ‘Männer in Afghanistan ermutigen ihre Töchter nicht zum Lernen.’ So weit der Independent. Die afghanische Übersetzerei (sie möchte nicht die Veröffentlichung ihres Namens) wandte sich an das Mädchen und sagte: ‚Meinst du nur deinen Vater oder alle afghanischen Männer, die nicht wollen, daß ihre Töchter lernen?’ Sie antwortet: Mein Vater ist Analphabet. Aber schauen sie sich um, es gibt eine Menge Mädchen hier, deren Väter sie ermutigen zu lernen. Das hat nun keinen Eingang in THe Independent gefunden.

16.05.07// Bei Luftangriffen wurden 50 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, im Zerkohtal, Provinz Herat, getötet. Brigadier General Perry Wiggins verteidigte die Angriffe als notwendig, um seine Einheit zu schützen, die am 27. und 29. April unter Beschluß genommen wurde. Alle Ziele wären als feindlich identifiziert worden und wären unter Beobachtung gewesen. Präsident Karzai besuchte das Zerkohtal und sagte den Dörflern, daß er die ausländischen Truppen dazu angehalten habe, mehr Sorgfalt walten zu lassen.

16.05.07// The Washington Times. Wieder wurden 20 Zivilisten von britischen Truppen in der Helmandprovinz getötet. Die Entschuldigung des Kommandeurs, Brig. John Lorimer: Die Taliban seien feige und würden sich hinter den Zivilisten verstecken. Das war der dritte Vorfall in den vergangenen Wochen, bei dem afghanische Zivilisten von NATO-Truppen getötet wurden. Helmands Gouverneur, Assadullah Wafa, versprach in der Jirga (Versammlung), daß die NATO-Truppen solche Aktionen nicht wiederholen würden. Es scheint, so wird das von TWT eingeschätzt, daß es Anzeichen gibt, daß die afghanische Öffentlichkeit zornig ist auf die Talibanaktionen, aber auch auf die der NATO.

03.05.07// alertnet.org. (IRIN) –Ungefähr 1600 Familien mußten flüchten, andere brauchen humanitären Beistand nachdem US-Bomber verschiedene Dörfer im Shindand-Distrikt, westlich der Provinz Heart, gebombt haben. “Hunderte von Häuser wurden zerstört und tausende MEnschen brauchen Nothilfe”, so der Direktor der Afghanistan Independent Human Rights Commission (AIHRC) in Herat, Ghulam Nabi Hakak, gegenüber IRIN.

03.05.07// AP/jW . Nach Berichten über die Tötung von mehr als 50 Zivilpersonen bei Luftangriffen in Afghanistan haben die Vereinten Nationen eine Untersuchung eingeleitet. UN-Vertreter wollen klären, ob es bei den Militäreinsätzen afghanischer und US-Truppen am Wochenende zu einem »unüberlegtem Einsatz von Gewalt« gekommen sei, sagte Adrian Edwards von der Afghanistan-Mission der Vereinten Nationen (UNAMA). Nach Angaben der Besatzungstruppen wurden bei den Einsätzen in der Provinz Herat 136 mutmaßliche Taliban getötet. Der Provinzrat von Herat erklärte dagegen am Mittwoch, im Zerkoh-Tal seien 51 Zivilpersonen getötet worden, darunter Frauen und Kinder. Unter den Todesopfern seien zwölf Mitglieder einer Großfamilie, sagte der Ratsvorsitzende Mohammad Homajun Asisi, nach einer internen Untersuchung.

03.05.07// Atimes.com . Tausende aufgebrachter Menschen protestierten in den Straßen Kabuls gegen das Massaker, bei dem um die 50 Menschen getötet wurden. In der Nangarhar-Provinz wurden vier Taliban und 2 Frauen von amerikanischen Soldaten getötet. Die US-geführte Koalition insistierte darauf, daß 136 im Zerkoh Tal bei Herat getötete Menschen, Taliban gewesen seien.

April 2007

27.04.07// news.com.au/dailytelegraph. Bewaffnete Taliban haben das Distrikthauptgebäude im Girudistrikt (170 km südwestlich von Kabul) eingenommen. Sie töteten dabei den Hauptadministrator, den Polizeichef und drei Polizisten. Der Gouverneur der Ghazniprovinz, Mohammed Kazim Allahyer, sagte: „Wir sind vorbereitet ihn zurückzuerobern.“

26.04.07// www.ft.com/cms/s Lokale Regierungsbeamte in Südafghanistan haben ihre Zweifel über den Erfolg des Regierungsprogramms zur Bekämpfung des Mohnanbaus. Die Regierung in Kabul hatte gesagt, daß sie mehr Mohnfelder zerstört hätten als 2006, mehr als 21000 Hektar Mohnanbau in Kandahar und Helmand. Afghanistan hat den höchsten Anteil von Opium (90% ) am Weltmarkt. Das US Office of National Drug Control Policy sagt, daß 2006 über 172,600 Hektar Mohn kultiviert wurden.

20.04.07// AP. Innerhalb von wenigen Stunden nach dem TOd von Pat Tillman, hüllte sich eine Armeebasis in Afghanistan in SChweigen. Telefone und Internetverbindungen wurden gekappt. Wachen wurden aufgestellt, ein Sergant mußte die Uniform von Pat Tillman verbrennen. Tillmans Familie bekam 5 Wochen keine Informationen. Die Sache kommt jetzt vor den Kongreß. Henry Waxman, D-Calif., Vorsitzender des House Oversight Committee, hat ein Hearing angesetzt. „War es das Ergebnis von Imkompentenz, schlechter kommunikation oder eine beabsichtigte Strategie?“. Weder der Öffentlichkeit noch der Familie wurde etwas über die Umstände des Todes von Tillman am 22. April 2004, bekanntgegeben. Die Armee sagte, daß er bei einem Überfall getötet wurde, aber viele Soldaten wußten, daß er irrtümlich von den eigenen Kameraden getötet wurde. Fast 1100 Seiten umfaßte das Dokument, das die Army Criminal Investigation verfaßt hat.

18.04.07// The Washington Times. Der holländische BOtschafter in den USA, Christiaan Mark Johan Kroner: „Der Krieg (in Afghanistan) ist ein kritischer Test für die Glaubwürdigkeit der NATO…wenn die NATO keinen Erfolg hat, gibt das ein Desaster – nicht nur für Afghanistan und die Region sonder für die NATO selbst…Es wird sicherlich ein ein Schlag für die Glaubwürdigkeit des Westens mit der Krise umzugehen…(Die Debatte innerhalb der NATO) gibt mir momentan keine große Hoffnung, daß andere Länder der 27 Nationen der NATO-Allianz uns ersetzen werden (die holländische Mission endet im August 2008) …Ja, ich glaube, daß wir einen wirklichen Erfolg in Afghanistan haben werden. Wenn es einen Frühjahrsoffensive gibt, wird die NATO vorbereitet sein.“

04.04.07// Pajhwok Afghan News. Der ehemalige Präsident und Mitglied der Wolesi Jirga, Burhanuddin Rabbani, gab die Gründung einer Afghanistan National Front bekannt, ein Konglomereat verschiedener Parteien und Führer. Folgende Persönlichkeiten sind Mitglied: Abdul Rashid Dostum, Ahmad Zia Massoud, Ismail Khan, Yunis Qanuni, Fahim Qasim, Sayed Mansur Naderi, Ustad Mohammad Akbari, Qazi Mohammed Amin Waqad, Mustafa Zahir, Norul Haq Uloomi, Mohammad Naeem Farahi, Sediq Chakari, Sayed Mohaqmmed Gulabzoi und Taj Mohammad Wardak. Die Front tritt für ein parlamentarisches System ein und nicht für ein präsidiales. Sie tritt ein für Beachtung der UN-Resolutionen, Menschenrechte, nationale Einheit, Gleichheit der Geschlechter, Stabilität, Rekonstruktion, Demokratie innerhalb eines islamischen Kontexts, usw…

März 2007

25.03.07// Telegraph.co.uk – Usbekische Militante mit Verbindung zu Usama Bin Laden, die sich blutige Kämpfe mit Stämmen der Grenzregion Waziristan lieferten, sollen statt dessen am Aufstand der Taliban teilnehmen. Die Gruppe Union der islamischen Bewegung besteht immerhin aus 10 000 Usbeken, die von Tahir Yuldashev geführt werden. Die UIB soll Stammesführer beschuldigt haben, daß sie im Auftrag Pakistans agieren oder mit dem pakistanischen Militär zusammenarbeiten. In dem Kampf, so die pakistanische Regierung, sollen 160 Menschen getötet worden sein, 130 davon Usbeken. Talibankämpfer hätten eingegriffen, um einen Waffenstillstand auszuhandeln. Sie hätten den Usbeken angeboten sie sicher nach Afghanistan zu bringen. Nach Usbekistan können sie nicht zurückkehren, weil sie von Präsident Karimov gesucht werden. Einer der Stammesführer sagte, daß die lokalen und die Talibankräfte bereits mit den Usbeken verhandeln, daß sie ihren Jihad in Afghanistan weiterführen sollen.

20.03.07// Junge Welt/AP. Die meisten Afghanen halten die amtierende Regierung für korrupter als das Regime der Taliban. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage der Organisation Integrity Watch Afghanistan erklärten 60 Prozent der Befragten, die Zustände seien derzeit schlimmer als während der Sowjetherrschaft in den 80er Jahren oder unter dem Taliban-Regime in den 90ern. Mit Geld könne man Regierungsämter kaufen, die Justiz umgehen oder der Polizei entkommen, erklärte die Organisation. »In den vergangenen fünf Jahren hat die Korruption Ausmaße erreicht, die unter früheren Regierungen nicht bekannt waren«, hieß es in dem Bericht. Als korrupteste Institutionen nannten die Befragten die Gerichte und das Innenministerium.

