Altstadt Jerusalem - muslimisches Viertel: Siedler vertreiben neun Familien

29.07.2010

Antiwar Newswire - Jüdische Siedler beschlagnahmten ein Gebäude im muslimischen Viertel der Altstadt von Jerusalem. Sie vertrieben Dutzende von palästinensischen Bewohner und Mietern. Was ein scharfen Protest des UN-Beauftragten zur Folge hatte. Zwei Dutzend Siedler der Gruppe Ateret Cohanim betrat das Gebäude im muslimischen Viertel, so Nasser Quirresh, einer der vertriebenen Mieter. Er sagte, dass 90 Mitglieder seiner großen Familie in diesem Haus gelebt hätten, das nur wenige Meter von den wichtigsten muslimischen und jüdischen Stätten entfernt wäre (al-Aqsa Moschee und die Klagemauer). Die Famlie hat das Haus seit 60 Jahren gemietet, der Besitzer wohnt außerhalb des Landes. Der Anwalt der Familie, Samer Zoabi, sagte, dass die Siedler das Haus 1987 gekauft hätten und schon öfter vor Gericht gewesen wären, um die Familie zu zwingen auszuziehen. Das Gericht, so der Anwalt, hätte immer zu Gunsten der Familie entschieden. Robert Serry, UN-Beauftragter, meinte man könne das nicht akzeptieren. Die Siedler hätten mit Gewalt das Gebäude übernommen, in dem neun palästinensische Familien wohnen würden. Er forderte die Behörden auf, die Siedler zu entfernen und die palästinensischen Mieter wieder einziehen zu lassen. Quirresh berichtete, dass die meisten Familienmitglieder auf einer Hochzeit gewesen wären, als die Siedler, begleitet von der Polizei in das Haus gedrungen wären. Sein älterer Bruder, dessen Frau und die Kinder hätten sich geweigert das Gebäude zu verlassen. In der Zwischenzeit haben die Siedler Kameras installiert und Stacheldraht gelegt.

Zurück