Sonderheft 4: Game Over

INAMO-Sonderheft 4: »Game Over«,

erschienen 12. März 2011

 

 

 

Helga Baumgarten: "Ändert das System, es funktioniert nicht mehr …"

 

Tunesien

  • Kamel Jendoubi: 1999 Bourgibas Erbe - der unmögliche Machtwechsel
  • Sihem Bensedrin und Omar Mestiri: Auch Europa hält sich seine Despoten: Das tunesische Modell
  • KASTEN:   Ben Alis Preisvitrine
  • Werner Ruf: Die tunesische Revolution
  • KASTEN:  Die Einheitsgewerkschaft UGTT (Union Générale des Travailleurs Tunisiens)
  • Alfred Hackensberger: Umbruch in Tunesien: Die Menschen hier sind Helden
  • Laizismus und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern - Interview mit Bochra Bel Haj Hamida, Rechtsanwältin, Menschenrechtsaktivistin, aktiv in der Tunesischen Assoziation Demokratischer Frauen (ATFD) . Für inamo: Martina Sabra
  • Lutz Rogler: Rachid Ghannouchi

 

Ägypten

  • Ulrich G. Wurzel: Ägyptische Wirtschaftsreform, Vers. 4.3. Freuen Sie sich jetzt schon auf updates
  • Stephan Roll: Marionetten oder Marionettenspieler? Großunternehmer und Finanzmanager als neue Akteure im Herrschaftsgefüge Ägyptens
  • KASTEN: Die reichsten Familien Ägyptens
  • Essam Fawzi: Ägypten, von unten gesehen
  • Lutz Rogler: Al-Jama´a al-islamiyya zwischen Isolation und Integration
  • Sherif Younis: Justiz und Politik in Ägypten - die Illusion einer elitären Demokratie
  • Joel Beinin: Arbeiterprotest, Neoliberalismus und der Kampf für Demokratie
  • Viola Shafik: Mediale Strategie-Spiele - ein ägyptisches Tagebuch
  • Ivesa Lübben: Die Rolle der sozialen Bewegungen
  • Ingrid El Masry: Gewerkschaften und Arbeiterbewegung in der Revolution
  • Ivesa Lübben: Die Muslimbrüder in der Revolte
  • Lutz Rogler: Die ägyptische Revolution: Neue Wege für die Muslimbrüder
  • Christian Wolff: Web 2.0 und der autoritäre Staat - Wie soziale Netzwerke Revolutionen verändern.
  • Matthias Kunde: Ägyptens Militärbourgeoisie
  • KASTEN: Immer noch aktuell: Fuad Nigm und Scheikh Imam
  • Uri Avnery: Eine Villa im Dschungel 

 

Marokko

  • Isabell Werenfels: Stabile Monarchie
  • Jörg Tiedjen: Marokko 20. Februar 2011

 

 

Algerien

  • Lahouari Addi: Ein einzigartiger Konflikt: Die algerische Krise
  • Omar Benderra: Netzwerke an der Macht - Implosion des Staates, Raubwirtschaft
  • KASTEN: Abulqasim ash-Shabbi: An den Tyrannen
  • National Charta von 2006 - Charta für den Frieden und die nationale Versöhnung
  • Abida Semouri: Kein Volksaufstand in Algerien

 


Jordanien

  • André Bank: Proteste in Jordanien: Brotunruhen, arabische Solidarität, tribaler Islamismus
  • Hisham Bustani: Das Regime hat die Lektion gelernt, die Opposition nicht!

 

Syrien

  • Muriel Asseburg. 1:0 fürs Regime. In Syrien fällt der Tag des Zorns vorerst aus

 


Jemen

  • Jens Heibach: Die Dynamiken der Proteste im Jemen und ihre Besonderheiten

 

 

Libyen

  • Alessandro Bruno und Arezki Daoud: Was kommt nach Qaddhafi?

 


Sonderheft 3: Zeitgenössische arabische Literatur

Zeitgenösische arabische Literatur

Erschienen September 2004. 96 Seiten mit Abbildungen von Marwan, Mohamad Said Baalbaki und Ali Kaaf.

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Die hier versammelten Beiträge sind autonome Stimmen zeitgenössischer arabischsprachiger Autorinnen und Autoren. In ihren Texten drückt sich das Selbstbewusstsein von Menschen aus, die eingebettet in ihren jeweiligen Alltag, den Widersprüchlichkeiten ihrer Gesellscahften mit ihren arabischen, islamischen und globalisierten Identitäten und deren Infragestellungen begegnen.

 

Die Konfliktlinien, die sich im Leben jeder einzelnen und jedes einzelnen treffen, zwingen Menschen des Nahen und Mittleren Ostens und eben besonders ihre Intellektuellen, sich neu zu positionieren, sich zu artikulieren und zu übersetzen, kurz: sich ihrer selbst zu vergewissern. So erzählen die hier zusammengetragenen Texte von Sehnsüchten und Einsamkeiten, von Brüchen und Kontinuitäten, von Traditionen und von Modernen, von Erinnerungen und Träumen, aber vor allem von einem ungebrochenen Lebensmut angesichts einer desolaten sozialen und politischen Lage in den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens.

 

Wir haben diese Texte als Beispiele einer zeitgenössischen arabischsprachigen Literatur in der Hoffnung ausgewählt, dass sich das deutschsprachige Publikum in ihnen wiedererkennt ohne das Andersartige in ihnen als das Fremde wahrnehmen zu müssen. Das Trennende im Fremden, das »Befremdliche« zu überwinden ist ein Wert an sich; ein Aufeinanderzugehen, ein Miteinanderreden, ein Dialog ist heute dingender denn je!