18.03.07// International Herald Tribune, behandelt das AIDS-Problem in Afghanistan. Dort ist Muhammad Farid Bazger der HIV/AIDS Koordinator der deutschen NGO ORA International. Es gab Fälle, wo HIV von Arbeitern aus den Golfstaaten eingeführt wurde. In Kabul z.B. sind in den letzten Jahren ausländische Prostituierte tätig geworden, aber nicht nur für die Ausländer, auch die Afghanen nehmen ihre Dienste in Anspruch, gerade auch junge Afghanen, die bei ausländischen Organisationen angestellt sind und gut verdienen. Das Risiko bei den gleichgeschlechtlichen Diensten ist ebenfalls groß. Offiziell zwar geächtet, aber Mann zu Mann wird meist ohne Schutz praktiziert. Die UNO reagiert ebenfalls zu langsam. Es herrscht wohl die Auffassung, daß das Problem gering zu schätzen ist. Gesundheitsexperten warnen und fordern AIDS-Aufklärung.

17.03.07// Washington Times. 60% (30 Mio. Menschen) der afghanischen Bevölkerung sind unter 20 Jahren. Was Demokratie bedeutet wissen die wenigsten. 37 Länder, mit ganz verschiedenen Agendas, sind an dem Prozeß der Normalisierung und Rekonstruktion beteiligt. 2000 NGOs (weltweit gibt es 25000 NGOs) sind in Afghanistan repräsentiert. Privat gab ein afghanischer Politiker folgendes zum Besten: „Sie verbringen die Hälfte ihrer Zeit damit, daß sie untereinander koordinieren…Der afghanische Tango ist jetzt bekannt unter Einen Schritt vorwärts – und drei Schritte zurück.“ ‚Die Hauptstadt hatte zur Zeit des 9/11 400 000 terroristische Attacken gegen die USA, heute sind es 2 Millionen. 500 000 Morgen Land der öffentlichen Hand wurden verkauft, profitiert hat die Bürokratie. Dieses Land zu kontrollieren, würde bedeuten, daß man noch mehrere 100 000de Truppen benötigt. Die US- und die von ihnen ausgebildete afghanische Armee haben 20 000 Soldaten, projektiert waren 35000. Der Konsens der zur Zeit der Befreiung im Dezember gestaltet wurde, ist zerbrochen. Die Angst vor den B 52 Bombern ist gewichen. Das heutige Afghanistan ist vollkommen unsicher. Es wurde schon in die Reihen der „Failed States“ aufgenommen. Nur die allumfassende Opiumkultur hält Afghanistan davon ab, ins totale Chaos zu versinken.’

17.03.07// von Fajer-e Omid. Vor einer Woche begannen große Operationen der NATO (4500 Soldaten) und der Afghanischen Nationalen Armee (1000 Soldaten) gegen die Taliban in der Helmandprovinz. Die Operation wird Achilles genannt. Erreicht hat die Operation nichts großartiges. Musa Qala, Khanshin, Dishu, Garmsir und andere Gebiete der Provinz sind unter der Kontrolle der Taliban. Kürzlich sagte der Gouverneur von Helmand, Asadulla Wafa, daß sich in Musa Qala mehr als 700 Taliban befinden würden. Die Operation Achilles, die in Sangin, Nawzad und Kajaki begann, fokussiert sich immer noch auf diese Gebiete. D.h. sie sind kein Stück weitergekommen. Die Operation, die zum Ziel hatte, die talibankontrollierten Gebiete zurückzuerobern, hat es noch nicht einmal fertiggebracht, sie aus den regierungskontrollierten Gebieten zu vertreiben.

16.03.07// The Guardian. US-Soldaten töteten irrtümlich im Süden des Landes fünf afghanische Polizisten. Es ereignete sich am Polizeicheckpoint Gereshk in der Provinz Helmand. Zur Zeit geht die NATO in der Provinz mit einer Militäroffensive gegen die Taliban vor. Helmand ist das Hauptaufstandsgebiet der Taliban, aber auch Zentrum des Opium und Heroinhandels, von dem sowohl die Taliban als auch afghanische Regierungsvertreter profitieren.

06.03.077// Amerikanische Flugzeuge warfen zwei 2000lb Bomben auf ein Haus in der Kapisa Provinz im Norden von Kabul. Einen Tag zuvor hatte eine Sondereinheit in Ostafghanistan auf Zivilisten geschossen, es gab 10 Tote. Journalisten, die nach Kapisa fuhren, sagten, daß die Bombe das Haupthaus in einem Komplex mit fünf Gebäuden, pulverisiert hätte. Ein Verwandter der Opfer sagte, daß vier Kinder getötet wurden. Sie waren zwischen 6 Monate und 6 Jahre alt. Stellungnahme des US Militärs: Sie hätten auf das Haus geschossen, weil zwei Männer, die vorher eine Rakete auf die NATO Basis geschossen hätten, dorthin geflüchtet wären.

Februar 2007

22.02.07// TNI. Präsident Hamid Karzai spielt die Gefahr einer Frühjahrsoffensive der Taliban herunter. „Wer ist der Talibankommandeur Hayatullah Khan?“ Er hatte gedroht damit, daß 10 000 Taliban nur darauf warten würden, daß der Winter zu Ende geht. Er meinte, daß die Taliban keine Offensive starten könnten ohne Unterstützung von außerhalb. Talibanangriffe während in den letzten Monaten zurückgegangen, Pakistan hätte Schritte unternommen, um die Grenze zu kontrollieren. Außerdem hätten NATO und die USA hätten Truppen und Waffen in den Süden gebracht.

20.02.07// BBC News. 25000 Menschen demonstrierten dafür, daß endlich das Amnestiegesetz für Militärkommandeure verabschiedet wird. Das Unterhaus hat das kontroverse Gesetz verabschiedet, aber der Präsident hat noch nicht unterschrieben. Diejenigen Mujahedin, die während der Sowjetbesatzung kämpften und diejenigen während des Bürgerkriegs 1992-1996 sind „immun“. Wer gegen die Mujahedin ist, ist gegen den Islam und somit Feind unseres Volkes. Dies sagte (ausgerechnet, derjenige Demagoge der selbst„Dutzende Leichen im Keller hat“ Red.) Abdul Rasul Sayyaf im Stadion zu den dort versammelten Demonstranten. Sayyaf fällt nicht unter die Immunität, sondern wird der Menschenrechtsverletzungen beschuldigt. An seiner Seite standen der ehemalige Präsident Burhanaddin Rabbani, Vizepräsident Karim Khalili und Energieminister Ismail Khan. Während der Warlord-Periode sind allein in Kabul 80000 Zivilisten umgekommen, andere wurden vergewaltigt, verschleppt usw. Präsident Karzai ist gegen das Gesetz, er sagte, daß bevor das Gesetz unterschreiben würde, Konsultation durchgeführt werden müßten.

20.02.07// JungeWelt. "Die Bundesregierung sichert eine »restriktive« Übermittlung der Aufklärungsergebnisse der Tornado-Flugzeuge zu. An die Operation Enduring Freedom (OEF) sollen nur dann Ergebnisse weitergegeben werden, »wenn dies zur erfolgreichen Durchführung der ISAF-Operation oder für die Sicherheit von ISAF-Kräften erforderlich ist«. Das liest sich deeskalierend, ist aber das Papier nicht wert, auf dem die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP gedruckt ist. Der Deputy Commander Security (DCOM SY) von ISAF ist gleichzeitig für die Führung der OEF-Kräfte der Task Force Counterterrorism in Afghanistan verantwortlich. Seine Anweisungen erhält er nicht vom ISAF-Kommandeur, sondern direkt vom US CENTCOM. Der DCOM SY ist verantwortlich für die Koordination der taktischen Operationen von ISAF, den Abgleich mit den OEF-Einsätzen und die Koordinierung von Luftunterstützungsoperationen mit dem ISAF Deputy Commander Air. Der Grund für die Einrichtung dieses Postens war die Stärkung der Koordination zwischen ISAF und OEF. Es ist kaum wahrscheinlich, daß der DCOM SY nicht Zugriff auf sämtliche ISAF-Informationen hat, die er ja schließlich für die Koordination der ISAF-Einsätze braucht. Mindestens über diesen Weg gelangen die deutschen Aufklärungsergebnisse an die OEF und damit an die US-Streitkräfte. ...Die Bundesregierung weiß das, besser als ich es wissen könnte. Schon wieder einmal und immer wieder: Tricksen, Täuschen, Tarnen ist und bleibt das Motto der Bundesregierung für den Militäreinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Tatsache jedoch bleibt: Den Aufklärungsflugzeugen werden die Bombeneinsätze folgen."

19.02.07/ Aljazeera.net. Die Behörde zerstört in manchen Distrikten Afghanistans den Mohnanbau. Das Programm, den Mohn unterzupflügen ist äußerst unpopulär und viele lokale Behörden weigern sich dies zu tun. Afghanische Truppen schützen die Traktorfahrer vor Angriffen der Bauern. Abdul Hakim, ein Bauer im Panjwaidistrikt, sagte, als sein Mohnanbau zerstört wurde, daß er alle Verwandten überzeugen wolle, den Taliban beizutreten. Er hatte sich für den Anbau bei örtlichen Opiumhändlern Geld geliehen, das er jetzt zurückzahlen muß. Es gibt Anzeichen, für ein Erstarken der Taliban. Gestern stürmten diese Bakwa in der Westprovinz von Farah. Es ist der zweite Distrikt, den die Taliban einnehmen, nachdem sie Musa Qala im südlichen Helmand vor zwei Wochen eingenommen haben. Einige Analysten glauben, daß die Bauern, denen die Ernte zerstört wurde, sich gegen die Regierung wenden und die Taliban unterstützen.

