NACH LIBYEN BÜRGERKRIEG JETZT IN MALI
04.02.2012
Vorgestern lag Bamako unter dem Rauch von brennenden Autoreifen. Hunderte protestierten gegen die Ohnmacht der Regierung angesichts einer Mitte Januar begonnenen Offensive der "Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad" (MNLA). Azawad, damit gemeint sind unter anderem drei überwiegend von Tuareg bewohnte Provinzen im Norden Malis. Das malische Militär hat den Separatisten, die vorher in Libyen an der Seite Qadhdhafis kämpften und nun mit Waffen - so auch Artillerie - gut versorgt aus dem dortigen Konflikt zurückgekehrt sind, wenig entgegenzusetzen. Während es der MNLA Anfang der Woche gelang, die Stadt Menaka einzunehmen, und sie heute, den 4.2., kurz davor steht, auch die Provinzhauptstadt Kidal zu erobern, soll den unerfahrenen Regierungstruppen sogar die Munition ausgehen. Mittwoch, den 1.2., wandte sich Präsident Amadou Toumani Touré an die Nation und rief sie zur Einheit auf: "Die Angreifer dürfen nicht verwechselt werden mit den ortsansässigen Arabern und Touareg," erklärte er, nachdem Angehörige der Soldaten Geschäfte von ortsansässigen Tuareg attackiert hatten. Bamako wirft der MNLA vor, mit "Al Qaida im Maghreb" (AQMI) und südamerikanischen Drogenkartellen in Verbindung zu stehen, was die MNLA zurückwies. Mali leidet nicht allein unter den Folgen des libyschen Bürgerkriegs: Seit Wochen warnt u.a. das Welternährungsprogramm WFP vor den verheerenden Konsequenzen einer jahrelangen Dürre in dem schwer vom Klimawandel betroffenen Land: Nach Somalia droht hier die nächste Hungerkatastrophe, wenn nicht bald Hilfe eintrifft. (af.reuters.com / afrik.com / stratfor 4.2.)