Irak: Nach dem Massaker: Freispruch, Verfahrenseinstellung, Haftmilderung

26.01.2012

Die Anklage: Totschlag in neun Fällen. Doch das Militärgericht in Kalifornien entschied: Unteroffizier Frank Wuterich wird zu 90 Tage Haft verurteilt, wegen Verletzung der Dienstpflicht. Außerdem wird er zum Gefreiten degradiert, ohne Gehaltseinbußen. Am 19. November 2005 war eine Gruppe Marineinfanteristen unter Wuterichs Kommando nach einem Bombenanschlag, bei dem ein US-Soldat getötet worden war, mordend durch die im Nordwesten des Landes gelegene Stadt Haditha gezogen und töteten 24 Menschen, unter ihnen mehr als zehn Frauen und Kinder sowie einen 76jährigen Mann im Rollstuhl. Das US-Militär versuchte dies zu vertuschen. Das US-Magazin Time deckte schließlich die Wahrheit auf. Der Prozess gegen Wuterich war der letzte Prozess von acht. Es gab einen Freispruch, gegen sechs Beteiligte wurde das Verfahren eingestellt. Fassungslosigkeit unter den Bewohnern von Haditha, wo das Massaker stattfand. Überlebende des Massakers kritisieren auch die eigene Regierung. Irakische Politiker seien mitverantwortlich. Sie habe nichts unternommen, denn man hätte ja die Verbrecher vor Gericht bringen können.

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