16.02.07// The State (South Carolina) General a.D. Victor Yermakov führte die 40th Armee in den 80er Jahren in Afghanistan, und zwar um Tora Bora. „Er kann sich nich entscheiden ob er nur den Kopf schütteln soll oder ob er weinen soll, wenn er hört, daß darüber geredet wird, wie man die Lage im Irak verbessert und wie man Afghanistan kontrolliert. Die Zukunft für die amerikanischen Streitkräfte bedeutet tote Soldaten, und sie werden für nichts sterben…Mein Rat ist ganz einfach: Haut ab, Haut ab, jetzt.“..Er verweist auf die US-Offensive in Tora Bora, als Beispiel. ‚Ich war sehr beeindruckt von den Amerikanern’, sagte er. „Die Kontrolle über Tora Bora zu bekommen ist eine große Sache. Ich sollte es wissen. Ich hatte drei Mal die Kontrolle darüber.’ Er schüttelte den Kopf bedeutungsvoll und fügte hinzu: ‚Leider, in der Sekunde, in der ich Tora Bora den Rücken zukehrte, mußte ich es wieder erobern. Jetzt ist es das Gleiche. Es wird sich niemals ändern…Jede Nation glaubt, daß sie schlauer ist als diejenige, die vor ihr da war.’ Aleander Golts, der damals den sowjetisch-afghanischen Krieg als Journalist verfolgte, meinte, daß der Krieg von Anfang an ein Fehler war, aber die Sowjetführung hätte immer darauf bestanden, dies als kleine Operation zu benennen und später als Kampf, der Frieden und Prosperität bringen würde.“

16.02.07// afp/dpa Vor der erwarteten Frühjahrsoffensive der Taliban in Afghanistan sieht die britische Expertengruppe Senlis Council das Land "auf der Kippe". Die "fehlgeleitete" Strategie der Nato führe dazu, dass den Taliban in die Hände gespielt werde, heißt es im Bericht der Organisation. Besonders im Süden Afghanistans sei ein kritischer Punkt erreicht. "Wir gewinnen die Schlachten, aber wir verlieren den Krieg", sagte die Gründungsvorsitzende des Senlis Council, Norine MacDonald. Die Bevölkerung sei unzufrieden mit dem internationalen Einsatz, unter anderem wegen der hohen Zahl der zivilen Opfer und der Vermutung, dass in Kabul eine Marionettenregierung an der Macht sei.Premierminister Tony Blair und der afghanische Präsident Hamid Karsai äußerten sich hingegen bei einem Treffen in London optimistisch über einen Sieg gegen die Taliban. Die USA wollen weitere Truppen nach Afghanistan verlegen. Wie das US-Verteidigungsministerium mitteilte, soll eine derzeit in Italien stationierte Luftlandebrigade, die ursprünglich in den Irak verlegt werden sollte, nun im Frühjahr in Afghanistan eingesetzt werden. Dadurch werde die Stärke der US-Truppen in Afghanistan bei 27.000 Mann gehalten, dem höchsten Stand seit 2001. (taz)

Januar 2007

31.01.07// AP. Es würden Angriffe der Taliban erwartet, aber die Miliz hätte an Stärke verloren und hätte auch keine Kapazitäten um eine Frühjahrsoffensive zu starten, so ein NATO-Sprecher. Zwei Tage vorher hatte der neu eingesetzte Maj. Gen. David Rodriguez gesagt, daß dieses Jahr mehr Selbstmordattentate erwartet würden. Wenn das Wetter wärmer würde, würden auch die Angriffe zunehmen. NATO-Sprecher Brig. Gen. Richard Nugee sagte jedoch, daß es die NATO Truppen seien, die die wirkliche Offensive starten würden. „Wir glauben nicht, daß es eine Frühlingsoffensive der Taliban gibt.“

18.01.07// Daily Telegraph. Präsident Hamid Karzai hat Jawed Ludin, der in GB ausgebildete Chief of Staff, seines Amtes enthoben. Ausländische Beobachter deuten dies, daß Karzai große Schwierigkeiten hat mit der Loyalität seiner Regierungsmitglieder. Es gäbe, so der DT, eine Menge Gerüchte unter den Kabinettsmitgliedern, darüber, daß einige Warlords gegen Karzai intrigieren. In den letzten Monaten hätte er von allen Seiten harsche Kritik einstecken müssen (Mitgliedern seiner Regierung, westlichen Diplomaten, Militärs der NATO): er wäre untätig gegenüber der Korruption und dem Drogenhandel während NATO und afghanisches Militär die Taliban bekämpfen müßten.

08.01.07// Press Trust of India. Präsident Karzai gab bekannt, daß er Pakistans Angebot 1000 Stipendien an afghanische Studenten für das Studium in Pakistan zu geben, abgelehnt habe. Das Angebot hatte Premierminister Shaukat Aziz gemacht. Pakistan müsse zuerst aufhören afghanische Schulen zu zerstören.

19.01.07// Reuters – Pakistans Militär verteidigt seine Glaubwürdigkeit, nachdem eine US-Drone auf ein angebliches al-Qaida-Versteck abgefeuert wurde und pakistanische Armeehubschrauber mit Raketen schossen. Ein Militärsprecher: Die Luftwaffe hätte in Südwaziristan im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet, wo sich 30 Taliban versteckt hätten, angegriffen. Die Dörfler des betroffenen Dorfes Salamat Ghundi, sagten, die US-Drone hätte das Gebiet zerstört und die pakistanischen Hubschrauber hätten es noch weiter beschossen. „Das ist falsch“ sagte der pakistanische Militärsprecher Shaukat Sultan. Pakistanische Geheimdienstler sprachen anonym gegenüber Reuters, daß 20 Militante „eliminiert“ worden seien, aber es wären keine Truppen am Boden gewesen, um zu sehen, wer getötet worden sei. Die Dorfbewohner sagten, sie hätten 8 Leichen gefunden, alle wären von einer Gruppe Köhler gewesen (sie sammeln Holz um Holzkohle herzustellen). „Kein Ausländer oder Afghane wurde bei diesem Angriff getötet. Getötet wurden nur Arbeiter aus Mehsud und Angehörige des Salmanzai-Stammes“, sagte Awaz Khan, dessen Neffe und Sohn unter den Toten waren.

15.01.07// FAZ. Die Bundesregierung hat nach den Worten von Bundeskanzlerin Merkel (CDU) noch nicht über eine Entsendung von Bundeswehr-Tornados nach Afghanistan entschieden. Eine Anfrage der Nato sei "in der Prüfung", sagte Frau Merkel während der CDU-Klausurtagung in Bremen. Dies wurde von Verteidigungsminister Jung (CDU) bekräftigt. Grüne und Linkspartei drohten mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht, sollte die Bundesregierung den Einsatz ohne ein neues Mandat des Bundestages beschließen. Unterdessen forderte der afghanische Rebellenführer Hekmatyar (unser Bild) Frau Merkel auf, die deutschen Truppen abzuziehen. Er erwarte, daß die Kanzlerin "deutsche Söhne nicht für amerikanische Interessen opfert". Auch Deutschland sollte anerkennen, daß die militärische Niederlage des Westens in Afghanistan besiegelt sei: "Mir erscheinen die Verhältnisse vergleichbar mit der Zeit, als die Sowjetunion sich entschloß, Afghanistan zu verlassen." Bei Gefechten in der südafghanischen Provinz Helmand am Wochenende wurden ein britischer Soldat und mindestens 30 Taliban-Kämpfer getötet.

Dezember 2006

31.12.06// UPI. Britische Militärs sehen eine Gefährdung der Sicherheit, sollten die Opiumfelder durch US-Truppen zerstört werden. Die Sunday Times of London berichtete, daß die Zerstörung mittels Chemikalien auch den legitimen Feldanbau zerstören könnte und daß dies die lokalen Bauern verärgern könnte. Seine Truppen, so General Richardson würden um die Herzen und die Köpfe der Afghanen kämpfen und daß dies ein Schritt in die falsche Richtung sein werde.

29.12.06// Junge Welt. Die Bundesregierung stellt sich offenbar auf einen eskalierenden, langwierigen Krieg am Hindukusch ein. Deutsche Geheimdienste würden derzeit die Lage für Einsätze der Bundeswehr in ganz Afghanistan klären, berichtete ddp am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Berlin und Kabul. »Wir gehen im Januar ins südliche Kandahar, um die Situation vor Ort für die Bundeswehreinsätze besser einschätzen zu können«, wird ein Berliner »Geheimdienstexperte« zitiert. »Zunächst« gehe es dabei nur um den Einsatz von sechs deutschen Aufklärungsflugzeugen vom Typ »Recce-Tornado«, die Ziele für Bombenabwürfe der alliierten Luftstreitkräfte im afghanischen Süden ausfindig machen sollen…. Unter Berufung auf Parlamentskreise heißt es weiter, in beiden Regierungsparteien gebe es eine »klare Mehrheit für den neuen Einsatz in ganz Afghanistan«.