 

Berlin, September 2004

 

Die Autorinnen und Autoren:

Edwar al-Kharrat, Zakariya Tamer, Huda Barakat, Walid Mi´mari, Miloudi Chaghmoum, Khairy al-Dhahabi, Ahmed al-Aidy, Haytham el-Wardany, Arwa Abduh Uthman, Adania Shibli, Saadallah Wannus, Mahmoud Darwisch, Girgis Shoukry, Saadi Yussef, Adlène Meddi


Sonderheft 2: Intifada II, August 2001

Titelseite Intifada II, August 2001

Knapp acht Jahre ist es her, daß die Osloer Prinzipienerklärung unterzeichnet und mit einem historischen Handschlag in Washington symbolisch bekräftigt wurde. Heute hätte eigentlich das Schlußabkommen, das den israelisch-palästinensischen Konflikt beenden sollte, schon längst unter Dach und Fach sein müssen.

 

Statt dessen brach im September 2000 die zweite Intifada aus, der zweite palästinensische Aufstand gegen die israelische Besatzung. Was war passiert im Osloer Verhandlungsprozeß?

 

Warum wird heute gekämpft statt verhandelt? Die Antwort ist einfach! Oslo brachte keine Befreiung, sondern erhielt die israelische Besatzung über die 1967 besetzten Gebiete der Palästinenser aufrecht, mit ihren Armee-Patrouillen, Absperrungen, Verhaftungen, Häuserzerstörungen, Demütigungen, also den Zustand der Unfreiheit. Oslo gab die 1967 besetzten Gebiete nicht an die Palästinenser zurück, sondern dehnte statt dessen die dort illegal errichteten Siedlungen massiv und im Rekordtempo aus.


Sonderheft 1: Syrien, der Preis der Freiheit

Der Bericht von Rida Haddad = Gefangener #61

Der Bericht von Rida Haddad = Gefangener #61, erschienen 1998

 

Rida Haddad und die politischen Verhältnisse in Syrien
Von Jürgen Loer

 

Erstmals berichtet hier ein ehemaliger politischer gefangener aus Syrien über das, was ihm während seiner 15jährigen Haftzeit widerfahren ist, oder anders und treffender ausgedrückt: über die unsäglichen Qualen, die ihm und anderen - über die Freiheitsberaubung hinaus - im namen der syrischen Staatsführung unter Präsident Hafiz al-Asad zugefügt wurden.

 

Rida Haddad wurde 1954 in beirut als Sohn einer Libanesin und eines Damaszeners geboren. Seine Kindheit udn Jugend verbrachte er im Libanon, wo er in den frühen siebziger Jahren auch seine politische Arbeit aufnahm und sich der Partei der kommunistischen Aktion anschloß. Nachdem er 1075/76 für kurze Zeit im palästinensischen Widerstand aktiv gewesen war, studierte er in Damaskus französische Literatur udn arbeitete anschließend als Journalist. Im Jahre 1979 trat er der oppositionellen Kommuniistischen Partei Syriens - Politbüro bei, die sich 1971 von der moskau- und regimetreuen Mutterpartei abegspalten hatte udn - als illegale Partei - seitdem im Untergrund aktiv ist.

 

Im Herbst 1980 entschloß sich dann das Regime, die Opposition ein für allemal zu zerschlagen: Rida Haddad wurde am 15. Oktober 1980 aufgrund seiner Mitgliedschaft in der KP-Politbüro sowie in dem parteiübergreifenden Oppositionsbündnis Nationaldemokratische Sammlungsbewegung verhaftet. Erst 1993 wurde er, wie zahlreiche andere Langzeitgefangene vor dem obersten Staatssicherheitsgericht angeklagt und in einem Prozeß, der wie all die anderen nichts von einem rechtsstaatlichen Verfahren an sich hatte, rückwirkend zu 15 Jahren Haft verurteilt.

 

Nach Ablauf seiner Strafe wurde Rida Haddad im herbst 1995 entlassen. Die Veröffentlichung seiner Aufzeichnungen kann er jedoch nicht mehr erleben, denn die Qualen sollten auch nach seiner Haftentlassung kein Ende nehmen: Wenige Wochen danach wurde bei ihm Keukämie diagnostiziert. Er hatte durchaus eine Chance, diese Krankheit zu besiegen. Aber das syrische Regime unter dem Präsidenten Hafiz al-Asad sorgte mit seiner Gnadenlosigkeit dafür, daß die Diagnose Leukämie letztlich dennoch das Todesurteil für ih bedeutete: Freunde im In- und Ausland hatten bereits alles für eine Rückenmarkstransplatation in Deutschland, die die einzige Rettung gewesen wäre, in die Wege geleitet. Gescheitert ist die Rettungsaktion an den syrischen Behörden, die Rida Haddad - als ehemaliger politischer Häftling sämtlicher ziviler Rechte beraubt - monatelang die Ausstellung eines Reisepasses verweigerten. Erst im Mai 1996 waren sie dazu bereit, als es bereits zu spät war: Rida Haddad verstarb am 10 . Juni 1996 im Französischen Hospital in Damaskus; er hinterläßt eine Frau und eine Tochter. Im Krankenhaus, in dem er die letzten Monate seines Lebens verbracht hatte, also quasi auf dem Sterbebett, schrieb er seine Erinnerungen nieder, die von Freudnen außer Landes gebracht wurden udn erst jetzt, da die syrischen Sicherheitsbehöreden dem Verfasser nichts mehr antun können, veröffentlicht werden.

 

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