Vorkommnisse in Port Said inszeniert?

02.02.2012

 Die blutigsten Krawalle der ägyptischen Fußballgeschichte (71 Tote, 1000 Verletzte) fanden am 2. Februar in Port Said statt. Dort spielten die Vereine al-Ahly und al-Masry gegeneinander. Den Sicherheitskräften wird vorgeworfen die Eskalation der Gewalt durch demonstratives Nichteingreifen begünstigt zu haben – die schlimmsten Totschläger konnten untertauchen. Das ND schreibt: „Zwar gibt es traditionell heftige Rivalitäten zwischen den ägyptischen Großklubs, besonders gegenüber Al-Ahly. Dieser - der »Nationale« - ist zwar vom Vermögen her das Bayern München Ägyptens, pflegt aber dennoch einen Ruf als Anziehungspunkt der Unterprivilegierten und hat unter ihnen nachgewiesenermaßen mehr Fans als die Rivalen…So behaupten die Al-Ahly-Fans auch von sich, sie seien nicht unwesentlich Träger der Revolte gegen Husni Mubarak gewesen und hätten den Präsidenten mit ihrer Dauerpräsenz auf dem Kairoer Tahrir-Platz vor einem Jahr zum Rücktritt gezwungen.“ Viele vermuten, dass die Schlägerbanden aus dem Umfeld Mubaraks kommen und dass die Militärführung dies inszeniert hat, wie auch schon die schweren Straßenschlachten mit den Kopten, um zu demonstrieren, dass man eine starke Ordnungsmacht braucht und dass die zivile Regierung das nicht in den Griff bekommt. Die Argumentation der Muslimbruderschaft geht ebenfalls in diese Richtung. In der Süddeutschen Zeitung erklärt der in Deutschland kickende ägyptische Nationalspieler Hani Ramzi: „Die Fans sind hier nicht verantwortlich. Das war alles geplant und wäre in jedem Fall passiert, ganz unabhängig vom Spielverlauf. Innerhalb von zwei Minuten waren Tausende Fans mit Messern bewaffnet auf dem Platz. Sie wurden vor dem Spiel nicht kontrolliert, und die Polizei hat nicht eingegriffen…“ (ND, inamo)

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