22.12.06// Junge Welt. „Medienwirksam wird Verteidigungsminister Franz Josef Jung heute die Rückkehr der letzten deutschen Soldaten aus dem Kongo zelebrieren und damit seine im Sommer gegebenen Zusage einhalten, sie seien bis Weihnachten wieder bei ihren Familien. Dafür will die Bundesregierung gleich nach den Feiertagen ihre Beteiligung am NATO-Krieg in Afghanistan entscheidend ausweiten. Die in Nordafghanistan stationierten Bundeswehreinheiten sollen so rasch als möglich mit schweren Schützenpanzern vom Typ Marder aufgerüstet werden. Zudem ist die Stationierung von sechs RECCE-Tornado-Aufklärungsflugzeugen in Kabul oder im nord¬afghanischen Bundeswehrstützpunkt Masar-i-Scharif geplant. Sie sollen von dort aus im Frühjahr über den Aufstandsgebieten in Südafghanistan operieren. Wie der Spiegel in seiner heute erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der stellvertretende NATO-Oberbefehlshaber John Reith die Flugzeuge schriftlich angefordert. Das Hamburger Magazin will vorab auch erfahren haben, daß die Bundesregierung der Anforderung zustimmen wird. Das wird indirekt durch die Aussage des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Ernot Gerler (SPD), bestätigt, es gebe »eine grundsätzliche Bereitschaft«, die Tornado-Maschinen zur Verfügung zu stellen. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministe¬riums behauptete allerdings am Donnerstag, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.“

09.12.06// taz.de – „Hat ein BKA-Beamter den von der CIA entführten Khaled El Masri in Afghanistan verhört? Das Berliner Landgericht verbietet der Zeitung "Junge Welt", über solche Spekulationen auch nur zu berichten "Maulkorb-Urteil - Nachwirkungen des Falls El Masri auf die Berichterstattung" übertitelte das Branchenmagazin Journalist in seiner jüngsten Ausgabe den Bericht über einen Fall, der nicht nur JournalistInnen beunruhigt. Das zeigte sich am Donnerstag, als vor der Pressekammer des Berliner Landgerichts über den Rechtsstreit verhandelt wurde. "Hier geht es um die Grenzen der Pressefreiheit", meinte eine Besucherin gegenüber der taz. Der BKA-Beamte im Außendienst Gerhard Lehmann hatte die Berliner Tageszeitung Junge Welt (JW) verklagt, weil die über die Aussagen des von der CIA entführten Deutsch-Libanesen Khaled El Masri berichtete. Der wollte in Lehmann jenen ominösen Sam erkannt haben, der ihn in perfektem Deutsch in Afghanistan verhört haben soll. Der Beamte hat die Beschuldigung von Anfang an bestritten, was auch in dem JW-Artikel explizit erwähnt wurde, wie der Anwalt der Zeitung vor Gericht mehrmals betonte. Das Gericht kam am Donnerstag nachträglich zu dem Schluss, dass die Berichterstattung des Blattes an diesem Punkt nicht zu rügen sei. Trotzdem gab es einer einstweiligen Verfügung statt, die dem Blatt jede Berichterstattung unabhängig vom Wahrheitsgehalt zu dem Rechtsstreit untersagt. Bei Zuwiderhandlung drohte das Gericht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro bzw. eine Ordnungshaft bis zu sechs Monaten für den Geschäftsführer der Jungen Welt an. November 2006

27.11.06// The Independent. Die Fragile Einheit wegen Afghanistan beginnt zu brechen. Während die Regierungsvertreter eine Show zur afghanischen Einheit am morgigen Tag beim summit in Riga machen werden, stellt der belgische Verteidigungsminister die Zukunft der NATO in Frage. Den blutigsten Tag, den das Land seit vielen Wochen erlebt hat, eine Reihe von Kämpfen zwischen NATO und Taliban und ein Selbstmordattentat, hat 76 Tote gefordert und mehr als 45 Verletzte, davon viele Kinder.

27.11.06// Junge Welt. “Mitten im Winter will Deutschland in der südafghanischen Provinz Kandahar ein 4,5 Kilometer langes Stück Straße bauen lassen. Das gab die Bundesregierung am Freitag überraschend bekannt…Mit dem Schutz des Straßenbaus ließe sich vielleicht sogar der Einsatz deutscher Kampfflugzeuge über Südafghanistan rechtfertigen. Wie der "Spiegel" am 20. November berichtete, gibt es im Verteidigungsministerium Überlegungen, sechs RECCE-Tornado-Jets des Aufklärungsgeschwaders "Immelmann" mit etwa 250 Mann Bodenpersonal nach Afghanistan zu schicken. Sie sollen zwar auf dem deutschen Stützpunkt Masar-i-Scharif im Norden stationiert werden, aber Luftaufklärung über den Kampfgebieten im Süden und Osten des Landes leisten. Mit dem Schutz des deutschen Straßenbaus vor überraschenden Angriffen ließe sich das am Anfang relativ glaubwürdig bemänteln. Später könnten dann immer weitere Aufgaben hinzu kommen. Auch Kampfeinsätze, denn die Aufklärer-Version des Tornado ist mit zwei Bordkanonen ausgestattet.“

09.11.06// Aus dem Entschließungsantrag der Linksfraktion im Bundestag (Drucksache 16/3151). 1. Der Deutsche Bundestag kann keiner Verlängerung eines Einsatzes zustimmen, über den er nicht unterrichtet wird. Dies ist bei dem Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der US-geführten Operation Enduring Freedom (OEF) der Fall. Die Bundesregierung verweigert gegenüber dem Deutschen Bundestag und seinen zuständigen Ausschüssen jede Auskunft über die Einsätze des im OEF-Mandat ausddrücklich erwähnten Kommandos Spezialkräfte (KSK). …2. Die Bundesregierung hat die Vorwürfe nicht entkräften können, wonach unter dem OEF-Mandat eingesetzte bewaffnete deutsche Streitkräfte unmittelbar oder mittelbar an schweren Menschenrechtsverletzungen beteiligt waren….

01.11.06// AFP. In Afghanistan wird ein Jirga-Treffen vorbereitet. Hunderte von Vertretern sollen teilnehmen. Analysten haben schon gewarnt, daß die Jirga Forderungen stellen könnte, die für die Regierung und die internationalen Verbündeten unannehmbar sein könnten. Erwartet werden 1600 Menschen, es werden Parlamentarier darunter sein, Stammeschefs, Vertreter der Zivilgesellschaft usw. Der pakistanische Präsident Musharraf ist eingeladen. „Die Jirga wird Entscheidungen gegen die Anwesendheit der NATO-Truppen in Afghanistan treffen, oder sie sagt, daß die Regierung zurücktreten muß, oder das Parlament aufgelöst werden soll. Wird die afghanische Regierung dies akzeptieren?“ So, Nasrullah Stanikzai, Universitätsprofessor.

Oktober 2006

19.10.06// Telegraph.co.uk. Talibankommandeure gaben einen Tag nachdem sich 120 britische Soldaten aus dem strategisch wichtigen Gebiet Musa Qala in der Helmandprovinz zurückgezogen hatten, ihren Sieg über NATO-TRuppen bekannt. Dieser strategische Rückzug wurde von einem britischen Kommandeur mit den Stammesführern ausgehandelt (siehe TICKER 1.10.06).

18.10.06// foxnews. Helikopter der NATO auf Talibanjagd, griffen nachts, als die Familien schliefen, drei Häuser eines Dorfes an (in Südafghanistan) und töteten 13 Menschen, 15 weitere wurden verletzt. Wütende Dorfbewohner verurteilten die Angriffe, die die Hoffnung der NATO, die örtlichen Bewohner für ihre Counterinsurgency Kampagne zu gewinnen, in weite Ferne rücken ließ. „Ich bin kein Taliban, wir sind keine Taliban!“, schrie Gulab Shah von den Ruinen seines zerstörten Hauses.

12.10.06// Junge Welt. Neue Aussagen bestätigen, daß in einem US-Lager in Afghanistan Gefangene unter den Augen deutscher Soldaten mißhandelt wurden. In der Militärbasis in Kandahar war auch der Bremer Murat Kurnaz interniert, bevor er von der US-Armee für mehrere Jahre ins Militärlager nach Guantánamo verschleppt wurde. Das Hamburger Magazin Stern zitiert in seiner aktuellen Ausgabe einen hochrangigen Offizier des Kommandos Spezialkräfte (KSK) mit den Worten: »Wir haben schon gesehen, wie die Amerikaner die Gefangenen da im Lager getreten und geschlagen haben. Das war einfach schäbig.« Mit seiner Aussage habe der Offizier auch Meldungen widerlegt, das KSK sei Ende 2001 noch nicht in Afghanistan stationiert gewesen. »Ich war ab dem 10. Dezember 2001 in Kandahar«, sagte der KSK-Mann dem Vorabbericht zufolge

03.10.06// Telegraph.co.uk. Ein verrenteter Geheimdienstoffizier des ISI (Inter Services Intelligence Agency) könnte den Talibanaufstand anführen, so der pakistanische Präsident Musharraf gegenüber NBC Television. Sie würden das jetzt untersuchen. Der ISI unterstützte in den 80er Jahren den afghanischen Widerstand gegen die sowjetischen Besatzer und arbeiteten zusammen mit den Amerikanern, aber angeblich würden sie auch islamistische Gruppen in Indien unterstützen. Indien meinte, daß sie Beweise hätten, daß der ISI bei den Anschlägen auf eine Zug in Mumbai (186 Tote) beteiligt gewesen sei. Musharraf meinte, „wenn der ISI nicht mit Euch ist und Pakistan ebenfalls nicht, dann werdet ihr in Afghanistan verlieren.“

02.10.06// news.yahoo.com. Mehrheitsführer im US-Senat, Bill Frist, meinte, daß der Krieg gegen die Taliban-Guerillas niemals militärisch gewonnen werden könne, deshalb solle man sich bemühen, die Leute, die sich selbst Taliban nennen würden, aber auch ihre Anhänger, in die Regierung mit aufzunehmen. Der Republikaner aus Tennesee meinte, daß er informiert worden wäre, daß die Taliban sehr viele wären und zuviel populäre Unterstützung hätten, deshalb könne man sie auch auf dem Schlachtfeld nicht besiegen. "You need to bring them into a more transparent type of government," so Frist bei einem Besuch bei US- und rumänischen Truppen in Qalat, einer der Hochburgen der Taliban.

01.10.06// The Sunday Times. Die letzten zwei Monate wurden britische Soldaten, die einen Außenposten in Musa Qala, Südafghanistan halten, permanent angegriffen. Acht wurden bisher getötet. Sie wollen sich jetzt ganz ruhig aus Musa Qala zurückziehen, wenn die Taliban dasselbe tun. Aufgabe der Briten war es eigentlich den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen, aber unter Druck des Präsidenten Hamid Karzai, mußten sie die Distriktzentren in Musa Qala, Sangin, Nowzad und Kajaki (Helmandprovinz, Südafghanistan) schützen. Nicht einverstanden mit dem Rückzug ist Generalleutnant David Richards, der NATO-Kommandeur in Afghanistan, weil dann diese Zentren zum „Magnet für die Taliban“ würden. Alle ingesamt 16 britische Soldaten wurden in Sangin, Nowzad und Musa Qala getötet. Der „Friedensdeal“ in Musa Qala wurde zuerst von Repräsentanten der Stadt vorgebracht. In Musa Qala leben 2000 Menschen, 400 in direkter Nähe des Distriktzentrums; sie mußten ihre Häuser evakuieren, von denen viele während der Kämpfe zerstört wurden. Bragadier Ed Butler, der Kommandeur der britischen Taskforce, flog vor 18 Tagen nach Musa Qala, begleitet nur von seiner Militärpolizei, um einer Shurasitzung beizuwohnen, wo er den Rückzug verhandelte. Er wurde im Konvoi an einen Ort gefahren, wo die SHura stattfand und der Deal ausgehandelt wurde. Man vermied das Wort Waffenstillstand. Der Deal gestattet beiden Seiten sich zurückzuziehen ohne das Gesicht zu verlieren.

September 2006

30.09.06// aljazeera.net Der US-Kongreß hat weitere 70 Mrd. Dollar für die Kriege in Irak und Afghanistan bereitgestellt.

30.09.06// The Associated Press. Yahoo.com. Die bekanntesten Selbstmordattentate in Afghanistan seit dem Fall der Taliban 2001.

Sept. 30, 2006 — A suicide bomber outside the gates of the Interior Ministry in Kabul kills 12 people, wounds more than 40.

Sept. 26, 2006 — A suicide bomber on foot kills 18 and wounds 17 in attack outside compound of Helmand provincial governor in town of Lashkar Gah.

Sept. 18, 2006 — Bomber riding a bicycle targets Canadian troops, killing 4 people and wounding many others in Kandahar providence.

Sept. 11, 2006 — Suicide bomber kills five attending the funeral of a slain governor, who was killed a day earlier in a suicide attack.

Sept. 8, 2006 — Car bomber rams U.S. convoy in Kabul, killing 16, including two American soldiers.

Sept. 4, 2006 — Suicide car bombing kills 1 British soldier, 4 Afghans in Kabul.

Aug. 28, 2006 — 21 civilians killed by suicide bomber targeting an ex-police chief in Lashkar Gah.

Aug. 3, 2006 — 21 civilians killed in a suicide car bombing near Canadian military vehicles in town market in Kandahar province.

Jan. 16, 2006 — A man with explosives strapped to his body drives a motorbike into a crowd watching a wrestling match in Kandahar province and kills 21 people.

Jan. 15, 2006 — A car bomber slams into a Canadian military convoy in Kandahar city, killing two passers-by and a senior Canadian diplomat.

Jan. 5, 2006 — A militant blows himself up in a town in central Uruzgan province during a supposedly secret visit by the U.S. ambassador, killing 10 Afghans.

Nov. 14, 2005 — Twin suicide car bombings target NATO peacekeepers in Kabul, killing a German soldier and eight Afghans.

Oct. 10, 2005 — Two suicide attackers explode bombs in the southern city of Kandahar, killing three people.

Sept. 28, 2005 — A suicide bomber on a motorbike kills nine Afghan soldiers outside an army training center in Kabul.

June 1, 2005 — A suspected al-Qaida fighter detonates explosives strapped to his body in a mosque in Kandahar city, killing 20 worshippers.

May 8, 2005 — A militant kills a U.N. worker from Myanmar and an Afghan in an attack on an Internet cafe in Kabul.

Dec. 29, 2003 — Five Afghan security officers are killed when a man they arrested blows himself up in Kabul.

June 7, 2003 — A taxi packed with explosives blows up near a bus carrying German peacekeepers driving to Kabul airport to fly home, killing four soldiers and an Afghan.

26.09.06// Safia Amajan, afghanische Kämpferin für Frauenbildung und –Arbeit wurde gestern von zwei bewaffneten Männern auf dem Motorrad erschossen. Die ehemalige Lehrerin arbeitete in Kandahar, der Hochburg der Taliban und derzeitige Hauptkampfplatz zwischen NATO und Taliban. Sie bekam schon öfter Todesdrohungen, lehnte aber Bodygards ab. Taliban-Kommandeur Mullah Hayat Khan, erklärte, daß sie exekutiert wurde. „Wir haben den Leuten immer wieder gesagt, daß jeder, der für die Regierung arbeitet, also auch Frauen, getötet wird.“

24.09.06// Daily Telegraph. Britische Truppen werden gezwungen aus Afghanistan zu fliegen, so der ehemalige sowjetische Kommandeur General Ruslan Aushev, der 1980 gegen die Mujahedin kämpfte. „Viele haben gekämpft in Afghanistan, zuallererst die Briten im 19. Jahrhundert. Erstaunlich ist, daß die NATO und die Koalition nichts gelernt hat, weder aus ihrer eigenen Erfahrung noch von unserer Erfahrung.“

22.09.06// The Age (Australien). Amin Saikal: „Die westliche Aggressivität läßt moderaten Muslimen gegen die Hardliner keinen Raum zum manövrieren. Der von den USA geführte Krieg gegen den Terrorismus hat seinen Fokus verloren. Er ist wie die Kriegsziele nicht mehr faßbar…Es sind nicht nur die Muslimextremisten, die das Verhalten der USA stark abstößt. Es gibt eine wachsende Zahl von moderaten Islamisten, oder diejenigen, die glauben, daß der Islam eine Ideologie ist für friedliche politische und soziale Transformation ihrer Gesellschaften, aber auch ganz normale Muslime, die den USA eine glaubwürdige Moral und eine politische Autorität in Sachen Weltpolitik absprechen.“ Für sie ist Washington zu weit gegangen. „Ihre Aktionen, ob im Irak oder Afghanistan oder Palästina oder Libanon, haben wenig gebracht, um den Raum für die Ijtihad-Islamisten zu erweitern…westliche Aktionen spielen kontinuierlich in die Hände der Extremisten, somit verengen sie die Arena für die Ijtihadis. Wenn die USA muslimische Extremisten marginalisieren will, dann braucht sie die Hilfe der Ijtihadis…“

19.09.06// timesonline.co.uk. Gestern begann eine neue Offensive der NATO gegen die Taliban. Ein Verantwortlicher gab zu, daß die NATO ernsthaft die Stärke der Taliban unterschätzt hätte. „Die Hartnäckigkeit der Taliban angesichts der starken Verluste ist eine Überraschung, die uns mehr Anstrengungen kostet als vorhergesehen und die Fortschritte im Wiederaufbau verlangsamen“, so Des Browne. „Wir müssen akzeptieren, daß es härter ist als wir erwartet haben.“ Seine Kommentare machte Des Browne nach drei Selbstmordanschlägen, die die Stellungnahme der NATO über die geschlagenen Kämpfer der Taliban im Süden trübten.

15.09.06// seattlepi.nwsource.com. Die Zahl der getöteten Taliban, die von den NATO Truppen erschossen wurden, hat große Skepsis ausgelöst. Lokalpolitiker hatten mitgeteilt, daß viele Zivilisten umgekommen wären. Die Zahl war mit 500 toten Taliban angegeben (bei der Operation Medusa, in Kandahar) worden.

15.09.06// The Guardian. Der ranghöchste NATO-Kommandeur, US-General James Jones, meinte, daß man die Taliban nicht für alle Gewalt in Afghanistan verantwortlich machen kann. Die Gewalt hätte verschiedene Ursachen, eingeschlossen das „Drogenkartell, das seine eigene Infrastruktur hat, sein eigenes Exportsystem und Sicherheitssystem.“ Auch die neuen Waffen, die benutzt werden, wären nicht auf die Taliban beschränkt, sondern die würden sie alle benutzten.

13.09.06// Reuters Alertnet.com – Die NATO-Mitglieder scheinen sich schwer zu tun neue Truppen nach Afghanistan zu schicken. Es gibt noch keine formellen Angebote, so der Sprecher James Appathurai. Der oberste Kommandeur der Operationen in Afghanistan, James Jones, will weitere 2500 Truppen, Hubschrauber etc. um den Talibanaufstand zu bekämpfen.

10.09.06// CNN. Ein Selbstmordattentäter tötete den Gouverneur, Abdul Hakim Taniwali, (Südostprovinz Paktia), als er sein Büro verließ. Sein Bodyguard und Sekretär wurden ebenfalls getötet.

10.09.06// usa.today.com Afghanistan — Bezüglich der Ermordung des Mujahedin-Heros Ahmed Shah Massoud, der gegen die Sowjetunion kämpfte und danach mit der Nordfront gegen die Taliban, gibt es neue Fakten. Die präparierte Kamera wurde von zwei glattrasierten Arabern, die sich als Journalisten ausgaben, nach Afghanistan gebracht. Sie waren zuvor bei Usama ben Laden. Fünf Jahre nachdem Kommandant Massoud durch eine Bombe, die in der besagten Kamera versteckt war, getötet wurde, beschreibt ein ehemaliger Taliban, wie al-Qa´ida den Anschlag ausgeführt hat. Er war dazu gedacht, der Nordallianz, die pro USA war, einen Schlag zu versetzen. Waheed Mozhdah, unter den Taliban im Außenministerium, Abteilung Mittlerer Osten und Afrika, zeigte AP die Kopie eines Briefes vom 13.9.2001, von Ben Laden an Mullah Omar, indem er Omar aufforderte eine Offensive gegen die Nordallianz zu beginnen.

09.09.06// Canada.com Kanadas Truppen machen die Sache für die Afghanen nur noch schlimmer, so ein Mitglied der Nationalversammlung. Es gab einen Antrag, daß man Kanadas Truppen für die nächsten sechs Monate aus dem Süden zurückziehen soll. Malalai Joya, 27, die jüngste Abgeordnete im Parlament, sagte, daß die Bemühungen, die Taliban zu bekämpfen, nur den warlords und Drogenbaronen in die Hände spielen würde. „Wenn die Kanadier sich als die wirklichen Freunde der Afghanen begreifen, dann müssen sie unabhängig agieren“, so Joya, die seit 2003 bereits mehrere Anschläge überlebt hat. „Sie setzen die US-Politik fort und die Menschen stimmen mit dieser Politik nicht überein, des halb gibt es keine positiven Resultate.“

09.09.06// Canada.com Kanadas Truppen machen die Sache für die Afghanen nur noch schlimmer, so ein Mitglied der Nationalversammlung. Es gab einen Antrag, daß man Kanadas Truppen für die nächsten sechs Monate aus dem Süden zurückziehen soll. Malalai Joya, 27, die jüngste Abgeordnete im Parlament, sagte, daß die Bemühungen, die Taliban zu bekämpfen, nur den warlords und Drogenbaronen in die Hände spielen würde. „Wenn die Kanadier sich als die wirklichen Freunde der Afghanen begreifen, dann müssen sie unabhängig agieren“, so Joya, die seit 2003 bereits mehrere Anschläge überlebt hat. „Sie setzen die US-Politik fort und die Menschen stimmen mit dieser Politik nicht überein, des halb gibt es keine positiven Resultate.“

06.09.06// Nzherald.co.nzednesday. “Pro-Taliban Militante und die pakistanische Regierung haben über Nacht ein Friedensangebot verhandelt. Die Militanten haben zugestimmt Angriffe nach Afghanistan und in Pakistan zu unterlassen. In der Waziristanregion sind bei Kämpfen Hunderte von Militante und pakistanische Soldaten getötet worden, bei dem Versuch der Regierung staatliche Autorität in den halbautonomen Stammesgebieten einzuführen. Die Übereinkunft wurde auf dem staubigen Fußballfeld des College in Miranshah, Nordwaziristan, getroffen.

06.09.06// antiwar.com Die Taliban haben wieder die Kontrolle über die südliche Hälfte Afghanistans und ihre Frontlinie dehnt sich weiter aus. Im Senlis-Council-Report, ein internationaler Think Tank mit Büros in Kabul, London, Paris, Brüssel, heißt es, “eine humanitäre Krise von Hunger und Armut hat den Süden des Landes ergriffen.“ Der Bericht macht die Militärpolitik und die fehlgeschlagene Konterdrogenpolitik der US und UK dafür verantwortlich.

03.09.06// Bei einer Offensive der Taliban in Südafghanistan wurden vier kanadische Soldaten getötet und mehrere verwundet. NATO-Sprecher Mark Laity gibt bekannt, daß über 200 Talibankämpfer getötet worden seien, 80 wären festgenommen worden. Der Provinzgouverneur von Kandahar meinte, daß die Leute die Anweisung bekommen hätten, keine Taliban in ihre Häuser zu lassen und nicht auf die Straße zu gehen. Der Kampf begann einen Tag nach dem 14 britische Soldaten getötet wurden, als ihr Nimrod MR 2 Aufklärungsflugzeug abstürzte.

August 2006

26.08.0677 Independent. Natopiloten sind angeklagt, 13 afghanische Zivilisten, darunter 9 Kinder während eines Angriffs in der Nähe des britischen Lagers Musa Qala in der Helmandprovinz, getötet zu haben. Die Menschen, so Zeugen und Verwandte, die Independent in Lashkargar interviewt hat, sagten, daß sie in einem Pickup vor den Kämpfen geflohen seien. Die britische Basis ist seit Juni unter Beschuß der Taliban. Ein Überlebender, Abdul Habib, 40,: „Wir hielten mit dem Auto an, das Flugzeug warf über uns eine Bombe ab und flog weg. Nach einer Weile fuhren wir weiter, als das Flugzeug zurückkam. Ich sagte meinen Frauen, daß sie aufstehen sollen, damit der Pilot sieht, daß Frauen im Wagen sind, in diesem Moment eröffnete es das Feuer.“

24.08.06// IRIN, Kabul. Die afghanische Regierung zerstörte in den letzten Monaten mehr als 100000 Morgen Felder mit Mohnanbau, so der Innenminister Zarar Ahmed Muqbal (21.08. laut Xinhua, Peking). Andererseits heißt es in einem UN-Bericht, daß die zunehmende Korruption im Zuge der neuen Talibanaufstände im Süden und der Mangel an alternativen Produkten den Opiumanbau weiter in die Höhe treiben würden. Said Mohammed Azam, director of public relations and communications for Afghanistans Ministry of Counter Narcotics (MCN) sagte zu der afghanischen Nachrichtenagentur IRIN, daß dieses Jahr eine enorme Steigerung der Produktion zu verzeichnen wäre.

22.08.06// www.iht.com Die Frustration in Afghanistan wächst. Korruption, die schlechte ökonomische Lage, Mangel an Gerechtigkeit und Sicherheit bestimmten das alltägliche Leben. Präsident, Hamid Karzai, verliert zunehmend an Vertrauen. Das ganze steht im Zeichen weiterer zunehmender Angriffe der Taliban. Ahmad Fahim Hakim von der Unabhängigen Menschenrechtskommission warnt, weil kein Versprechen eingelöst wurde. „Unter der Oberfläche kocht es.“

21.08.06// CP. Die Taliban in Kandahar distanzieren sich von den Selbstmordattentaten. Es würde eine Talibanfraktion geben, die sich mit „Ausländern“ verbunden hätte und diese Praxis durchführt, bei der afghanische Zivilisten ums Leben kamen. In einem Brief der Talibanführung heißt es, daß diese Kräfte, von denen man sich distanziert, bestraft würden. (Wahrscheinlich ist mit „Ausländer“ gemeint: Pakistanis und Araber. inamo).

17.08.06// IRNA. Der afghanische Außenminister, Rangin Dadfar Spanta, wünscht für Afghanistan eine strategische Partnerschaft mit Indien, dies hätte auch eine historische Kontinuität. Dr. Spanta ersetzte im April den Außenminister Abdullah Abdullah. „Indien ist eine stabile Demokratie und Afghanistan ist eine junge Demokratie. Wir haben gemeinsame Werte und Ziele,“ so Dr. Spanta.

17.08.06// Reuters. Der Geheimdienstchef Afghanistans, Amrullah Saleh, sagte, daß Pakistan die Hauptquelle von Afghanistans Instabilität und Sicherheit wäre.

15.08.06// AFP. Washington drängt in Richtung neue Gas-Pipeline von Turkmenistan nach Pakistan. Steven Mann, US-Diplomat, traf sich mit dem turkmenischen Staatschef Niyazov. Bei dem Gespräch ging es auch um Pipelines nach China und durch das Kaspische Meer und durch Afghanistan nach Pakistan und Indien.

10.08.06// RFE/RL. Präsident Hamid Karzai deutete in einem Interview mit „Fortune“-Magazin vom 8.8. an, dass er wahrscheinlich 2009 nicht mehr kandidieren wird.

10.08.06// AFP. Die USA wird dieses Jahr ungefähr 3.2 Mrd. Dollar Hilfe an Afghanistan zahlen. Mehr als zwei Drittel sind für die Armee und die Polizei vorgesehen.

10.08.06// Der private Sender Ariana Television zitiert Innenminister Moqbel, der sagte, daß sein Ministerium beim Justizministerium angefragt hätte, die politischen Parteien der warlords Abdul Rashid Dostum und General Malik aufzulösen, weil sie bewaffnete Abteilungen hätten. Es handelt sich um die Hizb-e Azadi-ye Afghanistan (Freiheitspartei) und die Hizb-e Junbishe-e Melli-ye Islami-ye Afghanistan (Nationale Islamische Bewegung).

09.08.06// AFP. Die Lösung des Drogenproblems kann Jahre dauern, sagte der afghanische Minister für Drogenbekämpfung, Habibullah Qaderi, in London. Er antwortete auf die Aussage Tom Königs, Sonderrepräsentant des UN-Generalsekretärs, der meinte, daß das Land eine andere Strategie zur Bekämpfung der Drogen bräuchte. Qaderi: „Ich meine, daß das Drogenproblem nicht in einem Jahr oder in zwei gelöst werden kann. Man braucht eine lange Zeit , um zu sehen, ob die Strategie und Politik arbeitet oder nicht.“

09.08.06// Präsident Karzai setzt fünf neue Minister für folgende Ressorts ein: Kultur und Jugend, Abdul Karim Khurram; Transport, Niamat Ehsan Javid; Handel, Amin Farhang; Wirtschaft, Jalil Shams; Frauenangelegenheiten, Hassan Bano Ghazanfar. Dies wurde vom Parlament so bestätitgt.

09.08.06// VOA News. Zwischen den rivalisierenden warlords Abdul Rashid Dostum und Abdul Malik im Norden Afghanistans gibt es bewaffnete Auseinandersetzungen. Mindestens vier Menschen sind getötet worden, andere waren gezwungen ihre Häuser zu verlassen.

08.08.06// Durch das Auftauchen von Fotographien hat sich bestätigt, daß US Truppen sechs unbewaffnete afghanische Zivilisten (vor zwei Monaten) in Kabul erschossen haben. Die Bilder wurden von Khair Kane, der in der Nähe war, am 29. Mai aufgenommen. 20 Fotographien zeigen eine Gruppe unbewaffneter Afghanen die durch Gewehrfeuer von einem amerikanischen Humvee erschossen werden.

08.08.06// Tom Coghlan/Kabul.In Shash Guzar Paghman-Distrikt protestierten die Bauern gegen Landbeschlagnahmung. Sie klagten den ehemaligen Jihad-Führer Abdul Rasul Sayyaf (ein Wahhibit, der von Saudi-Arabien unterstützt wurde) seinen Neffen Mumtaz und den Gouverneur von Ghazni, Sher Alam Ibrahimi, an, mit Gewalt Hunderte Hektar Land okkupiert zu haben, das ihnen gehören würde. Der Kommandeur Abdul Ghafar, einer der Protestierenden, meinte zu Pajhwok Afghan News, dass sie alle Dokumente bezüglich ihres Besitzes hätten.

07.08.06// Die Opiumproduktion hat eine Rekordhöhe erreicht, 40% mehr als im Jahr 2005. Die mit Opium bebaute Fläche beträgt 370650 Morgen. 2004 waren es 323700 Morgen, 2005 257000 Morgen.

07.08.06// In einem Kommentar der Kabul Times werden die NATO-Truppen aufgefordert die lokalen Kulturen zu achten. Sie wird aufgefordert Flächenbombardements zu unterlassen. Die Afghanen wären einfache Menschen, aber würde ihre Freiheit über alles achten, keiner solle mit ihrer Freiheit und ihrer Art zu leben spielen.

07.08.06// RALEIGH, North Carolina (Reuters) – Der CIA-Vertreter David Passaro ist angeklagt den afghanischen GEfangenen Abdul Wali so übel verprügelt zu haben, daß er innerhalb von zwei Tagen starb. Das brutale Verhör fand im Juni 2003 in Kabul statt. Sein Anwalt argumentierte heute damit, daß das Verhör notwendig gewesen sei, weil die Basis unter Beschuß stand.

06.08.06// AP. Vor 5 Jahren wurden die Buddhastatuen in Bamian von den Taliban zerstört. Jetzt setzten afghanische Arbeiter Stück für Stück wieder zusammen. Das Projekt wird von der UNESCO unterstützt. Die Statuen sind 1500 Jahre alt, die eine ist 52 Meter, die andere 34 Meter hoch. Leiter der Aktion ist der deutsche Experte Ernst Blochinger.

03.08.06// ARR No.225. Der Krieg im Libanon hätte die antiamerikanische Haltung noch stärker beeinflusst. Die Islamisten und ehemalige Mujahedingruppen hätte das für sich ausnutzen können. Karim Rahimi, Sprecher des Präsidenten: „Uns betrifft das Töten der Zivilisten im Libanon…wir verurteilen das Töten unschuldiger Menschen, Frauen und Kinder.“ Der ehemalige Mujahedinkommandeur und jetzige Politiker Ahmad Schah Ahmadzai: „Die Afghanen stellen nun fest, daß die USA lügen…Amerika handelt nicht nach seinen behaupteten Prinzipien, sondern tut das Gegenteil. Seine Slogans sind Menschenrechte, aber es verletzt sie. Amerika verkündet Demokratie, aber nimmt den Nationen die Freiheit…Es ist eine Schande, daß die afghanische Regierung und die Menschen geschwiegen haben.“ Er warnte, daß der Haß gegen die USA zugenommen habe. Die Reihen der Taliban und al-Qaida werden anschwellen, weil ihre anti-amerikanische Propaganda Realität geworden ist.“ Ahmadzai, der nie ein Freund der Taliban war und 1996 das Land verlassen hatte, als sie Kabul eroberten, meinte jetzt, daß die USA und Israel, mehr als al-Qaida, die wirklichen Terroristen wären.

Juli 2006

31.07.06// Die NATO übernahm von den USA das Kommando über die internationalen Kräfte in Südafghanistan, wo die Kämpfe gegen die Taliban seit 2001 sich am tödlichsten entwickelt haben. Dies erlaubt den USA 22000 Soldaten an die Grenze zu Pakistan zu stationieren. Dort vermuten sie Führungskräfte der Taliban und al-Qaida. Die NATO hatte eine Aufgabe im Norden des Landes als Friedenstruppe. Sie soll jetzt den Kampf gegen die Taliban und die Drogenbarone führen.

Laut AP sagte US Lt. Gen. Karl Eikenberry bei der Übergabe des Kommandos an den britischen General Richards in Kandahar: „Die USA werden Afghanistan erst verlassen, wenn uns die Bevölkerung sagt, daß der Job zu Ende ist.“

26.07.06// Laut Financial Times, London, haben die Taliban eine neue Methode der Rekrutierung. Es ginge nicht mehr darum die Herzen und den Kopf zu gewinnen, sondern mehr um die Bezahlung. Sie würden Kämpfern 12 Dollar am Tag zahlen, auch damit sie der regulären Armee fernbleiben, die nur 4 Dollar zahlt. Das Geld käme aus dem Drogenhandel.

24.07.06// Laut AFP wurde der Chef des Geheimdienstes eines afghanischen Bezirks mit 33 kg Heroin festgenommen.

24.07.06// Pajhwok Afghan News. Der ehemalige Kommandeur und Chef der (eigene Fraktion) Hizb-e Islami, Maulavi Yunus Khalis, ist am 19. Juli mit 87 Jahren gestorben. Dies teilte jetzt sein Sohn Anwar-ul Haqq Mujahid, der jetztige Chef der Hizb, mit. Er gründete 1979 eine Jihad-Organisation und kämpfte gegen die SU. Vor einiger Zeit war schon einer der Chefs der sieben Organisationen der Peshawar-Front gestorben: Maulavi Mohammad Nabi Mohammadi.

02.06.06// Delegierte aus Afghanistan, Pakistan und das Büro des UNHCR stimmen darin überein, daß drei afghanische Flüchtlingslager Ende Juli geschlossen werden. UN-Sprecher Vivian Tan sagte in Islamabad, daß es sich um Katcha Garhi in der North West Frontier Province und zwei Lager in der Balutschistan-Provinz handelt. Pakistan drängt darauf, daß in drei Jahren alle afghanischen Flüchtlingslager geschlossen werden sollen. In Pakistan leben zur Zeit 2,6 Mio. afghanische Flüchtlinge.

02.06.06// In Herat wurde Versuche mit Safrananbau durchgeführt, die helfen sollen, die Drogenproduktion einzudämmen. Das Gewürz Safran, eins der teuersten Gewürze, wurde seit Jahrtausenden zur Parfümherstellung, Farbe und als Medizin benutzt. Die Anpflanzung fand auf 40 Hektar statt.

01.06.06// Die Korruption sei eine Wachstumsindustrie, meinte der Gouverneur der nördlichen Balkh-Provinz, Atta Mohammad Noor. Insbesondere die Polizei sei davon betroffen. Sie würde Geld von Drogenschmugglern, Waffenhändlern, Spielern und Bordellbesitzern nehmen und deshalb auch wegschauen. Sie würden auch Leute festnehmen und gegen Bares wieder freilassen. Seine Aussage gegenüber den Polizeichefs und den Offizieren in der Provinzhauptstadt Mazar-e Sharif, daß diese Partner von Spielern, Bordellbesitzern, Alkoholdealern, Banditen und selbst von Taschendieben seien, hätten wie ein Schock gewirkt. (Institut for War & Peace, Mazar-e Sharif)

31.05.06// Die Bundeswehr übernimmt am Donnerstag das Kommando über alle Einheiten der ISAF (International Security Assistance Force) in der Nordregion Afghanistans. Das neue Hauptquartier der deutschen Truppen befindet sich in Masar-e-Scharif. In der Nähe dieser Stadt waren am Dienstag drei einheimische Mitarbeiterinnen der südafrikanischen Hilfsorganisation Action Aid und ihr Fahrer bei einem Überfall erschossen worden. Die von der UNO mandatierte, aber unter NATO-Oberbefehl stehende ISAF, die anfangs auf Kabul beschränkt war, wird derzeit auf das ganze Land ausgedehnt. Afghanistan ist in fünf Besatzungszonen eingeteilt worden, in denen jeweils ein NATO-Land das Kommando führen soll: Die Deutschen im Norden, die Italiener im Westen, die Briten im Süden, die Franzosen in Kabul und die Amerikaner im Osten. Gleichzeitig wird die ISAF von 9.000 auf 15.000 Soldaten verstärkt.

31.05.06// Amerikanische Soldaten, die in einen Verkehrsunfall verwickelt waren, der Unruhen in der Bevölkerung auslöste, feuerten in eine Menge von Demonstranten und töteten vier Menschen, so der Augenzeuge General Amanullah Gozar, Chef der Highway-Police in Kabul. Bei den folgenden Unruhen in Kabul wurden 14 Menschen getötet, 138 verletzt. Eine Ausgangssperre wurde verhängt. Die Unruhen hatten eine klar antiamerikanische und Antiregierungstendenz: ein großes Banner von Hamid Karzai wurde verbrannt. Ein ähnlich großes Banner von Ahmed Shah Masoud, der am 9.9.2001 ermordet wurde, wurde nicht angerührt. Kabuler kritisierten die arrogante Haltung der US-Soldaten, denn US-Fahrzeuge hätten sehr oft Unfälle mit Privat-PKWs.

März 2006

21.03.06// Die pakistanischen Taliban, eine starke neue Miliz, hat in den nördlichen Stammesgebieten die Kontrolle übernommen. Besonders einflußreich ist sie im Norden und Süden Waziristans, wo sie umwendend strenge Regeln einführten. In Läden darf keine Musik oder Filme mehr verkauft werden, Friseuren ist das Abnehmen und die Rasur von Bärten untersagt. Eine Bombe auf eine Rundfunkstation zerstörte das Staatsradio. Es wurden Kontrollposten errichtet, an denen die Miliz für alle Fahrzeuge Steuern eintreibt. Ein islamisches Gericht ersetzt die traditionelle Stammesversammlung. Eine Autobombe zerstörte ein Polizeifahrzeug im Süden Waziristans und tötete sieben Menschen. Mehr als 100 regierungsfreundliche Politiker wurden in den letzten 9 Monaten getötet. Das pakistanische Militär hat vor zwei Jahren 70 000 Soldaten nach Waziristan verlegt. Ihr Angriff auf ein sogenanntes al-Qaida- Ausbildungslager bei Miran Shah am 1. März forderte 100 Tote. (The Guardian)

15.03.06// FAZ. Erneut sollen Feldnachrichtenkräfte der Bundeswehr als Journalisten getarnt ermittelt haben. Das Zweite Deutsche Fernsehen sowie der Internetdienst "Tagesschau.de" teilten am Dienstag mit, die Familie eines Mannes aus dem afghanischen Kundus, der in dem amerikanischen Stützpunkt Guantanamo gefangengehalten worden sei, sei im Sommer 2004 von einem angeblichen RTL-Fernsehteam befragt worden. Über diese Befragung liege ein Geheimdienstbericht des Feldnachrichtenteams Kundus vor.

Februar 2006

13.02.06// Laut Independent haben die Taliban ihre Kontrolle der Provinz Helmand nie abgegeben. Nach dem Fall von Kandahar soll Mullah Omar nach Helmand geflüchtet sein, das seitdem als die gefährlichste Provinz Afghanistans gilt. Keine NGO wagt sich dorthin, die Karzai-Regierung hat dort nie Wiederaufbauarbeiten in Angriff genommen. Die Helmandprovinz hat weltweit die höchste Produktionsrate von Rohopium. Vor der Invasion der SU war Helmand ein furchtbares Landwirtschaftsgebiet. Nachdem bei Kämpfen das Bewässerungssystem zerstört worden war, wird heute ausschließlich Opium angebaut.

Januar 2006

31.01.06// Die Versuche den afghanischen Opiumanbau zu reduzieren sind laut dem Independent fehlgeschlagen. Auf der Londoner Konferenz über Afghanistan, bei der auch Tony Blair, Kofi Annan und Hamid Karzai anwesend waren, gab es über die Zerstörung des Opiumanbaus Differenzen: Die USA drängen auf den Einsatz von Flugzeugen, die den Anbau mit Chemikalien zerstören sollen, GB lehnt dies ab. Die Jobs die vom US Department of State's Bureau of International Narcotics and Law Enforcement Affairs für Operationen in Afghanistan angeboten werden, betreffen"Aviation Eradication Ops and Safety Officer" und ein"Aviation Maintenance Adviser". Hilfsorganisationen und Menschenrechtsgruppen warnen, weil meist in unmittelbarer Nähe der Felder auch Gemüse und Weizen angebaut wird. Der Senlis Council (Think Tank internationaler Drogenpolitik, Paris) beginnt einen Fund einzurichten und sucht bereits nach Anwälten, die sich für die Bauern einsetzen, deren Opiumfelder zerstört wurden. Die Truppen in Afghanistan, die unter NATO-Mandat stehen, dürfen sich nicht an Operationen zur Einschränkung des Opiumanbaus beteiligen.

13.01.06// Die pakistanische Regierung verurteilt den amerikanischen Angriff auf ein Dorf im Bajaur-Distrikt, bei dem 18 Zivilisten getötet wurden, darunter sechs Kinder. Der Angriff galt Talibankämpfern. Bewohner von Bajaur sagten, daß Raketen, die von einem Flugzeug aus abgeschossen worden waren, drei Häuser im Dorf Damadola zerstörten. 13 der Getöteten gehörten der Stammesfamilie von Bakhpoor Khan an. Nach Aussagen eines britischen Offiziers werden monatlich zur Zeit 500 Angriffe gegen amerikanisches und britisches Militär durchgeführt.

08.01.06// Der Friedhof für Hindus und Sikhs in Kabul, der von den Taliban verwüstet wurde, ist wiederhergestellt. Die afghanische Regierung hat die Verbrennungsstätte den Gemeinden übergeben. Unter der Talibanherrschaft war es für Hindus und Sikhs verboten, ihre Toten einzuäschern. Der Ort liegt im Shor Bazar Gurdwara Komplex und wurde im Bürgerkrieg zerstört. Die Anzahl der Sikhs wird in Afghanistan auf 50 000 geschätzt.

06.01.06// US-Präsident George W. Bush sagte am 4. Januar, daß die Truppenanzahl in Afghanistan von 19 000 auf 16 500 reduziert wird. Dies hänge mit der Verbesserung der Sicherheitslage zusammen. NATO-Streitkräfte sollen Aufgaben der US-Streitkräfte übernehmen.

04.01.06// Die US-Regierung plant, ein Hochsicherheitsgefängnis für Terrorismusverdächtigte zu bauen. Einige der Guantanamogefangenen sollen dorthin gebracht werden. Dafür vorgesehen ist das Gefängnis Pol-e Charki bei Kabul, es stammt noch aus der Sowjet-Ära.

04.01.06// Laut Guardian sollen in den nächsten Wochen 3400 britische Truppen in die Helmand-Provinz in Südafghanistan verlegt werden. Die Helmand-Provinz lebt hauptsächlich vom Opiumanbau.

Dezember 2005

23.12.05// Der neue Vorsitzende der Wolesi Jirga, Muhammad Yunus Qanuni, gab bekannt, daß er als Oppositionsführer zurücktreten würde, um die Regierung zu unterstützen. Afghanische Nachrichtenagenturen schätzen dies als Friedensangebot an Hamid Karzai ein. Er trat bei den Präsidentschaftswahlen gegen Karzai an. Die Führung seines Oppositionsblocks übertrug er an Burhanuddin Rabbani, selbst ehemaliger Präsident. Der ehemalige Minister für Stammesangelegenheiten, Arif Nurzai, wird Stellvertreter des Vorsitzenden der Wolesi Jirga, die 30jährige Fawzia Kofi wird 2. Stellvertretende.

21.12.05// Laut Radio Free Europe gibt es Kritik an geheimen Verhörzentren der USA. Die Gerüchte darüber seien glaubhaft und schockierend. Human Rights Watch in New York meint, die USA würden ein geheimes Gefängnis bei Kabul betreiben. Die Afghanische Unabhängige Menschenrechtskommission forderte die Regierung auf, die Orte und Namen dieser Einrichtungen bekanntzugeben.

20.12.05// Laut Reuters tritt der ehemalige Warlord Muhammad Yunus Qanuni dafür ein, daß der Terminus “warlord” nicht mehr benutzt wird. Abd al-Rab al-Rasul Sayyaf, ebenfalls ehemaliger Warlord (Human Rights Watch beschuldigt ihn der Kriegsverbrechen), sagte, daß das neue Parlament „die afghanische Realität repräsentiere”.

20.12.05// Das Unterhaus (Wolesi Jirga) besteht aus 249 Sitzen, das Oberhaus (Meshrano Jirga) aus 102 Sitzen. Laut Telegraf besteht es aus einer antagonistischen Mischung aus Mujahedin-Kommandeuren, Ex-Taliban-Kämpfern, alten Kommunisten, Technokraten, Stammeschefs, urbanen Progessiven und sogar Poeten. Zwei der gewählten Parlamentarier sind bereits umgebracht worden. Die jüngste Abgeordnete ist die 25jährige Sabrina Sagheb.

19.12.05// Die Abgeordnete Malalai Joya, die die Farah-Provinz in Westafghanistan repräsentiert, sprach wegen der Anwesenheit von Warlords, Druglords und Kriminellen im Parlament ihr Bedauern aus. Zitat von Joya aus der NYT: „Die Afghanen sind wie Tauben mit gebrochenen Flügeln, die in die Klauen von blutsaugenden Fledermäusen geraten sind, nachdem sie dem Talibankäfig entkommen waren … viele dieser Fledermäuse sitzen im Parlament.“

19.12.05// Mehr als 100 afghanische und ausländische Journalisten protestierten in Kabul, da sie an der Eröffnungssitzung des Parlaments nicht teilnehmen durften. Sie wurden in einen Nebenraum abgeschoben (so Pajhwak Afghan News). Nur einige ausländische Journalisten bekamen die Erlaubnis, teilzunehmen.